Zeit-Autor Jens Uehlecke fordert "Schluss mit dem Geschnatter" und kommentiert den Twitter-Hype, teils herablassend:
Jeder darf sich äußern, wann und so oft er will. Selbst jene, die nicht einmal mehr von all den Bärbels und Britts in Trash-Talkshows eingeladen würden.teils ahnungslos:
Angeblich soll Twitter die Zukunft des Journalismus sein.Wer hat denn bitte gesagt, Twitter sei die Zukunft des Journalismus? Quellenangabe bitte. Ansonsten behaupte ich einfach mal: diese Aussage stammt von Journalisten selbst, die vermitteln wollen "ohne uns seid Ihr im Informationsdschungel verloren" oder "was nicht durch unsere Qualitäts- und Wahrheitsfindungsfilter geht, hat gefälligst nicht relevant zu sein".
Wovor haben Journalisten Angst?
Wovor also haben die Journalisten Angst? Die Qualitätsjournalisten? Davor, dass ihnen die Deutungshoheit über "wahr" oder "falsch" verloren geht? Warum sollten Sie diese Angst haben? Twitter, Blogs und soziale Medien verbreiten genauso viel und genauso wenig Wahrheit wie alle Quellen.
Quellen, nicht Medien. Twitter ist nicht vergleichbar mit Zeitung oder Fernsehen. Twitter ist ein gewaltiges Netzwerk, in dem sich Menschen miteinander unterhalten. Ein digitaler Flurfunk mit all den Vorzügen und Nachteilen menschlicher Kommunikation per Text.
Belanglosigkeiten gehören im Sozialleben nun einmal dazu. Oder antwortet Jens Uehlecke auf ein "Guten Morgen" mit einem harschen "lass mich mit Deinem irrelevanten Unterschichtenschmarrn in Ruhe"? Sicher nicht.
Jeder bekommt die Tweets, die er verdient
Dabei ist es sogar einfach, Twitter so zu bedienen, dass es ein interessantes Informationswerkzeug wird.Wählen Sie gut aus, welchen Twitter-Teilnehmern Sie folgen. Wenn Ihnen die Tweets nichts bringen, kündigen Sie die Gefolgschaft einfach wieder.
So bauen Sie nach und nach ein Netz auf aus Menschen, die zu Ihnen und Ihrem Twitter-Bedürfnis passen.
- Wer Twitter als weltweiten Chat verwenden will, einfach nur, um zu schnattern, wird genau das bekommen.
- Wer Twitter als Informationsplattform verwenden will, um immer auf dem Laufenden zu sein, wird genau das bekommen.
- Wer per Twitter Fachgespräche führen will und Antworten auf Fachfragen sucht, wird genau das bekommen.
- Wer Twitter als Marketing-Werkzeug verwenden will, um auf sich und seine Dienstleistungen aufmerksam machen, wird genau das bekommen
Twitter begreifen
Wer Twitter beurteilen will, soll es zunächst einmal begreifen. Mit Vorurteilen, einem raschen Hinweghuschen über den Dienst ist es nicht getan. Damit zeigt man nur, dass man sich nicht mit Twitter beschäftigt hat oder beschäftigen will und dass man Angst hat vor dem Unbekannten.Keine Angst, liebe Qualitätsjournalisten. Twitter nimmt Euch nichts weg, Twitter wird kein einziges journalistisches Medium ersetzen. Im Gegenteil Twitter kann Euch eine Menge geben - Kontakte, Informationen, Trends und gerne auch ein fröhliches "Guten Morgen".
Hier noch ein lesenswerter Beitrag zum Zeit-Online-Artikel über Twitter.
