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MP3-Player im Test

Welcher MP3-Player bringt den besten Klang, welcher hat den höchsten Image-Faktor? Und welcher Player passt zu Ihnen ganz persönlich? Der iPod von Apple stellen dem Vergleich mit Creative Zen micro und dem I-River H10.

Dieser Beitrag ist im Rahmen eines Vergleichstests der AVDC im Frühjahr 2005 erschienen.

Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars. Der Buchtitel deutet an: Damen und Herren ticken unterschiedlich. Doch bei einem sind sich alle einig. MP3-Player sind klasse. Egal ob röhrende Rocksongs, fetter Hiphop oder feiner Jazz - die digitalen Winzlinge geben Musik immer und überall in faszinierender Klangqualität wieder. Doch welcher Player ist der richtige?

Im Test stellt sich die kompakte Mittelklasse: MP3-Player mit fünf bis sechs GByte Speicher. Kompakt nicht nur wegen der geringeren Speicherausstattung, sondern vor allem wegen der Platz sparenden Ausmaße. Denn so schick ein dicker iPod auch sein mag, er beult die Hemdtasche deutlich aus. Auch am Gürtel getragen, trägt ein 40-GByte-Riese zu dick auf. Wer mit weniger Speicher auskommt, greift deshalb zum iPod mini oder einem seiner starken Konkurrenten.

Der iPod steckt im elegant abgerundeten Gehäuse aus einer Alu-Legierung. Obwohl mit 113 Gramm ein Leichtgewicht, wirkt der iPod mit diesem Gehäuse wuchtig und liegt prima in der Hand. Knubbelig ist der Creative Zen. Mit knapp achteinhalb Zentimetern Länge ist er der Zwerg und wirkt mit 1,8 Zentimetern Dicke bei 120 Gramm recht knuffig. Der I-River kommt wie der Zen im Plastikgehäuse, ist aber flacher. Der I-River wirkt zwar nicht so edel wie der iPod, hinterlässt aber einen soliden Eindruck und ist mit 110 Gramm der leichteste Player im Test.

Die Displays aller Player sind groß genug, um die Menüs und die aktuell gespielten Titel anzuzeigen. Bei Zen und iPod schaltet sich auf Wunsch eine Hintergrundbeleuchtung zu. Das Farbdisplay des I-River ist immer beleuchtet - dafür in Farbe. Um Strom zu sparen, schaltet der I-River das Display ab, wenn ein paar Sekunden lang keine Kommandos kommen.

Speicher zwischen fünf und sechs GByte

Mit einer Speicherkapazität von 5 GByte bei I-river und Creative Zen oder 6 GByte beim iPod mini sind die Musikgeräte ordentlich ausgestattet. Rund 1.500 Lieder passen - je nach Qualität - auf die Speichermedien. Das ist genug für eine Urlaubsreise. Und es ist vor allem genug, um immer eine gute Auswahl unterschiedlicher Musik dabei zu haben - schließlich gehört zu jeder Stimmung der passende Soundtrack.

Sollte der sich partout nicht finden, schalten I-River und Creative Zen wahlweise auf das UKW-Radio um. Und wer selbst singen oder etwas diktieren möchte, spricht in das Mikrofon eines der beiden Geräte. Mikro und Radio fehlen dem iPod mini.

Neben dem Abspielen von Musik bieten die Westentaschen-Musikboxen weitere Ausstattungsmerkmale. Der I-River kommt mit Farbbildschirm und eingebautem Photoalbum daher - allerdings strahlen die Bildchen nur im Briefmarkenformat. Mit Adressen aus Outlook und einem Kalender gibt sich Creatives Zen ein wenig sachlicher. Der iPod schließlich vermag ebenfalls, Adressdaten zu speichern, zeigt einen Kalender sowie Notizen. Außerdem lädt der Apple-Apparat zu kleinen Spielchen ein. Wie wäre es mit einer stillen Patience? Oder mit einer Partie Bricks. Das ist ein Nachbau des Spielhallenklassikers Arkanoid. Musikkenner probieren sich am Musikquiz. Der Ipod spielt einen Song an und stellt vier Titel auf dem Display dar. Je schneller der Kandidat den richtigen Titel errät, desto mehr Punkte gibt es. Da zeigt sich, wer seine Musiksammlung wirklich kennt.

Die Musikauswahl

Bei der Auswahl der Musik richten sich alle drei Geräte nach den ID3-Tags. Das sind Einträge innerhalb der MP3-Datei, die über Interpreten, Album, Songtitel oder Musikrichtung informieren. Sind diese Daten vorhanden, bieten die Player sortierte Listen, zum Beispiel nach Alben, Interpreten oder Musikstil. Natürlich haben alle Geräte eine Shuffle-Funktion, die Songs in zufälliger Reihenfolge abspielt.

Die Auswahl der Musik geschieht beim iPod über das Clickwheel, bei den beiden anderen Geräten über ein senkrecht angeordnetes Touchpad. In allen Fällen ist die Bedienung gewöhnungsbedürftig. Das Clickwheel verlangt nach einer halbkreisförmigen Bewegung, die geübt sein will. Der I-River eignet sich ganz und gar nicht für grobmotorisch veranlagte Menschen: Die Einstellung von Werten in der Audio-Feineinstellung forderte dem Tester einige Geduld ab. Angenehmer der Zen: Hier darf der Besitzer sogar die Empfindlichkeit des Touchpads einstellen.

Der I-River zeigt auf den zweiten Blick Schwächen bei der Musikauswahl: er sortiert in der ausgelieferten Version die Musikstücke eines Albums nicht nach der in den ID3-Tags fest gelegten Reihenfolge. Ein Firmware-Update sollte dieses Problem beheben. Allerdings ließ sich die notwendige Datei im Test trotz mehrmaliger Versuche nicht herunter laden. Berichte in einschlägigen Foren wie http://www.misticriver.net bestätigen das.

Auch der Zen micro vermochte nicht hundertprozentig zu überzeugen. Bei einigen Musikstücken erkannte er die vorhandenen ID-3-Tags nicht. Bei anderen Songs, die mit derselben Software von CD gerippt waren, klappte es hingegen einwandfrei.

Anschluss über USB

Der Anschluss an den PC geht bei I-River und iPod am einfachsten: Kurz nach dem Anstöpseln an den USB-Port melden sich die Player als Wechselmedien.

Kopierte Bilder und Textdateien zeigt der I-River auf Wunsch an. Auch direkt auf das Gerät kopierte MP3-Dateien spielt das Gerät ab, wenn man sie im Datei-Browser anklickt.

Der iPod nimmt im Direktanschluss ebenfalls beliebige Dateien entgegen. Zusätzlich darf der Apple-Freund Kontakte und Notizen auf den Musik-Winzling übertragen.

Etwas mehr Aufwand ist notwendig, soll der Creative Zen als Wechselmedium zum Einsatz kommen. Diese Funktion muss auf dem Gerät explizit eingeschaltet werden.

Zum Überspielen von Musik und für Playlisten bringen alle drei Kandidaten eigene Software mit. Allen Paketen ist gemeinsam, dass sie CDs rippen, Playlisten erzeugen und das Ergebnis auf den Player übertragen.

Ladetechnik

Alle Geräte im Test laden ihre Akkus auf, sobald sie an USB angeschlossen sind. Der Zen und I-River haben ein zusätzliches Netzteil. Beim iPod fehlt das. Das ist ärgerlich, wenn man längere Reisen ohne Computer aber mit iPod plant.

Weiteres Manko des iPod: Der Akku ist nicht austauschbar. Sollte der Akku kaputt gehen, hilft nur der Gang zum Fachhändler. Bei den beiden Konkurrenten holt sich der Musikfreund einfach einen neuen Akku. Auch ein Akkuwechsel auf ganz langen Reisen ohne Steckdose ist mit I-River und Zen kein Problem.

 


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