976 Beiträge rss | 29 Nutzer online

Intranet Server mit Windows NT 4.0

Wer einen Windows-NT-Server in seinem Netzwerk hat, ist fein heraus. Denn Windows NT 4.0 kommt mit einem kompletten Internet-Server. Dieser bietet neben WWW-Diensten auch ftp- und Gopher.

Diesen Artikel habe ich 1997 im damals noch existierenden Microsoft Office Journal veröffentlicht. Falls Sie tatsächlich noch einen Intranet-Server unter NT 4 einrichten wollen, denken Sie daran, alle Updates und Service Packs zu installieren. Ansonsten ist der Server schnell ein Opfer von Würmern.

Auf dem Server und jedem angeschlossenen Computer, der am Intranet teilnehmen soll, muß das TCP/IP-Protokoll eingerichtet sein. Der Server benötigt zudem eine einzigartige IP-Kennung. In der Praxis eignet sich 10.0.0.1. Nach der Installation ist der Intranet-Server dann mit http://10.0.0.1/ erreichbar. Über den WINS-Manager von Windows NT dürfen Sie zusätzlich sinnvolle Domain-Namen vergeben.

Dienste auswählen

Die Installationsdateien für den Internet Information Server finden sich auf der NT-CD im Verzeichnis \I386\INETSERV. Hier starten Sie die Datei "Inetstp". Nach der ersten Bestätigung erscheint ein Fenster, das fragt, welche Dienste Sie installieren wollen. Die Voreinstellungen lassen sich im Normalfall ohne Änderungen übernehmen. Allenfalls auf den Gopher-Dienst darf man verzichten. Der „Internet-Dienst-Manager (HTML)“ erfüllt denselben Zweck wie der normale Manager, erlaubt aber alle Eingaben via WWW-Browser – ideal zur Fernwartung des Servers.

Verzeichnisse einrichten und Installation

Nun gilt es, Verzeichnisse für die Intranet-Dienste auszuwählen. Verwenden Sie hierfür eine Festplatte mit ausreichend freiem Speicher. Nach Möglichkeit sollten sich die Datenverzeichnisse des Servers auf einem anderen Laufwerk als System und Server-Software befinden. Das ist sicherer.

Nun startet der Internet Information Server seine Installation. Dabei richtet er auch eine Menge Beispieldaten auf dem neuen Server ein. Dazu zählt auch eine Seite „default.htm“. Diese erscheint, sobald Sie in einem Browser die Adresse Ihres Intranet-Servers ohne weitere Datei- oder Verzeichnisnamen angeben.

Probelauf

Nach der Installation starten Sie einen ersten Probelauf. Dazu nutzen Sie den auf Ihrem Server installierten Internet-Explorer. Geben Sie hier in der Adress-Zeile die IP-Nummer Ihres Servers ein, also „10.0.0.1“. Nach kurzer Bedenkzeit sollte dann die Hauptseite Ihres Servers mit einigen Informationen zum Internet Information Server 2.0 erscheinen. Alternativ geben Sie den Rechnernamen Ihres NT-Servers ein. Auch hier sollte sich die Standardseite melden.

Daten einspielen

Sind die ersten Tests erfolgreich, kann es an das Einspielen der Daten gehen. Das File, das beim Anwählen des Intranet-Servers erscheinen soll, muss den Namen „default.htm“ tragen. Sofern Sie bei der Programmierung der Seiten bereits einen anderen Standardnamen definiert haben, können Sie diesen im IIS-Manager ändern.

Der IIS-Manager verbirgt sich im Startmenü unter „Start/Programme/Microsoft Internet Server (Allgemein)/Internet-Dienst-Manager“.

Im Manager sehen Sie die aktuell laufenden Dienste. An erster Stelle befindet sich der WWW-Service. Markieren Sie diesen per Mausklick und rufen Sie das Menü „Eigenschaften/Diensteigenschaften“ auf. Um nun den Standard-Dateinamen zu ändern, wählen Sie die Registerkarte „Verzeichnisse“. Unter „Standarddokument“ finden Sie den bislang gültigen Eintrag. Ändern Sie diesen beispielsweise auf „welcome.html“ sucht der Server künftig nach diesen Dateinamen, wenn in der Anfrage des Clients kein anderer Filename angegeben wurde.

Bleiben wir im Fenster „Verzeichnisse“. Unter dem Standarddokument zeigt sich die Option „Durchsuchen von Verzeichnissen erlauben“. Diese sollte ausgeschaltet bleiben. Wenn sie eingeschaltet ist, zeigt sich bei einem Aufruf eines Verzeichnisses auf dem Server dessen Inhalt – sofern die Standardseite nicht vorhanden ist. Dieses Verfahren erlaubt dem Surfer einen oft unerwünschten Einblick auf die Verzeichnisebene. Allenfalls für ein Archiv lohnt sich diese Methode, wenn der User anhand der Dateinamen entscheiden möchte, welche HTML-Seite geladen werden soll.

Virtuelle Verzeichnisse

Besondere Beachtung verdienen die virtuellen Verzeichnisse. Hier lassen sich beliebige Directories auf dem Server oder einem anderen Rechner im Netzwerk als virtuelles Verzeichnis deklarieren. Von Haus aus hat der IIS drei Verzeichnisse definiert: das Basisverzeichnis für den Server sowie je ein Verzeichnis für den Netzverwalter und eines für ausführbare Dateien. Mit „Eigenschaften bearbeiten“ sehen Sie, welche Directories sich hinter den virtuellen Verzeichnissen verbergen und welche Zugriffsrechte eingeräumt sind: Während das Basisverzeichnis „Lesen“ erlaubt, kommt es im „Scripts“-Directory nur zum Ausführen der Daten. Das ist wichtig: Schließlich soll kein User die ausführbaren Dateien lesen können.

Eigene Verzeichnisse anlegen

Ein Klick auf „Hinzufügen“ genügt, um ein eigenes Verzeichnis auf den Server zu bringen. Im folgenden Dialog suchen Sie zuerst das reale Verzeichnis auf dem Server heraus – am einfachsten geht das über den Button „Durchsuchen“. Dann geben Sie unter „Virtuelles Verzeichnis“ das Alias ein, unter dem das Verzeichnis auf dem Server erscheinen soll. Als Zugriffsrecht sollte nur „Lesen“ vergeben werden. Ausführbare Dateien aller Art haben nur etwas im „/Scripts“-Verzeichnis zu suchen. Der Übersichtlichkeit halber sollte man sich bei der Verzeichniszuordnung auf Directories unterhalb von „/Inetpub/wwwroot“ beschränken.

Weitere Dienstleistungen

Neben „Verzeichnisse“ sind noch die Karteikarten „Dienst“ und „Weitere Optionen“ interessant. Unter „Dienst“ definieren Sie eine Zeitbegrenzung für inaktive Verbindungen sowie die maximal gleichzeitig zulässigen Connections. Im Allgemeinen sind die Vorgaben ausreichend. Allenfalls auf stark ausgelasteten Servern lohnen sich Einschränkungen.

Wichtig ist, dass die Checkbox „Anonyme Anmeldung erlauben“ aktiviert ist, damit jeder User Zugriff auf den Server hat. Die Karteikarte „Weitere Optionen“ erlaubt, bestimmte Rechner vom Zugriff auf den Server auszuschließen oder explizit nur bestimmte IPs zuzulassen.

Domain-Namen mit WINS

Von Haus aus erkennen WWW-Browser Ihren Server nur unter dem Rechnernamen oder der IP-Adresse. Das ist nicht immer sinnvoll. Aussagekräftige Domain-Namen helfen besonders in umfangreicheren Intranets, den Überblick zu wahren. Einem Server lassen sich sogar mehrere Kennungen zuweisen. Das Werkzeug hierfür heißt WINS und muß von der Windows-NT-CD installiert werden. Dazu öffnen Sie in der Systemsteuerung Ihres Servers den Dienst „Netzwerk“. Hier wählen Sie unter „Dienste“ den Button „Hinzufügen“. Aus der dann erscheinenden Liste suchen Sie „WINS-Dienst“ heraus. Nach einem Neustart des Systems steht der WINS-Manager unter „Start/Programme/Verwaltung (Allgemein)/WINS-Manager“ zur Verfügung.

Hier weisen Sie mit „Zuordnungen/Statische Zuordnungen/Hinzufügen“ Ihrem Server einen Domain-Namen zu. Bei der Wahl des Namens sind Sie frei – es kann ein Internet-Ähnliches „www.intranet.de“ sein oder auch ein einfaches „Marketing“ sein. Unter „IP-Adresse“ geben Sie die Kennung Ihres Internet-Servers ein und schon ist der Server auch unter den neuen Namen zu erreichen. Wichtig ist allerdings, dass alle Client-Rechner im Netzwerk die WINS-Auflösung aktiviert und den Server als WINS-Namensquelle eingetragen haben.

Mehr dazu:

Aktualisiert am: 02.03.2005




Ihr Kommentar:


Name:


Copyright © goldmann.de 1999-2012   | Tippscout 5.0
Zurück Startseite