Drucken mit Suse Linux
Auch das Drucken gehörte einst zu den Schreckensszenarien der Linux-Freunde. Mit Suse 10.1 gibt es kaum noch Probleme: Die Treiberausstattung ist gigantisch und umfasst inzwischen auch allerlei Tintenstrahldrucker, für die früher nur auf Umwegen Treiber zu finden waren.
Drucker installieren
Das folgende Beispiel zeigt die Installation eines USB-Druckers anhand des Tintenstrahlers Canon S520.
Falls Sie den Drucker im laufenden Betrieb an den Linux-PC anschließen, erscheint sofort eine Meldung, dass neue Hardware erkannt wurde. Nach dem Bestätigen dieser Meldung landen Sie in der Yast-Druckerkonfiguration. Falls sich die Hardware-Erkennung nicht gerührt hat, öffnen Sie Yast und wählen Sie Hardware - Drucker. Danach versucht Yast, den Drucker zu erkennen und meldet sich bei Erfolg mit dem Modell. Klicken Sie auf den Eintrag und dann auf Bearbeiten. In der danach erscheinenden Liste suchen Sie Hersteller und Modell heraus - Yast bietet Ihnen bei lokalen Druckern bereits einen Treiber an. Im Falle des S520 von Canon probieren Sie es mit dem Eintrag S500 und klicken auf Weiter.
Danach sehen Sie eine Zusammenfassung und starten dort den Test. Hat er Erfolg, klicken Sie auf Druckausgabe beendet. Falls nicht, klicken Sie auf Anhalten und folgen den Hinweisen. Möglicherweise müssen Sie es auch mit einem anderen Treiber probieren. Klappt alles, klicken Sie auf Ok und Finish fertig ist die Druckereinrichtung.
Netzwerkdrucker installieren
In Ihrem Netzwerk steht bereits ein Drucker? Prima. Sofern er über eine IP-Adresse erreichbar ist und ein Treiber vorhanden ist, können Sie ihn schnell einbinden. Das geht so:
Öffnen Sie in Yast Hardware - Drucker. Kurze Zeit später sehen Sie die Druckerkonfiguration. Klicken Sie darin auf Hinzufügen und wählen Sie Netzwerkdrucker und Weiter. In diesem Beispiel handelt es sich um einen Drucker, der direkt ans Netzwerk angeschlossen ist. Deshalb wählen Sie Direkt auf Netzwerkdrucker drucken. Alternativ können Sie auch einen anderen Servertyp wählen, etwa einen Drucker, der an einen Windows-Rechner angeschlossen ist (Über SMB-Netzwerkserver drucken). Falls Sie einen an einen anderen Linux-PC angeschlossenen Drucker verwenden wollen, lesen Sie weiter im nächsten Abschnitt "Drucken per CUPS".
Nach einem Klick auf Weiter belassen Sie die Einstellung bei Direktes Drucken über TCP-Port und machen Weiter. Im danach erscheinenden Fenster geben Sie unter Hostname des Druckservers die IP-Adresse Ihres Druckers ein. Falls Sie die nicht kennen, probieren Sie es mit Lookup - Nach Direkten Socket-Servern suchen. Nach einiger Zeit erscheint dann die IP-Adresse des Druckers und Sie klicken nochmals auf Weiter.
Vergeben Sie im folgenden Fenster einen Namen für den Drucker und, falls Sie möchten, Informationen über den Drucker selbst und den Standort. Dann geht es Weiter und Sie wählen das Druckermodell aus. Noch einmal Weiter klicken, dann sehen Sie eine Zusammenfassung der Informationen. Probieren Sie die Verbindung mit einem Klick auf Test aus und wählen Sie einen Testtyp. Nach einem Ok erscheint eine kurze Zusammenfassung - jetzt ist es Zeit, nachzusehen, ob der Probedruck geklappt hat. Falls ja, klicken Sie auf Druckausgabe beendet, falls nicht, klicken Sie auf Anhalten und folgen den Anweisungen des Programms.
Ist alles in Ordnung, fehlen noch Klicks auf Ok und Finish, und der Drucker ist installiert.
Drucken per CUPS
In Suse ist Ihr Drucker per Standard für das Netzwerk freigegeben. Zuständig dafür ist CUPS, das "Common Unix Printing System". Von Ihrem lokalen Netzwerk aus können Sie von jedem Linux-Rechner auf die Drucker eines anderen Linux-PC zugreifen. In der Standardkonfiguration brauchen Sie dazu nur die IP-Adresse des Rechners mit dem Drucker.
Zunächst gehen Sie so vor, wie beim Einbinden eines Netzwerkdruckers. Im Dialog Druckertyp wählen Sie dann Drucken über CUPS-Netzwerkserver. Nach einem Klick auf Weiter aktivieren Sie CUPS nur Client und wählen im nächsten Fenster Ja. Achtung: In diesem Fall können Sie keine lokalen, also direkt an den PC angeschlossenen Drucker verwenden. In Servername schreiben Sie die IP-Adresse des Linux-PC, an dem der Drucker hängt. Nach einem Klick auf Ok ist der Drucker einsatzklar und Sie können die Konfiguration beenden.
CUPS-Server steuern
Der Computer mit den Druckern ist automatisch der CUPS-Server. Unter der Adresse http://localhost:631/ finden Sie ein Web-Interface zum Verwalten des Servers. Bevor Sie loslegen können, müssen Sie allerdings zuerst auf der Shell ein Kennwort eingeben. Dazu geben Sie als Benutzer root den Befehl
lppasswd -g sys -a root
ein. Anschließend müssen Sie ein Kennwort mit mindestens sechs Zeichen, davon mindestens eine Ziffer eingeben. Nachdem Sie die Eingabe wiederholt haben, starten Sie den cups-Dämon mit
rccups restart
neu. Danach können Sie auf die Administrationsoberfläche zugreifen. Um beispielsweise den Standard-Papierschacht bei einem Laserdrucker umzustellen, klicken Sie auf Drucker verwalten und danach beim gewünschten Drucker auf Drucker konfigurieren. Im Kennwortfenster tragen Sie den Benutzernamen root und das zuvor eingegebene Kennwort ein. Danach sehen Sie unter Allgemein den Eintrag Medien-Quelle (sofern der Drucker mehrere Papierschächte hat). Dort wählen Sie den Schacht aus, klicken auf Weiter und auf Unverschlüsselt senden. Damit ist der Drucker umkonfiguriert.
Mehr dazu:
Ich habe Suse10.3 installiert, vorher schon mit 10.0 und 10.2
gearbeitet. Jetzt habe ich aber unter 10.3 mit CUPS riesige
Schwierigkeiten. Das Problem ist ich komme an localhost:631 gar nicht
mehr heran. Einmal hat rccusps restart zum Erfolg geführt. Die erste
Installation erfolgte über Yast, dann hatte ich auch noch cups
aufgerufen dann hatte sich ein zweiter Drucker installiert. Die
Yast-Installation funktioniert prima. Dann hatte ich leichtsinniger
Weise einen 2. Druckversuch über den 2. unter Cups installierten
Drucker gemacht, mit dem Erfolg, dass beide Drucker aus der Liste
geflogen sind. Und eine neue Installation weder über Yast oder Cups
nicht möglich. Wie gesagt schon der Browser findet den localhost:631
nicht. Bitte um Hilfe
[Dr. Wiesner | 11.11.2007]
Antworten





