Medien-Analysten enttäuscht über Medien-Analysen zur Apple-Entwicklerkonferenz WWDC

Ist der deutsche Hightech-Journalismus am Ende? Es sieht ganz so aus: „Die Repetitionskraft lässt nach,“ konstatiert Jan Huber, Chef-Analyst des Medien-Analysehauses Heut & Morgan. „Bislang gelang es den Medien immer und immer wieder, große Erwartungen zu wecken und diese dann enttäuscht zu sehen. Das ist vorbei.“

Lediglich in einem Vorab-Bericht konnte sich der Spiegel-Online-Kommentator zu erfrischend üblichen Stellungnahmen durchringen. Zusammengefasst: „Wenn kein geiles Gadget, Apple untergeht. Now! Aber echt!“.

Enttäuschter Experte

Solche Vorberichte schürten natürlich Hoffnung auf mehr mediale Frustration. Doch am Tag danach herrscht Ernüchterung bei den Medienanalysten. Huber: „Einige Kolumnisten versteifen sich sogar zu der Einsicht, dass die WWDC eine Entwicklerkonferenz sei und deshalb vor allem Innovationen für Programmierer vorstelle. Das ist niederschmetternd und sicher ist es kein gutes Zeichen für die Wiederholungskraft des Journalismus.“

Statt der zu erwartenden Enttäuschung hagelt es also Verständnis. „Einsicht ist schlecht für das Geschäft,“ so Analyst Huber. „Sollten es die Qualitätsmedien es nicht schaffen, wiederholt die Erwartungshaltung deutlich zu steigen, bedeutet das das Ende von Spiegel Online, Focus und allen anderen Medien.“

Erschreckend differenzierte Betrachtungen

Besonders bitter: Nach der WWDC zeigt Spiegel Online in seiner Analyse Einsicht darüber, dass es zur WWDC weder ein neues iPhone gibt, noch eine Apple-Uhr. So wenig Enttäuschung ist ein Warnsignal. Sogar Focus Online differenziert in seinem Beitrag zur WWDC erschreckend deutlich zwischen Entwicklern und Gadget-Liebhabern.

„Wenn das so weiter geht, gehen dem Journalismus wichtige Klischees und Stereotypen verloren,“ warnt Huber. Auch in den Chefredaktionen regt sich Unbehagen über die fehlende Repetitionskraft. „Sollten wir es nicht schaffen, immer wieder das Gleiche zu schreiben, sehe ich schwarz,“ so ein Insider mit verfremdeter Stimme hinter einer Milchglasscheibe.

Immerhin, Analyst Huber sieht einen Ausweg: „Die Redaktionen sollten sich dringend neue Erwartungshaltungen an neue Branchen zulegen. Fliegende Autos zur IAA, ehrliche Politiker zur Bundestagswahl, ein Unsterblichkeits-Elixier zum Apothekertag. Hier gibt es die neuen Ansätze für ordentliche Erwartungen, satte Fallhöhe und tiefe Enttäuschung.“

Noch ist also Hoffnung für die deutsche Medienlandschaft.

 

Hinweis gemäß Verordnung zur Kennzeichnungspflicht von Ironie in Online-Medien: Bei diesem Beitrag handelt es sich um Satire.

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