Richtig partitionieren
Partitionieren ist zum Glück keine Arbeit, die Sie jeden Tag verrichten - in der Regel werden Sie damit nur konfrontiert, wenn Sie einen PC neu installieren. Weitere Gründe für Partitionierungsarbeiten sind:
- Sie stellen fest, dass eine Partition zu klein geworden ist und möchten sie vergrößern
- Sie möchten ein neues Betriebssystem, etwa Linux, auf Ihrem PC installieren
- Sie bauen eine neue Festplatte in Ihren PC ein
Das Neuanlegen von Partitionen ist einfach - wie das mit Windows-Bordmitteln geht, erfahren Sie im Abschnitt "Neue Festplatte einrichten" weiter unten in diesem Artikel. Zum Umpartitionieren von Festplatten ohne Datenverlust benötigen Sie ein extra Programm. Welche Software zu empfehlen ist und was Sie beim Umpartitionieren beachten sollten, erfahren Sie unter "Partitionen ohne Datenverlust ändern".
Sinnvolle Aufteilung der Festplatte
Über die best mögliche Aufteilung des Speicherplatzes auf einer Festplatte kann man streiten. Viele bevorzugen eine einzige Partition pro Festplatte. Das ist die bequemste Variante, denn Sie können die Festplatte füllen, ohne auf von Partitionen gesetzte Grenzen zu stoßen.
Der Nachteil der einzelnen Partition ist allerdings, dass hier Betriebssystem, Programme und Dateien auf einer gemeinsamen logischen Einheit liegen. Falls Sie zum Beispiel Windows komplett neu installieren müssen, werden beim Formatieren alle Dateien gelöscht, also Briefe, Tabellen, Bilder und so weiter. Natürlich können und sollten Sie die Dateien vorher sichern - doch das Backup und das nachfolgende Zurückspielen der Dateien kostet viel Zeit.
Der zweite - häufig gewählte Ansatz ist, für das Betriebssystem und Programme eine Partition zu verwenden und die Dateien auf einer zweiten unterzubringen. Kommen Sie dann in die Verlegenheit, Windows neu aufspielen zu müssen, bleiben die Dateien auf der zweiten Partition davon unberührt. Zwar sollten Sie die Dateien vorsichtshalber sichern - aber das zeitaufwendige Zurückspielen der Dokumente ist im Normalfall unnötig.
Eine weitere Variante ist, neben den Partitionen für Betriebssystem und Daten noch eine dritte für Backups einzurichten. In diese Partition kopieren Sie - am besten täglich - die geänderten Dateien. Natürlich sollten Sie trotz der Sicherungspartition regelmäßig ein richtiges Backup auf ein externes Speichermedium ziehen.
Partitionsgrößen richtig wählen
Neben der Anzahl der Partitionen ist deren Größe entscheidend. Die Primäre Partition für Windows sollten Sie keinesfalls zu klein wählen. 10 GByte sind die Untergrenze, mit 20 GByte können sie schon gut leben. Der Grund: Von Haus aus speichert Windows XP auf der Betriebssystem-Partition nicht nur die Windows-Dateien. Vielmehr landen hier in der Standardeinstellung auch alle Programme sowie deren zwischengespeicherte Daten. Der Cache des Internet-Explorer zum Beispiel liegt hier, ebenso wie der weitaus größere Cache von Google Earth. Hier können rasch mehrere Hundert MByte Speicherbedarf zusammenkommen.
Ebenfalls auf der Betriebssystem-Partition: alle Dateien, die Sie auf dem Desktop haben. Dazu zählen auch alle Unterordner samt Inhalt. Kommen dazu noch die Mail-Daten aus Outlook Express oder Thunderbird, wird die Partition schneller voll, als Sie denken.
Falls Sie Ihre Dokumente im Ordner Eigene Dateien speichern und eine Extra Partition für Daten haben, sollten Sie Eigene Dateien auf diese Partition verschieben.
Die Größe für die Daten-Partition hängt davon ab, welcher Art die Daten sind. Für Texte, Briefe und ein paar Bilder reichen 10 GByte locker. Kommen allerdings noch Videos hinzu, sind auch 80 GByte nicht zu klein.
Falls Sie viele Videos haben, sollten Sie über die Anschaffung einer extra Festplatte nachdenken. Die reservieren Sie dann komplett für Ihre Filme. Falls Sie Videos bearbeiten, erreichen Sie mit einer zweiten Festplatte einen Geschwindigkeitsgewinn beim Umrechnen von Filmen: Nutzen Sie als Quelle eine Partition auf der einen Festplatte und als Ziel die zweite Festplatte. Da beide ihre Zugriffe unabhängig voneinander ausführen, holen Sie so die höchst mögliche Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben der Daten heraus.
Gefahren beim Partitionieren
Wenn Sie eine neue Festplatte partitionieren, kann nicht viel schief gehen. Handelt es sich allerdings um eine Platte, die bereits in Betrieb ist, gehen bei einer Neupartitionierung mit Windows die Daten verloren. Bereits bestehende Partitionen können Sie aber auch ohne Datenverluste ändern. Dazu brauchen Sie ein spezielles Programm - mehr dazu im übernächsten Abschnitt "Partitionen ohne Datenverlust ändern".
Doch auch diese Programme sind nicht gegen alle Probleme gefeit. Fällt zum Beispiel beim Ändern einer Partition der Strom aus, droht kompletter Datenverlust. In jedem Fall heißt es also: Daten vorher sichern.
Neue Festplatte einrichten
Wenn Sie eine neu eingebaute Festplatte partitionieren wollen, reicht die Datenträgerverwaltung von Windows XP aus. Die finden Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol Arbeitsplatz klicken und Verwalten wählen. Unter Datenspeicher steht der Eintrag Datenträgerverwaltung. Hier sind die angeschlossenen und eingebauten Datenträger aufgelistet, also Festplatten, CD-Laufwerke oder Wechselmedien. Schwarz umrandet sehen Sie die freien Bereiche auf den Datenträgern.
Möchten Sie zunächst eine Partition löschen und eine oder mehrere neu anlegen, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Partition löschen. Bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage von Windows und die Partition ist weg.
Um zum Beispiel eine Erweiterte Partition mit zwei logischen Laufwerken anzulegen, gehen Sie so vor: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den nicht zugeordneten Bereich und wählen Sie Neue Partition. Nach Weiter nehmen Sie die Erweiterte Partition und machen Weiter. Nutzen Sie den kompletten vorgeschlagenen Speicherbereich für die Partitionsgröße und klicken Sie nach Weiter auf Fertig stellen. Nun schaltet der Bereich auf grün und Sie klicken nochmals mit der rechten Maustaste darauf.
Legen Sie ein Neues logisches Laufwerk an und arbeiten Sie sich im Assistenten bis zur Partitionsgröße vor. Stellen Sie die auf den gewünschten Wert ein und machen Sie Weiter. Dann suchen Sie einen Laufwerkbuchstaben aus und kommen nach noch einem Weiter zum Formatierungsdialog. Hier wählen Sie das Dateisystem und die Clustergröße - bei Microsoft heißt das "Zuordnungseinheit". In der Regel fahren Sie mit Standard gut. Schließlich geben Sie noch einen Namen ein und legen mit Weiter los. Die Formatierung kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Danach ist das logische Laufwerk fertig.
Um das zweite logische Laufwerk anzulegen, wiederholen Sie den hier beschriebenen Vorgang mit dem noch freien Speicherbereich.
Partitionen ohne Datenverlust ändern
Um auf der Festplatte ohne Datenverlust Partitionen zu ändern, brauchen Sie ein Programm wie den Paragon Festplattenmanager 7.0. Das Programm vergrößert und verkleinert Partitionen im laufenden Betrieb. Außerdem ist es in der Lage, das verwendete Dateisystem oder die Clustergröße zu ändern.
Großer Pluspunkt ist das eingebaute Image-Programm. Damit fertigen Sie vor dem Umpartitionieren 1:1-Kopien der betroffenen Partitionen an. Sollte etwas schief gehen, können Sie die Images einfach zurückspielen. Das Programm kostet rund 60 Euro und ist unter www.festplattenmanager.de zu haben. Eine gute Alternative - allerdings ohne Image-Programm - ist die Acronis Disk Director Suite 10.0 für rund 50 Euro.
Mehr dazu:
Hallo!
Wollte mit dem Paragon die Festplatte, die ich gerade mit der
HP-Restore Plus CD "gesäubert" und mit Windows XP prof wieder
"gefüllt", aber nicht partionieren konnte ,partionieren: da zeigt mir
das Programm, dass ein "Software-Fehler" vorliege.
Auch mit Windows Datenträger ect komme ich nicht weiter.
Also wo liegt der Fehler?
MfG
[ottoprius | 13.01.2009]
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