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Bootloader Grub

Grub erlaubt Ihnen, beim Start des Systems eines der auf der Festplatte installierten Betriebssysteme auszuwählen – zum Beispiel Windows oder Linux. Erfahren Sie hier, wie Grub funktioniert und wie Sie die wichtigsten Einstellungen vornehmen.

Gleich beim Starten Ihres Linux-Computers begegnen Sie GRUB. Das ist der Bootloader, der mit Opensuse 10.3 ausgeliefert wird. Falls Sie das Linux neben ein bereits bestehendes Windows installiert haben, ist Grub schon so eingerichtet, dass Sie beim Start des Computers die Wahl haben: möchten Sie Windows starten oder Linux. Doch das Programm kann noch mehr, als nur die Wahl zwischen zwei Betriebssystemen zu ermöglichen. Mit Grub stellen Sie zum Beispiel auch ein, welches System nach dem Ablauf einer gewissen Wartezeit automatisch gestartet wird. Im folgenden lesen Sie die wichtigsten Tipps für Ihren Alltag mit Grub.

So funktioniert Grub

Das in Opensuse verwendete Grub schreibt sich nach der Installation selbst in den Master Boot Record Ihrer primären Festplatte. An dieser Stelle steht nur der Startcode, der sich dann den eigentlichen Bootlader holt. Der befindet sich bei Opensuse 10.3 zum Beispiel im Verzeichnis /boot/grub/stage2. Der Bootloader liest die Datei menu.lst ein, interpretiert die Startmenüeinträge und zeigt das Menü an.

Sobald der Benutzer einen Eintrag ausgewählt hat oder eine Wartezeit (Timeout) abgelaufen ist, startet das gewählte oder das als Standard eingestellte Betriebssystem. Grub können Sie über das Opensuse-Konfigurationsprogramm Yast einstellen.

Suse-Veteranen werden sich noch an Lilo erinnern, den Bootloader vor Grub. Im Gegensatz zu Lilo kann Grub direkt Dateien von existierenden Dateisystemen lesen. Lilo hingegen brauchte eine genaue Angabe, in welchem Block der Festplatte die Konfigurationsdaten liegen. Deshalb musste Lilo nach Änderungen neu geschrieben werden. Bei Grub entfällt diese Schreibarbeit. Ein weiterer Vorteil von Grub: Linux-Profis können über eine in Grub eingebaute Shell schon vor dem Booten Arbeiten erledigen, beispielsweise nach Dateien suchen oder die verfügbaren Laufwerke anzeigen lassen.

Boot-Reihenfolge ändern

Eine typische Anwendung für Grub ist, beim Starten eines Computers die Auswahl zwischen Windows und Linux anzubieten. Während Grub die entsprechenden Einträge zeigt, tickt eine Uhr. Nachdem die abgelaufen ist, startet Grub automatisch das als Standard vorgegebene Betriebssystem. Das ist in der Voreinstellung Linux.

Möchten Sie hingegen nach Ablauf der Wartezeit automatisch Windows starten lassen, müssen Sie in Yast System - Konfiguration des Bootloaders öffnen. Anschließend klicken Sie auf Windows und auf Als Standard festlegen. Danach Beenden wählen und Yast schließen. Beim nächsten Neustart lädt der Computer dann Windows, sobald die Wartezeit abgelaufen ist.

Der von Grub bereitgestellte Startbildschirm von Opensuse 10.3

Eintrag im Startmenü umbenennen

Opensuse 10.3 gibt vor, welche Einträge welche Namen in Grub tragen. Windows-Partitionen zum Beispiel bekommen immer den Namen „windows“. Das sagt aber nicht allzu viel darüber aus, welches Windows nun genau hinter dem Eintrag steckt.

Das können Sie aber einfach ändern. Öffnen Sie dazu in Yast Systen – Konfiguration des Bootloaders und markieren Sie den Eintrag, dessen Namen Sie ändern wollen. Nach einem Klick auf Bearbeiten ändern Sie das Feld Name des Abschnitts und speichern die Daten wieder. Fertig.

Wartezeit beim Start anpassen

Die Wartezeit beim Start des Computers beträgt in der Voreinstellung acht Sekunden. Ist Ihnen das zu lang oder zu kurz, wählen Sie einen anderen Timeout. Öffnen Sie in Yast System - Konfiguration des Bootloaders. Weiter geht es mit Bootloader-Installation und Bootloader-Optionen. In Zeitüberschreitung in Sekunden tragen Sie den gewünschten Wert ein, beispielsweise 5 Sekunden. Nach einem Klick auf Ok und einem auf Beenden schließen Sie Yast. Beim nächsten Neustart wartet Grub nur noch 5 Sekunden, bis es das als Standard eingestellte Betriebssystem lädt.

Bootloader-Menü ausblenden

Falls nur Linux auf dem Computer installiert ist, brauchen Sie nicht zwingend die Menüauswahl am Start. Mit ein paar Handgriffen blenden Sie das Startmenü aus. Das geht in System - Konfiguration des Bootloaders - Bootloader-Installation und Bootloader-Optionen. Setzen Sie ein Häkchen vor Menü beim Booten ausblenden und speichern Sie die Änderung mit Ok und Beenden. Beim nächsten Start bleibt das Menü aus. Übrigens können Sie es jederzeit wieder einblenden, indem Sie das Häkchen bei Menü beim Booten ausblenden wieder entfernen.

Hintergrundbild abschalten

Opensuse hat seinem Startmenü einen eigenen grafischen Hintergrund und eine aufgehübschte Optik spendiert. Falls Sie ein schlichteres Startmenü vorziehen, können Sie das Suse-Menü abschalten. Das erledigen Sie unter System - Konfiguration des Bootloaders - Bootloader-Installation. Öffnen Sie die Bootloader-Optionen. Aus Datei für grafisches Menü löschen Sie den Eintrag /boot/message. Nach dem Speichern der Optionen und dem Neustart, erscheint nur noch ein schwarzweißes, textbasiertes Startmenü.

Übrigens: vom textbasierten Startmenü aus können Sie die Grub-Kommandozeile aufrufen.

Splashscreen abschalten

Beim Start von Opensuse 10.3 überdeckt ein grüner Bildschirm den kompletten Bootvorgang. Mit einem Tastendruck auf [Escape] können Sie das Bild entfernen und sehen die Bootinformationen. Wollen Sie das jedoch nicht jedesmal von Hand machen, sollten Sie in die Startparameter Ihres Opensuse eingreifen. Öffnen Sie in Yast System - Konfiguration des Bootloaders. In der Abschnittsverwaltung suchen Sie den Eintrag mit dem Label openSUSE 10.3. Markieren Sie den und klicken Sie auf Bearbeiten.

In Optionaler Parameter für Kernel-Befehlszeile finden Sie den Eintrag splash=silent. Ändern Sie den in splash=none und speichern Sie die Änderung mit Ok. Beim nächsten Start von Opensuse 10.3 sehen Sie dann die Startmeldungen in voller Pracht vorbeihuschen. Übrigens bleibt auch beim Herunterfahren der grüne Schirm aus. Auch hier können Sie dann die Systemmeldungen beobachten.

Das Yast-Modul für die Einstellung von Grub

Profitipp: Grub-Menüdatei sichern

Haben Sie vor, mit Grub ein wenig zu experimentieren? Dann sollten Sie zuvor aber die Menüdatei sichern. Das geht von der Linux-Kommandozeile aus.

Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie

su

gefolgt von Ihrem root-Kennwort ein.

Danach tippen Sie

cp /boot/grub/menu.lst /boot/grub/menu.lst.backup

Die Menü-Datei wird dann in menu.lst.backup kopiert.

Falls dann etwas schief geht, kopieren Sie die Backup-Datei wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück:

cp /boot/grub/menu.lst.backup /boot/grub/menu.lst

Danach funktioniert Grub wieder wie gehabt. Dennoch gilt bei allen Änderungen am Bootloader: Vorsicht! Denn unbedachtes Löschen von Einträgen oder falsche Parameter können den nächsten Start des Systems verhindern.

Grub im Internet

Grub Homepage: Die Seite mit allen Informationen und der Dokumentation * http://www.gnu.org/software/grub/

Grub bei Wikipedia: Guter Überblick zur Funktionsweise von Grub * http://de.wikipedia.org/wiki/GRUB

Grub Kommandozeile: Kurzer Abriss, wie man die Kommandozeile von Grub nutzt * http://www.mepis.org/docs/en/index.php/GRUB_from_command_line

Mehr dazu:

Aktualisiert am: 21.10.2008




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