Cookies und Referrer
Wir Webmaster sind sabbernde Monster. Wir gieren nach Daten. Wir setzen Cookies und wir möchten wissen, woher ein Besucher zu uns kommt. Warum? Die Cookies brauchen wir, um die Anzeigeneinblendungen oder Warenkörbe zu koordinieren. Und der Referrer eines Lesers ist ein gutes Indiz, dass es sich um einen natürlichen Besucher und keinen Bot handelt.
Sehe ich in den Log-Files Abrufe ohne diese Daten, gucke ich zweimal hin. Denn Datensauger kommen meist ohne Referrer. Und die sollte man im Auge behalten, wenn man seine Seiteinhalte nicht plötzlich an allen Ecken und Enden im Web wieder finden möchte. Sprich: Wer ohne Referrer auf meiner Homepage landet oder - noch besser - einen albernen String statt des Referrers übermittelt, fällt auf. Kommen mehrere Seitenabrufe von derselben IP ohne Referrer, sehe ich mir die Adresse mit einem traceroute genauer an. Und wenn Sie mir komisch vorkommt, sperre ich sie. Das ist genau das Gegenteil dessen, was Anonymizer-Programme erreichen wollen.
Genauso zweischneidig ist der Verzicht auf Cookies: Es sei jedem unbenommen, Cookies zu sperren. Aber mit dem Ausschließen der kleinen Datenkekse holen sich die Nutzer auch Probleme. Auf einer unserer Sites zum Beispiel erscheint genau eine Layer-Anzeige.
Jeder Nutzer bekommt sie genau einmal in 30 Tagen zu sehen. Ich denke, er wird sich dadurch nicht belästigt fühlen - es ist wirklich die einzige Anzeige.
Neulich aber beschwerte sich ein Freund von mir über den bei jedem Seitenabruf auftauchenden Layer. Die Ursache für die Belästigung: Er hat seine Cookies generell abgeschaltet. Da habe ich kein Mitleid. Meine Anzeigen-Software erkennt die 30-Tage-Frist nun einmal anhand des Cookies. Und wenn sie keinen Cookie setzen darf, kommt eben jedes Mal das Banner. Vielleicht sollte mein Freund zumindest Cookies zulassen, die direkt von der angewählten Seite kommen. Oder wie wäre es damit, den Cookie nur für die Dauer einer Sitzung zuzulassen? Oder damit, die Cookies nach dem Verlassen des Browsers zu löschen? Dann braucht er die lästige Anzeige immerhin nur einmal pro Sitzung ansehen. Möglichkeiten gibt es genug, einen Kompromiss aus Sicherheit und angenehmen Surfen zu finden.
Jeder soll sich bei seinem Trip durch das Netz absichern so sehr er mag. Aber er muss dann leider auch mit den Nachteilen leben.




