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Kinder im Internet

Im Internet lauern viele Gefahren. Doch Verbote oder Restriktionen bringen nicht viel Schutz. Besser ist es, dem Kind "Medienkompetenz" zu vermitteln, das Wissen über den Umgang mit dem Medium Internet.

(erschienen 2005 in Chip Inside)

Die ersten Schritte im Internet unternehmen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam. Bereiten Sie sich darauf vor: Suchen Sie Seiten aus, die altersgerecht sind und Spaß machen. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, alles auszuprobieren, den Umgang mit Maus und Navigationselementen zu erlernen.

Je älter und erfahrener Kinder im Umgang mit dem Netz sind, desto weniger sollten Sie auf Kontrolle setzen. Besser ist eine Begleitung durch das Netz. Statt neben Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn zu sitzen, bleiben Sie in Ruf- und Reichweite bleiben. Dann kann sich Ihr Kind bei Fragen an Sie wenden. Und sie können ab und an einmal einen Blick auf den Bildschirm werfen.

Schutz im Web

Damit der Einstieg ins Web gelingt, richten Sie Ihrem Kind eine passende Startseite ein. Das geht im Internet-Explorer über "Extras - Internetoptionen". Eine gute Adresse mit eingebauter Suchmaschine für Kinder ist www.blinde-kuh.de. Weitere interessante Seiten können Sie in den Favoriten speichern. So geht das Abrufen bequemer und schneller. Und Sie vermeiden damit Tippfehler bei der Eingabe von Web-Adressen. Denn Anbieter von Porno-Seiten nutzen oft prominente Domain-Adressen mit anderen Endungen oder Buchstabendrehern, um genau solche Fehleingaben abzufangen und für sich zu nutzen.

E-Mail

E-Mail ist ein prima Weg für Ihr Kind, mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Allerdings sollte sich der Mail-Kontakt in der ersten Zeit auf Mitschüler und enge Freunde beschränken. Keinesfalls sollte Ihr Kind seine E-Mail-Adresse Fremden preisgeben oder in Formularen auf Internet-Seiten eintragen.

Für die Teilnahme an Preisausschreiben oder für die Anmeldung bei Diensten richten Sie eine zweite Mail-Adresse ein. Am besten bei einem Freemail-Anbieter wie GMX, der bereits einen Filter für Werbemail besitzt. Auf diesem Weg kommt nur wenig Werbung zu Ihrem Kind.

Schutzfilter

Eine Patentlösung bieten - scheinbar - Netz-Filter. Sie schirmen das Kind vor schädlichen und verstörenden Inhalten ab. So ein Filter ist praktisch, um zumindest eine Grundsicherung zu erreichen. Ein einfacher Filtermechanismus steckt im Internet Explorer unter Extras - Internetoptionen - Inhalte. Dort aktivieren Sie den Inhaltsratgeber, legen in Allgemein ein Supervisor-Kennwort fest und bestimmen unter Gebilligte Sites, welche Adressen grundsätzlich genehmigt sind.

Tragen Sie zunächst unter Diese Website zulassen die Adresse der Site ein und klicken Sie dann auf Immer oder Nie. Praktisch: Mit Wildcards können Sie ganze Adressbereiche zulassen oder Ausschließen. Um zum Beispiel nur Sites mit der Deutschen Domain-Endung zuzulassen, geben Sie *.de ein und klicken auf Immer. Wollen Sie umgekehrt alle Domains ausschließen, die auf vu enden, geben Sie *.vu ein und klicken auf Nie.

Ein Filter entlässt Sie nicht aus der Verantwortung: Denken Sie daran, dass Ihr Kind lernt - und irgendwann wird es auch wissen, wie eine Knoppix-CD funktioniert und wie es damit sämtliche Filter und Schutzmechanismen auf Ihrem PC umgehen kann. Da ist Medienkompetenz und das Interesse von Eltern am Handeln der Kinder tausendmal besser als ein wirkungsloser Filter.

Gehen Sie deshalb aktiv mit dem Thema Internet um. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über gute Seiten, schlechte Seiten und über die Erfahrung, die das Kind im Netz macht.

Werbung

Werbung soll verführen. Und das fällt bei Kindern leichter als bei Erwachsenen, die meist besser zwischen Werbung und Inhalt unterscheiden. Viele Webseiten für Kinder bieten kindgerechte Werbung, die eng mit dem Inhalt verzahnt ist - hübsche Spielchen, in denen ganz zufällig das eigene Produkt die Hauptrolle spielt. Hier ist besonders viel Aufmerksamkeit nötig - die der Kinder und Ihre, um zwischen Werbung und Wissen zu unterscheiden.

Schwierig wird es, wenn Unternehmen versuchen, Kinder über Preisausschreiben zu ködern. Denn nur allzu schnell sind Name, Alter, E-Mail und Postadresse eingegeben. Für die Unternehmen ist so eine Adresse wertvoll und Sie werden sich bald über mehr Werbung freuen. Manche Seiten, etwa von Spielzeugherstellern, gehen noch weiter: Sie helfen Kindern gleich dabei, Wunschzettel zusammenzustellen und diese per Mail zu versenden.

Auch hier hilft nur Aufklärung. Dass sich Kinder auf Spielzeugseiten umsehen werden Sie nicht verhindern können. Sorgen Sie aber zumindest dafür, dass sich Ihr Kind nicht ohne Ihr Wissen an Gewinnspielen beteiligt und schon gar nicht Waren im Internet bestellt.

Chats und Foren

In vielen Chats geht es rau zu: Beschimpfungen, sexuelle Belästigung oder Versuche Pädophiler, Kontakte zu Kindern zu knüpfen, gehören in vielen Chats zur Tagesordnung. Das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik BSI nennt weitere Risiken: Drogendealer nutzen Chatrooms als Umschlagplatz, rechtsextreme Gruppen verbreiten Propaganda und in manchen Chats geht es um die Vorbereitung von Selbstmorden.

Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgegebene Broschüre "Ein Netz für Kinder" empfiehlt, Kinder erst ab etwa 14 Jahren in den Chat zu lassen.

Klären Sie Ihr Kind darüber auf, welche Gefahren drohen, falls es sich mit einem Chat-Partner oder einer Chat-Partnerin verabreden will. Und achten Sie darauf, dass Ihr Kind beim digitalen Plaudern keinesfalls Informationen über sich Preis gibt - weder Handynummer noch Adresse oder Alter. Auch die Nicknames, Spitznamen im Chat, sollten keinen Aufschluss über Alter und Geschlecht geben.

Am sichersten ist es, wenn sich die Kinder in sicheren, moderierten Chats oder Foren aufhalten. Die Moderation sorgt dafür, dass keine anstößigen Inhalte in der Plauderei landen und dass es kindgerecht zugeht. Solche Plauderecken gibt es zum Beispiel auf Seiten wie www.kindernetz.de vom SWR oder auf www.seitenstark.de/chat, die in Zusammenarbeit mit der Uni-Leipzig betrieben wird.

Sehen Sie sich die Chat-Seiten vorher gemeinsam mit Ihrem Kind an und lesen Sie sich die Informationen für Eltern durch. Gute Angebote lassen nur Anmeldungen zu, die von den Eltern zuvor schriftlich bestätigt wurden. Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, für welchen Chat es sich anmeldet.

Den PC vor dem Kind schützen

Bewegt sich Ihr Kind im Internet, ist auch der Schutz des Computers selbst notwendig. Da wird ein Spiel herunter geladen, dort ein Chat-Client installiert und da ein prima Film aus der Tauschbörse gespeichert. Bald ist die Platte voll und der Spross beginnt aufzuräumen. Vielleicht findet er Ihre Dateien mit der Endung .doc ausgesprochen nutzlos und wenig unterhaltsam. Und vielleicht wischt er sie mit einem geschickten Klick ganz schnell von der Platte.

Das darf nicht passieren. Aber zum Glück gibt es einen einfachen Schutz davor: Lassen Sie Ihr Kind nur mit einem eigenen Account an den Computer. Achten Sie aber darauf, dass es sich um ein Benutzerkonto ohne Administrations-Rechte handelt. Denn sonst hat Ihr Kind volle Kontrolle über den PC und alle Ihre Daten.

Natürlich sollten auch immer Virenscanner, Firewall und gegebenenfalls ein Dialer-Blocker aktiv sein. Die schützen den PC zusätzlich.

Nützliche Adressen:

Broschüre zum Thema Chat * www.jugendschutz.net/materialien/chatten_ohne_risiko.html

Schau hin was Deine Kinder machen * www.schau-hin.info/

Suchmaschine für Kinder mit vielen Sicherheitsinfos * www.blinde-kuh.de/

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zum Thema Kinderschutz * www.bsi-fuer-buerger.de/kinder/index.htm

Liste mit kindgerechten Startseiten * www.seitenstark.de

Broschüre des Jugendministeriums * http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=4712.html

Aktualisiert am: 27.04.2006



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