Internet Explorer 3.0 richtig benutzen
Als Browser der Wahl für NT-basierende Intranet-Lösungen bietet sich der Internet Explorer 3.0 an. Wie man ihn optimal konfiguriert und einsetzt, verraten die folgenden zwei Seiten.
(erschienen 1996 in einem Sonderheft der PC Direkt)
Neben dem Netscape Navigator bietet der Microsoft Internet Explorer 3.0 die beste Leistung bei der Recherche in Intranet und Internet. Das Programm ist gratis via Internet bei Microsoft erhältlich. Unter der Adresse http://www.microsoft.de/internet/ie/download.htm steht die Software als EXE-Datei zum Download bereit. Um die Installation kümmert sich der Explorer selbsttätig, sobald die geladene EXE ausgeführt wird.
Nach der Einrichtung ist Handarbeit gefragt, wenn es darum geht, den Explorer auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Der erste Arbeitsschritt gilt der Startseite. Hier trägt man die Seite ein, die beim Aufruf des Internet Explorers automatisch geladen werden soll. Das Menü Ansicht/Optionen birgt hinter Navigation den entsprechenden Dialog. Neben einer Startseite lassen sich hier noch weitere Adressen unterbringen. Ein Klick auf den nach unten weisenden Pfeil neben Seite: offenbart eine Suchseite und fünf Quick Links. All diese Querverweise lassen sich frei definieren. Der Eintrag bei Suchseite zeigt Wirkung, wenn im Explorer der Button Suchen betätigt wird. Ein Klick auf den Schiebebalken Links in der Explorer-Symbolleiste bringt die vorher definierten Quick Links zum Vorschein.
Als Startseite bietet sich das Inhaltsverzeichnis des Intranet-Servers an. Welche URL sich beim Klick auf Suchen zeigen soll, hängt davon ab, ob eine firmeninternet Suchmaschine exisitiert. Ist dies nicht der Fall und hat man zudem Zugriff auf das Internet, lohnen sich folgende Server
http://www.altavista.digital.com
http://www.yahoo.com
oder für deutschsprachige Internet-Freunde
http://web.de
http://www.lycos.de
Die Favoriten
Sind diese Einstellungen erfolgt, kann man bequem loslegen, im Intranet oder im Internet browsen. Dabei kommt man häufig an Adressen, die man gerne wieder besucht. Die zugehörigen URLs speichert der Microsoft Internet Explorer in den Favoriten. Dazu reicht ein Klick auf den Menüpunkt Favoriten/Zu Favoriten hinzufügen. Ab diesem Augenblick ist die URL unter dem Menü Favoriten erreichbar. Mit der Zeit allerdings sammeln sich so viele Adressen, daß sie kategorisiert werden müssen. Über das Menü Favoriten/Favoriten verwalten lassen sich Ordner anlegen, um die Verknüpfungen zu sortieren. Per Drag & Drop bringt man die URLs in den Ordnern unter. Wer direkt auf die Favoriten zugreifen will, kann mit dem regulären Windows-Explorer das Verzeichnis c:\windows\favoriten öffnen und hier alle Einstellungen vornehmen. Bei umfangreicheren Sortieraktionen empfiehlt es sich, diesen Weg zu wählen und gleich zwei Favoriten-Fenster zu öffnen. Das erleichtert Kopier- und Verschiebeaktionen.
Favoriten sind nicht von ihrem Verzeichnis abhängig. Power-User, die per Doppelklick direkt zu ihrer Traumseite wollen, kopieren eine Verknüpfung zu dieser direkt aus dem Favoriten-Verzeichnis auf den Desktop oder in ein anderes leicht erreichbares Directory.
Wo war ich denn?
Nach einem ausführlichen Trip durch das Netz weiß man häufig nicht, mehr wo genau sich die eine oder andere interessante Seite gefunden hat. Doch es gibt Abhilfe: Der Internet Explorer speichert die Adressen aller besuchten Seiten im Verlaufsordner. Wie lange diese Querverweise auf dem PC bleiben, bestimmt man im Menü Ansicht/Optionen/Navigation unter Verlauf. Eine Aufbewahrungsdauer von 20 Tagen, wie vorgegeben, mag bei geringen Internet- und Intranet-Aktivitäten praktikabel sein. Wer lange und intensiv in den Netzen unterwegs ist, wird allerdings nach 20 Tagen ein völlig überfülltes Verlaufsverzeichnis vorfinden. Besonders aktive Surfer sollten deshalb die Verwahrdauer auf fünf bis zehn Tage beschränken.
Mit Verlauf anzeigen sieht man, welche Sites zuletzt besucht wurden. Denselben Effekt hat das Menü Explorer/Ordner Verlauf öffnen. Alle besuchten Homepages sind hier alphabetisch aufgelistet. Um die Querverweise vernünftig zu nutzen, schaltet man auf Ansicht/Details. Dann zeigen sich oben im Fenster Titelleisten. Ein Klick hierauf sortiert jede Spalte nach deren Inhalt. Wiederholtes Anklicken kehrt die Sortierung um. Per Doppelklick erscheint die Seite wieder im Internet-Explorer. Wer nur die Adresse der Seite benötigt, um sie etwa in eine Mail zu kopieren, markiert die Verknüpfung und wählt aus dem Kontextmenü Eigenschaften. Hier steht die komplette URL bereits markiert für die Kopieraktion bereit.
Um Adressen vom Verlaufsordner in die Favoriten zu kopieren, ist der Umweg über den Browser nicht notwendig. Einfacher gestalten sich Kopieraktionen über die Windows-Oberfläche, wenn die beiden Ordner \windows\favoriten und windows\verlauf geöffnet sind. Per Drag & Drop kommen dann die Hyperlinks aus dem Verlauf zu den Favoriten.
Vorgucker: Das Cache
Ohne Caches wäre das Internet längst zusammengebrochen. Nicht nur netzinterne Zwischenspeicher beschleunigen Übertragungen und sparen Bandbreite, auch lokale Caches tragen zur Netzökonomie bei. Selbst Intranets profitieren vom Cache, etwa dann, wenn das Netz mit anderen Aktionen als der Übertragung von Bildern oder Marktdaten beschäftigt ist.
Einmal angewählt, werden die Daten einer Seite auf dem PC zwischengespeichert. Bei einem erneuten Laden der Seite bedient sich der Internet Explorer bei diesen Daten -- sofern sie noch dem Original entsprechen. Bei dieser Überprüfung liegt der Cache-Knackpunkt. Explorer-Kenner stellen das Prüfverfahren im Menü Ansicht/Optionen/Erweitert ein. Im Bereich Temporäre Internet-Dateien führt der Button Einstellungen direkt zur Cache-Konfiguration.
Der Wert nie für Neuere Versionen... ist nicht zu empfehlen, außer der Einsatz des Explorers beschränkt sich auf ein statisches Intranet. Sinnvoll ist die Überprüfung bei jedem Neustart des Explorers. Der Check bei jedem Laden der Seite empfiehlt sich beim Besuch besonders dynamischer Seiten, etwa sich ständig ändernden Intranet-Seiten.
Mathematisches Grundverständnis fordert der Explorer beim Festlegen der Cache-Größe. Diese muß in Prozent angegeben werden. Intensive Internet-Nutzer sollten einen großzügigen Wert eingeben, Gelegenheits-Surfer begnügen sich mit einer einstelligen Prozentzahl.
Probleme bringt diese relative Angabe auf stark beanspruchten, vollen Festplatten. Hier rangeln unter Umständen temporäre Daten von Windows und Applikationen mit dem Cache um Speicherplatz -- der reservierte Platz für das Cache schwankt folglich intensiv. Besitzer einer zweiten Partition oder Festplatte sollten das Cache in ruhigere Regionen verlagern, also auf ein anderes Laufwerk bringen. Das erledigt man über den Button Ordner verschieben. Wer der Meinung ist, die aktuellen Cache-Daten seien überflüssig, darf sie über Ordner leeren entsorgen.
Auch die Cache-Dateien sind in einem normalen Verzeichnis gespeichert: \windows\Temporäre Internet-Dateien. Von hier aus lassen sich Querverweise auf Seiten ebenfalls in den Favoriten-Ordner übernehmen.
Tip -- Hyperlink direkt
Hyperlinks lassen sich direkt per Drag & Drop auf das Desktop ziehen. Dazu muß die entsprechende Seite nicht einmal geöffnet sein. Der Trick: Mit der Maus auf das Hyperlink klicken, nicht loslassen und die Querverbindung auf das Desktop ziehen.
Tip -- Mini-History in Eingabezeile
Neben dem Verlaufsordner speichert der Microsoft Internet-Explorer noch an zweiter Stelle die besuchten WWW-Seiten. Allerdings sind diese Einträge auf die von Hand getippten URLs beschränkt. Um schnell zu einer selbst getippten Site zurückzuspringen öffnet man per Klick auf den nach unten weisenden Pfeil die Listbox zur Eingabezeile. Hier finden sich die letzten eingegebenen URLs.
Tip -- Overhead sparen
Bei der direkten Eingabe einer URL darf man sich den Vorspann http:// getrost sparen. Wer die Adresse pur eingibt, spart ein paar Anschläge und Verrenkungen.
Internet Meter
Starfish Software bietet ein kleines Gratis-Utility, das sich anstelle des e rechts oben im Explorer-Fenster einnistet. Der Internet Meter zeigt grafisch das Verhältnis von gesendeten zu empfangenen Daten, die Online-Zeit und die insgesamt übertragene Byte-Menge. Ein Doppelklick auf das Fensterchen gibt mehr preis: die aktuelle Online-Zeit, die Tagessumme, sowie die Monats-Online-Bilanz. Dazu kommt, sehr nützlich, die gerade aktuelle Übertragungsrate sowie die IP-Adresse. Präsent ist Internet Meter auch in der Windows-Taskleiste. Zwei Dioden zeigen an, wenn Daten empfangen und versandt werden -- interessantes offenbart sich jedoch erst bei einem Doppelklick: welche Applikation hat wann auf das Internet zugegriffen, wie lange dauerte jede Aktion
Internet Meter ist unter folgender WWW-Adresse erhältlich: http://www.starfishsoftware.com/products/siu/inlay/getinlay.html
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