516 Beiträge rss | 19 Nutzer online

Linux auf dem iMac G3 mit Mac OS9

Es hat schon etwas Außergewöhnliches: Ein Macintosh, ein iMac mit Power-PC-Prozessor gar, auf dem das Server-Betriebssystem Linux läuft. Internet Professionell hat Linux mit dem hübschen Apple-Rechner gekreuzt - mit gutem Ergebnis.

(erschienen in Internet Professionell 2000 - Siehe auch Blog: Linux auf altem Mac)

Für Apple-Puristen mag es ein Sakrileg sein, Linux auf dem iMac zu installieren. Für die Nutzer der bunten Computer jedoch besteht dank Linux für Power PC eine Möglichkeit, das ansprechende Äußere eines iMac mit der Leistungsfähigkeit dieses Server-Betriebssystems zu kombinieren.

Linux auf einem Mac G3 mit Power PC

Die Installation

Die ärgste Hürde bei der Kombination eines Apple iMac mit Linux ist die Installation. Als Testobjekte dienen ein iMac mit 333 MHz und Linux 6.4 für Power PC. Ideal ist, wenn man beim Kauf des iMac noch eine Alternative zur zwar hübschen aber unter Linux unbrauchbaren Ein-Tasten-Maus erworben hat. Wenn nicht, sollten Sie für den Dauereinsatz unter Linux den Kauf eines neuen Modells erwägen. In diesem Test bewährte sich ein Modell mit drei Tasten, das besonders unter dem grafischen KDE eine gute Figur macht.

Vor dem Start der Installation sollten Sie in jedem Fall ausführlich Handbuch und die Readme-Datei auf der Linux-CD studieren. Alle Versuche, anders zu einem Ergebnis zu kommen, scheiterten kläglich.

Der Grund: Ein Macintosh gibt sich gegenüber einem anderen Betriebssystem nicht so leicht geschlagen wie ein Intel-PC. Wer auf dem Mac Linux einrichten will, muss zuerst die Platte neu aufteilen. Dazu starten Sie den Mac mit seiner Betriebssystem-CD. Legen Sie die CD ein und halten Sie beim Start die Taste C gedrückt. Das Booten von der Silberscheibe ist nötig, da MacOS kein Umpartitionieren von Festplatten vorsieht, die gerade in Gebrauch sind.

Nach dem Booten geht es in den Dienstprogramme-Ordner der Mac-CD. Hier finden Sie das Programm Laufwerke konfigurieren. Glücklich schätzen darf sich, wer ein Mac OS 9 sein eigen nennt. Der kann beim partitionieren gleich mit angeben, dass es sich um A/UX-Bereiche handelt. Das erspart späteres umkonfigurieren.

Vier Partitionen also gilt es anzulegen, wenn man weiter auch mit dem Apple-Betriebssystem arbeiten will. Aufgeteilt wird in zwei Volumes mit dem Apple-System HFS. Eines von beiden ist nur etwa 30 Mbyte groß. Sie benötigen es später zum Start des Systems. Das andere Volume darf so umfangreich sein, wie Sie es wünschen.

Zwei weitere Areale gehören Linux, eines für das Dateisystem und eines für die Swap-Partition. Diese Bereiche richten Sie mit A/UX ein oder auf erklären sie auf älteren Apple-Betriebssystemen mit unbelegt. Dabei zeigt sich das Apple-Konfigurations-Werkzeug nicht eben bedienerfreundlich. Aber nach Apple-Denkansatz hat ein Benutzer auch nichts auf dieser Systemebene verloren.

Doppeltes Setup

Sind die Partitionierungs-Hürden genommen, brauchen Sie noch einmal ein wenig Geduld. Denn Sie müssen MacOS nochmals installieren, um später die Installation zu komplettieren.

Nach Installation und Start von MacOS kann es endlich an die Installation gehen. Entweder booten Sie direkt von CD, indem Sie wieder C gedrückt halten oder Sie starten die Installation von MacOS aus, indem Sie auf der ersten SUSE-CD in den Systemordner wechseln und dort Bootx aufrufen -- auf dem Testgerät war dies der beste Weg.

Danach finden sich Linux-Kenner wieder in bekannten Gefilden. Yast präsentiert sich installationsfreudig wie immer: Die Festplatten lassen sich wie gewohnt einrichten, Programmpakete bequem auswählen.

Wichtig: Notieren Sie bei der Festplattenaufteilung in Yast auf jeden Fall, auf welcher Partition Sie Linux unterbringen. Beim ersten Start werden Sie diese Angabe brauchen. Wenn Sie den Mac als Server verwenden wollen, installieren Sie den Apache-Server und Samba mit.

Dann kann das Setup losgehen. Auf Seiten der Treiber gibt es keine Probleme. Die USB-Tastatur und die Dreitastenmaus erkannte Suse ohne Probleme, die Netzwerkanbindung über die interne Karte ging ebenfalls problemlos vonstatten.

Nachdem Yast seine Arbeit verrichtet hat und Linux eingerichtet ist, starten Sie wieder MacOS. Jetzt kommt die kleine Boot-Partition zum Einsatz, die Sie vorher beim Einrichten der Festplatte angelegt haben. In diese Partition kopieren Sie den Systemordner von der Linux-Installations-CD. Zweck der Übung: Das Mac-BIOS erwartet eine Partition im Mac-Filesystem, in dem sich ein Systemordner befindet.

Linux schleicht sich über diesen Umweg ein: Aus dem Systemordner startet Bootx und erlaubt, das Betriebssystem auszuwählen. Dabei allerdings geht der Start nicht ganz so schnell, da erst Teile des Mac-Betriebssystems geladen werden. Suse empfiehlt allerdings, auf neueren Power PCs diesen Bootlader nicht mehr zu verwenden. Für den schnellen Start war er allerdings die bessere Alternative. Wenn Sie stattdessen den von Suse empfohlenen Weg gehen wollen, sehen Sie im Kasten „Besser mit Yaboot“ nach.

Vergessen Sie nicht, die kleine Boot-Partition als Startvolume zu deklarieren, damit beim Starten die Auswahl gleich zur Verfügung steht.

 


blog comments powered by Disqus
Copyright © goldmann.de 1999-2010   | powered by Tippscout 5.0
Zurück Startseite