Fileserver: Knoppix als Samba-Server im Netzwerk
Da steht noch ein alter PC in der Ecke? Dann haben Sie schon Ihren Fileserver. Voraussetzung: Er muss eine Netzwerkkarte haben, eine Festplatte mit mindestens 5 GByte und 256 MByte Speicher. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie aus dem PC-Alteisen mit Knoppix einen flotten Fileserver für das Netzwerk machen.
Ein Fileserver im Netzwerk hat zwei große Vorteile: Sie können Dokumente und Dateien zentral lagern und den Zugriff darauf kontrollieren. Freigaben auf dem eigenen PC sind nicht mehr notwendig - das ist ein großes Sicherheitsplus. Und zweitens ist ein Server ideal für das tägliche Backup der Daten.
Als Betriebssystem für den Server eignet sich das auf der Heft-DVD mitgelieferte Knoppix ideal. Denn einmal auf Festplatte installiert entpuppt es sich als komfortabel ausgestattetes Debian-Linux mit Samba an Bord.
Knoppix auf Festplatte installieren
Von CD gestartet ist Knoppix nicht auf den Serverbetrieb mit mehreren Nutzern ausgelegt. Ihnen bleibt aber die Gelegenheit, über das Knoppix-Menü und Server-Dienste - Sambaserver starten die komplette Festplatte für den Lesezugriff freizuschalten. Das ist ein guter Weg, um Daten von beschädigten Betriebssystemen per Netzwerk zu retten.
Doch zurück zum Fileserver. Um den zu bekommen, müssen Sie Knoppix auf Festplatte installieren. Das geht dank eines vorgefertigten Skripts einfach. Allerdings sollte vorher die Festplatte partitioniert werden - und das ist ein wenig hakelig.
Zunächst den Rechner mit eingelegter Knoppix-CD starten. Nach dem Start geht es weiter auf der root-Shell. Dazu öffnen Sie das Terminal-Programm und geben su ein. Ein Kennwort für den Root-Zugriff verlangt Knoppix nicht.
Starten Sie das Programm cfdisk. Falls Sie Festplatte ganz leer ist, fragt das Programm, ob Sie mit einer "Null-Tabelle" beginnen wollen. Antworten Sie mit y.
Mit den Cursortasten nach links und rechts wählen Sie in der Folge die Menüpunkte aus. Mit den Cursortasten nach oben und unten die zu bearbeitende Partition.
Falls auf der Festplatte bereits Partitionen vorhanden sind, löschen Sie alle. Dazu die Partitionen auswählen und Löschen wählen. Achtung: Dabei gehen alle Daten auf der Platte unwiederbringlich verloren.
Ist die Tabelle leer, reservieren Sie mit Neue - Primäre zunächst Platz für die Linux-Partition. Verwenden Sie dafür den zur Verfügung stehenden Plattenspeicher minus 128 MByte. Die brauchen Sie später noch für die Swap-Partition. Nach der Eingabe der Größe wählen Sie Anfang. Danach sehen Sie die neue Partition. Wählen Sie zusätzlich Bootbar - schließlich soll Knoppix später von dieser Partition starten.
Fertig. Jetzt kommt die Swap-Partition an die Reihe. Setzen Sie den Cursor auf den Eintrag Freier Bereich und wählen Sie erneut Neue - Primäre. Als Größe nehmen Sie einfach den verbleibenden Speicherplatz.
Die Swap-Partition muss noch als solche gekennzeichnet werden. Hierzu Typ wählen, eine beliebige Taste drücken und 82 eingeben.
Um die Änderungen in der Tabelle dauerhaft zu machen, wählen Sie Schreib. und bestätigen die Rückfrage mit ja. Notieren Sie sich die Namen der Partitionen - sie werden sie gleich noch brauchen. Danach schließen Sie cfdisk.
Fehlt noch die Formatierung. Die erledigen Sie mit mkfs /dev/xxx. Statt "xxx" tragen Sie den Namen der ersten, großen zuvor angelegten Partitionen ein. Nachdem dieser Befehl abgearbeitet ist, starten Sie mkswap /dev/yyy und verwenden an Stelle des "yyy" den Namen der Swap-Partition.
Damit ist es fast geschafft. Geben Sie knoppix-installer ein und wählen Sie Installation starten. Danach wählen Sie nacheinander beginner und das vorgeschlagene, zuvor eingerichtete Laufwerk.
Es folgt die Abfrage von Namen und Ihrem gewünschten Benutzernamen für das neue System. Danach geben Sie zweimal Ihr Benutzerkennwort und anschließend ebenfalls zweimal das root-Kennwort ein.
Nach der Eingabe des Servernamen wählen Sie den mbr als Platz für den Bootloader. Sehen Sie sich danach noch einmal die Zusammenfassung an und legen Sie mit Weiter los. das Kopieren und Installieren dauert eine Weile. Ist die Installation erledigt, starten Sie den Rechner neu und nehmen Sie die Knoppix-CD aus dem Laufwerk. Die Frage nach dem Speichern auf Diskette können Sie übrigens mit Nein beantworten.
Samba startfähig machen
Bevor Sie Samba einrichten, sorgen Sie dafür, dass der Server mit dem Hochfahren des Rechners startet. Dazu öffnen Sie eine Root-Shell und geben Sie den folgenden Befehl in einer Zeile ein:
ln -s /etc/init.d/samba /etc/rc5.d/S20samba
Damit ist eine Verknüpfung zum Startskript von Samba in dem Verzeichnis eingetragen, das Linux beim Erreichen des Runlevel 5 abarbeitet. Dabei wird Samba mitgestartet.
Samba konfigurieren
Weiter geht's mit der Einrichtung von Samba. Zunächst brauchen Sie ein Verzeichnis, das Sie für das Netzwerk freigeben können.
Melden Sie sich als root an und schreiben Sie
mkdir /home/pub
Anschließend setzen Sie die Gruppe users für den Ordner und geben ihnen Schreib- und Leserechte:
chgrp users /home/pub
chmod 770 /home/pub
Das so vorbereitete Verzeichnis soll als allgemein zugänglicher Ordner für den Datenaustausch dienen, in den alle Benutzer Dateien schreiben, lesen und löschen dürfen.
Öffnen Sie mit joe /etc/samba/smb.conf die Konfigurationsdatei. Ändern Sie als erstes in der Sektion [global] den Eintrag workgroup. Schreiben Sie dahinter den Namen Ihrer Windows-Arbeitsgruppe, meist ist das MSHEIMNETZ oder ARBEITSGRUPPE.
Wenn Sie möchten, ändern Sie zusätzlich den server string. Die hier eingegebene Bezeichnung sehen Windows-Nutzer zum Beispiel, sobald Sie die Arbeitsgruppen-Computer in der Netzwerkumgebung anzeigen lassen und dort auf Ansicht - Details schalten.
Danach hängen Sie ganz unten an die Konfigurationsdatei folgende Zeilen an:
[pub]
comment = Ordner fuer Datenaustausch
path = /home/pub
writeable = yes
create mask = 0660
directory mask = 0770
Mit comment legen Sie einen Kommentar für das frei gegebene Verzeichnis fest. Den sehen die Windows-User, sobald sie in der Netzwerkumgebung auf Ansicht - Details umschalten.
In path steht der Name des Verzeichnisses, in dem der Linux-Server die Dateien speichert. Writeable erlaubt den Schreibzugriff auf das Verzeichnis. Mit create mask sorgen Sie dafür, dass Eigentümer und die Gruppe alle Rechte für die Dateien innehaben. Jeder darf also alle Dateien lesen, ändern oder löschen. Zusätzlich bestimmt directory mask, dass alle Benutzer die von anderen Usern angelegten Ordner öffnen oder sogar löschen können. Diese sehr freizügige Rechtevergabe sollten Sie allerdings nur in kleinen Netzen oder zu Hause und oder wie hier in einem Ordner für den Datenaustausch einsetzen.
Zugriff auf Samba-Server einschränken
Um den Zugriff auf einzelne Ordner einzuschränken hat Samba Parameter mitgebracht, die Sie zur jeweiligen Freigabe hinzufügen.
Um nur bestimmten Benutzern den Zugriff auf eine Freigabe zu erlauben, verwenden Sie den Parameter
valid users = user1, user2, userX, @group1
In der mit Kommata getrennten Liste stehen die Nutzer, die eine Freigabe öffnen dürfen. Steht vor einer Bezeichnung ein Klammeraffe, so handelt es sich um eine Gruppe. Die erzeugen Sie unter Linux und ordnen ihr beliebige Nutzer zu. Auf diese Weise lassen sich Gruppen wie "vertrieb" oder "fertigung" bilden und bestimmten Freigaben zuordnen.
Benutzer für Samba eintragen
Bevor andere User an die Serverplatte dürfen, müssen Sie die zunächst eintragen. Am besten nehmen Sie die Benutzernamen und Kennworte, mit denen sich die User auch an ihrem Windows-PC anmelden. Um einen neuen User einzutragen verwenden Sie in Knoppix das Kommando
adduser benutzername
An Stelle von Benutzername geben Sie den Usernamen ein. Folgen Sie den Anweisungen des Programms. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten, ein Kennwort sollten Sie dem Neuling aber schon geben.
Ist der neue Benutzer eingerichtet, fügen Sie ihn mit
smbpasswd -a benutzername
der Samba-Gemeinde hinzu.
Nach einem Tastendruck auf RETURN werden Sie aufgefordert, ein Kennwort einzugeben. Und wenn das erledigt ist, kann der Benutzer auf Samba zugreifen, sobald Samba läuft.
Samba starten
Um Samba zum ersten Mal mit den neuen Einstellungen zu starten geben Sie ein:
/etc/init.d/samba start
Danach überprüfen Sie die Freigaben mit dem Befehl
smbclient -L localhost -U benutzername
Statt benutzername geben Sie einen Usernamen ein, den Sie zuvor mit smbpasswd eingetragen haben. Das Programm fragt nach einem Kennwort und zeigt danach die Freigaben auf dem Server.
Falls noch Änderungen notwendig sind, tragen Sie diese in der smb.conf ein. Danach starten Sie Samba mit
/etc/init.d/samba restart
neu. Kurze Zeit nach dem Neustart sollte der Server in der Netzwerkumgebung der Windows-Computer erscheinen. Übrigens bekommen alle Nutzer neben dem von Ihnen zuvor eingetragenen öffentlichen Ordner noch das eigene Home-Verzeichnis als Netzwerkverknüpfung angeboten. Ein idealer Platz für Sicherungskopien.





