Murdochs Pläne inspirieren die Verlagsbranche. Der Medienmogul möchte Google künftig daran hindern, seine Angebote zu durchsuchen und in der Suchmaschine darzustellen.
Das inspiriert.
Schon sind erste Ideen zu hören, das Konzept von Murdoch noch weiter zu tragen. Vorschläge wie die Folgenden kursieren in handgeschriebenen Briefen, die Verleger einander zusenden.
Künftig wird demnach nicht nur Google von den Internet-Angeboten ausgeschlossen, sondern auch der Passant vom Blick auf die Titelblätter am Kiosk. Schließlich begeht jeder vorübergehende Mensch Informationsdiebstahl, sobald er eine Schlagzeile liest oder ein Aufmacherphoto sieht.
Man möge sich das mal klar machen: Der Schmarotzer im Regenmantel mit seiner speckigen Aktentasche, der sich im Berufsverkehrstrubel an der Zeitungsauslage vorbeidrückt, bekommt umsonst wichtige Information geliefert, ohne dafür auch nur einen Cent zu bezahlen.
Was also tun? Ganz klar. Es wird nur noch weiße Titelblätter geben. Wer Information haben möchte, soll gefälligst zahlen und keine Schlagzeilen schnorren. Erst nach der Zahlung wird das Heft ausgehändigt und darf betrachtet werden.
Ein weiteres Modell der Verleger: Sie werden Kioske künftig zur Kasse bitten. Wer eine Zeitung oder Zeitschrift weiterverkauft, soll zusätzlich zum Copypreis der Zeitschrift noch einen Obulus an den Verlag abführen. Schließlich sei eine ausgelegte Zeitschrift pure Werbung für den Kiosk. Und die Kioskbesitzer bekommen die Informationen schließlich praktisch gratis geliefert.
Ein weiterer innovativer Vorschlag: Die Konsumenten müssen die Informationen künftig direkt an der Stätte des Kaufs aufnehmen, nach der Lektüre gehen die Blätter zurück an den Verkäufer. So verhindern die Verlage, dass unbefugte Zweitleser aufspringen und sich umsonst Informationen holen.
Sensible Branchenvertreter mahnen allerdings: dieses Vorgehen könnte zu Protesten führen.
Für den Fall gibt es aber noch eine andere, technisch aufwändigere Version: Selbstzerstörendes Papier. Nach dem Öffnen der schwarzen, lichtdichten Verpackung hat der Leser rund 40 Minuten Zeit, die Informationen zu konsumieren. Danach löst sich das Papier auf. Nicht geklärt ist allerdings, wie man effektiv verhindern kann, dass ein Leser seinen Freunden und Bekannten die Informationen weitererzählt. Schließlich ist auch das eine Form von Wissensdiebstahl. An geeigneten Drogen, die das Sprachzentrum etwa zwei Stunden lang nach der Lektüre einer Zeitung lähmen, wird noch gearbeitet.
Aus dem Internet wolle man bald ganz verschwinden, wenn den geheimen Briefen zu glauben ist. Zu viele Menschen, zu viele Wege, unbefugt Informationen zu verbreiten. Das Netz wird sich noch wundern, wenn die Verlage plötzlich draußen sind. Jawohl!
Stone to Paper Shift schockiert Verleger im alten Ägypten
Wie shiften wir eigentlich von Print nach Online?
