Ebay beherrscht die Schlagzeilen im Sommer 2002. Das Auktionshaus erlaubt, Gebote per Telefon abzugeben. Und es unternimmt einen strategischen Schritt: Online-Zahlungsanbieter Paypal wird übernommen. Mehr dazu in der Netwatch Juli 2002 (Ausgabe 9/2002)
(27.06.02)
Sedo kauft Domshop
Die Domainbörse Sedo hat ihren Mitbewerber Domshop aufgekauft. Domshop ist der zweitgrößte Anbieter von Domains in Deutschland nach Sedo.
Sedo * www.sedo.de
(10.07.02)
FAQ-Interaktiv
Webhoster Strato hat seine FAQ-Seite interaktiv gestaltet. Der Leser kann neben Bewertungen und Fragen zu den Artikeln auch Anregungen oder eigene Beiträge zur Seite beisteuern.
Strato’s FAQ * www.strato-faq.de
(03.07.02)
email.de for you
Internetportal Web.de bietet seinen Kunden jetzt E-Mail-Adressen mit der Domain @email.de an. Die Adressen müssen mindestens acht Zeichen lang sein und kosten 1.50 Euro pro Monat.
Web.de * www.web.de
(04.07.02)
Amazon hilft
Amazon errechnet für seine Stammkunden Listen mit Preisvorschlägen zum Wiederverkauf früher erstandener Produkte. Wer verkaufen will, muss nur auf den entsprechenden Button klicken.
Amazon * www.amazon.de
(09.07.02)
T-Online-live
T-Online produziert eigene halbstündige Sendungen für das Breitbandportal T-Online-Vision. Montag bis Donnerstag gibt es ab 18.30 Uhr je eine Live-Sendung zu Musik, Spiele, Kino und Sport.
T-Online Vision * www.t-online-vision.de
(04.07.02)
Neues Spiegel-Archiv
Spiegel Online hat sein Archiv erweitert. Es stehen mehr als 170.000 Artikel zur Verfügung. Die Artikel sind kostenlos -- außer sie sind älter als drei Monate oder so genannte Exklusivbeiträge.
Spiegel-Online * www.spiegel.de
(03.07.02)
Chat-Schutz
Ein von der Frankfurter Multimediaagentur Neue Digitale entwickeltes Programm filtert Schimpfwörter, sexistische, rassistische und gewalttätige Begriffe aus Chat-Beiträgen.
Neue Digitale * www.neue-digitale.de
(15.07.02)
Strategieänderung
HP ändert seine Softwarestrategie. Das Opfer: die Netaction Software Suite. Stattdessen will das Unternehmen in andere Produkte investieren und Web Services für Unix, Windows und Linux entwickeln.
HP * www.hp.com
(15.07.02)
Bieten per Telefon
Voicebidding erlaubt, bei Ebay Auktionen telefonisch mit zu bieten. Um den Service von Mediabeam zu nutzen, muss sich der Anwender zuerst registrieren und dort ein Guthabenkonto einrichten. Gezahlt wird per Paybox, Überweisung, Bargeld oder über die Telefonrechnung. Um an einer Telefon-Auktion teilzunehmen, muss der Ebay-Kunde diese mit Hilfe der Auktionsnummer bei Voicebidding aktivieren. Das System ruft zwei Minuten vor Ende der Auktion an und teilt dem Kunden das aktuelle Höchstgebot mit. Nun kann der Angerufene entscheiden, ob er mit bieten will. Falls ja, gibt er seine PIN ein und kann nun die Auktion entweder live verfolgen, das Gebot um den nächsten Gebotsschritt erhöhen oder ein eigenes Gebot eingeben. Mit der Eingabe der PIN wird das Gespräch allerdings teurer: Wurde der Steigerer im Festnetz angerufen sind nun 1,29 Euro fällig, im Mobilfunknetz sogar 1,79 Euro. Wer sich entscheidet, nicht mit zu bieten zahlt nur 20 Cent. Ist die Leitung besetzt, das Guthaben auf dem Konto aufgebraucht oder liegt eine technische Störung vor, erhält der Nutzer eine SMS mit den Auktionsdaten. Die kostet nur zehn Cent.
Ebay * www.ebay.de
Voicebidding * www.voicebidding.de
Mediabeam * www.mediabeam.de
(15.07.02)
Lizenz zum Kodieren
Die Lizenzvereinbarungen für den Datenstandard MPEG 4 sind veröffentlicht. Das detaillierte Regelwerk geht von drei Einsatzgebieten aus: TV on Demand, Internet-Fernsehen und auf Datenträgern gespeicherte Filme. Besonders in Internet soll die Verbreitung des Standards erleichtert werden. Damit auch kleinere Anbieter sich nicht scheuen, MPEG 4 einzusetzen sind jeweils die ersten 50.000 De- und Encoder pro Jahr kostenlos. Das gilt für die vom Lizenznehmer hergestellte und verkaufte Software genauso wie für die Anwendung. Ist der Freibetrag für das Jahr aufgebraucht, werden pro aktiviertem De- oder Encoder 25 US-Cents fällig. Für die Benutzung der Software werden entweder 25 US-Cent pro Benutzer und Jahr berechnet oder 0,0333 US-Cent pro Minute Anwendung. Um auch den ganz Großen im Geschäft nicht allzu sehr auf die Füße zu treten, gilt jeweils eine Höchstgrenze für die Gebühren. Mehr als eine Million US-Dollar für jede der Lizenzarten muss keiner zahlen.
Wem die genaue Abrechnung zu umständlich oder unangenehm ist, der kann pauschal eine Million Dollar zahlen. Zusätzlich gibt es das globalisierte MPEG-4-Komplettpaket: Für fünf Millionen US-Dollar pro Jahr in den Jahren 2004 und 2005, sieben Millionen pro Jahr in den Jahren 2006 und 2007 und 10 Millionen für 2008 gibt es die Lizenzen für einen Konzern inklusive aller Tochtergesellschaften, die ihm mindestens zur Hälfte gehören. Als besonderes Schmankerl für alle, die die Bedingungen innerhalb der nächsten sechs Monate akzeptieren, gibt es die Lizenzen bis zum 31.12.2003 umsonst.
MPEG LA * www.mpegla.com
(26.06.02)
Jeder Zehnte Internetkunde
Elf Prozent der Deutschen kaufen im Internet ein. Das sind 26 Prozent der Internet-User. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich an dritter Stelle hinter den USA und Korea. Das sagt der Global E-Commerce Report 2002 von Taylor Nelson Sofres. Für diese Studie wurden Menschen in 37 Ländern nach ihren E-Commerce-Gewohnheiten befragt. In Deutschland sieht das Ergebnis so aus: Bücher liegen immer noch an erste Stelle der online gekauften Produkte, ein Drittel der Befragten haben hier zugegriffen. Ein Viertel haben CDs und Musik geordert. Auf den weiteren Rängen folgen Textilien, Elektrogeräte sowie Theater- und Kinokarten. Haupthindernis für den Online-Handel sind nach wie vor Sicherheitsbedenken sowie das mangelnde Einkaufserlebnis.
TNS EMNID * www.emnid.tnsofres.com
(11.07.02)
Yahoo leicht im Plus
Yahoo hat für das zweite Quartal 2002 einen kleinen Gewinn von 21,4 Millionen Dollar gemeldet. Der Umsatz in diesem Quartal betrug 225,8 Millionen US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Grund für die verbesserte Lage nannte das Unternehmen wachsende Einkünfte aus den kostenpflichtigen Serviceangeboten und einen strikten Sparkurs. Der einzige Bereich mit sinkenden Einnahmen ist die Werbung. Hier kam vier Prozent weniger in die Kasse als noch im Vorjahr. Die ebenfalls vorgelegten Halbjahreszahlen zeigen einen Verlust von 32,3 Millionen für das erste Halbjahr 2002.
Yahoo * www.yahoo.com
(08.07.02)
Paypal geht an Ebay
Das Internetauktionshaus Ebay hat für 1,5 Milliarden Dollar das Onlinebezahlsystem Paypal gekauft. Die Übernahme hat sich angeboten, da der Bezahlservice auch in der Vergangenheit schon 60 Prozent seiner Geschäfte mit Ebay-Kunden gemacht hat. Der Rest der Paypal-Kunden besteht zumeist aus kleineren Internethändlern – ebenfalls wertvolle Klientel für Ebay. Paypal wird als eigenständige Marke weiter bestehen. Ebay wird nach Abschluss der Übernahme seinen eigenen Bezahldienst »Ebay Payments by Billpoint« einstellen und hofft, mit Hilfe von Paypal noch mehr seiner 46 Millionen Kunden weltweit von der elektronischen Zahlung zu überzeugen. Laut Informationen der Financial Times Deutschland hat sich Ebay das ehrgeizige Ziel gesetzt, 60 Prozent der Geschäfte auf elektronischem Weg abzuwickeln.
Ebay * www.ebay.com
Paypal * www.paypal.com
Financial Times Deutschland * www.ftd.de
(15.07.02)
Neuer Radio-Trend
Ist Internet-Radio in Unternehmen ein neuer Trend? Mit einer Software möchte Peercast dem Austausch von Audio-Daten Vorschub leisten. Das auf Gnutella basierende Paket tauscht MP3-Audiostreams in Peer-to-Peer-Netzen. Der Absender der Daten kann die Bandbreite regulieren, sich also selbst noch ein paar Byte pro Sekunde reservieren. Momentan ist die Software in einer Beta-Version für Windows zu haben. Geplant sind Versionen für Mac und Linux. Zusätzlich soll der Source-Code des nicht kommerziellen Projekts offen gelegt werden.
Peercast * www.peercast.org
(16.07.02)
Amazons Web Service
Onlinehändler Amazon hat ein Web-Service-Programm gestartet. Hierbei handelt es sich um einen neuen Teil des schon länger bestehenden Partnerprogramms. Das Unternehmen bietet den Partner-Seiten Inhalte und Technik aus dem eigenen Online-Shop an. Auf den Seiten des Web Services können die Seitenbetreiber neben Artikelbeschreibungen zum Beispiel auch die Suchfunktion oder den Einkaufswagen von Amazon auf die eigene Site holen. Allerdings darf die Technik nicht verwendet werden, um eigene Produkte zu verkaufen, sondern verweist immer auf die Angebote von Amazon.com. Amazon fordert die Betreuer von Internetseiten auf, aus den ihnen gelieferten Daten eigene Anwendungen zu entwickeln. Möglich ist das mit XML oder dem Simple Object Access Protokoll SOAP. Der Download und die Anwendung der Web Services sind kostenlos.
Bisher konnten Webmaster nur mit Links auf die Amazon-Seite Geld verdienen. Der Seitenbetreiber erhält eine Umsatzbeteiligung an jedem Kauf der über seine Seite zustande gekommen ist.
Amazon Webservices * www.amazon.com/webservices
(16.07.02)
Regierungs-Shopping
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat einen Online-Laden auf ihrem Portal firstgov.gov eingerichtet. Hier gibt es alles, was die US-Regierung zu verkaufen hat, vom gebrauchten Flugzeug bis zu alten Büromöbel. Aber auch Souvenirs aus den Nationalparks und Reiseführer sind im Angebot.
Das Portal FirstGov ist Teil einer eGoverment-Initiative des Weißen Hauses. Im Rahmen eines 24-Punkte-Plans soll das Portal weiter ausgebaut werden. Neben den bereits eingerichteten Verlaufsräumen soll es für Bürger und Unternehmen möglich sein, Steuererklärungen per Internet abzugeben oder Behördengänge online zu erledigen. In der Entwicklung befinden sich außerdem für Unternehmen. Die sollen helfen, Bestimmungen zum Umweltschutz; Steuerrecht und Arbeitsrecht einzuhalten. Auch an Regierungsstellen richtet sich das Portal. Hier sind unter anderem Krisenmanagement- und Trainingsprogramme geplant.
Firstgov * www.firstgov.gov
Weißes Haus * www.whitehouse.gov
(15.07.02)
Microsoft ohne Java
Microsoft hat im Lizenzstreit mit Sun nachgegeben und bietet Java nicht mehr zum Download an. Grund für den Streit war die Ansicht von Java-Entwickler Sun, dass Microsoft Java zwar mit seinen Produkten verkaufen, es aber nicht zum Download anbieten darf. Windows XP enthält im Gegensatz zu seinen Vorgängern keine Java Virtual Machine mehr.
Microsoft steuert einen Zickzack-Kurs: Das Unternehmen hat einerseits angekündigt, Windows XP im Service Paket 1 Ende des Sommers mit Java nachzurüsten. Im Jahr 2004 soll Java jedoch völlig aus Windows verschwinden. Aktuelle Java-Laufzeitumgebungen gibt es auf der Sun-Homepage.
Microsoft * www.microsoft.de
Sun * www.sun.com
(16.07.02)
Neues MSN 8
Microsoft stellt eine Beta-Version der neuen MSN-8-Software vor. Bei MSN 8 handelt es sich um einen erweiterten Browser, der auch Web Services enthält. So sind in dem Paket zum Beispiel eine Virenschutz-Software und ein Kinderschutz-Tool enthalten. Zusätzlich sind E-Mail-Funktionen und Filter mit von der Partie. Ähnlich wie AOL will auch Microsoft seine Software den Kunden anderer Provider anbieten -- gegen Gebühr natürlich. Die endgültige Version von MSN 8 soll Ende des Jahres auf den Markt kommen.
Microsoft * www.microsoft.de
MSN * www.msn.com
(17.07.02)
Yahoos Mittelrückschau
Wer Mails in den USA mit Yahoo versendet, muss sich auf automatische Änderungen gefasst machen. Eine Software filtert aus den Mails Ausdrücke heraus, die sie für Javascript-Anweisungen hält. Das kann so aussehen: Wer sich mit Freunden zu einem Mokka, englisch »mocha«, verabreden will, der lädt nach dem Yahoo-Versand zu einem »Espresso« ein. Andere Opfer des Eingriffs sind »eval« und »expression«. Sie werden ersetzt mit »review« und »statement«. Doch der Computer denkt nicht mit. Da diese Buchstabenfolgen auch innerhalb von Wörtern ausgetauscht werden, kann es zu kuriosen Ergebnissen kommen. So wird das Mittelalter, auf English »medieval«, geändert in »medireview«, also Mittelrückschau. Yahoo lässt den tieferen Sinn dieses Begriffs offen. Eine Liste der ausgetauschten Wörter rückt Yahoo nicht heraus.
Yahoo * www.yahoo.com
(17.07.02)
Zwölf Jahre für Onlinebetrug
Thomas Houser aus Fairfax, Virginia bekommt zwölf Jahre Haft wegen Betrugs bei Online-Auktionen. Er hatte bei auf den Seiten von Yahoo und Ebay, Elektrogeräte, Gotcha-Pistolen und andere Waren angeboten und das Geld der Höchstbietenden kassiert. Die Waren hat er jedoch nie geliefert. Insgesamt hat Houser so eine Summe von mehr als 100.000 US-Dollar erschwindelt. Um seine Spuren zu verwischen, hatte Houser seine Geschäfte von Motel-Zimmern in verschiedenen Bundesstaaten aus geführt. Die Staatsanwaltschaft hat 50.000 Dollar und ein Auto im Wert von 6.000 Dollar bei Houser konfisziert, um dessen Opfern wenigstens ein Teil des Geldes zurückzugeben. Die US-Justizbehörden gehen davon aus, dass es sich hierbei um das höchste jemals wegen Onlinebetruges verhängte Urteil handelt.
US-Justizministerium * www.usdoj.gov
(18.07.02)
Ask Jeeves und Google
Ask Jeeves wird Sponsored Links von Google auf seinen Suchseiten Ask.com und Teoma.com anbieten. Die daraus resultierenden Einkünfte wollen sich die Unternehmen teilen. Die Links werden ab September auf den Seiten von Ask Jeeves auftauchen. Insgesamt soll der Vertrag über drei Jahre laufen. Die Unternehmen rechnen mit Einnahmen von 100 Millionen Dollar durch die gemeinsame Vermarktung der kostenpflichtigen Links.
Google * www.google.de
Ask Jeeves * www.askjeeves.com
(11.07.02)
Lizenzgebühren für JPEG
Das in Texas beheimatete Unternehmen Forgent Networks plant, Lizenzgebühren für das JPEG Format einzufordern. Forgent besitzt durch die Übernahme von Compression Labs das seit 1987 bestehende Patent für die Technik hinter dem Bildformat. Das Unternehmen will sich vorerst auf Geräte und Programme konzentrieren, die Bildern speichern, komprimieren, verarbeiten, drucken oder übermitteln. Ein erster Lizenznehmer ist schon gefunden: Sony.
Forgent * www.forgent.com
Sony * www.sony.de
Netwatch Januar 2002 (Ausgabe 03/2002)
Freenet kooperiert mit Mediaways und Consors ändert Gebührenmodell
Netwatch Juni 2002 (Ausgabe 8/2002)
