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Das Yast-Kompendium

Jeder kennt Yast. Aber wissen Sie wirklich, was alles im Suse-Konfigurations-Programm steckt? Wir haben für Sie tief in Yast hineingeschaut und erklären, welche Funktionen und Optionen wofür vorgesehen sind.

Yast steht für „Yet Another Setup Tool“, zu Deutsch etwa „noch ein Setup-Werkzeug“. In Kontakt kommen Sie damit vor allem, wenn es um das Installieren von Software geht. Doch in Yast steckt eine ganze Sammlung von Setup-Modulen. Sie richten damit Ihre Hardware ein, konfigurieren Drucker, Netzwerk und Sicherheitsmechanismen. Die folgenden Abschnitte zeigen Ihnen die wichtigsten Komponenten und wie Sie damit umgehen.

Software

Die Software-Abteilung von Yast liefert Updates und Programme.

Mit Online Update starten Sie die Suche nach Aktualisierungen für Ihr Suse-System. Das brauchen Sie allerdings nur noch selten, da sich Opensuse 10.3 in der Standardinstallation selbsttätig nach Programmerneuerungen umsieht.

Software installieren oder löschen ist das Werkzeug, um weitere Software auf dem Computereinuzrichten. Am einfachsten geht das über die Suche. Alternativ dazu schalten Sie in Filter um auf andere Sichtweisen, etwa auf Paketgruppen. Dann sehen Sie die installierbare Software fein säuberlich nach Kategorien sortiert.

Add-on-Produkt bindet Erweiterungen in Ihr Suse-System ein. Die können von Suse oder von Drittanbietern kommen und zum Beispiel weitere Sprachen oder Treiber enthalten.

Mit Automatisches Online Update aktivieren Sie den automatischen Update-Mechanismus von Opensuse. Dabei können Sie festlegen,zu welcher Uhrzeit und an welchem Tag das Update startet. Alternativ dazu dürfen Sie das Update auch jeden Tag ausführen lassen.

Das Software-Konfigurationsfenster von Yast

Die Community Repositories sind eine Neuerung in Opensuse 10.3. Sie erlauben, häufig benötigte Paketquellen in die Software-Auswahl von Yast einzubinden. Darunter sind die Repositories von Nvidia und ATI sowie von Packman und Videolan. Die beiden letzten sind unerlässlich, will man Opensuse 10.3 beispielsweise das Abspielen kopiergeschützter DVDs beibringen.

Mit Installation in Verzeichnis können Sie ein Opensuse innerhalb eines eigenen Verzeichnisbaums installieren. Das wird zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Sie mit XEN weitere, virtuelle Computer auf dem System einrichten wollen. Zusätzlich lässt sich aus dem so installierten System ein Image erzeugen. Als Resultat erhalten Sie ein komplettes Linux als mit Gzip gepacktes Tar-File.

In Installationsquelle wechseln fügen Sie noch mehr Paketquellen zur Software-Auswahl von Yast hinzu. Im Gegensatz zu den bereits vorgefertigten Community Repositories müssen Sie die Quellen allerdings von Hand eintragen. Sie brauchen hierfür den Servernamen und das Verzeichnis der Quelle.

Die Media-Überprüfung haben Sie bereits bei der Installation von Opensuse 10.3 kennen gelernt. Sie untersucht, ob ein Installationsmedium für Opensuse fehlerfrei funktioniert. Sinnvoll ist der Test dann, wenn zuvor die Installation auf einem anderen Computer gescheitert ist und Sie die Installations-CD oder -DVD als Fehlerquelle ausschließen wollen.

Auch die Online-Update-Konfiguration kennen Sie bereits von der Installation Ihres Opensuse-Systems. Hiermit richten Sie die Quellen ein, bei denen sich der Update-Mechanismus von Opensuse 10.3 mit neuen Paketen bedient. Die Konfiguration funktioniert automatisch, Sie müssen sich nur mit Weiter hindurchklicken.

Das Patch CD-Update ist eine interessante Alternative zum Update via Netzwerk, falls ein oder mehrere Suse-PCs nicht am Netz angeschlossen sind oder wenn es darum geht, viele Computer in kurzer Zeit auf den neuesten Stand zu bringen. Auf einer Patch-CD sind die Suse-Updates so vorhanden, wie auch in der Online-Update-Quelle. Die Installation geht aber wesentlich schneller, da kein Zugriff auf das Internet notwendig ist. Wie Sie eine eigene Patch-CD herstellen, lesen Sie unter

http://de.opensuse.org/SDB:Patch_CD_erstellen

Hardware

In der Rubrik Hardware finden Sie alles, was mit Druckern, Grafikkarten, Scannern und so weiter zu tun hat.

Mit Bluetooth konfigurieren Sie die drahtlose Verbindung zwischen Ihrem Computer und Bluetooth Geräten. Achten Sie bei der Konfiguration auf die Sicherheit: Lokale PIN für eingehende Verbindungen oder Benutzer immer nach einer PIN fragen sollten stets aktiviert sein.

In Drucker richten Sie – wie der Name schon andeutet – Ihren Drucker ein. Opensuse 10.3 bringt für praktisch jeden gängigen Drucker den passenden Treiber mit. Auch ans Netzwerk angeschlossene Printer lassen sich hier bequem einrichten.

Lesegeräte für Fingerabdrücke, wie sie zur Zugangskontrolle verwendet werden, konfigurieren Sie mit Fingerprint Reader.

Hinter Grafikkarte und Monitor erwartet Sie das Konfigurationsprogramm Sax2. Hier erledigen Sie alles, was mit der Anzeige von Opensuse 10.3 zu tun hat, etwa das Einstellen der Auflösung und Farbtiefe. Auch Zweibildschirm-Systeme konfigurieren Sie mit Sax2. Wichtig: Hier finden Sie auch die Konfigurationswerkzeuge für ungewöhnliche Eingabegeräte wie Grafiktabletts oder berührungsempfindliche Bildschirme.

Falls Sie genau wissen möchten, was in Ihrem Linux-System steckt, nutzen Sie die Hardware-Informationen. Nach einiger Wartezeit liefert Ihnen Yast eine ausführliche Liste der Hardware in Ihrem PC.

Tipp: Nutzen Sie die Funktion In Datei speichern. Bei Bedarf nutzen Sie dann die Datei, um etwas nachzusehen, und sparen sich damit die Wartezeit beim Prüfen der Hardware.

Falls Ihr Computer eine Infrarotschnittstelle hat, öffnen Sie Infrarot-Gerät. Hier starten Sie den Dienst IrDA und legen die Parameter für die Kommunikation per Infrarot fest.

Auch Joysticks dürfen Sie mit Opensuse benutzen – vorausgesetzt Sie haben einen Gameport. Falls ja, öffnen Sie Joystick und nehmen Sie hier die Kalibrierung des Spielgeräts vor.

Hinter Mausmodell wählen verbirgt sich wieder das Konfigurationsprogramm Sax2. In der Regel wird die Maus automatisch erkannt. Falls nicht, können Sie hier nachjustieren und ein anderes Modell auswählen. Außerdem finden Sie ein paar Optionen, etwa um für Linkshänder die linke und rechte Maustaste zu vertauschen.

Bevor Sie Scanner öffnen, sollten Sie Ihren Scanner an den Computer angeschlossen und eingeschaltet haben. Yast sucht dann – falls nicht schon geschehen - nach dem passenden Treiber. Wird er nicht fündig, wählen Sie mit Hinzufügen den Scanner-Treiber von Hand und ändern mit Bearbeiten die Einstellungen.

Sound ist das nächste Konfigurationsmodul. Hier richten Sie die Soundkarte ein. In der Regel ist das beim Installieren von Opensuse 10.3 bereits passiert und die erkannte Karte erscheint gleich blau hinterlegt. Mit Bearbeiten ändern Sie die Karten-Parameter. Allerdings bleibt das Experten vorbehalten. Falls Sie Sound-Optionen ändern wollen, öffnen Sie besser das Kontrollzentrum im Suse-Startmenü und wählen Sie dort Sound & Multimedia – Sound-System.

Mit TV-Karte starten Sie die Konfigurationsroutine für Fernsehkarten. Zum Konfigurieren der Kanäle und der Satelliteneinstellungen verwenden Sie aber besser die TV-Anwendung Kaffeine. (Mehr dazu in den Tipps und Tricks dieser Ausgabe.)

Bleibt im Hardware-Modul noch die Option Tastaturbelegung auswählen. Auch hier startet noch einmal Sax2 und Sie wählen Tastatur-Layout oder -Sprache.

Tipp: Interessant ist die Voreinstellung nodeadkeys. Die sorgt dafür, dass Tasten mit Akzenten darauf, also ^ ` oder `, den Akzent sofort ausgeben, statt auf einen darauf folgenden Buchstaben zu warten, um diesen mit dem Akzent zu kombinieren. Falls Sie jedoch genau dieses Verhalten wünschen, etwa um ein ê zu schreiben, schalten Sie die Variante um auf basic. Klicken Sie auf Ok, verzichten Sie auf den Test und schließen Sie Sax2. Ein Neustart der grafischen Oberfläche ist nicht notwendig. Um jetzt den Buchstaben einzutippen, drücken Sie auf [^] und danach auf [e], schon haben Sie ê.


System

In der Rubrik System finden Sie Werkzeuge, um Ihr Linux zu konfigurieren, beispielsweise das Startverhalten oder die Partitionierung der Festplatte.

In Datum und Zeit stellen Sie Uhrzeit und Zeitzone ein.

Tipp: Interessant ist das Modul, weil Sie hier auch einen NTP-Server nutzen können, bei dem sich Linux automatisch die aktuelle Uhrzeit holt. Das geht, indem Sie links unten im Fenster neben der Uhrzeit auf Ändern klicken. Aktivieren Sie Synchronisiere mit NTP Server und Übernehmen Sie die vorgeschlagene Server-Adresse. Gleich danach setzt sich das System mit dem Zeitserver in Verbindung und Sie haben die akkurate Uhrzeit.

Der Editor für /etc/sysconfig-Dateien öffnet den Zugang zu den System-Konfigurationsparametern. Hierhin verschlägt es Sie zum Beispiel, wenn Sie das Verhalten der Suse-Firewall genau einstellen möchten. Ohne konkrete Anleitung sollten Sie aber besser nicht an den Parametern herumspielen.

Die Konfiguration des Bootloaders ist vor allem dann interessant, wenn Sie neben Linux noch ein oder mehrere weitere Betriebssysteme auf dem Computer haben. In der Konfiguration stellen Sie dann ein, welches Betriebssystem als Standard gestartet wird.

Mit LVM starten Sie den Logical Volume Manager. Logical Volumes verhalten sich dem Computer gegenüber wie Partitionen – mit dem Unterschied, dass sich die Partitionen über mehrere Festplatten erstrecken können. Mit LVM ist es möglich, mehrere Festplatten in einem Pool zusammenzufassen. Aus dem Pool holt sich der Systemverwalter ein oder mehrere plattenübergreifende Logical Volumes. Praktisch: Indem man dem Pool weitere Festplatten zuordnet, lassen sich bestehende Logical Volumes einfach erweitern.

Das Partitionieren haben Sie im Normalfall bereits bei der Installation von Opensuse 10.3 erledigt. Möchten Sie jedoch bestehende Partitionen ändern oder neue hinzufügen, sind Sie hier genau richtig. Achtung: Gehen Sie hier mit äußerster Sorgfalt vor. Fehler beim Partitionieren können zum kompletten Datenverlust führen.

Der Profil-Manager verwaltet die SCPM-Profile. SCPM steht für System Configuration Profile Management, also Management von Systemkonfigurationen. Auf einem Computer lassen sich damit unterschiedliche Systemkonfigurationen vorbereiten, zwischen denen Sie je nach Bedarf umschalten. Interessant ist das für Notebook-User, die zwischen Netzwerkumgebungen daheim und im Büro umschalten möchten. Mehr Information zum Thema erhalten Sie in der Linux-Kommandozeile mit info scpm – allerdings nur auf Englisch.

Im Runlevel-Editor verwaltet Yast die unter Linux im Hintergrund laufenden Dienste. Sie können die einzelnen Dienste hier ein- oder ausschalten und im Expertenmodus auch einem oder mehreren Runlevels (siehe Lexikon) zuordnen.

Tipp: Oft ist der Gang über den Runlevel-Editor zu umständlich, wenn man eben mal nur einen Dienst installieren möchte. In dem Fall probieren Sie es mit insserv.

Zum Beispiel:

insserv apache2

um einen bereits installierten Apache Webserver in die Runlevel-Liste aufzunehmen und dort zu aktivieren.

Sicherungskopie der Systembereiche ist ein Backup-Programm. Das sichert wahlweise den kompletten Datenbestant oder einzelne Verzeichnisse. Aus den Dateien erzeugt Yast ein Sicherungsfile im tar.gz-Format.

Mit Sprache wählen bestimmen Sie die auf dem System verwendete Sprache. Auch die passende Tastaturbelegung und Zeitzone legen Sie hier fest. Mit der Auswahl einer sekundären Sprache installieren Sie weitere Sprachpakete, etwa für die Hilfedateien oder Anwendungen wie Openoffice.

System wiederherstellen gehört zum Sicherungsprogramm aus Yast. Damit stellen Sie aus den gespeicherten Backups die Originaldateien wieder her.

Fehlen in der Rubrik System nur noch die Systemeinstellungen. Hier fügen Suse-Kenner und Könner Systemtreiber zur Gerätedatenbank von Opensuse 10.3 hinzu.

Netzwerkgeräte

Hier finden Sie alle Hardware-Einstellungen, die Linux zur Kommunikation mit der Außenwelt braucht.

DSL ist für Sie wichtig, falls der Linux-Computer direkt an ein DSL-Modem angeschlossen ist – in der Regel passiert das über eine Netzwerkkarte. Im Yast-Modul stellen Sie die Verbindungsparameter ein und legen Provider, Benutzernamen sowie Kennwörter fest.

Ähnlich wie DSL funktioniert ISDN. Auch hier konfigurieren Sie den ISDN-Adapter und tragen Provider sowie Zugangsdaten ein.

Modem komplettiert das Internet-Zugangs-Angebot. Hier stellen Sie neben der Einwahlnummer den Wählmodus ein und speichern die Zugangsdaten zum Internet.

In Netzwerkkarte richten Sie alles rund um den Netzwerkanschluss Ihres PC ein. Die Karte wird im Normalfall beim Installieren von Opensuse 10.3 automatisch erkannt. Falls Sie zum Beispiel für den Adapter eine feste IP-Adresse eintragen wollen, sind Sie hier genauso an der richtigen Adresse wie für den Host- und Domain-Namen Ihres Linux-Computers.

Netzwerkdienste

In dieser Rubrik konfigurieren Sie die Netzwerk-Software. Die regelt den Datenverkehr mit anderen Computern und stellt spezielle Dienste zur Verfügung, etwa einen Mail-Server.

Administration von einem entfernten Rechner (VNC) ist eine sperrige Umschreibung für „PC-Fernsteuerung“. In diesem Modul erlauben Sie anderen Computern auf Ihren PC zuzugreifen. Der Benutzer am anderen Computer sieht dann die Bedienoberfläche Ihres Linux-PC so, als säße er direkt davor.

In DNS und Hostname stehen der Name Ihres Computers und der Netzwerk-Domäne. Bei privat genutzten PCs finden als Domänennamen meist site – und das ist auch in Ordnung so. Zusätzlich können Sie hier Nameserver eintragen. Die übersetzen ausgeschriebene Computernamen in die zugehörigen IP-Adressen. Im kleinen Heim- oder Büronetzwerk müssen Sie hier in der Regel nichts ändern.

Hostnamen ist interessant, wenn Sie keinen DNS-Server zur Verfügung haben, Computer im lokalen Netz jedoch mit Namen ansprechen wollen. Die Host-Konfiguration speichert feste Zuordnungen von Namen zu IP-Adressen. So können Sie beispielweise den Computer mit der IP 192.168.0.1 als meinserver oder mit einem beliebigen anderen Namen benennen – das ist leichter zu merken.

Kerberos Client schaltet den Authentifizierungsdienst Kerberos ein. Der Client verbindet sich mit einem Kerberos-Server und kann sich dort authentifizieren. Anschließend bekommt er eine spezielle Kennung (Ticket Granting Ticket), mit der er sich weitere Kennungen (Tickets) für andere Dienste im Netzwerk holt und diese dann nutzen kann.

Der LDAP-Browser verschafft Ihnen Zugang zu einem LDAP-Server (siehe Lexikon) und erlaubt, darin Daten zu suchen.

Der LDAP-Client meldet Ihren Computer bei einem LDAP-Server an und erledigt darüber zum Beispiel die Benutzeranmeldung oder den Abgleich von Benutzerdaten für die Anmeldung auf anderen Servern.

Mail Transfer Agent installiert den Mail-Server Postfix auf Ihrem Computer. Der kümmert sich um den Empfang und das Weiterleiten von E-Mails. Außerdem wird, falls notwendig, der Cyrus-IMAP-Server installiert. Der erlaubt anderen Computern, sich auf Ihrem Linux-PC anzumelden und dort E-Mail abzuholen. Notwendig sind diese Funktionen allerdings nur dann, wenn Sie den Computer innerhalb Ihres Netzwerkes als Mail-Server verwenden wollen. Für den normalen Betrieb genügt ein Mailprogramm wie Thunderbird oder Kmail.

Mit dem NFS-Client binden Sie im Netzwerk freigegebene Laufwerke auf Ihrem Rechner ein. Die verhalten sich dann, als wären Sie Bestandteil Ihres Verzeichnisbaums. Allerdings funktioniert das nur mit den in Linux-Umgebungen üblichen NFS-Freigaben (siehe Lexikon).

Der NIS-Client meldet Sie bei einem NIS-Server an. Der verwaltet, ähnlich wie ein LDAP-Server, Benutzerdaten, Computernamen und andere für den Netzwerkbetrieb relevante Informationen.

Die NTP-Konfiguration sorgt dafür, dass sich Ihr Computer regelmäßig die aktuelle Uhrzeit bei einem NTP-Server holt. Dazu müssen Sie den NTP-Daemon starten und einen NTP-Server aus der Liste aussuchen. Den Rest erledigt der Computer.

Netzwerkdienste (xinetd) konfiguriert Netzwerkprogramme für das Internet. Sie dürfen hier einzelne Dienste an oder abschalten. Außerdem lassen sich Dienste bestimmten Nutzern oder Gruppen zuordnen.

Mit Proxyserver kommen Sie zur Konfiguration des Proxservers (siehe Lexikon). In der Regel steht der Proxy innerhalb Ihres Unternehmensnetzwerkes. Zusätzlich tragen Sie hier, falls nötig, auch die Zugangsdaten zum Proxy ein.

Samba-Server ist sehr interessant für alle, die von Ihrem Linux-Computer aus Ordner für Windows-Rechner freigeben wollen. Beim ersten Aufruf installiert das Modul automatisch die notwendige Software. Danach können Sie sich gleich an das freigeben von Verzeichnissen machen.

Weiterleitung dient der Steuerung von Netzwerkanfragen. Von Haus aus leitet das Modul alle Anfragen an das Standardgateway weiter, etwa den Internet-Router. In der Routing-Tabelle aber dürfen Sie Ausnahmen festlegen, die dann an ein anderes Gateway (siehe Lexikon) vermittelt werden.

Falls Sie Ihren Computer innerhalb einer Windows-Domäne einsetzen, ist die Windows-Domänenmitgliedschaft der richtige Anlaufpunkt.

Mit dem iSCSI-Initiator macht sich Ihr Computer auf die Suche nach iSCSI-Speichervolumes im Netzwerk und erlaubt, diese in Ihrem System einzubinden.

Novell Apparmor

In Novell Apparmor konfigurieren Sie das Sicherheitssystem Apparmor, das Anwendungen und Ihr System vor Angriffen schützt. Wichtig zu wissen ist, dass Apparmor mit Profilen arbeitet. Darin ist festgelegt, welche Aktionen bei einzelnen Anwendungen erlaubt werden und welche nicht – zum Beispiel das Lesen oder Beschreiben bestimmter Files.

Novell Apparmor

In Apparmor-Berichte legen Sie fest, welche Sicherheitsberichte wie oft von Apparmor erzeugt werden. Außerdem dürfen Sie mit Jetzt ausführen einen markierten Bericht sofort erzeugen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren.

Mit Apparmor-Kontrollleiste schalten Sie das Sicherheitssystem ein oder aus. Außerdem konfigurieren Sie hier die Art, wie das Programm Sicherheitshinweise versendet. In der Profilmoduskonfiguration bestimmen Sie, welche Anwendungen nur überwacht und welche tatsächlich in ihren Funktionen eingeschränkt werden.

Der Assistent zum Aktualisieren von Profilen hilft Ihnen, Sicherheitsprofile anzupassen und zu verbessern.

Mit dem Assistent zum Hinzufügen von Profilen suchen Sie sich ein Programm aus und legen dafür ein Sicherheitsprofil an. Sobald Sie ein Programm ausgesucht haben, fordert Apparmor Sie auf, es zu starten. Anhand der ermittelten Daten schlägt Apparmor dann ein Profil vor.

Mit Profil bearbeiten suchen Sie ein Profil heraus und ändern die Einstellungen von Hand.

Profil löschen entfernt ein Profil aus der Apparmor-Liste.

Profil manuell hinzufügen ist der Profi-Weg, ein Profil zu erzeugen. Hier suchen Sie die Anwendung aus und legen alle Einstellungen von Hand fest.

Sicherheit und Benutzer

Alles rund um Benutzer- und Gruppenverwaltung sowie die Einstellungen für die Firewall steht in der Rubrik Sicherheit und Benutzer.

In Benutzer bearbeiten und anlegen finden Sie alles zur Verwaltung von Benutzern. Hier tragen Sie neue Benutzer ein, löschen sie oder ändern deren Gruppenzugehörigkeit.

Die Einstellungen zur Sicherheit enthalten drei vorgefertigte Sicherheitsprofile. In der Regel fahren Sie mit Vernetzte Arbeitsplatzrechner ganz gut. Falls Benutzerdefinierte Einstellungen aktiv ist, sind die Sicherheitseinstellungen anderweitig bereits definiert, möglicherweise ist zum Beispiel die Firewall abgeschaltet.

Die Firewall konfigurieren Sie im gleichnamigen Unterpunkt. Hier schalten Sie die Sicherung ein und aus, öffnen Schnittstellen und erlauben Diensten und Programmen durch die Firewall hindurch mit dem Netz zu kommunizieren.

Mit Gruppen bearbeiten und anlegen kümmern Sie sich um die Gruppen in Opensuse. Einer Gruppe gehören immer ein oder mehrere Benutzer an. Über Gruppenberechtigungen, etwa bei Dateien, lassen sich diesen Nutzern bestimmte Files oder Programme gemeinsam zugänglich machen.

Sudo ist ein praktisches Werkzeug, um direkt aus einem normalen Benutzer-Account heraus Befehle auszuführen, die sonst nur root vorbehalten sind. In Yast können Sie zum Beispiel eintragen, wer überhaupt sudo verwenden darf. Mehr erfahren Sie mit man sudo.

Andere

Hier finden Sie alles, was Suse nicht mehr in anderen Rubriken untergebracht hat.

In Automatische Installation stellen Sie Pakete, Treiber oder Benutzerinformationen zu einem Paket für die automatische Installation von Opensuse 10.3 zusammen.

Falls Sie nachsehen möchten, was Ihr Opensuse-System beim Start geladen und eingerichtet hat, ist Startprotokoll anzeigen die richtige Adresse.

Wenn Sie nicht mehr weiterwissen, und sich an den Suse-Support wenden wollen, bereiten Sie das mit Support-Anfrage vor. Wählen Sie zunächst eine Fehlerkategorie. Nach einem Klick auf Weiter erzeugt Opensuse dann eine Datei support.txt mit vielen Informationen über System. Falls Sie an den Support Mails schicken, können Sie daran die Datei hängen.

Falls Sie Probleme mit Ihrem Opensuse 10.3 haben, sollten Sie zuerst in Systemprotokoll anzeigen nachsehen. In das Protokoll schreiben praktisch alle Anwendungen und Systemdienste Statusinformationen und Fehlermeldungen.

Tipp: Schneller geht’s mit dem Protokoll ohne Yast. Öffnen Sie eine Eingabekonsole, melden Sie sich mit su als Benutzer root an und geben Sie ein:

tail /var/log/messages

Dann sehen Sie die letzten 10 Einträge in der Protokolldatei. Möchten Sie mehr sehen, nutzen Sie zum Beispiel

tail -n20 /var/log/messages | less

Treiber-CD des Herstellers laden liest die Treiber-CD eines Hardware-Herstellers ein und hilft, die Treiber zu installieren.

Unter Versionshinweise finden Sie Informationen zu den Neuerungen der aktuellen Suse-Version. Besonders, wenn Sie sich erstmals mit einer neuen Opensuse-Fassung auseinandersetzen, ist ein Blick in die Versionshinweise Pflicht.

 

Lexikon

Runlevel

Ein Runlevel ist ein Systemzustand des Computers. Jedem Runlevel lassen sich Dienste zuordnen, die dann laufen, sobald dieser Level erreicht ist. Opensuse 10.2 läuft normalerweise im Runlevel 5, also im Netzwerkbetrieb mit grafischer Benutzeroberfläche. Für einige Konfigurationsarbeiten muss das System mit dem Befehl init in einen anderen Zustand versetzt werden, etwa in Runlevel 2, falls Sie einen Grafiktreiber von Hand installieren wollen. Runlevel 6 steht übrigens für den Neustart, Runlevel 0 für das Abschalten des Computers.

LDAP

LDAP ist das Lightweight Directory Access Protocol. Damit holt sich ein Computer Daten aus einem Verzeichnisdienst. Der wiederum enthält Informationen wie Benutzernamen und Kennwörter oder Berechtigungen. Auch Telefonnummern können in so einem Verzeichnis stehen, ebenso wie nicht personenbezogene Daten, etwa der Computername.

 

NFS

Das Network File System ist ein Protokoll, über das ein Computer auf Dateien eines anderen Computers im Netzwerk zugreifen kann. Über NFS kann also ein PC seine Dateien und Verzeichnisse für andere Computer freigeben.

 

Gateway

Streng genommen vermitteln Gateways zwischen zwei Netzwerken, die auf unterschiedlichen Protokollen basieren. Im Sprachgebrauch hat sich das Gateway aber auch als Übergang zwischen zwei Netzwerken mit dem gleichen Protokoll eingebürgert.

 

Proxyserver

Ein Proxyserver hat zwei Aufgaben: Einerseits speichert er Anfragen zwischen, die von einem Computer an einen Internet-Dienst gingen. Das verringert die Last, falls etwa aus einer Firma heraus mehrere Benutzer immer wieder dieselbe Seite aufrufen. Andererseits fasst er die Anfragen mehrerer Nutzer unter einer Adresse zusammen, holt die Ergebnisse ab und leitet sie wieder an die entsprechenden Computer weiter. Damit bleiben die eigentlich anfragenden Computer im Verborgenen und sind besser vor Attacken geschützt.

Mehr dazu:

Aktualisiert am: 22.07.2009




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