Backup für das Notebook
Computer gaukeln Sicherheit vor. Doch immer dann, wenn man sich sicher fühlt, lauert der Daten-GAU: der Headcrash einer Festplatte, plötzliche Stromausfälle beim Schreiben von Daten, Viren oder der Totalverlust des Notebook.
(Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 1998 - einige Informationen können überholt sein.)
Notebooks bergen spezielle Anforderungen und Gefahren. Denn hier droht nicht nur Datenverlust durch technische Probleme -- der Diebstahl des Gerätes stellt eine ebenso große Gefahr dar. Deshalb sollten Sie auch unterwegs auf Datensicherung achten. Der wichtigste Tip vorweg: Bewahren Sie Sicherungsmedien und den Computer immer getrennt auf. Denn die schönste Datensicherung nutzt nichts, wenn das Backup-Medium noch in der Notebook-Tasche steckt und mit dieser verschwindet.
Die Sicherungspalette reicht vom einfachen Kopieren der Files in ein Sicherungsverzeichnis über Backup-Disketten bis zu Wechselplatten. Je nach Sicherheitsbedarf können Sie hier Ihr Lieblingsverfahren auswählen.
Minimal: Sicherung in Backup-Verzeichnis
Wer seine Daten regelmäßig bearbeitet und dabei keine Fehler machen darf, sollte die Festplatte als Backup-Medium benutzen. Aufwendige Grafiken oder Datenbanktabellen sind empfindlich. Denn hier lassen sich umfangreiche Änderungen nicht so leicht rückgängig machen. Kopieren Sie diese Dateien auf eine zweite Partition oder in ein gesondertes Unterverzeichnis, bevor Sie sich an Modifikationen wagen. Werden dann im Übereifer ein paar Änderungen zu viel gemacht, freut es den Grafiker oder Datenverwalter, wenn er noch eine Sicherheitskopie seiner Datei im Originalzustand hat. Eine Sicherung läßt sich sehr gut in den Startvorgang des Systems einbinden. Dazu editieren Sie die Datei c:\autoexec.bat und tragen dort folgende Anweisung ein:
copy c:\docs\wichtig\grafik.tif d:\sicherung\wichtig
Diese Zeile wiederholen Sie, bis sie alle wichtigen Dateien auf der Sicherungsliste haben. Statt des Verzeichnis- und Dateinamen schreiben Sie die Namen, die Sie auf Ihrem System verwenden.
Dieses Sicherungsverfahren bietet nur einen gewissen Schutz gegen versehentliche Änderungen. Bei einem Versagen der Hardware oder Diebstahl des Computers hilft es nicht -- dann müssen Sie auf externe Medien zugreifen.
Grundsicherung: Diskette
Das beste Sicherungsmedium für unterwegs ist die Diskette. Denn jedes Notebook hat das passende Laufwerk, es gibt keine Kompatibilitätsprobleme. Sichern Sie ihre tägliche Arbeit auf Disketten. Ihr Vorteil: Sie sind preiswert und lassen sich leicht verstauen. Außerdem hat praktisch jeder andere PC ein 3,5-Zoll-Laufwerk -- das ist gut, wenn das Notebook verschwunden ist und sie dennoch weiterarbeiten wollen. Wenn Sie Texte schreiben oder einfache Kalkulationen anstellen, passen die Daten auch leicht auf die Magnetscheiben. Bei umfangreicheren Datenmengen wird es allerdings knifflig -- Bilddateien, Klänge oder andere dicke Files sind zu groß für das 1,44 MByte-Laufwerk.
Mehr Kapazität: ZIP- und Jaz-Laufwerke
Wechselmedien wie Iomega-ZIP- oder Syquest-Laufwerke sind die ideale Alternative zu Disketten. Statt knapp anderthalb Megabyte schluckt ein ZIP-Drive 100 MByte -- und der Preis für die Medien hält sich mit 20 bis 35 Mark im erträglichen Bereich. Das Laufwerk selbst kostet rund 220 Mark für die interne und 300 Mark für die externe Version. Mit mehr Ladekapazität kommt das Syquest-Laufwerk EZ 230 -- es bringt rund 230 MByte und kostet um die 300 Mark, die Medien schlagen mit rund 30 Mark pro Stück zu Buche. Die Königsklasse heißt Jaz-Drive, kommt ebenfalls von Iomega und faßt bis zu 1.000 MByte Daten. Entsprechend hoch fällt auch der Preis von rund 600 Mark für die interne und 800 Mark für die externe Version aus. Die Wechselplatten des Jaz-Drive kosten rund 180 Mark.
Alle Wechselplattenlaufwerke gibt es in internen und externen Varianten. Siemens Nixdorf bietet in einigen seiner Notebooks bereits ein integriertes ZIP-Drive an. Die externe Version schließt man an den SCSI- oder Parallel-Port an. Allerdings müssen Sie sich bereits vor dem Kauf für die eine oder andere Version entscheiden. Der Anschluß an SCSI ist im allgemeinen schneller, die Parallel-Bus-Version dafür aber universell einsetzbar. Jeder Rechner mit Druckeranschluß kann auch Daten vom Parallel-Drive holen -- und so auch ein Notebook.
((Inzwischen gibt es hervorragende externe Festplatten mit USB-Anschluss, die preisgünstig sind und ideale Sicherungsmedien für unterwegs darstellen.))
Klassisch: Streamer
Große Datenmengen finden auf Streamern Platz. Ihr Vorteil liegt in der Kapazität: Diese Magnetbänder gibt es in Kapazitäten bis zu zehn oder mehr GByte. Auf der Negativ-Seite steht die Geschwindigkeit. Die Datensicherung dauert länger und auch das Suchen und Zurückspielen einzelner Dateien braucht Zeit, da der Streamer das Magnetband zuerst an die richtige Stelle spulen muß. Zudem sind die Magnetbänder relativ empfindlich gegen Hitze und Feuchtigkeit. Unterwegs sind Streamer nicht zu empfehlen - man denke nur an die Temperaturunterschiede in einem Auto. Ideal sind die Bänder für die wöchentliche Komplettsicherung am Freitag-Abend im Büro.
Streamer tauchen in zwei Varianten auf: Die DAT-Streamer sind etwas teurer, gelten aber als zuverlässiger und schneller. Zudem benötigen sie einen SCSI-Anschluß im System. Die Preise liegen hier zwischen 550 und 2000 Mark. Günstiger fallen Floppy-Streamer aus, die allerdings auch langsamer sind. Bereits ab rund 200 Mark sind 2-Gbyte-Laufwerke zu haben.
Anschlußfreudig: Sicherung auf dem Server
Ein Notebook mit Netzwerkkarte oder Docking-Station hat das beste und schnellste Sicherungsmedium, den Server. Egal, ob Abteilungs-Server oder Desktop-Rechner -- mit wenigen Mausklicks gleichen Sie den Notebook-Datenbestand mit dem PC ab. Das ist die ideale Komplettsicherung Ihrer Datenbestände. Kopieren Sie vor einer Reise Ihren kompletten Bestand auf den Server. Wenn Sie zurückkommen, überschreiben Sie diese Sicherung mit der neuen Version.
Teuer: Sicherung per Modem oder E-Mail
Exotisch und teuer ist die Datensicherung per Modem. Oft aber ist dies der einzige Weg, um Files wirklich in Sicherheit zu bringen. Internet-User können ihre Daten via ftp oder per E-Mail an einen sicheren Ort senden. Alternativ läßt man zu Hause einen Computer samt Modem laufen, ruft diesen an und stellt per Windows 95 eine DFÜ-Direktverbindung her. Dieser Weg der Sicherung geht allerdings ins Geld -- Fernverbindungen per Modem sind teuer. Die Internet-Route eignet sich zudem nur für kleine Datenmengen. Stockungen im Netz oder langsame Modemverbindungen können bereits den Upload von 250 Kbyte zur Nervenzerreißprobe machen. Außerdem sind die Daten beim E-Mail-Versand nicht wirklich sicher. Theoretisch können Datenschnüffler Files aus dem Datenstrom herauslesen. Sicherheitsproblem bei der DFÜ-Direktverbindung: Ihr PC ist von außen zugänglich.
((Anmerkung: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 1998 - mittlerweile ist es durchaus sinnvoll, Daten im Internet zu sichern.))
Backup-Strategien für Unterwegs
Egal wohin Sie Ihre Daten sichern wollen, sie müssen sich zunächst klar darüber werden, was überhaupt zum Backup gehört. Denn Komplett-Sicherungen aller Programme samt Dateien sind unterwegs unsinnig. Derlei Backups führen Sie besser zuhause oder im Büro durch. Beschränken Sie sich beim Backup unterwegs auf Ihre Texte, Grafiken oder Präsentationsdateien.
Das Backup-Medium für alle ist die Diskette. Nehmen Sie mindestens fünf dieser Scheiben mit auf den Weg -- für jeden Arbeitstag der Woche eine. Das wirkt Kapazitätsproblemen entgegen. Markieren Sie die Disketten mit den Kürzeln für Wochentage, also Mo., Di. und so weiter. Verwenden Sie die Disks reihum jede Woche. Formatieren Sie diese Scheiben hin und wieder neu oder tauschen Sie die Disketten aus. Denn es ist ärgerlich, wenn die Datei auf der Festplatte kaputt und die Sicherungsdiskette wegen Altersschwäche ebenfalls hinüber ist.
Jeden Tag nach der Arbeit kopieren Sie dann die neuen oder geänderten Dateien auf Diskette. Allerdings macht es kaum Sinn, von Hand die Dokumente für die Sicherung auszusuchen. Profis bedienen sich des xcopy-Befehls. Denn jede Datei, die neu entsteht oder geändert wird, erhält vom Betriebssystem das Archiv-Attribut. Mit dem Paramter /m erkennt xcopy diese Dateien und kann diese sichern. Hinterher löscht xcopy das Archiv-Attribut.
Bequem wird die backup-Arbeit, wenn Sie alle Dateien, gleich ob Spreadsheets, Texte oder Bilder in einem Arbeitsverzeichnis unterbringen. Dann reicht eine einfache Zeile, um alle neuen Files zu kopieren. Der Parameter /s kümmert sich darum, daß auch Unterverzeichnisse durchsucht werden:
xcopy c:\work\*.* a:\ /s /m
Wollen Sie nur einen bestimmten Dateityp sichern, wählen Sie zum Beispiel
xcopy c:\work\*.doc a:\ /s /m
für Textdateien. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie beim Backup auf speicherfressende Datentypen wie TIF-Grafiken verzeichten wollen. Bei Bedarf lassen sich in einer Batch-Datei auch mehrere xcopy-Zeilen zusammenfassen. Besitzer eines Wechselplattenlaufwerks haben es einfacher. Hier genügen ein oder zwei Medien für Unterwegs. Zum Sichern verwenden Sie ebenfalls den xcopy-Befehl wie oben beschrieben -- vergessen Sie aber nicht, den Laufwerksbuchstaben anzupassen. Die Sicherung auf Wechselplatte ist so bequem und schnell, daß Sie auch diese mehrmals täglich durchführen können.




