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Auto Entertainment

Bald ist die Sommerpause vorbei. Dann geht er erst einmal zur Internationalen Funkausstellung. Und da gibt es vor allem eins: Unterhaltung für den Autofahrer. Denn nichts ist so langweilig wie der nächste Stau.

(erschienen in Chip Inside, 2005)

Lenken, Gas geben, bremsen und auf den Vordermann schimpfen - das sind bald die letzten Tätigkeiten im Auto, die noch wirklich etwas mit dem Fahren zu tun haben. Denn geht es nach den Großen der Branche, wird der Autofahrer künftig ganz andere Dinge während der Fahrt erledigen - Telefonieren, E-Mail abrufen, Musik hören, eine DVD laufen lassen und der sympathischen Stimme des Navigationssystems lauschen.

Dass so etwas nicht mehr mit einem läppischen Autoradio geht ist klar. In den Einbauschacht über Aschenbecher und unter Lüftung gehört ein PC. Und genau den liefern Intel, inperio und EEPD pünktlich zur IFA. Der Mini-PC "Envader II" vereint Unterhaltungsgerät, Telefon und Internet-Rechner in sich. Nach außen hin sieht der kleine Rechner aus wie ein normales Autoradio samt CD-Player. Ein paar kleine Knöpfe und ein Einschub für die Silberscheibe zeigen sich an der Gehäusefront. Die Daten kommen über Lautsprecher und Monitore zu den Mitfahrern. Der PC eignet sich auch als Verteiler für Videofilme: Jeder Fahrgast auf der Rückbank darf seinen eigenen Film sehen, zum Beispiel auf einem in der Nackenstütze des Vordermanns eingebauten LCD-Display. Während hinten der Film flimmert, zeigt der Bildschirm vorne Navigationsdaten oder Informationen über die aktuelle Telefonverbindung. Der Kleinrechner passt in einen Standard-Einbauschacht für Autoradios. Mehr zum Mini-PC für das Auto gibt es unter www.inperio.com.

Weniger spektakulär aber mit hohem Nutzwert zeigt sich Pioneer im Messevorfeld. Ein Autoradio mit eingebautem Bluetooth-Empfänger für das Handy soll die Kommunikation erleichtern. Das DEH-P70BT spricht mit dem Handy, holt sich Telefonbuchdaten und kümmert sich um die Verbindung. Natürlich gibt es auch ein kleines Mikrofon dazu. Neben den Telefonfunktionen hat das Gerät noch einen CD-Player mit MP3- und WMV- Wiedergabe. Ebenfalls per Bluetooth kommunizieren bei Samsung Autoradio und Mobiltelefon. Über das Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) schickt das Handy Musik kabellos an das Audiosystem des Autos überträgt. Voraussetzung ist, dass Handy und Autoradio A2DP unterstützen.

Um das Rear Seat Entertainment, zu Deutsch "die Unterhaltung auf dem Rücksitz", kümmert sich Blaupunkt mit seinem Deckenmonitor IVOD-1022. Das Gerät klappt vom Fahrzeughimmel herunter und zeigt auf 10,2 Zoll Bilddiagonale Filme von DVD. Während langer Reisen ist damit Ruhe auf den hinteren Plätzen.

Noch ein Mini-Trend zur IFA: Immer mehr Autoradios kommen mit einem Ipod-Anschluss. Schließlich wollen Besitzer des Gigabyte-starken Apple-Kleinods ihre Musik auch unterwegs hören und nicht umständlich ihre MP3-Sammlung auf CDs quetschen. Wenn das Radio vor dem Ipod da war und noch keinen Anschluss hat, kann man den passenden Stöpsel in einigen Fällen nachrüsten: Kenwood zum Beispiel hat seinen ab 2003 gebauten Radios einen Adapter spendiert. Der KCA-iP500 passt ins Handschuhfach oder unter das Armaturenbrett und erlaubt, den Ipod vom Radio aus zu steuern. Zusätzlich sollte sich der Apple-Freund bei Kenwood noch eine passende Halterung für den Ipod kaufen - wenn neben der Handy- und der PDA-Halterung noch Platz im Auto sein sollte.

Multimedia-Palmtop mit Platte

Palmtop-Computer, Videoplayer und MP3-Player. Das ist der Palmone Lifedrive. Das kleine Gerät stellt von seinen vier GByte Speicher rund 3,85 GByte zur freien Verfügung. Das reicht für über 780 MP3-Musikstücke. Wer mag, speichert Videofilme auf dem Gerät und sieht sie sich auf dem 320 mal 480 Bildpunkten großen Farbbildschirm an. Zum Datenaustausch stehen WLAN, Bluetooth sowie Einschübe für Speicherkarten bereit. Auf Wunsch arbeitet der Lifedrive auch selbst als externe Festplatte, sobald er über das mitgelieferte USB-Kabel an einen PC oder Mac angeschlossen ist. Kostenpunkt des Multimedia-Multis: 499 Euro. Den Kopfhörer für MP3 muss man sich allerdings extra besorgen.

Kinnhörer von Sony

Sony-Fans dürfen sich jetzt einen Kopfhörer um das Kinn binden. Unterhalb der Kinnlade wartet ein Funkempfänger auf Musik-Signale. Der MDR-RF885RK hat laut Sony eine Reichweite von 100 Metern und hält mit dem Akku bis zu sieben Stunden durch. Zwölf Stunden schafft der Hörer, wenn er mit drei AAA-Batterien bestückt ist. Gespeist wird der mobile Kopfhörer von einer Sendestation, die gleichzeitig als Ladegerät arbeitet. Kostenpunkt für den mobilen Lauschangriff: 180 Euro. Dafür gibt es dann auch ein Verbindungskabel und ein Netzteil dazu.

Knopf am Ohr

Diese Dinger werden immer kleiner: Im JVC-Kopfhörer XA-A55CL steckt ein MP3-Player mit 256 MByte Speicher. Das reicht für ein paar Stunden Musik und trägt auch nicht allzu dick auf. Musikdateien spielt der Player in den Formaten MP3 und WMA. Die Lautstärke und den 18-Band-Equalizer regeln Knöpfe auf der rechten Lauscheinheit. Kostenpunkt des 57 Gramm schweren Kopfhörers: 149 Euro.

Musik-Ripper mit WLAN

Philips stellt zur IFA eine neue Musikanlage mit Funknetzwerk vor. Das Wireless Music Center überträgt Musik über den Äther an mehrere Clients im Haus. Die Clients arbeiten entweder synchron und spielen den gleichen Sound ab oder sie holen sich unterschiedliche Songs von der Zentrale.

Die Musik rippt das Music Center direkt von CD. Gespeichert wird im MP3-Format mit 128 oder 160 kBit/s auf einer 40-GByte-Festplatte. Die Daten zum Benennen der CD und der Titel sind im Music Center gespeichert. Per Funk gehen die Daten mit 54 MBit/s an bis zu fünf Clients. Ein zusätzlicher Ethernet-Anschluss verbindet das Music Center mit dem PC und erlaubt, Musikdateien zu sichern und Firmware-Updates auf das Center zu überspielen.

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Aktualisiert am: 07.03.2006




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