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Online Shopping: Die Anfänge

Btx hat es schon vor Jahren gezeigt: Online-Shopping ist eine bequeme Alternative zum Einkauf im Geschäft. Andere Online-Dienste wie Compuserve bieten ebenfalls diese Dienstleistung an: Per Modem und Computer kann der Kunde das Angebot einsehen und gleich bestellen. Unter Compuserve funktioniert das sogar mit Automobilen.

Auch dieser Beitrag ist 1995 entstanden - in den Anfängen des Online-Shoppings. Ich hatte damals gerade erst bei CD-Now meine ersten CDs gekauft - seltene CDs, die in Deutschland nicht zu haben waren. Das ist lange her und seitdem hat sich eine Menge getan.

Auf dem Internet haben sich vorwiegend amerikanische Anbieter beim Online-Shopping etabliert. Per Kreditkarte bestellt man hier schnell und bequem CDs, Bücher oder Software. Im deutschsprachigen Raum zeigen sich erste Ansätze: Eunet bietet auf seinem Server eine kleine Shopping Mall, viele kleinere Anbieter finden ebenfalls nach und nach ihren Weg ins WWW.

Doch so einfach ist der digitale Einkauf lange nicht. Probleme tauchen vor allem auf, wenn es um Bestellung und Bezahlung geht. Im Gegensatz zu Btx kann man sich im Internet beliebige Fantasienamen zulegen und dreist im Namen anderer Mitbürger bestellen.

Zweites Problem: Das liebe Geld und die Zahlungsweise. Während sich Vorausdenker bereits mit Cybercash, virtuellem Geld, beschäftigen, kümmern sich Zeitgenossen erst einmal um den Datenschutz bei der Übertragung von Kreditkartennummern. Denn die kleinen Plastikkärtchen bieten derzeit den besten Weg, um bestellte Ware zu bezahlen. Denn Amex, Visa oder Mastercard gelten international, und die Zahlungsabwicklung ist ausgesprochen einfach. Doch auch hier stellt sich wieder ein Problem. Denn die Kreditkartendaten wie Nummer und Gültigkeitsdatum werden im Klartext über das Web geschickt. Jeder, der über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt, kann diese Daten lesen und mißbrauchen. Wer allerdings einen aktuelle Netscape-Browser ab der Version 1.1 besitzt, darf sich sicherer fühlen. Denn dieser Web-Client verfügt über einen Verschlüsselungsmechanismus.

Das Angebot

Doch bevor man sich Sorgen um Zahlungsarten und Versandbedingungen macht, sollte man das Shopping-Angebot im Internet sondieren. Sofern Sie noch kein festes Ziel vor Augen haben, gehen Sie ruhig ein wenig bummeln. Ein netter Ausgangspunkt hierfür ist die Adresse http://community.net/~csamir/aisshop.html. Sie bietet eines ausführliche Liste an Internet-Marktplätzen. Einige besonders interessante Internet-Läden haben wir hier für Sie herausgesucht.

Für Musikfreunde

Sind Sie auf der Suche nach Raritäten aus dem US-Musikmarkt? Dann sollten Sie sich bei CD-Now umsehen. Unter der Adresse http://cdnow.com breitet sich ein immenses CD-Angebot vor Ihnen aus. Und wenn Sie einen speziellen Titel einer bestimmten Band suchen, nutzen Sie einfach die entsprechenden Recherchefunktionen. Sie dürfen nach Namen, Musiktiteln oder Plattenfirmen forschen. Zudem bietet CD-Now zu vielen Platten eine Bewertung. Damit nicht genug, versorgt der Server Sie auch noch mit Hintergrundinformationen zu Bands und zur Musikgeschichte. Interessant für Unentschlossene: Suchen Sie sich eine Ihnen gut bekannte Band aus und folgen Sie den Querverweisen zum Musikstil, Einflüssen und ähnlichen Bands oder Interpreten. Auf diesem Weg kommen Sie schnell auf neue Musiker, die Ihrem Geschmack entsprechen.

Natürlich hat CD-Now mit diesem Informationsservice nur eins im Sinn: Sie sollen kaufen. Dies erledigen Sie, indem Sie auf den Preis einer CD klicken. Die Silberscheibe wird dann in Ihrem virtuellen Einkaufswagen abgelegt. Am Schluß bekommen Sie die Gesamtrechnung präsentiert. Spätestens hier müssen Sie einen eigenen Account einrichten, indem Sie Ihre postalische und digitale Adresse eingeben. Dabei nutzt CD-Now übrigens schon den Secure Mode von Netscape-Browsern. Alle Daten, die Sie an den Server senden, also auch die Kreditkartenangaben, werden verschlüsselt. Dennoch bietet CD-Now zusätzlich an, die Kreditkartendaten alternativ per Fax zu senden. Das bietet etwas mehr Sicherheit.

Die Versandkosten nach Deutschland lohnen sich allerdings nur, wenn Sie mehr bestellen. Denn die erste bestellt CD kostet rund 9 Dollar zusätzlich. Für weitere fünf CDs kommen nochmals $1,69 pro Stück hinzu und alle CDs darüber werden nochmals mit $1,20 Shipping & Handling berechnet. Bedenkt man noch, daß Zollkosten hinzukommen und daß der Dollar gerade drastisch gestiegen ist, so ist fraglich, ob sich der Einkauf lohnt. Dennoch -- für Sammler ist CD-Now ein Paradies.

Für Bücherwürmer

Freunde der Literatur sollten sich im Amazon.com-Buchladen umsehen. Hier findet man eine gigantische Auswahl an Büchern aller Richtungen - solange sie in Englischer Sprache geschrieben sind. Selbstbewußt gibt sich Amazon.com als größter Online-Buchladen der Welt. Hier finden Sie alle Werke fein katalogisiert nach Themengebieten und Autoren. Zudem haben Sie als User die Möglichkeit, Rezensionen anderer Web-Surfer zu einzelnen Buchtiteln einzusehen oder selbst eine Kritik zu einem Werk zu verfassen. Die Buchlieferung außerhalb der USA ist kein Problem. Bezahlt wird ebenfalls per Kreditkarte, auf Wunsch im Secure Mode.

Shopping in Deutschland

Auch wenn die USA als Shopping-Domäne gelten, so zeigen sich in der deutschsprachigen Internet-Landschaft schon erste vielversprechende Ansätze. Der Service-Provider Eunet etwa bietet einen Shopping-Service, in dem Sie auch Bücher des Verlages Addison-Wesley finden. Unter http://www.germany.eu.net/shop/AW/bestell.html verkauft der US-Verlag seine deutschsprachigen Bücher. Der Web-User wählt hier zuerst aus, welche Buchhandlung die bestellten Werke liefern soll und gibt dann Anschrift und Order auf. Natürlich können Sie sich in einem ausführlichen Katalog über das Verlagsangebot von Addison Wesley informieren oder nach einzelnen Titeln suchen.

Der Internet-Shop von Eunet lädt noch zum Verweilen ein. Wenn Sie zu viel Geld haben, oder jemanden eine Freude bereiten wollen, sollten Sie einen Blick auf die Auslage der Online-Galerie werfen oder in der Verlagsbuchhandlung Harry Deutsch vorbeischauen. In den meisten deutschsprachigen Online-Shops werden mittlerweile ebenfalls Kreditkarten akzeptiert. Häufig trifft man auch auf den für Versender bequemen Nachnahme-Versand.

Das müssen Sie bei einer Bestellung im Ausland beachten

- Lesen Sie genau die Versandbedinungen. Viele Anbieter schlagen beim Versand nach Europa saftige Transportzuschläge auf.

- Die Ware muß beim Eintreffen in Deutschland verzollt werden. Hier wird unter anderem die Einfuhrumsatzsteuer fällig. Genauere Auskünfte erteilt das zuständige Zollamt vor Ort.

- Bedenken Sie, daß Reklamationen in den USA nicht so einfach durchzuführen sind, wie bei Ihrem Händler um die Ecke. Bestellen Sie daher möglichst nur Ware, die beim Transport nicht beschädigt werden kann, also Bücher oder CDs.

Cybercash - Zukunftsmusik oder Währung der Zukunft?

Geht es nach den Wünschen der Kommerz-Päpste, soll bald jeder Online-User ein eigenes digitales Konto haben, von dem Geld für Dienstleistungen oder Waren abgebucht wird. Althergebrachte Münzen oder Banknoten haben hier ebensowenig zu suchen, wie Überweisungsträger. Das Geld wird direkt per Befehl vom eigenen Konto abgebucht und auf das Depot des Zahlungsempfängers gutgeschrieben. Die Informationen über das Guthaben müßten dann entweder auf dem System des Online-Kunden oder auf einem virtuellen Konto eines Zahlungsinstitutes untergebracht werden. Allerdings birgt die lokale Speicherung der Gelddaten die Gefahr eines Daten- und damit Geldverlustes. Und das ist ein zu hohes Risiko.

Einen sichereren Ansatz verfolgt die First Virtual Bank (http://www.fv.com/). Sie stellt Anbietern wie Käufern ein eigenes Abrechnungssystem zur Verfügung. Wer bei einem virtuellen Shop in der First Virtual einkaufen will, braucht erst einen eigenen Account dort. Hierfür benötigt man lediglich eine Kreditkarte. Erfolgt über diese Benutzerkennung eine Order, so bucht First Virtual den Rechnungsbetrag beim Kunden ab und schreibt es dem Konto des Anbieters gut. Zur Sicherheit fragt First Virtual den Käufer vorher per E-Mail nach einer Bestätigung der Order. Der Vorteil: Ein User übermittelt nur einmal seine Kreditkartendaten und muß nicht für jedes Geschäft aufs neue Informationen preisgeben. Doch dieses Zahlungssystem funktioniert nur im abgeschirmten Bereich der First Virtual. Banken und Kreditkartenanbieter arbeiten dagegen schon an Chipkarten als überall einsetzbare elektronische Geldbörsen. Und der Schritt zu einem Chipkartenleser für den PC und das Online-Shopping ist sicher nicht mehr weit.

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Aktualisiert am: 25.11.2005




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