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Netiquette oder "Benimmregeln für das Netz"

Wo immer sich Menschen begegnen sind Benimmregeln gefragt. Sie schützen vor Missverständnissen. Sei es der Handschlag des Kavaliers, der andeutet, dass er ohne Waffen kommt oder das lockere "Hi" mit leichtem Zucken der linken Augenbraue. Beides zeugt dem Gegenüber Respekt und schafft eine Grundlage der weiteren Kommunikation. Der Gegenüber weiß: Der will mir nichts Böses.

Im internationalen Geschäft geht das noch weiter. Denn hier müssen kulturelle Gegensätze überbrückt werden. Dafür haben sich Diplomaten auf strenge protokollarische Regeln geeinigt. Da kann auch mit dem Regierungsvertreter oder der Vertreterin eines exotischen Landes nichts schief gehen.

Dem Menschen steht ein reiches Repertoire an Verständigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Im eingangs genannten Beispiel kommen schon ein paar davon zum Einsatz: Das Händeschütteln ist eine Geste, "Hi" ist verbale Kommunikation, das coole Zucken der Augenbraue fällt unter die Rubrik Mimik.

Auch im Internet treffen sich Menschen. Nur sind es nicht zehn oder 20 wie auf einer Party. Es sind Tausende, ja Millionen Menschen, die sich im Netz tummeln. Damit nicht genug, sind unsere Verständigungsmöglichkeiten im Internet auch noch eingeschränkt. Gestik und Mimik helfen uns nicht weiter. Auch mit Reden und unserer Stimme können wir nicht kommunizieren. Es bleibt einzig das geschriebene Wort zur Verständigung untereinander.

Und das macht die ganze Sache schwierig. Stellen Sie sich vor, Sie sagen zu einem Freund scherzhaft "Du Dummerle", nur weil er zum zwölften Mal über die Teppichkante fliegt. Sie können dabei scherzhaft lächeln, den Kopf schief legen und ihn gleichzeitig auch noch auffangen.

Schreiben Sie jedoch einem anderen Internet-Teilnehmer eine Mail, so wird der sich nach dem "Du Dummerle" ziemlich auf die Füße getreten fühlen. Denn erstens reden Sie mit ihm wie mit einem Kinde, zweitens beleidigen Sie ihn. Sofern er überhaupt antwortet, wird diese Antwort ziemlich harsch ausfallen. Oder sie hören von seinem Anwalt.

Nicht nur im Gespräch miteinander ist Netikette gefragt. Auch in der Behandlung von Besuchern auf einer Web-Seite gelten diese Regeln. Oder stellen Sie sich vor, Sie sehen jedem Partygast auf Ihrer Geburtstagsfete in die Jackentasche und fragen ihn nach seinem Kontostand. Das gehört sich einfach nicht. Jedoch: Im Internet ist derlei gang und gäbe. Jeder Online-Laden verlangt von seinen Kunden einen halben Offenbarungseid: Nicht nur Name, Vorname und Adresse werden gespeichert. Es sind auch die Kontoverbindung, die bisherigen Bestellungen und weitere Daten wie Hobbys oder den verwendeten Computer und das Betriebssystem.

Wozu spezielle Regeln für das Internet?

Das Internet ist ein freies und weltumspannendes Medium. Hier geht es nicht so streng zu, wie auf dem diplomatischen Parkett. Dennoch ist es nicht weniger heikel. Es stoßen nicht nur Menschen aus verschiedenen Schichten mit verschiedenen Ansichten aufeinander. Es sind Menschen aus aller Herren Länder. Und die treiben sich nicht nur im World Wide Web herum. Sie schicken einander Mails, lesen und schreiben in den Newsgroups oder treffen sich in Chats zum Plauderstündchen.

Auch die Technik macht gewisse Verhaltensregeln erforderlich. Man denke nur an den Besitzer eines langsamen, alten Modems, der sich in das Internet einwählt und eine riesengroße Datei geschickt bekommt. Das Übertragen der Datei aus dem Internet auf den Computer dauert lange Minuten, möglicherweise gar Stunden. Und es ist nicht nur unhöflich, Menschen warten zu lassen. Es ist auch unfein, dessen Geld zu verschwenden. Denn die Einwahlzeit kostet Geld. Ebenso gehört es sich, Dateien vor dem Versand auf Viren zu prüfen um den Empfänger so vor Schaden zu bewahren.

Als Grundregeln im Internet lassen sich daher formulieren:

  • Beleidige niemanden
  • Stehe immer zu dem, was Du sagst
  • äußere Dich klar, knapp und präzise
  • sei freundlich zu jedem
  • spioniere niemanden aus
  • spare mit Daten
  • verschicke keine Nachrichten, die der andere nicht lesen kann
  • sende keine schädlichen Programme, sprich: überprüfe jede Datei vor dem Versand auf Viren.
  • Brich' nicht in Datenbestände von anderen ein.

Von Netikette, Kriminalität und Datenspionage

Bei Verstößen gegen dies Regeln der Netikette drohen nicht nur böse Anrufe oder Mail-Antworten. Der Diebstahl von Daten oder der wissentliche Versand von schädlichen Programmen sind Straftatbestände. Hackern in den USA wie Kevin Mitnick drohen harte Strafen: Mitnick hatte Systeme von großen Firmen wie Sun oder Fujistsu gehackt, wurde 1995 gefasst und ist 1999 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach der langen Untersuchungshaft war die Strafe aber bereits im Januar 2000 abgesessen. Doch Bewährungsauflagen verbieten dem im Hacker jede Nähe zu Computern und die Tätigkeit als Berater zu EDV-Themen.

Auch in Deutschland sind Computer-Delikte keine Bagatellen: Die Kölner Polizei meldete für das Jahr 2000 über 1000 Internet-Betrugsfälle bundesweit: Die Betrüger stehlen mit Hilfe von Trojanischen Pferden Zugangsdaten von Rechnern anderer Nutzer. Dann loggen sie sich unter deren Kennung ein und verprassen Gebühren. Der Schaden läge, so die Polizei, zwischen zwei Pfennig und mehreren Millionen Mark. Allerdings sei die Aufklärungsrate recht hoch, so die Kölner Polizei. Denn bei jeder Einwahl sähe man die Rufnummer des Kunden und könnte anhand dieser auch den Aufenthaltsort des Hackers ermitteln. Den Betrügern drohen bis zu fünf Jahre Haft. Damit es erst gar nicht so weit kommt, rät die Polizei, keine Zugangsdaten auf der Festplatte zu speichern.

Internet-Kriminellen rückt bald nicht mehr nur die Kölner Polizei auf den Hals. Denn im November 2001 wurde die "Budapester Konvention" verabschiedet. In diesem internationalen Vertragswerk sind erstmals einheitlich Internet-Vergehen definiert. Dazu gehören das illegale Abhören, das Einbrechen in Computer und das Stören von Systemen. Auch das Stehlen, Manipulieren oder Löschen von Daten steht mit auf der Liste. Ebenfalls unter Strafe: Copyright-Vergehen, das Umgehen von Kopierschutzsystemen, das Herstellen, Verbreiten und Verfügbarmachen von Kinderpornographie sowie Verbrechen, die unter Ausnutzung von Computer-Netzwerken begangen werden können.

Das Cybercrime-Abkommen ist allerdings bei Datenschützern umstritten, da es den Behörden weit reichende Abhör- und Spionage-Befugnisse einräumt.

Preise für Datenschnüffler

Viele Organisationen sind nicht gut auf Datenschnüffler zu sprechen -- ob die nun von Staats wegen oder aus wirtschaftlichen Interessen in die Privatsphäre eindringen. Einige Verbände haben die Big Brother Awards ins Leben gerufen. Die sollen auf die Problematik des Datenschutzes aufmerksam machen und eine breite Öffentlichkeit für Gefährdungen der Privatsphäre sensibilisieren. Federführend bei der Verleihung ist der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V, kurz FoeBuD. Mitglieder der Jury kommen aus dem Chaos Computer Club, der FITUG, der Deutsche Vereinigung für Datenschutz sowie der FIfF (Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung).

Im Jahr 2001 gehören Otto Schily, Werner Müller und RealNetworks zu den Gewinnern der Big-Brother-Awards. Diese Auszeichnungen werden an die eifrigsten Datensammler Deutschlands verliehen. Weitere Preisträger in diesem Jahr sind die Firmen Informa, ProtectCom sowie das Hans-Ehrenberg-Gymnasium in Bielefeld.

Otto Schily ist Preisträger der Kategorie Politik und gleichzeitig der Hauptgewinner. Die Jury begründet diese Entscheidung mit der Politik des Innenministers, der sich für eine Ausweitung der Ermittlungsbefugnisse von Polizei und Geheimdienst einsetze. Besonders seit dem 11.September trete Schily für Sicherheitsmaßnahmen ein, die eine große Gruppe der Bevölkerung beträfen. Dazu gehöre zum Beispiel die Aufnahme von biometrischen Daten in Pass und Personalausweis. Die Informa Unternehmensberatung GmbH erhält den Preis in der Kategorie »Business und Finanzen« für ihre Tätigkeit im Scoring von Verbrauchern. Der Score wird aus den persönlichen Daten, dem Konsumverhalten und anderen Werten errechnet. Er soll Aufschluss darüber geben, ob ein Verbraucher ein attraktiver Kunde für bestimmte Unternehmen ist. Preisträger im Bereich »Kommunikation« ist der Wirtschaftsminister Dr. Werner Müller. Nominiert wurde er für die unter seiner Federführung entwickelte Telkommunikations-Überwachungsverordnung. Die Verordnung schreibt vor, dass die Betreiber von Telekommunikationsanlagen eine Überwachung durch staatliche Stellen möglich machen müssen. Real Networks probiere mit dem RealPlayer Möglichkeiten aus, um den Benutzer überwachen und sein Netzkonsumverhalten eindeutig zuzuordnen. Jens Ohlig vom Chaos Computer Club bei der Preisverleihung: »Bis zur letzten Version des RealPlayers gehörte dazu eine GUID, eine globale User-ID, die sich bei Rechnern mit Netzwerkkarte unter anderem aus Medien-Adresse der Karte berechnet. Hiermit sollte eine noch genauere Identifikation der Benutzer als über IP-Adressen oder ähnliches ermöglicht werden.«

Die Preise die dieses Jahr in Deutschland zum zweiten Mal vergeben werden, haben ihren Namen aufgrund von George Orwells Utopie »1984« erhalten. Preisträger dieser Negativ Preise sind Personen oder Firmen, die in besonderer Weise die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder private Daten Dritten zugänglich machen.

Urheberrecht im Internet

Von vielen wird das Internet als rechtsfreier Raum betrachtet. Da wird fröhlich der Inhalt von anderen Internet-Seiten kopiert und unter eigenem Namen veröffentlicht. Vorsicht: Wer das macht, verstößt gegen das Urheberrecht. Dabei gilt das Urheberrecht nicht nur für Texte. Es kann auch angewandt werden beispielsweise auf Sammlungen von Querverweisen in das Internet (Links). Wer eine komplette Liste von Links beispielsweise bei Yahoo.de auf seine eigene Homepage übernimmt, dem droht Ärger.

Wollen Sie auf Ihrer eigenen Internet-Seite Inhalte von anderen Anbietern veröffentlichen, dann müssen Sie den Urheber fragen. Viele Anbieter haben nichts gegen eine Veröffentlichung auf Ihren Seiten, möchten aber als Quelle genannt werden.

Wenn Sie selbst Inhalte ins Internet stellen, sollten Sie gelegentlich nach sich selbst suchen. Sprich: Suchen Sie nach Ihrem Namen oder nach Titeln Ihrer Aufsätze im Internet. Das ist der beste Weg, um Kopien auszumachen. Wenn Sie einen Täter aufspüren, der Ihren Text kopiert hat, greifen Sie nicht gleich zu wilden Drohungen. Eine nette Mail, den Text wieder von der Seite zu nehmen, reicht im Allgemeinen. Denn in den meisten Fällen handelt es sich, genau wie bei Ihnen, um Privatpersonen, die ihre Seiten mit Inhalt füllen wollen. Da ist es eher eine Auszeichnung, zitiert zu werden.

Fazit: Fragen Sie den Urheber, wenn Sie Inhalte übernehmen wollen. Und wenn Sie selbst feststellen, dass jemand Ihre Inhalte kopiert: drohen Sie nicht gleich mit einem Prozess.

Das Recht am eigenen Bild

Mit der Veröffentlichung von Bildern im Internet sollten Sie vorsichtig sein: Denn der Abgelichtete hat vielleicht etwas dagegen. Und der Fotografierte hat das "Recht am eigenen Bild", darf also bestimmen, ob sein Abbild veröffentlicht werden darf.

Besonders heikel ist dieses Thema im Zusammenhang mit so genannten Rache-Seiten. Hier veröffentlichen Verlassene und Beleidigte Schmähschriften auf ihre Partner oder Freunde. Und wenn dann noch ein Bild des oder der Betroffenen dabei ist, wird dessen Ruf beschädigt. Und dagegen kann derjenige vorgehen.

Fazit: Bilder von Personen nur mit Einverständnis des Abgelichteten veröffentlichen. Die Ausnahme bilden Personen des öffentlichen Lebens oder Abbildungen von Versammlungen. Allerdings dürfen auch die nicht veröffentlicht werden, wenn schutzwürdige Interessen der Abgebildeten verletzt werden. Darunter fällt zum Beispiel unter Umständen das Bild eines Prominenten, der sich auf einer privaten Feier ein Bier zu viel genehmigt hat.

Netikette im Web

Wenn Sie im World Wide Web surfen, kommen Sie mit den Anstandsregeln des Netzes kaum in Konflikt. Denn beim Abrufen von Daten kann man nicht viel verkehrt machen. Wenn Sie allerdings gemeinsam mit anderen Benutzern auf einen einzigen Netzzugang zugreifen, sollten Sie auf das Überspielen großer Datenmengen verzichten. Denn damit bremsen Sie den Zugriff anderer Benutzer, etwa Ihrer Mitschüler, auf das Internet.

Anders ist es, wenn Sie als Betreiber einer Internet-Seite auftreten. Hier sollten Sie dies beachten:

- Halten Sie die Webseite so schlank wie möglich. Verzichten Sie auf aufwändige Animationen. Und wenn Sie multimedial arbeiten müssen, gehen Sie sparsam vor. Das spart Zeit und Geld des Benutzers.

- Sammeln Sie nicht unnötig Daten: Wenn ein Besucher auf Ihre Seite kommt, verrät er noch nicht allzu viel über sich. Allenfalls der Internet-Anbieter, das Internet-Zugangsprogramm und die vorher besuchte Seite lassen sich herausfinden. Allerdings machen es einige Internet-Anbieter so: Sie lassen den Zugriff auf das Angebot nur zu, wenn sich der Besucher zu erkennen gibt. Das ist an sich noch nichts Böses -- im Gegenteil: Bei frei verfügbaren Internet-E-Mail-Angeboten schützt das sogar vor Missbrauch. Neben Namen und Adresse müssen aber oft auch Vorlieben und andere persönliche Daten preisgegeben werden. Und die gehen niemanden etwas an, dienen aber zum Erstellen von Kundenprofilen und zum Anpassen der Werbeangebote. Sie sollten das nicht tun. Verlangen Sie nur die Daten von einem Besucher, die Sie wirklich benötigen. Auf jeden Fall tabu ist die Weitergabe der Daten gegen das ausdrückliche Einverständnis des Benutzers.

Genauer regelt das Bundesdatenschutzgesetz BDSG das Erheben von Daten. Der Paragraf 3a verlangt, nur die Daten zu erheben, die notwendig sind. Der Gesetzestext:

"§ 3a

Datenvermeidung und Datensparsamkeit

Gestaltung und Auswahl von Datenverarbeitungssystemen haben sich an dem Ziel auszurichten, keine oder so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere ist von den Möglichkeiten der Anonymisierung und Pseudonymisierung Gebrauch zu machen, soweit dies möglich ist und der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck steht."

Zielgruppe Surfer: Wie Anbieter zielgerecht werben

Die Anbieter von Internet-Angeboten werden mit diesem Gesetz auseinandersetzen müssen. Allerdings ist es oft nicht einmal nötig, Daten zu erfassen. Denn meist liefert der Kunde freiwillig genügend Information. Besonders die beliebten Online-Kataloge und -Suchmaschinen wie Yahoo oder Altavista setzen "Targeting" ein. So nennt sich das gezielte Platzieren von Werbebannern, passend zum Suchbegriff. Der Informationssuchende wundert sich vielleicht nicht einmal, dass zu seiner Suchanfrage "BMW 753i" gleich die passende Anzeige des Autohauses eingeblendet wird. Das ist an sich noch nichts Schlimmes. Allerdings lassen sich diese Informationen in einer Datenbank speichern. Über Cookies wird dann der Benutzer identifiziert. Sobald er sich auch noch mit seinem Namen anmeldet, hat der Anbieter schon ein genaues Bild von den Konsum-Gewohnheiten.

"Profiling" nennen die Marketing-Experten das Gewinnen eines aussagekräftigen Kundenprofils. Sind genügend Informationen in der Datenbank gesammelt, sprechen Marketingexperten von einem Data Warehouse. Jetzt tritt "Data Mining" in Aktion: Per Computerprogramm werden Zusammenhänge aufgespürt, die vorher unbekannt waren. Data Mining könnte beispielsweise entdecken, dass 30-35jährige Väter von zwei Kindern und mit einem gewissen Mindesteinkommen häufig Bausparverträge in einer bestimmten Höhe abschließen. Und los geht's mit der gezielten Werbung - das spart eine Menge sonst verschwendeten Portos.

Dagegen helfen - außer dem Löschen von Cookies - keine technischen Mittel mehr. Hier sind die Verbraucher selbst gefordert: Man muss ja nicht freiwillig jede marktrelevante Information über sich selbst preisgeben. Etwas technisches Wissen ist dabei allerdings hilfreich:

So wehrt man sich gegen Datenspione

Mit den folgenden zehn Regeln sichern Sie sich gegen Datensammler und -Spione.

1. Nehmen Sie nicht an Online-Gewinnspielen, Preisausschreiben und dergleichen teil.

2. Niemals online das eigene Passwort verraten, auch nicht jemandem, der sich als "Sysadmin" oder ähnlich ausgibt. Das sollten Sie übrigens auch sonst nicht tun.

3. Verwenden Sie als Passwort nichts, was in irgendeiner Form mit Ihnen in Zusammenhang gebracht werden kann, etwa Vornamen oder Geburtstag des Partners/der Partnerin. Auch die Namen der Gegenstände in der Umgebung Ihres PCs sind ungeeignet.

4. Per E-Mail erhaltene Attachments nicht sofort öffnen, sondern auf Festplatte speichern und auf Viren checken.

5. Sie sollten niemals online die eigene Kreditkartennummer unverschlüsselt eintippen.

6. Wenn Sie nicht wieder erkannt werden wollen, dürfen Sie Cookies nicht akzeptieren. Wer ganz sicher gehen will, sollte im Browser unter "Sicherheitseinstellungen" die höchste Sicherheitsstufe wählen und auch Javascript und Java deaktivieren - auch wenn dann manche Seiten nicht mehr korrekt angezeigt werden.

7. Ihr Passwort sollten Sie nicht im Browser oder der Software Ihres Online-Dienstes speichern, sondern im eigenen Kopf.

8. Wenn Sie Wert auf Ihre Privatsphäre legen, dann sollten Sie E-Mails und Attachments verschlüsseln, außerdem nur Text-Mails verschicken und empfangen, keine HTML-Mails.

9. Wichtige Daten auf der eigenen Festplatte mit PGP verschlüsseln. Notebook mit kompletten Netzwerk- und Internet-Zugangsdaten nicht herumliegen lassen.

10. Üben Sie grundsätzlich äußerste Zurückhaltung beim Ausfüllen von Online-Formularen.

Netikette für Newsgroups im Usenet

Im Usenet diskutieren Tausende von Internet-Teilnehmern. Um den Daten- und Informationsstrom geregelt in Fluss zu halten, ersann die Netzgemeinde schon sehr bald eine eigene Netikette. Jeder Teilnehmer im Usenet sollte sich an diese Benimmregeln halten. Zwar drohen ihm weder Geld- noch Gefängnisstrafen. Doch wer gegen den guten Ton im Netz verstößt, drohen Rüffel und Sanktionen. Diese reichen von verbalen Attacken, Flames genannt, bis hin Löschen seiner Newsgroup-Beiträge. Auf die Durchsetzung der Regeln achtet im Allgemeinen die Usenet-Gemeinde selbst. In viele Gruppen arbeiten zudem Moderatoren. Die lesen einen Beitrag, bevor er veröffentlicht wird.

Diese Grundregeln sollte jeder Usenet-Teilnehmer beherzigen:

Die richtige Newsgroup wählen:

Überlegen Sie zuerst, was Sie schreiben wollen. Überlegen Sie dann eine griffige Überschrift, um den Text zusammenzufassen und in welche Newsgroup Ihr Beitrag paßt. Nicht nur gehen viele Nachrichten in den falschen Gruppen verloren -- es ärgern sich auch Leser, wenn die Newsgroup voller Beiträge ist, die dort nichts zu suchen haben.

Crosspostings vermeiden:

Eine Nachricht gehört immer nur in ein Usenet-Forum. Überlegen Sie, wo Sie Ihre Messages unterbringen. Wenn Sie partout der Ansicht sind, dass eine Nachricht in mehrere Foren paßt, posten Sie diese in einen Bereich und plazieren Sie in den anderen Newsgroups kurze Hinweise. Das sollte jedoch die Ausnahme bleiben.

Persönliche Angriffe vermeiden:

Bleiben Sie höflich im Netz -- verbale Ausfälligkeiten und Attacken bringen niemandem etwas und provozieren nur unnötige Auseinandersetzungen. Wenn Sie Streit suchen, nehmen Sie das passende Forum dafür, etwa de.alt.flame.

Ironie kennzeichnen:

Die Kommunikation via Computer ist beschränkt -- weder Tonfall noch Mimik oder Gestik stehen als zusätzliche Kanäle bereit. Das provoziert Missverständnisse. Verzichten Sie daher auf doppeldeutige oder ironische Formulierungen. Wenn sich diese nicht vermeiden lassen, nutzen Sie Emoticons, etwa das ;-), um Ironie zu unterstreichen.

Kurze Signaturen verwenden:

Reduzieren Sie Ihre Signatur. Zwei oder drei Zeilen reichen, um alles in dieser digitalen Kennung unterzubringen.

Keine Werbung:

Senden Sie keine Werbung in Newsgroups. Erstens bringt es nicht viel, zweitens ärgert sich die Netzgemeinde enorm darüber, drittens kann es Ihrem Unternehmen schaden, mit dem Bann des Usenet belegt zu werden.

Schreiben Sie unter Ihrem Namen:

Adresssammler durchstöbern täglich die Newsgroups, um neue E-Mail-Anschriften zu sammeln. Viele Nutzer sind dazu übergegangen, ihre Adressen für diese Suchmaschinen unbrauchbar zu machen, indem Sie zusätzliche Namen oder Zeichen einfügen, etwa meier_@_foo.bar oder meier@remove.foo.bar. Doch diese Maßnahme schadet mehr als sie bringt. Denn sie erschwert, auf Ihre Beiträge zu antworten -- im Usenet ist dieses Adreß-Faking nicht gerne gesehen.

FAQs nutzen:

Zu praktisch jeder Newsgroup gibt es eine FAQ, eine Liste mit den meistgestellten Fragen. Diese FAQ wird regelmäßig aufs Netz geschickt und aktualisiert. Bevor Sie also eine Frage öffentlich in einer Newsgroup stellen, sehen Sie nach, ob diese nicht schon in der FAQ beantwortet ist.

Redundanz vermeiden, Neues sagen:

Bevor Sie sich an einer Usenet-Diskussion beteiligen, lesen Sie genau die anderen Beiträge. Bringen Sie dann nur Meinungen oder Fakten, die dort nicht schon dargelegt wurden. Zitieren Sie nur die Passagen aus anderen Beiträgen, auf die Sie sich wirklich beziehen. Fassen Sie sich kurz und schreiben Sie nur dann, wenn Sie wirklich etwas Neues sagen wollen.

Formalia einhalten:

Achten Sie auf das, was Sie schreiben. Lesen Sie jeden Text noch einmal durch, bevor Sie ihn posten. Achten Sie auf die Rechtschreibung und grammatikalische Richtigkeit.

Binärdateien nur in die richtigen Foren:

Für Binärdateien, also Bilder oder Programme gibt es eigene Newsgroups, meist erkennbar am Kürzel "bin" oder an der Bezeichnung "binaries". Nur hier haben Files etwas zu suchen.

Gutes Subject wählen:

Das Subject ist wie die Überschrift in einer Zeitung: Nur wenn sie gut gewählt ist, wird man einen Beitrag lesen.

Nutzen Sie E-Mail:

Nicht jede Antwort auf einen Newsgroup-Beitrag muss öffentlich sein. Antworten Sie per E-Mail, um das Netz zu entlasten. Wenn Sie selbst E-Mails als Antworten auf eine Frage bekommen, stellen Sie nach einigen Tagen eine Zusammenfassung dieser Antworten aufs Netz.

Netikette für E-Mail

Mit einer freundlichen E-Mail können Sie nicht viel verkehrt machen. Im Allgemeinen gelten hier dieselben Regeln wie auch in den Newsgroups. Also sind Höflichkeit, Kürze, Eindeutigkeit und wohl überlegtes Schreiben gefragt. Im Folgenden wird daher nur auf einige zusätzliche Aspekte eingegangen.

Nicht an zu große Verteiler senden

E-Mail sollte man grundsätzlich nur an die senden, die es betrifft. Viele neigen dazu, Nachrichten an einen zu großen Verteiler zu schicken. Dazu gehören besonders Mitarbeiter in Unternehmen, die eine Nachricht an alle anderen Angestellten schreiben, nur weil sie ihre Kaffeetasse nicht finden. Inhalt der Nachricht dann: "Wer hat meine Kaffeetasse aus der Küche genommen." Auch im Privaten gilt es: Nicht jeder will alles lesen. In der Informationsflut von heute stören unnütze E-Mails.

Nicht zu große Mails schicken

Das kommt oft vor: Person A eine hat einen schnellen T-DSL-Anschluss oder eine Standleitung in das Internet, Person B nur ein Modem. Person A findet einen kleinen Videofilm im Internet und verschickt ihn an alle seine Freunde. Person B ist auch darunter. Und B ärgert sich, dass die sieben Megabyte ewig lang die Leitung verstopfen und dass letztlich dabei eine nutzlose Datei heraus kommt -- die er sich schlimmstenfalls nicht ein Mal ansehen kann. Verzichten Sie deshalb auf den Versand von allzu großen Mails. Alles über 200 KByte ist schon kritisch.

Private Mails nicht veröffentlichen

Nicht nur ein Verstoß gegen die Netikette ist es, E-Mail, die man privat erhalten hat, zu veröffentlichen oder an einen größeren Verteiler weiter zu leiten. Es ist auch ein Vertrauensbruch.

Stellen Sie sich vor: Sie schreiben einem Kollegen oder einer Mitschülerin eine E-Mail und erzählen dort wie attraktiv Sie diesen oder jenen Menschen finden. Und der Empfänger leitet die Mail nicht nur an alle anderen Kollegen weiter, sondern auch noch an Ihren Partner (der dann wohl nicht mehr lange Ihr Partner ist).

Unerwünschte Werbemail verhindern

Die weitaus lästigste Art der Mail verstopft jeden Tag unsere Briefkästen: Elektronische Werbesendungen versprechen Millionengewinne, preisen Hautcremes an, Versicherungen oder die neuesten Sonderangebote aus dem Supermarkt. Auf dem Internet haben diese lästigen Postwurfsendungen ein neues Refugium gefunden. Junk-Mail, zu Deutsch Müll-Post, landet täglich in zehntausenden E-Mail-Fächern.

Inhaltlich füllen die digitalen Nachrichten die gesamte Bandbreite menschlicher und wirtschaftlicher Bedürfnisse: "Ein WWW-Programm ist hervorragend dazu geeignet, Produkte und Dienstleistungen im Ausland zu verkaufen und das eigene Unternehmen weltweit in angemessener Form zu repräsentieren," sinnierte Ende der Neunziger ein Übersetzungsdienst. "Dieser Brief wurde zu Dir geschickt, um Dir Glueck zu bringen," predigt ein Kettenbrief, und susan140@juno.com preist eine frivole 4 for 1 Dateline an.

Gegen Junk-Mail ist kein E-Mail-User gefeit. Ob in T-Online oder AOL -- die Mails kommen früher oder später automatisch. Junk-Mails sind nicht nur lästig, sie kosten auch Geld. Viele Online-User werden nach übertragener Datenmenge zur Kasse gebeten. Junk-Opfer kommen schnell auf ein halbes Megabyte Datenmüll pro Woche. Außerdem fallen für den Download der Nachrichten Telefonkosten oder andere Leitungsgebühren an. Junk-Mail-Versender nehmen das in Kauf.

Woher bekommt der Versender die Adressen?

Nichts ist einfacher, als im Internet an E-Mail-Adressen zu kommen. Junk-Mail-Versender bedienen sich im Usenet oder im World Wide Web. Jeder, der sich online zeigt, wird zum potentiellen Opfer der Mailer. Denn in den News muss ein Junk-Mailer nur die Absendefelder untersuchen und in eine Datenbank übernehmen. Im World Wide Web bedient man sich eines Robots, der ähnlich wie Altavista oder Lycos automatisch Homepages abklappert und dabei nach Adressen sucht. Auf einer Homepage sind Anschriften einfach zu erkennen, sie werden mit "mailto:" eingeleitet -- selbst für wenig talentierte Programmierer ist die Anschriftensuche leicht. Eine weitere Quelle sind die User selbst. Wer auf einer Webseite Infomaterial anfordert, gibt dabei seine Internet-Adresse preis und landet in einem Verteiler.

Vorbeugung

Um Junk-Mail zu vermeiden, sollten Sie im Netz so wenig auffallen wie nur möglich. Das bedeutet: Keine Beiträge in Newsgroups, keine eigene Homepage mit E-Mail-Adresse, keine Anforderung von Informationen auf Web-Seiten, keine E-Mails an Unternehmen. So einfach es klingt, so unsinnig ist dieses Verhalten -- schließlich ist das Internet ein Kommunikationswerkzeug. Zumindest jedoch sollten Sie versuchen, mit Ihrer Adresse zu geizen, also nicht täglich zig Messages in die Newsgroups zu schreiben oder tonnenweise Infos anzufordern.

Junk-Mail-Fallen lauert auf Registrierungsseiten von Software-Anbietern. Vor einem Download verlangt der Server eine E-Mail-Adresse. Und irgendwo auf dem Formular verbirgt sich eine Checkbox. Ist diese angekreuzt, wertet der Software-Anbieter dies als Einverständniserklärung für die Weitergabe der E-Mail-Adresse. Andere Server wiederum gehen den umgekehrten Weg. Hier muss der Downloader die Checkbox aktivieren, um den Junk-Empfang zu vermeiden. Lesen Sie also genau, was Sie anklicken, sehen Sie sich immer die komplette Formularseite an, bevor Sie den Submit-Button drücken. Einige User sind bei der Registrierung des Downloads dazu übergegangen, eine ungültige E-Mail-Anschrift anzugeben, etwa niemand@foo.bar. Doch das ist nicht unbedingt fair und ehrlich.

Gegenmaßnahme: Gratis-Mailer gegen Spam

Ein ideales Mittel gegen unerwünschte Werbung ist ein Postfach (Account) bei einem Gratis-Mailanbieter. Wer mit einer solchen Adresse etwa in Newsgroups schreibt, dessen Ursprungs-Account bleibt vor unangenehmer Werbung verschont -- erreichbar ist man für die Netzgemeinde trotzdem. Denn die Maildienste im Internet filtern die Nachrichten von Junk-Mail-Versendern so weit wie möglich heraus. Anbieter wie Yahoo.com oder der deutschsprachige GMX verfügen über ausufernde Listen mit Absendeadressen, die sie von vornherein sperren. Darüber hinaus bieten einige Dienste persönliche Blockade-Listen für ihre Kunden.

Mail-Anbieter haben selbst großen Ärger mit Spam-Versendern. So kommt es immer wieder vor, dass Teilnehmer eines Dienstes diesen für Werbesendungen missbrauchen. Dafür haben die Gratis-Services allerdings rigide Regeln: Wer Werbung versendet, fliegt raus. Die meisten Spam-Versender gehen aber raffinierter vor. Sie schicken die Werbebotschaften mit gefälschten Absendern durch das Internet. Häufig werden dabei große Mail-Anbieter als Absendeadressen verwendet. Dann steht hinter dem @ meist der Domain-Name eines Anbieters wie Bigfoot oder Yahoo. Die Folge sind Tausende erboster Rückantworten an den schuldlosen Mail-Anbieter. Das belastet wiederum die Server und lässt den Anbieter in einem schlechten Licht erscheinen. Deshalb gehen Mail-Anbieter auch gerichtlich gegen Spammer vor. So klagte Bigfoot 1997 erfolgreich den selbsternannten Spam-König Sanford Wallace und seine Firma Cyber Promotions aus dem Geschäft.

Oft nutzen die Spam-Sender auch Sicherheitslücken, die unerfahrene Computer-Verwalter offen lassen. Wer beispielsweise einen Server im Internet betreibt und sein Mail-Versandprogramm nicht ausreichend absichert kann sicher sein, binnen einer Woche zum unfreiwilligen Aussender von Werbemail zu werden.

Wenn Sie von Spam belästigt werden, sollten Sie nicht die Ruhe verlieren. Kommt die Mail aus den USA -- dann halten Sie still. Jede Antwort ist nutzlos. Nutzen Sie keinesfalls das Angebot, sich aus dem Werbeverteiler auszutragen. Denn falls die dort angegebene Adresse überhaupt stimmt, bestätigen Sie mit einer Nachricht dorthin nur, dass es Ihre Mail-Anschrift wirklich gibt. Und damit steigt der Verkaufswert Ihrer Adresse gleich wieder.

Kommt die Werbemail aus deutschen Landen, sollten Sie den Absendern mit einem freundlichen aber deutlichen Hinweis klar machen, dass Sie keine Mail mehr wünschen. Wunder wirkt bisweilen eine Kopie der Mail und Ihrer Antwort an den Postmaster der betreffenden Domain. Denn die Systembetreuer eines Absenders sind nicht unbedingt mit dem Treiben ihres Kunden einverstanden. Um den Systembetreuer eines Providers zu erreichen setzen Sie statt des Absendernamens einfach "postmaster" ein und belassen die Adresse ab "@". Aus "junkie@foo.bar" wird also "postmaster@foo.bar". Häufig haben Provider auch eine spezielle Adresse, um Missbrauch zu melden. Die lautet "abuse@....". Damit der Provider mit der Spam-Mail etwas anfangen kann, müssen sie diese als Quelltext schicken. Mit Outlook Express erhalten Sie den Quelltext per Tastendruck auf [Strg]-[F3].

Wenn Sie auf Ihrem PC ausreichend Platz finden, archivieren Sie die Junk-Mails. So machen Sie Wiederholungstäter ausfindig und können gegebenenfalls geballtes Beweismaterial an einen Postmaster schicken.

Robinsonlisten sind fragwürdig

Wenig Nutzen bringt der Eintrag auf einer Robinson-Liste. Denn die wenigsten Versender sehen zuvor in einer solchen Liste nach, bevor sie ihre Botschaften los schicken. Im Gegenteil: Viele sehen in den Listen eher noch eine Gefahr. So gerieten sich im Herbst 2001 der "Interessenverband Deutsches Internet IDI" und die anderen Verbände DDV, dmmv und eco in die Haare. Grund waren die von IDI betreuten eRobinson-Listen. Die IT-Branchenverbände warnten in einer Pressemitteilung vor dem Eintrag in die Listen. Die Verbände befürchteten unter anderem, dass die Listen Ziel von Hackerangriffen werden könnten. Und diese Befürchtungen haben sich schnell bestätigt. Die Liste war Ziel eines Angriffs geworden, bei dem der Zugangsschutz gehackt wurde. Als Reaktion auf den Zwischenfall hat der IDI die Listen auf einen vom Internet aus nicht zugänglichen Server transferiert und wird die Liste in Zukunft den Berechtigten nur noch per Mail verschlüsselt zuschicken.

Rules

Ein weiterer Weg, den ungeliebten Nachrichten aus dem Weg zu gehen, sind Mail-Clients mit Rules, zu Deutsch "Regeln". Anhand dieser Regeln sortiert ein Client einkommende Nachrichten und wirft Werbe-Messages gleich weg.

Die meisten aktuellen Mail-Clients verfügen über Rule-Systeme. Sie untersuchen Betreff oder Absender einer Nachricht und verschieben verdächtige Messages in einen eigenen Ordner oder in den digitalen Reißwolf. Einige Clients recherchieren sogar in der Nachricht selbst nach verdächtigen Schlüsselwörtern. Welche Begriffe der Mailer sucht und welche Maßnahmen er ergreift, bestimmen Sie. Wenn Ihr Client Rules nicht beherrscht, verwenden Sie einen Online-Filter wie Mail Guard oder E-Filter. Diese Programme durchsuchen die Nachrichten auf dem Server nach Schlüsselbegriffen und ergreifen entsprechende Aktionen.

Doch Rules sind kein Allheilmittel: Allzu restriktive Einschränkungen bergen die Gefahr, dass ihnen wichtige persönliche Nachrichten zum Opfer fallen. Zu lasche Regelungen dagegen lassen zu viel Unrat durch. Mit Rules kurieren Sie außerdem nur an den Symptomen herum. Die Nachrichten landen trotzdem in Ihrem Postfach, Übertragungs- und Online-Kosten lassen sich mit Rule-fähigen Clients nicht eindämmen.

Das müssen Sie beachten, wenn Sie selbst Werbe-Mail versenden wollen

Viele Unternehmen versenden Informationen via E-Mail und sind dennoch keine Junk-Mailer. Wenn Sie selbst Informationen digital versenden wollen, sollten Sie folgende Regeln beachten.

1. Der Empfänger muss mit dem Empfang der Werbesendungen einverstanden sein. Das bedeutet: Er muss aktiv die News anfordern. Dies kann er per Formular auf Ihrer Homepage oder per E-Mail tun. Senden Sie keinesfalls unerwünschte Werbenachrichten an unbekannte Mail-Teilnehmer.

2. Versenden Sie Ihre Nachrichten am besten über einen Listserver. Ihr Internet-Provider sagt Ihnen, ob sie einen solchen Server verwenden können. Wenn das nicht klappt, setzen Sie die Adressen keinesfalls alle in das Adressfeld. Nutzen Sie das Blind-Copy-Feld.

3. Teilen Sie am Anfang und Ende jeder Mail mit, wie man sich von der Mailing-Liste löschen lassen kann.

4. Halten Sie Häufigkeit und Umfang Ihrer Werbesendungen in Grenzen.

5. Schicken Sie nur Mails ab, wenn Sie wirklich etwas Neues zu sagen haben.

Netikette für den Chat

Chat-Programme erlauben ihren Benutzern, sich per Tastatur zu unterhalten. In gemeinsamen Chat-Räumen treffen sich Teilnehmer aus aller Welt und tauschen sich aus. Das Niveau dieser Chats reicht vom entspannenden Geschnatter bis hin zur Hilfe bei Computer-Problemen.

Der beste Weg, sich in einem Chat unbeliebt zu machen geht so:

1. Geben Sie sich einen möglichst aufregenden Namen, schreiben Sie ihn in VERSALIEN.

2. Grüßen Sie nicht, wenn Sie den Chat-Raum betreten.

3. Fangen Sie sofort an, mitzureden.

4. Stellen Sie allen anderen Teilnehmern fragen, die sie garantiert nicht interessieren.

5. Nerven Sie die Chat-Teilnehmer mit bohrenden Nachfragen, sofern sie nicht innerhalb von Sekunden antworten.

In einem Chat ist erst ein Mal eines angesagt: Ruhig bleiben, zurück halten. Wenn Sie einen virtuellen Plauderraum betreten, grüßen Sie höflich, zum Beispiel mit "hallo allerseits". Und dann warten Sie ab. Lesen Sie erst einmal ein paar Minuten mit. Dann finden Sie heraus, um welches Thema es geht und können vielleicht mitreden. Wenn Ihnen ein anderer eine Frage stellt, antworten Sie freundlich und offen. Mit der Zeit wird es dann zum angenehmen Gespräch kommen.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn Sie schon Stammgast in einem Chatraum sind. Dann können Sie sofort los legen und sich mit ihren Freunden unterhalten. Kommt aber ein Neuer hinzu, bringen Sie ihm ruhige Höflichkeit entgegen. Fragen Sie ihn, was er macht und wie es ihm geht. Und wenn Sie wollen, binden Sie ihn in die Diskussion mit ein. Wenn Sie kein Interesse haben an unbekannten Mit-Chattern, dann sperren Sie Ihren Chatraum.

Von Viren und Keksen

Mit Viren und Cookies muss jeder leben, der mit dem Internet verbunden ist. Die einen, Viren, sind brandgefährlich. Die anderen, Cookies, sind harmlose Dateien zum Speichern von Informationen.

Viren

Zu den unangenehmen Dingen im Alltag eines Internet-Benutzers gehören die Würmer oder Trojaner. Derart unangenehme Zeitgenossen bekommt man per elektronischer Post zugeschickt. Meist sind es unauffällig wirkende Dateien, die von Bekannten kommen. Einmal gestartet, treten die Programmanweisungen in diesen Dateien eine Lawine los: Die Datei kopiert sich selbst und sendet sich selbst an alle E-Mail-Adressen, die es auf einem Computer findet.

Besonders häufig werden Computer von Viren befallen, auf denen Windows installiert ist. Dieses ist in Kombination mit dem Internet-Zugangsprogramm Internet Explorer und dem Mail-Programm Outlook Express besonders gefährdet.

Die Vorsichtsmaßnahmen:

- Immer ein Virenschutzprogramm laufen lassen

- Niemals Dateianhänge in Nachrichten öffnen, die von einem Unbekannten kommen

- Niemals Dateianhänge in Nachrichten öffnen, wenn Ihnen diese nicht in einer gesonderten Mail angekündigt wurden

- Im Zweifelsfall den Absender anrufen oder per E-Mail nachfragen, ob die Mail wirklich absichtlich gesandt wurde

- Immer nach aktuellen Sicherheits-Updates suchen, speziell für die Programme Internet Explorer und Outlook Express.[7]

Sollten Sie dennoch ein Mal einen solchen Virus aktivieren und es kurz darauf bemerken: Kappen Sie die Internet-Verbindung. Ziehen Sie den Stecker aus dem Modem oder das Netzwerkkabel aus dem Rechner. So können Sie den Schaden zumindest etwas begrenzen.

Cookies

Dass Sie auf Ihrer Festplatte eine Kekssammlung haben, wussten Sie noch nicht? Handelte es sich um echte Kekse, wären sie inzwischen steinhart, obwohl das Verfallsdatum beispielsweise lautet "1.10.2004" oder höher. Das hat nichts mit moderner Lebensmittelchemie zu tun: "Cookies" heißen die kleinen Dateien auf Ihrem PC, weil Sie sie ähnlich automatisch erhalten wie den Keks zum Kaffee. In Cookies sind Daten gespeichert. Allerdings ist der Speicherplatz nicht unbegrenzt: Bei 4096 Byte, also bei 4096 Zeichen ist Schluss. Das reicht, um einige Information unterzubringen.

Damit niemand unbefugt an die Einträge kommt, dürfen nur die WWW-Server wieder an einen Cookie heran, die ihn vorher geschrieben haben. Wenn Sie also von Ihrer WWW-Seite aus einen Cookie schreiben, darf ihn kein anderer lesen. Lediglich der Benutzer selbst kann sich den Cookie auf seiner Festplatte ansehen.

Cookies gibt es in zwei Variationen. Temporäre Cookies bleiben nur vorübergehend im Speicher des Internet-Zugangsprogramms. Persistente, also bleibende Cookies werden auf der Festplatte des Besuchers gespeichert. Wie lange, das bestimmt der Programmierer einer Web-Site. Der gibt dem Cookie eine Ablaufzeit mit, nach der die Datei verschwindet. Wird der Cookie länger gespeichert, landet er beim Netscape Navigator in der Datei cookies.txt, der Internet Explorer von Microsoft speichert die Cookies einzeln als Dateien.

Was steht nun drin im Cookie? Genau das, was Sie dem Web-Server selbst mitgeteilt haben. Das kann eine Menge sein, falls Sie ein Online-Formular ausgefüllt oder vielleicht Waren in einen virtuellen Einkaufskorb gelegt haben. Beispiel: Beim Betreten der Homepage wurden Sie nach Ihrer E-Mail-Adresse gefragt, und Sie haben sie brav ins Online-Formular eingetragen. Genau diese Information - Ihre E-Mail-Adresse - merkt sich das Cookie.

Falls Sie "nur" herumgesurft sind, enthält das Cookie lediglich das, was der Browser ohnehin über Sie verrät (welchen Sie verwenden, welche Plug-Ins Sie installiert haben, welches E-Mail-Verfahren Sie einsetzen, wer Ihr Provider ist, in welchem Adreßraum Sie wohnen) - aber das ist ja auch schon was. Das Schöne fürs Online-Versandhaus: Auch wenn Sie mit einer dynamischen IP-Adresse surfen, erkennt es Sie anhand der Cookies wieder.

Dennoch sind viele Internet-Reisende vorsichtig. Denn Anbieter von Werbeeinblendungen speichern in Cookies Daten, die erlauben, das Verhalten eines Benutzers nach zu verfolgen. Und das ist nichts anderes als das Ausspähen eines Benutzers. Für viele ist dieses Verhalten ein Grund, Cookies abzuschalten.

Ein Cookie muss nicht alle Informationen im Klartext enthalten. Viele Web-Anbieter machen es so: Sie speichern die Informationen in einer Datenbank, geben diesen Informationen eine eindeutige Kennung. Und genau diese Kennung wird im Cookie auf Ihrer Festplatte gespeichert.

Was Cookies nicht können

Zur Paranoia besteht trotzdem kein Anlass: Kein noch so bösartiger Spion ist imstande, aufgrund der Cookies etwa Systemdaten Ihres Computers abzurufen. Befürchtungen, in den Cookies würden kleine Programme stecken oder die Cookies würden geheime Daten auf der Festplatte des Benutzers lesen, sind unbegründet. Auch vor Viren müssen Sie an dieser Stelle keine Angst haben: Auf diesem Weg können sie nicht übertragen werden. Der fremde Web-Server kann nicht auf Ihre Festplatte schreiben. Er kann lediglich Ihren Browser dazu veranlassen, die Cookies-Datei zu speichern - mehr nicht.

Auch andere Web-Server als derjenige, der das Cookie angelegt hat, haben keinen Zugriff darauf. Viel dramatischer als die Cookie-Daten sind Informationen, die Sie selbst in aller Unschuld offen übers Netz schicken. Denn eines ist das Internet nicht: geheim.

Aktualisiert am: 23.11.2004



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