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Netzwerk Fehler finden und beheben

Ein Netzwerk hat viele Komponenten. Spielen sie alle zusammen, ist alles in Ordnung. Doch wehe, es funktioniert nicht. Dann beginnt eine aufwendige und lange Fehlersuche. Dieser Beitrag bringt System in die Suche und hilft beim Aufspüren der häufigsten Fehlerquellen.

Diesen Beitrag habe ich im Frühjahr 2002 geschrieben. Die Informationen können veraltet sein.

Ein Netzwerk kann wunderbar sein, wenn es funktioniert. Doch sobald die Daten nicht mehr über die Leitungen flutschen, beginnt der Katzenjammer. Nicht selten endet die Suche nach einem Netzwerkproblem nach Stunden in genau der Lösung, die man nicht für möglich gehalten hätte. Deswegen sollte sich jeder bei der Fehlersuche ein System zulegen. Dieses System besteht aus der Kombination einfacher Funktionstests mit Utilities und der Untersuchung der Hardware. Wer ein wenig Zeit hat, kommt auch ohne Netzwerk-Testgeräte und tiefes Fachwissen sehr weit.

Die Fehlerursachen im Netzwerk sind weit gestreut. Meist ist ein Kabel lose oder falsch eingesteckt. Oft handelt es sich um einen IP-Adressenkonflikt oder um ein nicht eingerichtetes Protokoll. Oft genug sind aber auch ungewöhnliche Ursachen Grund des Übels: Wenn sich in den Kabelschächten unterhalb des Fußbodens Mäuse herumtreiben, ist es schnell um Kabel geschehen. Oder ein Abschlußwiderstand in einem alten Cheapernet-Netz mit Coaxialkabeln gibt von einer Sekunde auf die andere den Geist auf. All das ist schon passiert und wird noch hunderte Male passieren.

 

Am Anfang steht das Ping

Steht das Netzwerk still, ist Ping das Werkzeug der ersten Wahl. Damit lässt sich feststellen: Ist überhaupt eine Verbindung vorhanden und ist das Netzwerkprotokoll TCP/IP korrekt implementiert.

Das erste Ping gilt einem benachbarten Rechner, einem Server oder dem Internet-Gateway:

ping 192.168.0.1

Kommen von dem angesprochenen Server Rückmeldungen, so ist zumindest schon ein Mal die Verbindung in Ordnung: Allerdings -- es ist nur die Verbindung zu dem angesprochenen Rechner. Wer jetzt aufhört zu pingen, wiegt sich selbst in trügerischer Sicherheit. Überprüfen Sie in jedem Fall auch die Verbindungen zum Nameserver im eigenen Netz, die Verbindung zum Gateway und die Verbindung zum Fileserver. Denn alle Verbindungen zu anderen Computern im Netz bringen nichts, wenn beispielsweise das Gateway nicht zu sprechen ist. Erst wenn alle Pings erfolgreich sind, können Sie davon ausgehen, dass physikalisch alles stimmt.

Einerseits ist es immer erleichternd, wenn die Hardware ok ist. Doch wo liegt dann das Problem? Häufig hängen die Schwierigkeiten in IP-Netzen mit einem ausgefallenen Server zusammen. Wenn dieser Server Adressen auflösen soll, sehen Sie zunächst mit Windows XP und dem Befehl nslookup nach, ob der richtige DNS-Server eingetragen ist. Anschließend lassen Sie diesen Rechner eine lokale Adresse auflösen, zum Beispiel mit

nslookup myserver

Kommt keine korrekte Rückmeldung, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Schuldigen gefunden. Irgendetwas stimmt mit dem DNS-Server nicht. Übrigens: Falls Sie einen Router mit eingebautem DNS-Server besitzen, stellen Sie spätestens jetzt sicher, ob er auch eingeschaltet ist.

Kleinere Netze kommen ohne internen DNS-Server aus, verwenden dann aber häufig hosts-Dateien. In diesen Files stecken die Zuordnungen von IP-Adressen zu Servern – und Fehlerquellen. Denn wird ein Rechner außer Betrieb genommen erlischt er nicht automatisch in der Hosts-Datei. Oder noch schlimmer: Der Rechner erhält einen anderen Namen im Netz und ist dann via Hosts nicht mehr ansprechbar. Vor allem in heterogenen Netzen ist das ein Problem. Kontrollieren Sie also die entsprechenden Einträge in C:\WINNT\system32\drivers\etc\hosts bei Windows XP und 2000 oder unter c:\WINDOWS auf 9x und ME-Systemen.

Viele Probleme verursachen auch Windows-Netze. Wenn Sie einen Computer nicht mit seinem Namen in der Netzwerkumgebung finden, dann probieren Sie, ihn über die IP-Adresse anzusprechen. Klicken Sie dazu auf Start – Ausführen und geben Sie \\ gefolgt von der IP ein, zum Beispiel \\192.168.0.21.

 

Die Hardware prüfen

Funktioniert kein ping, gilt es, alle Leitungen zu prüfen. Der simpelste Fehler ist auch der häufigste: Ein Netzwerkkabel ist nicht eingesteckt. Windows XP hat eine freundliche Eigenschaft: Sobald die Verbindung zum Netz getrennt ist, meldet sich das Betriebssystem und zeigt ein durchgestrichenes Netzwerk-Symbol.

Sehen Sie zuerst also nach, ob alle Leitungen eingesteckt sind. Gehen Sie anschließend nach folgenden Schritten vor:

- Untersuchen Sie das Netzwerkkabel, das in Ihrem Rechner steckt. Sitzt es fest und sitzt auch die Steckerabdeckung? Ist die Abdeckung lose, ist es auch möglich, dass ein Wackelkontakt vorliegt.

- Sehen Sie nach, ob die grünen Dioden an der Rückseite der Netzwerkkarte blinken. Falls ja, spricht das für eine funktionierende Verbindung -- zumindest bis zum nächsten Switch oder Hub.

- Stellen Sie sicher, dass die Netzwerkkarte fest im Steckplatz sitzt. Gerade nach einem Transport des Computers oder Wartungsarbeiten kann es Probleme geben.

- Untersuchen Sie eventuell vorhandene Wanddosen. Steckt der Stecker hier fest?

- Untersuchen Sie, so vorhanden, die Verbindungen am Patch Panel. Auch hier müssen die Stecker sitzen.

Stecken alle Verbindungen, geht es am Switch oder Hub weiter. Hier prüfen Sie ebenfalls den Sitz der Kabel. Und sehen Sie an der Gehäusefront nach: Brennen hier die Dioden für die entsprechende Verbindung? Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch, ob nicht versehentlich Stecker vertauscht sind. Denn auf dem Weg von Computer in die Wand über das Panel in den Switch sind Verwechslungen vorprogrammiert.

 

Das Ausschlussverfahren

Stellen Sie bei der Untersuchung der Kabel ein Problem fest, geht es daran, die genaue Ursache auszumachen. Erster Helfer hierbei ist ein anderes Netzwerkabel. Stecken Sie dieses zunächst zwischen Rechner und Wand und überprüfen Sie die Funktion. Falls das nichts bringt, ersetzzen Sie die Verbindung zwischen Patch Panel und Switch mit dem neuen Kabel. Bringt auch das nichts, können Sie auch vorsichtshalber beide Verbindungen erstzen. Hilft auch das nichts, probieren Sie – sofern vorhanden -- eine andere Wanddose und den entsprechenden Port am Patch-Panel. Funktioniert dann das Netz, wird sich wohl der Netzwerktechniker oder Elektriker noch ein Mal mit der Verkabelung beschäftigen müssen.

Mit diesem konsequenten Austausch der Teile können Sie schnell Fehlerstellen in den Kabeln aufspüren. Allerdings wird das bei großen Netzen schnell lästig. Hier hilft ein Gerät weiter, das die Leitungen komplett und schnell durchmessen kann.

Falls Sie einen anderen Switch oder Hub haben, können Sie auch diesen einbauen, um den Netzverteiler als Fehlerursache auszuschließen.

 

Den Rechner testen

Sind die Leitungen alle getestet, wenden Sie sich Ihem Computer zu. Die erste Aktion ist ein Blick auf die IP-Konfiguration Ihres PC. Besitzer eines XP-Computers haben es hier am einfachsten. Sie starten die Kommandozeilen-Eingabe mit Start - Ausführen  und der Eingabe von cmd. Geben Sie dann ipconfig ein und drücken Sie Return. Als Ergebnis sehen Sie die IP-Adresse des Computers sowie das Gateway und den Nameserver im Netzwerk. Hier offenbart sich übrigens oft ein Windows-XP-spezifischer Fehler: Findet der XP-Rechner beim Booten keinen DHCP-Server, so gibt sich der Computer selbst eine unsinnige IP-Adresse, die mit 169.254… beginnt. In diesem Fall ist die Problembehebung einfach. Stellen Sie sicher, dass der DHCP-Server funktioniert. Geben Sie dann ipconfig /renew ein. Diese Anweisung holt eine neue IP-Adresse für den PC. Dieses Verfahren hilft oft auch bei IP-Adresskonflikten, wie sie in DHCP-Netzwerken gelegentlich vorkommen.

Hilft das nicht, nutzen Sie die ausführliche Netzwerk-Diagnosefunktion ihres XP-Betriebssystems. Dazu klicken Sie auf Start – Ausführen und geben netsh diag gui ein. Nach einem Klick auf Ok geht es weiter mit System überprüfen. Das Programm nimmt sich alle auf dem Rechner eingetragenen Server vor und schickt ihnen ein Ping. Auf die Weise untersucht Netsh POP-, SMTP- oder DNS-Server genauso wie die genaue Konfiguration der Netzwerkkarte. Fehlerquellen werden rot gekennzeichnet.

Besitzer von Windows 9x und ME-Rechnern geben nach Klicks auf Start - Ausführen den Befehl winipcfg ein. Damit zeigt das System ebenfalls seine IP-Adresse. Falls hier etwas nicht stimmt, probieren Sie es ein Mal mit einem Klick auf Alles aktualisieren.

Findet sich der Fehler noch nicht, werfen Sie einen Blick in die Eigenschaften der Netzwerkumgebung. Ist hier die Netzwerkkarte eingetragen? Und ist TCP/IP installiert? Ist das richtige Gateway eingetragen und holt sich der Rechner die Adressen beim richtigen DNS-Server? Erst wenn diese Fragen alle mit Ja beantwortet sind, können Sie diese Fehlerquellen ausschließen.

 

Hardware-Konflikte ausschließen

Wer eine zweite Netzwerkkarte zur Verfügung hat, möglichst vom selben Typ, sollte die eingebaute Karte vorübergehend ersetzen. Damit können Sie den Netz-Adapter als Fehlerquelle ausschließen.

Ein Blick in den Geräte-Manager des Computers verrät, ob vielleicht ein Hardware-Konflikt zwischen der Netzwerkkarte und einem anderen Gerät im Computer vorliegt. Gerade bei alten ISA-Karten kann es vorkommen, dass sich eine Adresse oder ein IRQ mit einem anderen Gerät überschneiden.

Der raffinierteste aller Fehler tritt mit Netzwerkkarten auf, die sowohl einen Twisted Pair wie auch einen Coax oder BNC-Anschluss haben. Denn ist im Betriebssystem der falsche Anschluss eingestellt, sucht man sich verrückt. Deshalb sollten Sie bei solchen Karten immer einen Blick in die Eigenschaften der Netzwerkkarte werfen.

Die finden Sie in den Netzwerkeigenschaften nach einem Doppelklick auf den Kartentreiber oder bei Windows XP nach einem Doppelklick auf LAN-Verbindung und einem Klick auf Eigenschaften. Findet sich in diesen Eigenschaften ein Eintrag wie Connection Type sind Sie der Problemquelle nahe. Klicken Sie ein Mal darauf und prüfen Sie, ob der richtige Anschlusstyp, also Twisted Pair oder BNC eingestellt ist. Trauen Sie keiner Autosense-Einstellung.

 

Zu guter Letzt: Geduld behalten

Netzwerk-Fehler sind ein Geduldsspiel. Treten Probleme auf, gehen Sie systematisch vor: erst den Ping-Test, dann die Hardware prüfen, dann den eigenen Rechner untersuchen. Am besten legen Sie eine Checkliste an, in der sie die hier genannten Punkte zusammenfassen. Eine solche Liste verhindert, dass Sie einzelne Tests wiederholen. Und, ganz wichtig: Markieren Sie defekte Teile, also Karten, Switches oder Netzwerkkarten. Denn ersetzen Sie ein kaputtes Teil mit einem anderen kaputten Teil, kann Sie das gewaltig in die Irre führen.

Konsequentes umrüsten verhindert Probleme

Wer ein Netzwerk hat, besitzt oft eine über Jahre gewachsene Topologie. Möglicherweise kommen hier noch gemischt BNC und Twisted-Pair-Architekturen gemeinsam mit einem 100er-Switch zum Einsatz. Das verspricht Fehlerquellen en masse.

Denken Sie wirtschaftlich: eine gute Netzwerkkarte mit 100 MBit kostet um die 30 Euro. Wenn Sie ohnehin schon einen 100er-Switch im Netzwerk haben, rüsten Sie alle Rechner mit einer neuen Karte aus. Auch wenn Sie vorerst noch bei Ihrem 10er-Hub bleiben wollen, gönnen Sie sich moderne 100-MBit-Karten. So kostet der spätere Aufstieg in die 100er-Klasse nur noch einen Switch.

Verwenden Sie beim Umrüsten ausschließlich Karten vom gleichen Typ. Bei Problemen müssen Sie sich dann nur noch mit einer Karte auskennen. Kaufen Sie eine oder zwei Netzwerkkarten mehr. Bei einem Defekt können Sie diese dann ohne Treiberwechsel schnell austauschen.

In eine solche Umrüstung müssen Sie zwar erst ein Mal investieren. Doch die in Problemfällen gesparte Zeit macht diesen Einkaufspreis mehrfach wieder wett.

 

Sonderfall Coax-Kabel

Die alten Cheapernet-Netze mit ihren Coaxial-Kabeln, T-Stücken und Terminatoren verschwinden zu Recht aus der IT-Welt. Denn die bringen gleich drei Fehlerquellen mit: Das Kabel, das T-Stück und die Terminatoren. Jedem Coax-Betreiber ist schon ein Mal das Netz abgestürzt, weil ein anderer eben mal den Terminator gewechselt hat oder das Kabel am T-Stück abgesteckt hat. Die Fehlersuche kann endlos werden.

Ein beliebtes Problem sind kaputte Kabelbuchsen. Das Kabel sitzt locker oder hat sich schon gelöst. Nur fällt das nicht auf, weil das Kabel noch lose in der Buchse steckt. Terminatoren und T-Stücke geben oft ohne besonderen Grund ihren Geist auf. Dazu reicht es schon, eine Netzwerkkarte auszubauen, in einen neuen Rechner einzusetzen und die Leitungen wieder zusammenzustöpseln. Deshalb gilt bei Coax-Netzen: Immer zuerst Terminatoren und T-Stücke prüfen.

 

Sonderfall Funknetzwerke

Funknetze haben einen Vorteil: Kabel sind als Fehlerursache auszuschließen. Die häufigsten Probleme hier sind der falsch eingestellte Kanal und Hindernisse in der Funkverbindung. Wer ein Funknetz plant und betreibt, sollte folgende Punkte beachten:

- Es sollten sich möglichst keine Wände zwischen Access Point und dem Client befinden.

- Falls Funkwellen durch Wände müssen, muss die Wand möglichst dünn sein. Sprich: Zieht man eine Linie zwischen Access Point und Client, sollte diese die Wand im 90-Grad-Winkel treffen. Denn: Ist die Wand 10 cm dick und treffen die Funkwellen in 45 Grad darauf, so müssen die schon 14,41 Zentimeter durchqueren. Bei noch flacheren Winkeln wird die Wand zur unüberwindbaren Mauer.

- Elektrische Geräte wie Fernseher oder Mikrowellen-Öfen bergen ebenfalls Probleme. Die sollten möglichst weit weg von Client und Access Point stehen.

- Weitere Fehlerquellen sind falsch eingestellte Kanäle oder uneinheitliche Verschlüsselung. Die lassen sich meist mit einem schnellen Blick in die Konfiguration beheben.

 

Netzwerk-Troubleshooting mit Windows

Ein Netzwerk hat viele Komponenten. Spielen sie alle zusammen, ist alles in Ordnung. Doch wehe, es funktioniert nicht. Dann beginnt eine aufwendige und lange Fehlersuche. Dieser Beitrag bringt System in die Suche und hilft beim Aufspüren der häufigsten Fehlerquellen.

 

Ein Netzwerk kann wunderbar sein, wenn es funktioniert. Doch sobald die Daten nicht mehr über die Leitungen flutschen, beginnt der Katzenjammer. Nicht selten endet die Suche nach einem Netzwerkproblem nach Stunden in genau der Lösung, die man nicht für möglich gehalten hätte. Deswegen sollte sich jeder bei der Fehlersuche ein System zulegen. Dieses System besteht aus der Kombination einfacher Funktionstests mit Utilities und der Untersuchung der Hardware. Wer ein wenig Zeit hat, kommt auch ohne Netzwerk-Testgeräte und tiefes Fachwissen sehr weit.

Die Fehlerursachen im Netzwerk sind weit gestreut. Meist ist ein Kabel lose oder falsch eingesteckt. Oft handelt es sich um einen IP-Adressenkonflikt oder um ein nicht eingerichtetes Protokoll. Oft genug sind aber auch ungewöhnliche Ursachen Grund des Übels: Wenn sich in den Kabelschächten unterhalb des Fußbodens Mäuse herumtreiben, ist es schnell um Kabel geschehen. Oder ein Abschlußwiderstand in einem alten Cheapernet-Netz mit Coaxialkabeln gibt von einer Sekunde auf die andere den Geist auf. All das ist schon passiert und wird noch hunderte Male passieren.

 

Am Anfang steht das Ping

Steht das Netzwerk still, ist Ping das Werkzeug der ersten Wahl. Damit lässt sich feststellen: Ist überhaupt eine Verbindung vorhanden und ist das Netzwerkprotokoll TCP/IP korrekt implementiert.

Das erste Ping gilt einem benachbarten Rechner, einem Server oder dem Internet-Gateway:

ping 192.168.0.1

Kommen von dem angesprochenen Server Rückmeldungen, so ist zumindest schon ein Mal die Verbindung in Ordnung: Allerdings -- es ist nur die Verbindung zu dem angesprochenen Rechner. Wer jetzt aufhört zu pingen, wiegt sich selbst in trügerischer Sicherheit. Überprüfen Sie in jedem Fall auch die Verbindungen zum Nameserver im eigenen Netz, die Verbindung zum Gateway und die Verbindung zum Fileserver. Denn alle Verbindungen zu anderen Computern im Netz bringen nichts, wenn beispielsweise das Gateway nicht zu sprechen ist. Erst wenn alle Pings erfolgreich sind, können Sie davon ausgehen, dass physikalisch alles stimmt.

Einerseits ist es immer erleichternd, wenn die Hardware ok ist. Doch wo liegt dann das Problem? Häufig hängen die Schwierigkeiten in IP-Netzen mit einem ausgefallenen Server zusammen. Wenn dieser Server Adressen auflösen soll, sehen Sie zunächst mit Windows XP und dem Befehl nslookup nach, ob der richtige DNS-Server eingetragen ist. Anschließend lassen Sie diesen Rechner eine lokale Adresse auflösen, zum Beispiel mit

nslookup myserver

Kommt keine korrekte Rückmeldung, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Schuldigen gefunden. Irgendetwas stimmt mit dem DNS-Server nicht. Übrigens: Falls Sie einen Router mit eingebautem DNS-Server besitzen, stellen Sie spätestens jetzt sicher, ob er auch eingeschaltet ist.

Kleinere Netze kommen ohne internen DNS-Server aus, verwenden dann aber häufig hosts-Dateien. In diesen Files stecken die Zuordnungen von IP-Adressen zu Servern – und Fehlerquellen. Denn wird ein Rechner außer Betrieb genommen erlischt er nicht automatisch in der Hosts-Datei. Oder noch schlimmer: Der Rechner erhält einen anderen Namen im Netz und ist dann via Hosts nicht mehr ansprechbar. Vor allem in heterogenen Netzen ist das ein Problem. Kontrollieren Sie also die entsprechenden Einträge in C:\WINNT\system32\drivers\etc\hosts bei Windows XP und 2000 oder unter c:\WINDOWS auf 9x und ME-Systemen.

Viele Probleme verursachen auch Windows-Netze. Wenn Sie einen Computer nicht mit seinem Namen in der Netzwerkumgebung finden, dann probieren Sie, ihn über die IP-Adresse anzusprechen. Klicken Sie dazu auf Start – Ausführen und geben Sie \\ gefolgt von der IP ein, zum Beispiel \\192.168.0.21.

 

Die Hardware prüfen

Funktioniert kein ping, gilt es, alle Leitungen zu prüfen. Der simpelste Fehler ist auch der häufigste: Ein Netzwerkkabel ist nicht eingesteckt. Windows XP hat eine freundliche Eigenschaft: Sobald die Verbindung zum Netz getrennt ist, meldet sich das Betriebssystem und zeigt ein durchgestrichenes Netzwerk-Symbol.

Sehen Sie zuerst also nach, ob alle Leitungen eingesteckt sind. Gehen Sie anschließend nach folgenden Schritten vor:

- Untersuchen Sie das Netzwerkkabel, das in Ihrem Rechner steckt. Sitzt es fest und sitzt auch die Steckerabdeckung? Ist die Abdeckung lose, ist es auch möglich, dass ein Wackelkontakt vorliegt.

- Sehen Sie nach, ob die grünen Dioden an der Rückseite der Netzwerkkarte blinken. Falls ja, spricht das für eine funktionierende Verbindung -- zumindest bis zum nächsten Switch oder Hub.

- Stellen Sie sicher, dass die Netzwerkkarte fest im Steckplatz sitzt. Gerade nach einem Transport des Computers oder Wartungsarbeiten kann es Probleme geben.

- Untersuchen Sie eventuell vorhandene Wanddosen. Steckt der Stecker hier fest?

- Untersuchen Sie, so vorhanden, die Verbindungen am Patch Panel. Auch hier müssen die Stecker sitzen.

Stecken alle Verbindungen, geht es am Switch oder Hub weiter. Hier prüfen Sie ebenfalls den Sitz der Kabel. Und sehen Sie an der Gehäusefront nach: Brennen hier die Dioden für die entsprechende Verbindung? Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch, ob nicht versehentlich Stecker vertauscht sind. Denn auf dem Weg von Computer in die Wand über das Panel in den Switch sind Verwechslungen vorprogrammiert.

 

Das Ausschlussverfahren

Stellen Sie bei der Untersuchung der Kabel ein Problem fest, geht es daran, die genaue Ursache auszumachen. Erster Helfer hierbei ist ein anderes Netzwerkabel. Stecken Sie dieses zunächst zwischen Rechner und Wand und überprüfen Sie die Funktion. Falls das nichts bringt, ersetzzen Sie die Verbindung zwischen Patch Panel und Switch mit dem neuen Kabel. Bringt auch das nichts, können Sie auch vorsichtshalber beide Verbindungen erstzen. Hilft auch das nichts, probieren Sie – sofern vorhanden -- eine andere Wanddose und den entsprechenden Port am Patch-Panel. Funktioniert dann das Netz, wird sich wohl der Netzwerktechniker oder Elektriker noch ein Mal mit der Verkabelung beschäftigen müssen.

Mit diesem konsequenten Austausch der Teile können Sie schnell Fehlerstellen in den Kabeln aufspüren. Allerdings wird das bei großen Netzen schnell lästig. Hier hilft ein Gerät weiter, das die Leitungen komplett und schnell durchmessen kann.

Falls Sie einen anderen Switch oder Hub haben, können Sie auch diesen einbauen, um den Netzverteiler als Fehlerursache auszuschließen.

 

Den Rechner testen

Sind die Leitungen alle getestet, wenden Sie sich Ihem Computer zu. Die erste Aktion ist ein Blick auf die IP-Konfiguration Ihres PC. Besitzer eines XP-Computers haben es hier am einfachsten. Sie starten die Kommandozeilen-Eingabe mit Start - Ausführen  und der Eingabe von cmd. Geben Sie dann ipconfig ein und drücken Sie Return. Als Ergebnis sehen Sie die IP-Adresse des Computers sowie das Gateway und den Nameserver im Netzwerk. Hier offenbart sich übrigens oft ein Windows-XP-spezifischer Fehler: Findet der XP-Rechner beim Booten keinen DHCP-Server, so gibt sich der Computer selbst eine unsinnige IP-Adresse, die mit 169.254… beginnt. In diesem Fall ist die Problembehebung einfach. Stellen Sie sicher, dass der DHCP-Server funktioniert. Geben Sie dann ipconfig /renew ein. Diese Anweisung holt eine neue IP-Adresse für den PC. Dieses Verfahren hilft oft auch bei IP-Adresskonflikten, wie sie in DHCP-Netzwerken gelegentlich vorkommen.

Hilft das nicht, nutzen Sie die ausführliche Netzwerk-Diagnosefunktion ihres XP-Betriebssystems. Dazu klicken Sie auf Start – Ausführen und geben netsh diag gui ein. Nach einem Klick auf Ok geht es weiter mit System überprüfen. Das Programm nimmt sich alle auf dem Rechner eingetragenen Server vor und schickt ihnen ein Ping. Auf die Weise untersucht Netsh POP-, SMTP- oder DNS-Server genauso wie die genaue Konfiguration der Netzwerkkarte. Fehlerquellen werden rot gekennzeichnet.

Besitzer von Windows 9x und ME-Rechnern geben nach Klicks auf Start - Ausführen den Befehl winipcfg ein. Damit zeigt das System ebenfalls seine IP-Adresse. Falls hier etwas nicht stimmt, probieren Sie es ein Mal mit einem Klick auf Alles aktualisieren.

Findet sich der Fehler noch nicht, werfen Sie einen Blick in die Eigenschaften der Netzwerkumgebung. Ist hier die Netzwerkkarte eingetragen? Und ist TCP/IP installiert? Ist das richtige Gateway eingetragen und holt sich der Rechner die Adressen beim richtigen DNS-Server? Erst wenn diese Fragen alle mit Ja beantwortet sind, können Sie diese Fehlerquellen ausschließen.

 

Hardware-Konflikte ausschließen

Wer eine zweite Netzwerkkarte zur Verfügung hat, möglichst vom selben Typ, sollte die eingebaute Karte vorübergehend ersetzen. Damit können Sie den Netz-Adapter als Fehlerquelle ausschließen.

Ein Blick in den Geräte-Manager des Computers verrät, ob vielleicht ein Hardware-Konflikt zwischen der Netzwerkkarte und einem anderen Gerät im Computer vorliegt. Gerade bei alten ISA-Karten kann es vorkommen, dass sich eine Adresse oder ein IRQ mit einem anderen Gerät überschneiden.

Der raffinierteste aller Fehler tritt mit Netzwerkkarten auf, die sowohl einen Twisted Pair wie auch einen Coax oder BNC-Anschluss haben. Denn ist im Betriebssystem der falsche Anschluss eingestellt, sucht man sich verrückt. Deshalb sollten Sie bei solchen Karten immer einen Blick in die Eigenschaften der Netzwerkkarte werfen.

Die finden Sie in den Netzwerkeigenschaften nach einem Doppelklick auf den Kartentreiber oder bei Windows XP nach einem Doppelklick auf LAN-Verbindung und einem Klick auf Eigenschaften. Findet sich in diesen Eigenschaften ein Eintrag wie Connection Type sind Sie der Problemquelle nahe. Klicken Sie ein Mal darauf und prüfen Sie, ob der richtige Anschlusstyp, also Twisted Pair oder BNC eingestellt ist. Trauen Sie keiner Autosense-Einstellung.

 

Zu guter Letzt: Geduld behalten

Netzwerk-Fehler sind ein Geduldsspiel. Treten Probleme auf, gehen Sie systematisch vor: erst den Ping-Test, dann die Hardware prüfen, dann den eigenen Rechner untersuchen. Am besten legen Sie eine Checkliste an, in der sie die hier genannten Punkte zusammenfassen. Eine solche Liste verhindert, dass Sie einzelne Tests wiederholen. Und, ganz wichtig: Markieren Sie defekte Teile, also Karten, Switches oder Netzwerkkarten. Denn ersetzen Sie ein kaputtes Teil mit einem anderen kaputten Teil, kann Sie das gewaltig in die Irre führen.

 

((Kasten))

Konsequentes umrüsten verhindert Probleme

Wer ein Netzwerk hat, besitzt oft eine über Jahre gewachsene Topologie. Möglicherweise kommen hier noch gemischt BNC und Twisted-Pair-Architekturen gemeinsam mit einem 100er-Switch zum Einsatz. Das verspricht Fehlerquellen en masse.

Denken Sie wirtschaftlich: eine gute Netzwerkkarte mit 100 MBit kostet um die 30 Euro. Wenn Sie ohnehin schon einen 100er-Switch im Netzwerk haben, rüsten Sie alle Rechner mit einer neuen Karte aus. Auch wenn Sie vorerst noch bei Ihrem 10er-Hub bleiben wollen, gönnen Sie sich moderne 100-MBit-Karten. So kostet der spätere Aufstieg in die 100er-Klasse nur noch einen Switch.

Verwenden Sie beim Umrüsten ausschließlich Karten vom gleichen Typ. Bei Problemen müssen Sie sich dann nur noch mit einer Karte auskennen. Kaufen Sie eine oder zwei Netzwerkkarten mehr. Bei einem Defekt können Sie diese dann ohne Treiberwechsel schnell austauschen.

In eine solche Umrüstung müssen Sie zwar erst ein Mal investieren. Doch die in Problemfällen gesparte Zeit macht diesen Einkaufspreis mehrfach wieder wett.

 

((Kasten))

Sonderfall Coax-Kabel

Die alten Cheapernet-Netze mit ihren Coaxial-Kabeln, T-Stücken und Terminatoren verschwinden zu Recht aus der IT-Welt. Denn die bringen gleich drei Fehlerquellen mit: Das Kabel, das T-Stück und die Terminatoren. Jedem Coax-Betreiber ist schon ein Mal das Netz abgestürzt, weil ein anderer eben mal den Terminator gewechselt hat oder das Kabel am T-Stück abgesteckt hat. Die Fehlersuche kann endlos werden.

Ein beliebtes Problem sind kaputte Kabelbuchsen. Das Kabel sitzt locker oder hat sich schon gelöst. Nur fällt das nicht auf, weil das Kabel noch lose in der Buchse steckt. Terminatoren und T-Stücke geben oft ohne besonderen Grund ihren Geist auf. Dazu reicht es schon, eine Netzwerkkarte auszubauen, in einen neuen Rechner einzusetzen und die Leitungen wieder zusammenzustöpseln. Deshalb gilt bei Coax-Netzen: Immer zuerst Terminatoren und T-Stücke prüfen.

((Ende Kasten))

 

((Kasten))

Sonderfall Funknetzwerke

Funknetze haben einen Vorteil: Kabel sind als Fehlerursache auszuschließen. Die häufigsten Probleme hier sind der falsch eingestellte Kanal und Hindernisse in der Funkverbindung. Wer ein Funknetz plant und betreibt, sollte folgende Punkte beachten:

- Es sollten sich möglichst keine Wände zwischen Access Point und dem Client befinden.

- Falls Funkwellen durch Wände müssen, muss die Wand möglichst dünn sein. Sprich: Zieht man eine Linie zwischen Access Point und Client, sollte diese die Wand im 90-Grad-Winkel treffen. Denn: Ist die Wand 10 cm dick und treffen die Funkwellen in 45 Grad darauf, so müssen die schon 14,41 Zentimeter durchqueren. ((müsste gemäß a2 + b2 = c2 hinhauen)) Bei noch flacheren Winkeln wird die Wand zur unüberwindbaren Mauer.

- Elektrische Geräte wie Fernseher oder Mikrowellen-Öfen bergen ebenfalls Probleme. Die sollten möglichst weit weg von Client und Access Point stehen.

- Weitere Fehlerquellen sind falsch eingestellte Kanäle oder uneinheitliche Verschlüsselung. Die lassen sich meist mit einem schnellen Blick in die Konfiguration beheben.

((Ende Kasten))

Mehr dazu:

Aktualisiert am: 04.01.2010




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