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Politisch arbeiten mit dem Computer: Routinearbeit erleichtern

Hinweis:

Politisch Arbeiten mit dem Computer ist um das Jahr 1990 entstanden. Deswegen wirken einige Angaben sehr antiquarisch. Das Buch ist längst vom Markt. Ich bringe jetzt nach und nach die einzelnen Kapitel hier online.

2. Mit Computern Routinearbeit erleichtern und neue Bereiche erschließen

Computer wurden nicht für die politische Arbeit erfunden.

Das Nebenprodukt der Rüstungs- und Raumfahrttechnik wurde

für den Einsatz in Büro und Verwaltung auf den Massen-Markt

gebracht. Dort entfaltete der Computer seine Wirkung.

Der Arbeitsplatz einer Sekretärin oder eines Sachbearbeiters

änderte sich grundlegend: Eine Menge mechanisierbarer Arbeitsschritte

fielen weg, etwa das Sortieren von Karteikarten. Die Arbeitsplätze

wurden weiter aufgespalten. Die hochqualifizierten und vielfältigen

Arbeitsplätze verloren den letzten Rest einfacher Tätigkeiten

(bei denen man sich auch mal erholen konnte). Das Arbeiten hier

wurde noch stressiger. Die einfachen Arbeitsplätze fielen

entweder ganz weg: das Ende vieler typischer Frauenarbeitsplätze,

für die frau keine besondere Ausbildung brauchte, im Büro.

Oder sie wurden noch eintöniger: Jetzt klopft die Schreibkraft

nicht mehr den ganzen Tag auf die Schreibmaschine ein, sondern

gibt am Bildschirm nur mehr gezielt variable Daten ein. Für

die Datentypistin ist das womöglich noch stumpfsinniger (und

auch nicht weniger stressig). Außerdem werden mehr Kenntnisse

von ihr verlangt, aber nicht unbedingt besser bezahlt.

Wer für politische Arbeit Computer einsetzt, arbeitet zwar

unter anderen Rahmenbedingungen. Der Mehrwert, den er mit seiner

Arbeit schafft, kommt der Sache zugute, nicht einem Unternehmen.

Doch die Zeitersparnis und größere Effektivität

erkauft er mit größerem Stress. Daran ändert auch

die größte Computerbegeisterung nichts. Das fängt

beim Erlernen von Computerwissen an und hört bei der Umorganisation

von jahrelang bewährten Arbeitsabläufen auf. Kopfschmerzen

und Augenflimmern am Bildschirm lassen sich mit einigen hundert

Mark Mehrinvestition verhindern -- nicht aber die Veränderung

der Arbeitsschritte und ihres Ablaufs.

Für die politische Arbeit haben sich die Autoren deshalb

folgende Vorgaben gesetzt: Mit Computer soll das Ziel des jeweiligen

Arbeitsablaufs nicht langsamer und komplizierter, sondern einfacher

und schneller erreicht werden. Daß für einige Leute

Routinearbeiten wegfallen, darf nicht zur Mehrbelastung von anderen

führen. Nebeneffekte des Computereinsatzes werden geschildert

und bewertet. Aus unserer Erfahrung geben wir Computer- und organisatorische

Tips, wie der Computer Arbeit, Zeit und Geld spart. Wenn das nicht

der Fall ist, raten wir von Computereinsatz ab. Außerdem

beziehen wir den Preis für die Software in unsere Überlegung

ein: Aufwand und Ertrag müssen in einem guten Verhältnis

stehen. Deshalb geben wir Tips, wie man auch ohne Beziehungen

legal an gute und preiswerte Software kommt.

Computer eröffnen auch neue Wege der Zusammenarbeit. Die

haben ihre Haken. Klug genutzt, können Sie über Telekommunikation

Ihre Möglichkeiten vervielfachen. Falsch eingesetzt, bleibt

Ihr Arbeitsaufwand möglicherweise folgenlos. Beides, wie

Sie Probleme vermeiden und Chancen nutzen, zeigen wir in diesem

Kapitel.

2.1 Teamarbeit beim Schreiben und Gestalten

Am weitesten ist die Entwicklung von Hardware und Software im

Bürobereich. Davon profitieren alle, die den Computer zum

Schreiben verwenden wollen: Was sie bisher mit der Schreibmaschine

und viel Geduld zustandebrachten, erledigt die Textverarbeitungssoftware.

Sie spart einem, kurz gesagt, das dauernde Abtippen.

Nicht im Sinne der Arbeitserleichterung ist folgendes: Die Gurus

der Gruppe schreiben ihre Entwürfe weiterhin von Hand. Die

gutwillige Mitarbeiterin, die die Entwürfe bisher in die

Schreibmaschine getippt hat, tippt sie jetzt in den Computer.

Abgesehen von der Rollenaufteilung, die typisch für traditionellen

Computereinsatz ist (es trifft meistens die Frauen) erleichtert

der Computer hier niemandem die Arbeit -- ganz im Gegenteil. Polit-Gurus

neigen ganz wie schlechte Chefs dazu, die technische Unterstützung

für ihre Zwecke zu mißbrauchen: "Das geht doch

jetzt mit dem Computer alles schneller. Kannst du das Manuskript

noch mal ausdrucken, aber diesmal korrigiert, in etwas schmäleren

Spalten und auf anderes Papier? Oder gleich zweimal in verschiedener

Breite? Ich kenne mich ja leider mit dem Gerät nicht aus

-- aber für dich ist das doch nur ein Knopfdruck!"

Kolleginnen und Mitarbeiterinnen setzen sich bitte gegen solche

Zumutungen zur Wehr: "Bitte, da steht das Gerät. Ich

zeig Dir gern, wie's geht!" Auch wenn es erstmal länger

dauert: Es ist der einzige Weg, sich auf die Dauer vor Hilfstätigkeiten

zu schützen und überhaupt zur inhaltlichen Arbeit zu

kommen. Die Hilfstätigkeiten erledigt in Zukunft der Oberhäuptling

selbst am Computer, nicht Sie.

Das fängt beim einfachen Briefverkehr an: Jeder erledigt

seine Post selbst. Für die Gestaltung gibt es einen Standard,

den der Computerkundige der Gruppe einmal eingetippt hat. Das

kann eine einheitliche "Druckformatvorlage" bei Word

oder eine Hilfsdatei mit Punktbefehlen bei Wordstar sein. Es bedarf

keiner Computerkenntnisse, diese Gestaltungsvorgaben in den eben

geschriebenen Text zu laden und ihn dann auszudrucken. Eine einfache

Beschreibung, gut sichtbar neben dem Computer deponiert, genügt.

Die kann für das Textverarbeitungsprogramm Word etwa so aussehen:

1. Computer und Drucker einschalten.

2. Brief schreiben,

3. Escape-Taste - ü - s, Dateinamen (max. 8 Buchstaben) tippen

4. ALT-Taste drücken, gleichzeitig BF tippen (BF heißt

in unserem Beispiel die Gestaltungsvorlage für das Briefformular),

5. Escape-Taste - d - d.

6. Computer und Drucker ausschalten nicht vergessen!

Die Ausrede "Das kann ich nicht" ist damit erledigt.

Das Abwälzen von Hilfstätigkeiten auf Kolleginnen und

Kollegen sollte jetzt kein Thema mehr sein. Gleichzeitig kann

niemand behaupten, daß er oder sie von der Computerei ausgeschlossen

sei.

Textentwürfe für Flugblätter, Manuskripte, Broschüren

tippt derjenige, der sie verfaßt, vor dem Bildschirm ein.

Das gilt nur eingeschränkt fürs Konzipieren -- es liegt

nicht jedem, vor leerem Bildschirm nachzudenken. (Mehr übers

Konzipieren weiter unten in diesem Kapitel). Wir empfehlen aber,

den Text nach Stichpunkten bereits vor dem Bildschirm zu formulieren.

Es korrigiert sich leichter.

Bildschirmarbeit über mehrere Stunden

Manchmal läßt sich längere Arbeit am Bildschirm

nicht vermeiden: Eine zehnseitige Studie muß getippt werden.

Oder eine Adressendatenbank wird in die entsprechende Maske eingegeben.

Für Ihre politische Arbeit sollten mindestens die Vorgaben

der Tarifverträge gelten, besser noch die Hinweise der Bundesanstalt

für Arbeitsschutz. Sie besagen:

  • nicht mehr als vier Stunden Bildschirmarbeit pro Tag

  • jede Stunde mindestens fünf Minuten Bildschirmpause

  • am besten "Mischarbeitsplätze": zwischendurch

    was anderes tun.

Wenn es für den Endspurt doch zur berüchtigten Nachtschicht

oder dem langen Wochenende kommt, dann halten Sie wenigstens die

Bildschirmpausen ein. Sie arbeiten konzentrierter, wenn Sie nach

jeder Dreiviertelstunde aufstehen und sich bewegen. Außerdem

vermeiden Sie Rücken- und Gelenkschmerzen. Wie Sie Ihren

Bildschirmarbeitsplatz ergonomisch, das heißt menschlichen

Arbeitsabläufen angemessen ausstatten, finden Sie in Kapitel 4.2.

Wenn Sie regelmäßig länger als eine Stunde am

Bildschirm arbeiten, gewöhnen Sie sich anschließend

eine Entspannungs- und Bewegungspause an. Ein Spaziergang vor

dem Schlafengehen wirkt Wunder.

In einem guten Team lösen sich die Mitarbeiter bei langen

Tipp-Aktionen ab. Wie Sie das zeitsparend und unkompliziert organisieren,

lesen Sie in Kapitel 2.2. Der Computer

eröffnet völlig neue Wege der Zusammenarbeit: Was der

eine entworfen hat, kann die andere weiterspinnen, und umgekehrt.

Den alten Zustand des Textes brauchen Sie nur auf Diskette sichern

oder vorher ausdrucken. Dieses Buch ist so entstanden. Sie können

das natürlich auch anders organisieren. Behaupten Sie aber

hinterher nicht, dieser Arbeitsablauf liege am Computer.

    Fazit für Ihre Gruppe: Den Computer einführen heißt,

    daß alle Aktiven mitspielen!

2.1.1 Schreiben per Computer

Was unterscheidet die Arbeit mit einem Textverarbeitungsprogramm

von der mit der mechanischen oder elektrischen Schreibmaschine?

Es tippt sich leichter. Alles, was Sie in den Bildschirm eintippen,

kann wieder gelöscht werden. Die Tasten sind wie auf der

Schreibmaschine angeordnet. Großbuchstaben erhalten Sie

mit den beiden Tasten "Shift" oder "Umschalt"

(manchmal ist auch ein Pfeil nach oben drauf), festhalten können

Sie die Großbuchstaben mit "Caps Lock". Die Arbeit

der Korrekturtaste an der elektrischen Schreibmaschine erledigt

eine Taste namens "Backspace" oder <----.

Wesentlicher Unterschied: Buchstaben landen nicht mehr gleich

auf dem Papier, sondern erstmal im Arbeitsspeicher. Statt des

Papiers auf der Walze bewegen Sie den blinkenden oder hell unterlegten

"Cursor" (Zeiger). Dazu gibt es vier Tasten mit Pfeilen

in alle Himmelsrichtungen, oder das Zusatzgerät "Maus"

(flaches Kästchen mit mindestens zwei Schaltern). Wollen

Sie das Zeichen löschen, wo der Cursor gerade steht, benutzen

Sie die Taste DEL, ENTF oder LÖSCH.

Sie tippen in den Arbeitsspeicher. Um Texte auf Diskette oder

Festplatte abzulegen, müssen Sie sie speichern -- sonst ist

beim nächsten Ausschalten des Computers alles futsch. Tip:

Öfter Zwischenspeichern hilft bei Stromausfällen und

sonstigen Computerkrankheiten. Wie Sie Texte speichern, lesen

Sie im Handbuch zu Ihrer Textverarbeitung nach. Sollten Sie es

gerade verlegt haben, besorgen Sie sich eine Beschreibung im Buchhandel.

Allen Textverarbeitungsprogrammen gemeinsam ist: Sie brauchen

eine Extra-Taste, die dem Computer sagt "Jetzt kommt ein

Befehl". Beispiel: Speichern in Wordstar mit <Ctrl-K-D>.

Wenn Sie nur <K> tippen würden, hätten Sie einfach

einen Buchstaben auf dem Bildschirm. Control-Taste gedrückt

halten, dann <k> und <d> tippen -- und das Programm

fragt Sie nach dem Dateinamen. Zwischenspeichern geht übrigens

mit <Ctrl-K-S>. Wordstar ist ein sympathischer Dinosaurier

der Textverarbeitung. Es gibt keine Textverarbeitungsfunktion,

die sich nicht auch mit Wordstar erledigen läßt. Sie

müssen sich nur einen Überblick über die fünf

Grundmenüs <Ctrl-K>, <Ctrl-P>, <Ctrl-O>,

<Ctrl-Q> und <Ctrl-J> verschaffen -- dann ist das

Merken der zweibuchstabigen Codes nicht schwer.

Moderne Textverarbeitungsprogramme sind menügesteuert. Sie

tippen keine Geheimcodes mehr, sondern wählen aus Befehlslisten

("Popup"- oder "Pulldown"-Menüs) auf

dem Bildschirm die gewünschte Funktion aus -- meist mit deren

Anfangsbuchstaben oder mit den Cursor-Tasten. Beispiel Word: Sie

wechseln mit der Escape-Taste in die Menu-Befehls-Leiste unten

im Bildschirm. Anschließend wählen Sie <Ü>

für "Übertragen" und <S> für Speichern.

Übertragen (engl. Transfer) bedeutet: Vom Arbeitsspeicher

auf die Festplatte. Da muß man allerdings erstmal drauf

kommen.

Jetzt ist klar, wozu die unbekannten Tasten am Keyboard (Tastatur)

dienen: zur Befehlseingabe. Command heißt das auf englisch.

Psychologisch interessant ist, daß der Computer "Befehle

ausführt". Wie schön das ist, werden Sie merken,

wenn er zum ersten Mal das tut, was Sie wollen. Die Controll-

und die Escape-Taste haben Sie bereits kennengelernt. Außerdem

gibt es noch die Alt-Taste (Alternate) und an PC-ATs die Alt-Gr.

Die Funktionstasten F1, F2, F3 usw. am PC vergessen Sie bitte

ersteinmal. Was diese Tasten in Ihrem Programm bewirken, steht

im Handbuch.

Ein Tippfehler bedeutet jetzt nicht mehr: alles nochmal von vorn,

oder: alles löschen. Sie korrigieren am Bildschirm, bevor

Sie drucken. Fanatiker von Gedrucktem bevorzugen es, die Korrekturen

auf dem Papierausdruck anzumerken und sie dann gesammelt auf den

Bildschirm zu übertragen. Das ist Geschmackssache -- probieren

Sie aus, was Ihnen mehr liegt.

Ihre Fähigkeiten zeigt die Textverarbeitung aber erst richtig

bei der Gestaltung. Mit der Schreibmaschine erzeugen Sie, ohne

es zu wissen, etwas, das Setzer "Flattersatz" nennen:

Die Zeilen enden rechts nicht auf gleicher Höhe. Beispiel:

Hier ein Musterabsatz im Flattersatz. Hier ein Musterabsatz im

Flattersatz. Hier ein Musterabsatz im Flattersatz. Hier ein Musterabsatz

im Flattersatz. Hier ein Musterabsatz im Flattersatz.

Links beginnen alle Zeilen übereinander: linksbündig.

Rechts "flattert" der Rand. Mit ein bis zwei Befehlen

schaltet Ihre Textverarbeitung den gesamten Text um in sogenannten

Blocksatz:

Hier als Beispiel ein Musterabsatz im Blocksatz:

links- und rechtsbündig. Hier als Beispiel ein

Musterabsatz im Blocksatz: links- und rechtsbündig.

Hier als Beispiel ein Musterabsatz im Blocksatz:

links- und rechtsbündig.

Verzeihen Sie den etwas stumpfsinnigen Text. Um ihn zu erzeugen,

wurde der Satz nicht etwa dreimal getippt, sondern markiert und

kopiert. Auch diese Funktion beherrschen alle Textverarbeitungen.

Natürlich können Sie wie auf der Schreibmaschine auch

Absätze einrücken, den rechten und linken Rand verstellen

und Tabellen und Übersichten mit dem Tabulator schreiben,

einer festen Marke am oberen Seitenrand, zu der Sie mit der Tab-Taste

gelangen (manchmal sind auch zwei entgegengesetzte Pfeile drauf).

Die Funktion "Seitenrand" oder "Rechter Rand/linker

Rand" gilt erstmal für die Bildschirmdarstellung. Wie

der Text auf dem Drucker herauskommt, hängt davon ab, wie

Sie das Papier dort eingelegt haben. Manchmal hilft einfach, den

Papiereinzug ein wenig nach links oder rechts zu verändern.

Textverarbeitungsprogramme berücksichtigen beim Drucken,

daß der Text nicht direkt am Papierrand oben links anfängt,

sondern geben oben etwas "Vorschub" und lassen den Text

links um ca. 2 cm einrücken.

Die Arbeit erleichtern "automatische" Trennprogramme

und Rechtschreibhilfen. Trennprogramme gibt inzwischen auch auf

die deutsche Sprache zugeschnitten. Pech, wer eine englische Programmversion

hat. Rechtschreibwörterbücher als "Thesaurus"

im Computer gespeichert finden wir vor allem für fremdsprachige

Texte hilfreich -- da kann ein englisches elektronisches Wörterbuch

und Korrekturprogramm Wunder wirken.

Der Sinn und Zweck der "Such- und Austauschfunktion"

wird Ihnen nicht auf Anhieb einleuchten. Zwei Anwendungsbeispiele,

garantiert aus der Praxis: Ein langes Manuskript handelt von der

Rolle der Intellektuellen in der Politik. Der Frau, die den Text

tippt, ist es zu blöd, dauernd das Wort "Intellektuelle",

"Intellektueller" etc. zu schreiben. Sie schreibt stattdessen:

"I*e" oder "I*er", je nach Satzbau. Am Ende

des zehnseitigen Manuskripts tauscht sie mit einem Befehl für

den gesamten Text "I*" mit "Intellektuell"

aus. Zweites Beispiel: Einer anderen Frau gefällt nicht,

daß im Manuskript immer "man" steht. Da sind doch

auch Frauen gemeint -- also ändert sie mit dem Such- und

Austausch-Befehl alle "man" um in "man/frau".

Das findet nun wieder ein anderer Mitarbeiter lächerlich

und tauscht "man/frau" aus gegen "mensch".

Die Arbeit haben sich der Verfasser und die Verfasserin ((GRINS!!))

dieses Buchs übrigens gespart. Sollte das Buch jemals auf

Diskette erhältlich sein, können Sie selbst statt "man"

einsetzen, was Ihnen am besten gefällt.

Aufs Büro zugeschnitten waren ursprünglich die Funktionen

"Serienbrief" und "Textbausteine". Serienbrief

oder "Mailmerge" heißt: denselben Text an viele

Adressaten versenden. Deren Adressen müssen vorher in eine

eigene Datei eingetippt werden. Sie können an denselben Adressenbestand

immer wieder neue Briefe senden. Textbausteine sind Textteile,

also Worte, Sätze oder Absätze oder mehr, die immer

wieder vorkommen. Beispiel: Die Abschlußfloskel "Herzliche

Grüße -- Peter Müller, Landessekretär"

speichern Sie als Textbaustein unter dem Code "hg".

Am Ende jedes Ihrer Briefe holen Sie mit ein bis zwei Befehlen

den unter "hg" gespeicherten Text auf den Bildschirm.

Bei Serienbriefen und Textbausteinen arbeiten Sie mit Textvariablen

(manchmal auch mit Konstanten). Das sind Platzhalter für

Text, der von Brief zu Brief verschieden ist, zum Beispiel Name

oder Geburtsdatum. Was Sie damit alles anstellen können,

erfahren Sie in Kapitel 2.3.

    Das kann jede Textverarbeitung

    Folgende Funktionen gehören zum Standard bei Textverarbeitung:

    • Texte speichern, korrigieren (verändern/löschen/einfügen),

      drucken (Grundfunktion)

    • Textteile verschieben

    • Such- und Austauschfunktion

    • auf Tastendruck rechten und linken Rand verändern

    • umschalten zwischen "Blocksatz" (rechts- und linksbündig

      geschriebener Text) und "Flattersatz" (nur linksbündig)

    • automatische Trennhilfe (je nach Programm mehr oder weniger

      automatisch...)

    • Rechtschreibhilfe/Korrekturprogramm (nicht unbedingt notwendig)

    • Text in Spalten drucken -- mindestens einer

    • Serienbrief ("Mailmerge")-Funktion (für Werbesendungen

      und Pressemitteilungen)

    • Textbausteine (für immer wiederkehrende Texte wie Spendenaufrufe,

      Selbstdarstellung, Textteile im Impressum)

    • Extras wie Kopf- und Fußzeile (für Schriftverkehr

      interessant), Fußnoten (für "wissenschaftliche"

      Arbeiten wichtig).

2.1.2 Ein Konzept aufstellen

Das Geheimnis der Kreativität ist ein guter Zettelkasten

-- war einmal der Zettelkasten. Besser als viele Einzelzettel

ist ein kleiner Ordner, in den die Blätter eingeheftet werden,

oder ein gebundenes Notizbuch. Computer muß nicht sein --

es sei denn, Sie gehören zu den Snobs, die bereits vor fünf

Jahren die Stammkneipe nicht ohne Laptop (Aktentaschen-Computer)

betraten. Die Autoren dieses Buches fahren jedenfalls ohne Laptop

in Urlaub. Wichtiger und immer dabei ist ein einfaches Schulheft

und ausreichend Schreibmaterial. Gute Ideen kommen vorzugsweise

beim Bier, beim Spazierengehen oder im Grünen.

Sie wollen das unbedingt per Computer erledigen? Also gut. Sie

planen die Aktivitäten Ihrer Gruppe für das kommende

halbe Jahr. Hier gilt: Je mehr Menschen, desto vielfältiger

die Ideen. Vielleicht veranstaltet Ihre Gruppe dazu ein "Brainstorming":

Sie treffen sich und sind auf Kommando zehn Minuten lang kreativ.

Länger hat es keinen Sinn -- dann ist "die Luft raus".

Ideen bitte sofort aufschreiben oder in den Computer tippen --

ohne Bewertung. Das kommt in der nächsten Phase. Im Draft-Modus

ausdrucken (geht wesentlich schneller und spart Farbband) und

weiter überlegen --- das Ausformulieren vor dem Bildschirm

ist dann ein Kinderspiel. Die Ideensammlung archivieren Sie bitte,

auch die verworfenen Ideen. Vielleicht läßt sich im

nächsten Jahr etwas davon umsetzen.

Stoff sammeln am Bildschirm

Anders liegt der Fall, wenn ein Flugblatt als Hinweis auf eine

Veranstaltung getextet werden soll. Das dauert um so länger,

je mehr Leute mitmachen. Stoffsammeln allein ist zwar nicht halb

so lustig, aber ebenso effektiv. Hier ist das Blatt Papier eher

ein Umweg. Halten Sie am Bildschirm fest, was unbedingt drauf

muß:

  • die Grundaussage (was passiert auf der Veranstaltung?)

  • genaue Orts- und Zeitangabe (Wo? Wann?)

  • Besonderheiten, Hintergründe (Wie? Warum?)

  • Impressum und presserechtlich Verantwortlicher

  • Kontaktadresse, ev. Telefonnummer für Rückfragen

  • die Einladung, hinzugehen

Legen Sie die Reihenfolge fest. Jetzt formulieren Sie die einzelnen

Punkte aus, besprechen den Text mit Ihrer Gruppe, ändern

und ergänzen ihn entsprechen -- und dann erst gestalten Sie

ihn endgültig. Ihr erster Entwurf soll einen Eindruck von

der endgültigen Gestaltung geben -- nicht mehr.

    Das Wichtigste bei der Stoffsammlung ist konsequentes Aufschreiben

    -- das kann man nicht oft genug wiederholen. Sie können den

    Computer benutzen, um sich selbst zu disziplinieren. Das erwähnte

    Schulheft erreicht denselben Zweck.

Längere Konzepte

Sie planen eine Broschüre über Fahrradwege in Ihrer

Stadt. Ungefähr ist klar, was alles rein soll, einige Texte

stehen schon. Zettelordner und Schulheft sind hier überfordert

-- gliedern Sie Ihr Material am Bildschirm.

Nach der Materialsammlung legen Sie bitte die Reihenfolge fest.

Jetzt ergibt sich allmählich, welche Teile unter einem Oberbegriff

zusammengefaßt werden können. Welches Gliederungskonzept

Sie bevorzugen:

1.

1.1

1.2

2.

3.

3.1.1

3.1.3

3.2.1

3.2.2

4.

usw. (dezimal)

oder:

A

B I 1

2

II 1

2

C

usw. (alphanumerisch)

ist Geschmackssache. Mühsam ist das Umstellen und anschließende

Umnumerieren von Hand, wenn sich etwas ändert. Trotzdem ist

es bequemer, als den Text neu zu schreiben.

Eine Hilfe sind Gliederungsprogramme, die in vielen Standard-Textverarbeitungen

enthalten sind. Sie erleichtern den Arbeitsschritt der Zuordnung

und Kapiteleinteilung. Die Stoffsammlung muß auf jeden Fall

vorher laufen -- das nimmt Ihnen kein Programm ab. Aber das langweilige

Durchnumerieren können Sie sich sparen. Sie legen in solchen

Gliederungs- oder Outline-Programmen nur die Ebene fest, zu der

die Kapitelüberschrift gehört, den Rest erledigt das

Programm. Wenn Sie ein Unterkapitel umstellen oder zu einem eigenen

Hauptkapitel machen wollen, ändern Sie einfach die Ebenenzuweisung.

Das Programm numeriert die Kapitel nicht nur neu durch, sondern

führt die Änderung auch im Text aus.

Es verlangt etwas Zeit, sich in ein solches Programm einzuarbeiten.

Ratsam ist das, wenn Sie eine umfangreichere Broschüre gestalten

wollen, oder wenn ähnliche Arbeiten öfter auf Sie zukommen.

Für eine Einteilung in drei Hauptkapitel lohnt sich das Ganze

nicht, für fünf Hauptkapitel, die alle in mindestens

zwei Unterkapitel, davon einige noch weiter unterteilt sind, schon.

Gliederungsprogramme legen für die fertige Broschüre

auch ein Inhaltsverzeichnis mit den korrekten Seitenzahlen an

-- vorausgesetzt, Sie ändern nach dem Ausdrucken nichts am

Seitenumbruch.

Sie sind auf der Suche nach einem Geldgeber oder Zuschüssen

für Ihre Broschüre? Dann basteln Sie mit dem Gliederungsprogramm

ein prächtiges Konzept, gestalten es ansprechend, drucken

es möglichst aufwendig aus und legen es dem Bundesverband

oder der Gemeinde oder wem auch immer vor. Das macht kaum Mehrarbeit,

bringt aber vielleicht Geld.

2.1.3 Schreiben -- was der Computer nicht kann

Im Büro schreiben Computer Briefe -- kein Witz. (Wie Sie

Ihren Bürokram vereinfachen, lesen Sie in Kapitel 2.3). Flugblätter

und Broschüren texten kann der Computer jedenfalls nicht.

Schreiben müssen Sie Ihre Texte weiterhin selbst. Das fängt

beim Tippen an und hört beim Formulieren auf. Einen Teil

des Korrekturlesens übernimmt die Textverarbeitung. Fürs

Tippen ist es gut, wenn Sie das Zehnfinger-System beherrschen.

Ein Schreibmaschinenkurs ist nicht verkehrt, aber auch nicht Voraussetzung.

Manche Tastaturartisten erreichen im Adler-Such-System (erst kreisen,

dann zuschlagen) beachtliche Ergebnisse.

Auch am Handwerkszeug des Schreibens ändert der Computer

vorerst nichts. Sie wissen, daß ein Flugblatt-Text keine

Tagebuchnotiz, aber auch kein Schulaufsatz ist. Den Aufsatz-Stil

vergessen Sie am besten ganz. Auch die Verfasser haben noch nicht

herausgefunden, wozu der gut ist -- wissenschaftliche Arbeiten

folgen unserer Erfahrung nach anderen Gesetzmäßigkeiten.

Wenn Sie publizieren wollen, schreiben Sie genau umgekehrt wie

in der Schule: Das Wichtigste zuerst. Journalisten sprechen von

den "sieben journalistischen W": Wer -- was -- wann

-- wo -- wie -- warum -- woher (welche Quelle). Das alles möglichst

in den ersten Absatz und in wenige, nicht zu lange Sätze

packen. Wie lang dürfen Sätze sein? Die Antwort kommt

einem Glaubensbekenntnis gleich: 12, 18 oder mehr Worte? Jedenfalls

so kurz und eindeutig wie möglich. Nicht jeder ist des Lateinischen

mächtig und kann entsprechende Satzkonstruktionen auch im

Deutschen aufdröseln. Textverarbeitung hilft, aus einem verschachtelten

Satz zwei oder drei verständliche Sätze zu machen. Von

allein kann sie das allerdings nicht.

Überschriften sind so eine Sache: "Skandal" oder

"Miese Regierungspolitik" wirft die Frage auf: Welcher?

Was für eine Politik? Richten Sie sich als Faustregel nach

der (seriösen) Tageszeitung: Die Überschrift gibt den

Inhalt des Textes in Kurzform wieder. Das kann in ein bis drei

Zeilen geschehen. Mehr über das Handwerk des Schreibens lesen

Sie in den Fachbüchern von Wolf Schneider, Walter von LaRoche

und Gabriele Hooffacker/Peter Lokk (nähere Angaben im Literaturverzeichnis).

Gibt es einen

Schreiben am Bildschirm verändert die Schreibe, hört

man oft. Eine wichtige Änderung: Ihr Text steht sofort "wie

gedruckt" am Bildschirm. Das mag anfangs zu unkritischem

Verhalten gegenüber dem eigenen Geschriebenen führen

("Ach, wie schön!"). Auf die Dauer ist es hilfreich:

Was Sie geschrieben haben, steht Ihnen sofort am Bildschirm gegenüber,

objektiviert, könnte man sagen. Notizen in der eigenen Handschrift

wirken vertrauter, näher an einem selbst -- und unfertiger.

Das ist sehr subjektiv aus der Perspektive von berufsmäßig

Schreibenden gesprochen. Testen Sie die Wirkung selbst. Noch besser

ist es unserer Erfahrung nach, den Text zwischendurch auszudrucken.

Auf Papier sieht das Ganze nochmal anders aus. Hier gehen die

Meinungen der Verfasser auseinander: Der eine überarbeitet

lieber am Bildschirm, die andere lieber auf Papier. Probieren

Sie aus, was Ihnen mehr liegt.

Eine Freundin berichtete uns, daß sie sich eher traut, in

den Computer hinein Unfertiges zu formulieren. Die Gefahr dabei

sieht sie darin, daß man einen Text nicht so leicht abschließt,

ihn mehr als "work in progress" versteht. Das hat viel

mit Gewöhnung zu tun: Je länger Sie mit dem Computer

arbeiten, desto flotter schreiben Sie direkt in den Bildschirm,

auch Endgültiges. Bei wichtigen Diskussionsbeiträgen,

längeren Briefen etc. empfiehlt sich sowieso, den Text eine

Nacht liegen zu lassen -- ob auf Papier oder auf Diskette oder

auf beidem.

Wenn Sie bisher direkt in die Schreibmaschine geschrieben haben,

dann wird das Umsteigen auf den Bildschirm eine Offenbarung für

Sie sein -- und keinerlei Nachteile bringen. Sollten Sie Texte

bisher handschriftlich aufgesetzt haben, raten wir, das vorerst

beizubehalten und erst die "vorletzte" Fassung einzutippen.

Die endgültige Korrektur erfolgt selbstverständlich

am Bildschirm. Irgendwann wird Sie das zweite Mal Schreiben so

nerven, daß Sie von sich aus umsteigen. Erzwingen bringt

nichts.

Einen typischen "Computerfehler" können Sie vermeiden:

Grammatikfehler beim Satzumbau. Im Deutschen sind wir mit der

Flexion geschlagen. Stellen Sie einen Satz um, ändern sich

Endungen in den verschiedenen Fällen, außerdem die

Pronomina, kurz, alles, was dekliniert wird. Noch gibt es kein

erschwingliches Programm, das deutsche Grammatik befriedigend

prüft und korrigiert. Fürs Englische gibt es bereits

solche Software. Mehrere Möglichkeiten: Sie lassen Ihren

Text von einem unbeteiligten Menschen gegenlesen, der solche Fehler

anstreicht. Oder Sie lesen den Text selbst noch einmal, wenn mindestens

acht Stunden vergangen sind. Oder Sie warten auf die entsprechende

Software (Computerfachzeitschriften lesen!). Das kann allerdings

noch eine Weile dauern, da die deutschen Sprachregeln nicht so

einfach ins "Computerisch" übersetzt werden können,

wie das mit dem Englischen der Fall ist.

Längere Manuskripte vervollständigen

Ihre Leistung zeigt Textverarbeitungssoftware bei der Bearbeitung

und Endredaktion umfangreicher Manuskripte. Von Trennhilfe und

Rechtschreibprüfung sprachen wir bereits. Die Rechtschreibhilfe

sollte besser "Tippfehler-Kontrolle" heißen --

genau das leistet sie. Ob es "das" oder "daß"

heißen muß, kann sie nicht entscheiden.

Einige Programme wie zum Beispiel Euroscript fordern zur Teamarbeit

auf: Korrekturen können im "Korrekturmodus" eingegeben

werden. Das heißt, sie sind als Ergänzungen gekennzeichnet

und können auf einen Satz wieder entfernt werden. "Korrekturen

auf Probe" finden die Verfasser seltsam: als ob dem Mitarbeiter

nicht recht übern Weg getraut wird. Vielleicht ist diese

Möglichkeit aber für speziell Ihre Anforderung hilfreich

-- wer weiß.

Fachbücher und Broschüren enthalten Literaturhinweise

zu einzelnen Textteilen, die sogenannten Fußnoten. Früher

war es Aufgabe der Schriftsetzer, sie richtig zu plazieren. Mit

der Schreibmaschine ist es ein wahres Kunststück, Fußnoten

immer auf die richtige Seite zu bekommen. Für die Textverarbeitung

ist das kein Problem. Für den Anwender schon -- Fußnotenverwaltung

ist in manchen Textverarbeitungsprogrammen eine Wissenschaft für

sich. Wenn Fußnoten bei Ihrer Arbeit häufig vorkommen,

dann lassen Sie sich vorher im Fachhandel vorführen, wie

das geht. Wenn der dazu außer Stande ist, lassen Sie's.

Einem Bekannten von uns passierte auf einem Messestand folgendes:

Er fragte, ob das angepriesene Programm auch Anmerkungen (Fußnoten)

könne. Darauf der Verkäufer: "Nein, die Bemerkungen

müssen Sie schon selber machen!". Über dem Stand

hing ein Schild: Ihr Fachmann für wissenschaftliche Anwendungen.

Hätten Sie das Programm gekauft?

Stichwortverzeichnisse erschließen Bücher. Die Textverarbeitung

hilft beim Kennzeichnen und beim Sortieren des "Index".

Was ein Stichwort werden soll, entscheiden Sie, nicht der Computer.

Sie müssen im gesamten Text erst einmal markieren, was als

Stichwort aufgenommen werden soll. Das Sortieren, manchmal auch

die Zusammenfassung, übernimmt das Programm. Oft ändert

sich aber fürs Endmanuskipt der Seitenumbruch, wenn das Manuskript

schließlich auf einem Laserdrucker oder einem Fotosatzbelichter

ausgegeben worden ist. Entweder tippen Sie dann den entsprechenden

Seitenumbruch jeweils in Ihre Datei ein. Oder Sie verwenden ein

bewährtes Mischverfahren: Stichworte im gedruckte Text per

Filzschreiber (Textmarker) hervorheben und eintippen -- die alphabetische

Sortierung vom Computer erledigen lassen.

2.1.4 Texte gestalten und drucken

Die Gestaltung mittels Textverarbeitungssoftware verlangt mehr

Kenntnisse und sollte denjenigen vorbehalten sein, die sich mit

dem Programm auskennen. Je mehr Mitarbeiter das sind, um so besser.

Für Besonderes (große Überschriften, graphische

Elemente) sind häufig zusätzliche Graphikprogramme nötig

-- deren Bedienung will erst gelernt sein. Oft genügt aber

bereits eine gute Textverarbeitung.

Wie Ihr Werk am Ende aussieht, hängt vor allem vom Drucker

ab. Zusätzlich können Sie mit geeigneter Software einiges

herausholen. Vorweg: Flugblätter und Broschüren sehen

am besten aus, wenn sie mit einem Laserdrucker oder einem guten

Matrixdrucker ausgegeben wurden. Beide Druckertypen lassen viel

Spielraum für die optische Gestaltung: Große Überschriften,

verschiedene Schriftarten, Rahmen, Kästen, Linien. Das Gestalten

selbst kann man lernen.

Das Schriftbild

Ihr Drucker beherrscht nur einige Schriftarten. Mit gekauften

Schriftfonts (meist Einschub- oder Steckmodulen) erweitern Sie

seine Fähigkeiten. Prüfen Sie erst, was Ihre Software

kann: Oft holt ein Textverarbeitungsprogramm schon eine ganze

Menge aus Ihrem Drucker heraus.

Das beginnt bei den Attributen für ein und dieselbe Schrift.

Jeder Drucker kann:

  • Schnellschrift (nicht: Typenraddrucker)

  • Schönschrift

  • Unterstreichen

  • Fettdruck

  • verschiedene Schriftbreite (beim Typenraddrucker: schmalere

    Abstände zwischen den Buchstaben)

  • Buchstaben hoch- oder tiefstellen

  • die Schrift negativ weiß auf schwarz ausgeben (nicht

    für lange Texte, aber für Zwischenüberschriften

    geeignet).

Alle Drucker außer dem Typenraddrucker können dieselbe

Schrift auch noch

  • in verschiedener Größe,

  • kursiv (schräggestellt) und

  • in sogenannten "Kapitälchen" ausgeben: Lauter

    Großbuchstaben (Kapitalien), jedoch in unterschiedlicher

    Höhe. Beispiel: Dieser Satz wurde in Kapitälchen gesetzt.

Mit Ausnahme des Typenraddrucker können alle Drucker die

Schrift auch in der Höhe verändern: eine einfache Möglichkeit,

um Überschriften hervorzuheben. Typenraddrucker sind an die

Gestaltung der Typenhebel gebunden. Alle Änderungen am Schriftkörper

verlangen ein eigenes Typenrad. Ausgefeilte Gestaltungsprogramme

verwenden die Größenangaben aus der Setzersprache in

"Punkt". Die meisten Textverarbeitungsprogramme verstehen

inzwischen nicht nur Angaben in "Inch" (Zoll), sondern

auch in Zentimetern. Einige verwenden die Schreibmaschineneinteilung:

10, 12 oder 15 Zeichen je Inch.

Sie sehen: Wenn Ihr Drucker auch nur eine einzige Schriftart beherrscht,

haben Sie doch Zugriff auf die ganze "Schriftfamilie".

Selbst einfache Drucker beherrschen aber meist mindestens zwei

"Familien": Ein mit und eine ohne "Füßchen".

Bevor Sie die Setzer, aus deren Jägerlatein diese Begriffe

alle stammen, für verrückt erklären, urteilen Sie

selbst:

Die meisten Buch oder Zeitungsschriften haben Serifen (Füßchen):

kleine Querbalken am Ende eines Strichs. Am deutlichsten sieht

man das am großen i: I. Auch die normale Pica-Schreibmaschinenschrift

ist eine Serifenschrift. Vielleicht kennen Sie das Gegenstück,

die "Letter Gothic" oder "Sans Serif"-Schrift

für Schreibmaschinen: ((Muster)) -- nun wissen Sie, warum

die so heißt.

Etwas mehr Rechenleistung verlangen sogenannte Proportionalschriften.

Im Gegensatz zur alten Schreibmaschinenschrift sind hier die Buchstaben

unterschiedlich breit, ein "i" braucht weniger Platz

als ein "m". Inzwischen haben die meisten elektronischen

Schreibmaschinen schon diese Möglichkeit -- Ihr Drucker erst

recht. Proportionalschrift zusammen mit "Randausgleich"

(Blocksatz) ergibt ein ruhiges, gleichmäßiges Schriftbild.

Ältere oder weniger leistungsfähige Textverarbeitungsprogramme

schaffen das vom Rechenaufwand her nicht. Moderne Textverarbeitungen

haben für die Drucker bekannter Hersteller spezielle Anpassungsprogramme,

sogenannte "Druckertreiber". Sie wählen beim Installieren

des Programms aus einer Liste den für Ihren Drucker geeigneten

Treiber aus. Das Programm hilft Ihnen dabei und kopiert den richtigen

Treiber auf die Festplatte. Wenn das Programm keinen geeigneten

Drucker anbietet, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder

ist Ihr Drucker zu dem eines bekannten Herstellers kompatibel.

Dann müßte er den entsprechenden Treiber "verstehen".

Oder Sie nehmen den Treiber "TTY" -- für die wichtigsten

Anwendungen reicht das.

Ein Tip zur Präsentation: Manuskripte, im Schnelldruck(Draft)-Modus

ausgedruckt, wirken auf den Betrachter unfertig. Dasselbe Skript,

mit schöner Schreibmaschinenschrift gestaltet, wirkt "endgültig".

Setzen Sie die Schriftwahl gezielt ein. Wollen Sie Ihrer Gruppe

einen Entwurf zur Weiterbearbeitung vorlegen, nehmen Sie die Entwurfsschrift.

Präsentieren Sie ein Ergebnis, dann drucken Sie in Briefqualität.

Dasselbe gilt, wenn Sie den Text fotokopieren oder gar als Vorlage

für Offsetdruck verwenden wollen. Hier zeigt der Typenraddrucker

seine Stärke: Das Schriftbild ist gestochen scharf. Bei Matrix-

und sogar bei Laserdruckern fasern die Buchstaben an den Rändern

leicht aus. Das Ergebnis wirkt angeknabbert. Kleiner Trick: Drucken

Sie die Vorlagen in einer möglichst großen Schrifttype

aus und lassen Sie sie in der Druckerei unter der Repro verkleinern.

Das läßt die Schrift scharf erscheinen.

Die Seitengestaltung

Fast alle Textverarbeitungsprogramme geben einen Mindest-Papierrand

vor. Den können Sie jederzeit verstellen. Das geschieht mit

aufwendigen Punktbefehlen wie im alten Wordstar oder mit nicht

weniger aufwendigen Menübefehlen ("Escape -- Format

-- Bereich --Seitenrand") in Word.

Diese Befehle jedesmal einzutippen, kostet Zeit und Nerven. Meist

werden ein oder zwei Standard-Gestaltungen benötigt, zum

Beispiel ein bestimmter Briefbogen und der Ausdruck als Manuskript.

Oder Sie gestalten in einer Broschüre den Text in einer Schriftvariante,

die Fußnoten in einer anderen. Arbeiten Sie in diesem Fall

mit Standards. Das kann eine Befehlsdatei sein, die die wichtigsten

Befehle enthält und automatisch ausführt, oder eine

sogenannte "Druckformat-Vorlage" (style sheet). Hier

legen Sie Schriftart, Zeilenabstand oder Seitenrand einmal fest

und speichern diese Gestaltungsvorgaben unabhängig vom Text.

Mit einem Code oder einer Tastenkombination rufen Sie die Gestaltung

auf und ordnen sie Ihrem aktuellen Text zu. Die bekannten Textverarbeitungen

kennen sogenannte Makros, kleine Programme mit Texten und Anweisungen

an den Computer. Mit einem "Gestaltungs-Makro" kann

man auch Computerlaien die Gestaltung schmackhaft machen. Beispiel:

Ein Makro für Word 5.0, das den Brieftext markiert, eine

bestimmte Schriftart auswählt, den Seitenrand festlegt und

den Brief auf dem Drucker ausgibt:

<UMSCHALTEN F10>

<UNT>fz<UNTEN 3><F1><TAB>12<RETURN>

<UNT>fbs5cm<RETURN>

<UNT>dd2<RETURN>

Dieses Makro abtippen, markieren, unter dem Namen BG.MAK (für

"Briefgestaltungs-Makro") in Word löschen und die

Textbausteindatei mit Esc -- Ü -- T -- S speichern. Wenn

Sie am Ende eines getippten Briefes BG, dann auf die Funktionstaste

F3 tippen, wird Ihrem Brief von jetzt an die Standardschriftart

Ihres Druckers zugeordnet (Sie können natürlich auch

eine andere Schrift wählen). Außerdem beginnt der Drucker

erst 5 cm unterhalb des oberen Papierrands zu drucken. Das reicht

meist grade, um in das vorgedruckte Anschriftenfeld zu treffen

-- sehr praktisch für Fensterkouverts.

Das hat den Vorteil, daß nicht jeder sieht: Da hat der Oberguru

wieder mal selbst getippt. Alle Briefe sehen einigermaßen

ordentlich und von der Gestaltung her einheitlich aus. Noch wichtiger

ist das, wenn verschiedene Leute die Seiten einer gemeinsamen

Zeitschrift oder Broschüre gestalten. Firmen geben viel Geld

für die "corporate identity" und die entsprechende

Mitarbeiterschulung aus. Mit einfachen Makros erzielen Sie denselben

Effekt. Sie haben sicher eine bessere Verwendung für das

Geld.

Wie die Seite schließlich aussieht, zeigt Ihnen ein gutes

Textverarbeitungsprogramm in der "Preview"-Funktion

(oder "Layout-Kontrolle") vor dem Ausdrucken. Details

sind auf einem 14-Zoll-Standardbildschirm nicht zu erkennen, der

Gesamteindruck der Seite aber schon.

    Einige Tips für die Gestaltung am Computer:

    • Keine Angst vor fetten Überschriften und wenigen, gezielt

      eingesetzten Zwischenüberschriften im Text -- das macht die

      Seite lesbarer!

    • Besser zwei Spalten als eine!

    • Zwei gegenüberliegende Seiten gemeinsam gestalten und

      mittels Preview-Funktion auf dem Bildschirm vorab ansehen!

    • Besser ein großes Bild oder Foto, statt mehrerer kleiner!

    • Nicht mehr als zwei Schriftarten pro Seite -- lieber die Größe

      oder die Attribute (fett/mager, kursiv, Größe) variieren!

    • Keine Angst vor leeren Flächen!

2.1.5 Layout mit dem Computer: Was kann DTP?

Seit Jahren geistert das Schlagwort vom Desktop Publishing (DTP)

oder Computer Aided Publishing (CAP), kurz, von der "Druckerei

auf dem Schreibtisch" durch die Magazine. Was hat es damit

auf sich? Hier wird nicht mehr und nicht weniger versprochen,

als daß sich das Layout (die Gestaltung) von Zeitschriften

und Büchern mithilfe des Computers letzendlich von alleine

macht. Das funktioniert natürlich nicht. Genausowenig, wie

ein gutes Textverarbeitungsprogramm Zeitungsbeiträge schreibt

-- das ist immer noch Sache des Autors -- "macht" ein

DTP-Programm das Layout.

    Für und wider Desktop Publishing

    DTP verbindet die Funktionen von Textverarbeitungs-, Graphik-

    und Schriftsatz-Programmen. Alle DTP-Programme verfügen über

    • verschiedene "klassische" Schriftarten in vielen

      Größen und Variationen

    • Schmuckleisten, Linien, Rahmen und Kästen in allen Größen

      und Formen

    • Raster (damit können Sie Überschriften, Textkästen

      oder Bilder unterlegen und ihn dadurch hervorheben)

    • Ganzseitengestaltung

    • Text in mehrere Spalten "fließen" lassen

    • zwei gegenüberliegende Seiten nebeneinander auf dem Bildschirm

      zeigen

    • bereits gespeicherte Graphiken vergrößern, verkleinern

      und in den Text einbinden

    DTP-Programme genügen dem WYSIWYG-Prinzip: What You See Is

    What You Get. Die Bildschirmdarstellung entspricht weitgehend

    dem, was der Drucker ausgibt -- das ist bei reinen Textverarbeitungsprogrammen

    nicht selbstverständlich.

    Die neuesten Versionen leistungsfähiger Textverarbeitungen

    wie Word 5.0 oder Starwriter 5.0 können fast all das auch.

    Nachteile von DTP-Programmen:

    • zusätzlich wird eine Textverarbeitung (bei Graphik: ein

      Graphikprogramm) benötigt, um die Texte erst einmal einzutippen

    • nach der graphischen Umwandlung sind Textänderungen sehr

      aufwendig

    • aufwendige Rechenzeit

    • Druckerausgabe dauert lang

    • hoher Preis

    • hohe Hardware-Voraussetzungen: PC AT und aufwärts, hochauflösender

      Bildschirm, Laserdrucker.

    Um mit DTP Bilder und Graphiken zu verarbeiten, brauchen Sie einen

    guten Scanner. Was ein einfacher Scanner aus einem Foto macht,

    entspricht bislang bestenfalls einer schlechten Fotokopie.

Unsere Aussagen über DTP-Programme beziehen sich auf den

Low-Cost-Bereich. Größere Verlage setzen elektronische

Text- und Bildverarbeitungssysteme ein, die vom Ergebnis her nichts

zu wünschen übrig lassen. Sie sind von Schulungsaufwand

(mehrjährige Lehre) und Preisklasse (100.000 aufwärts)

her allerdings nicht für den heimischen Schreibtisch geeignet.

Aus demselben Grund beschränken wir uns hier auf Druckwerke

mit einer Druckfarbe. Das ist im allgemeinen schwarz auf weiß.

Anders liegt der Fall, wenn Sie am Computer nur die Texteingabe

erledigen und den Text an Druckerei oder Satzstudio weitergeben.

Dann sollten Sie entweder dieselbe Software benutzen oder zumindest

eine, die die Seitenbeschreibungssprache Postscript unterstützt.

Details klären Sie mit Ihrer Druckerei.

Worauf achten bei DTP?

Das DTP-Programm am PC hilft Ihnen, grade Linien zu ziehen. Eine

gute Textverarbeitung kann fast ebensoviel wie DTP. Beiden ist

gemeinsam: Wo die Überschrift, wo Text und Bild stehen sollen,

weiß das Programm nicht -- das müssen Sie gestalten.

Es macht, nebenbei, auch noch Spaß.

Als erstes legen Sie einen "Satzspiegel" fest:

  • Seitenrand

  • fortlaufender Text wie in Büchern, oder zwei bis vier

    Spalten je Seite?

  • Seitenzählung -- wie und wo?

  • Linie oben oder unten, zwischen den Spalten?

All diese Vorgaben sollten Sie durch die gesamte Broschüre

durchhalten! Auch wenn Sie bereits mit einem DTP-Programm wie

Page Maker oder Ventura Publisher arbeiten und ein Buch oder eine

Broschüre gestalten wollen, nützen Sie die bewährten

Tricks der Setzer: Legen Sie vorab einen Seitenspiegel, ein "Scribble",

an. Was auf welche Seite gehört, skizzieren Sie mit dem Bleistift

auf Papier. Kein Witz -- es geht schneller, und Sie gewinnen einen

optischen Eindruck von Reihenfolge und Umfang des Heftes. Eine

Musterseite ist schnell gestaltet. Danach läßt sich

der benötigte Platz für den gesamten Text einfach ausrechnen.

Faustregel: Eine vollgeschriebene Schreibmaschinenseite entspricht

2-3 Kilobyte.

Das Titelblatt Ihrer Broschüre skizzieren Sie ebenfalls auf

Papier. Denken Sie bei einer Zeitschrift, einem Magazin daran,

daß der Titel das Erkennungszeichen für den Leser ist.

Schriftzug und Farbgebung sollten über längere Zeiträume

gleich bleiben. Wenn Sie eine längere Broschüre oder

ein Buch gestalten wollen, suchen Sie sich aus Ihrem Bücherschrank

ein Muster.

Selbstverständlich können Sie alle Arbeitsschritte auch

am Bildschirm erledigen. Es ist nur ungleich aufwendiger. Klar,

Desktop Publishing ist ein faszinierendes Themengebiet. Nur leider

funktionieren diese komplizierten Programme nicht von alleine.

Es kostet jede Menge Zeit, bis man sich in ein DTP-Programm eingearbeitet

hat. Oft sind auch die Ausdruckergebnisse auf 24-Nadeldruckern

wenig befriedigend. Vor allem, wenn Sie eine Seite probeweise

gestalten und ausdrucken wollen, werden Sie lernen, was "rechenzeitintensives

Programm" heißt. Untätig vor einem rechnenden

Computer zu sitzen, ist eine der nervenaufreibendsten Tätigkeiten,

die sich die Verfasser vorstellen können (sie warteten einmal

stundenlang auf die Berechnung eines neuen Schriftfonts auf einem

80386er).

Außerdem braucht das Drucken einer Seite sehr lange, da

das DTP-Programm jeden Punkt einer Seite extra berechnen muß.

Dabei gehen die heutigen PCs (zumindest die in der unteren Preisklasse)

ganz schön in die Knie. Auch die Einbindung von Graphiken

braucht Geschick und zusätzliche Hardware. Unser Tip: Beobachten

Sie die Entwicklung auf dem DTP-Markt. In ein paar Jahren wird

das alles ganz anders aussehen: Leistungsfähiger, einfacher

und preisgünstiger.

Es geht auch ohne DTP

Für die einfache Gestaltung genügt eine Textverarbeitung

mit variabler Spaltenbreite und Blocksatz. Sie legen im Programm

fest, wie breit eine Textspalte sein soll. Das geben Sie entweder

in Zeichen pro Zeile oder in cm ein. Ein bereits geschriebener

Text wird dann automatisch in die richtige Form gebracht. Wenn

Sie Blocksatz haben wollen, wählen Sie den entsprechenden

Menüpunkt und die Sache ist erledigt. Viele Textverarbeitungen

können zwei Spalten nebeneinander ausdrucken. Damit läßt

sich schon ein einfaches Layout gestalten. Sie müssen nur

den Platz für die Bilder mit einplanen und freilassen. Problematisch

ist die Darstellung am Bildschirm -- die kann sich vom Ausdruck

gewaltig unterscheiden. Überschriften, Zwischentexte, Kästen

und Trennlinien können Sie gestalten, sofern das Programm

verschiedene Schriftgrößen hat und Linien ziehen kann.

Ist der Text eingetippt, in die richtige Spaltenbreite und die

gewünschte Schrift gebracht, folgt die Ausgabe auf dem Drucker

-- so schnell und so gut der Drucker eben kann. Was dabei herauskommt,

sind die fertigen Textfahnen, bereit, zerschnippelt und geklebt

zu werden. Gestalten müssen Sie mit Schere, Klebstoff und

Papier -- so, wie Sie es bisher gemacht haben. Bequemer, als den

Text auf der Schreibmaschine zu tippen, ist es allemal, und das

Ergebnis ist besser. Im Grunde reicht ein billiger Computer (C

64 oder ähnliches) und ein Typenraddrucker. Damit können

Sie saubere Textfahnen ausdrucken, Blocksatz inbegriffen. Aber

mehr geht nicht!

Tips und Tricks

Ein paar Tricks gibt es, wie Sie auch ohne DTP-Software mit dem

Computer Layouts basteln können. Wenn Ihre Textverarbeitung

nicht genug bietet: Mal- und Graphikprogramme haben Funktionen,

um Überschriften zu gestalten. Schreiben und gestalten Sie

alle Überschriften auf einem Blatt und drucken Sie sie gesammelt

aus. Die Montage erfolgt mit Klebstoff und Schere, wie beschrieben.

Schön sind solche Spezialprogramme auch für Tortengraphiken

oder Balkendiagramme. Dafür gibt es nichts besseres als den

Computer. Gute Textverarbeitungen "importieren" diese

Graphiken sogar in den Text. Aber: Eine gute Karikatur mit Tusche

oder ein treffendes Foto sind durch nichts zu ersetzen. Beides

müssen Sie nachträglich ins Layout einmontieren lassen:

das Foto, nachdem es unter der Repro oder einem sehr guten Scanner

gerastert worden ist, die Graphik beim Endlayout.

Bevor Sie anfangen, eine Zeitschrift oder Broschüre mit Computer

zu machen, besuchen Sie Ihren Drucker (den menschlichen) und zeigen

ihm ein paar Probeausdrucke. Nichts ist für einen Drucker

ärgerlicher als zu schwache Druckvorlagen oder solche, die

mit verschieden kontrastreichen Schriften beklebt sind (z. B.

eine Fahne mit Schreibmaschine mit Karbonband und eine mit 9-Nadel-Drucker-Qualität

auf einer Seite). Denn diese Seiten kann er nicht gleichmäßig

belichten.

Wenn Sie mit einem Nadeldrucker arbeiten, empfiehlt sich zur Textausgabe

auf dem Drucker stärker satiniertes, glänzendes Papier.

Darauf erscheint die Schrift wesentlich schärfer als auf

normalem Papier, das sich vollsaugt und so die Zeichen verschwimmen

läßt. Auf jeden Fall ein frisches Farbbandes einlegen!

Wenn die Schrift trotz Glanzpapier und neuem Farbband nicht scharf

genug ist, dann probieren Sie es mit Fettdruck -- eine Funktion,

bei der der Drucker zweimal jede Zeile druckt und so ein wesentlich

kräftigeres Schriftbild zustande kriegt. Sicher -- Umweltschutzpapier

ist besser für die Natur. Allerdings können Sie dann

die Druckergebnisse vergessen; sofern Ihr Drucker überhaupt

den Auftrag annimmt. Verzichten Sie auf das angegraute Recycling-Papier

bei der Herstellung von Druckvorlagen. Das bedeutet aber nicht,

daß nicht die Broschüre auf dem Umweltpapier erscheinen

darf!

Natürlich können alle Drucker Striche, Linien und Rahmen

ziehen -- bis auf senkrechte Linien sogar der Typenraddrucker.

Die Frage ist, ob Ihre Textverarbeitung das kann. Eine Linie oben,

die die Seitenzahl vom Broschürentext trennt, wirkt gliedernd

und elegant. Mitten im Text kann eine Liste oder ein wichtiger

Satz durch einen Rahmen (Kasten) hervorgehoben werden. Beispiele

finden Sie in diesem Buch. Wie Sie mit Ihrem PC aus fast allen

Druckern mit Ausnahme der Typenraddrucker solche Linien, Kästen

und zusätzliche Zeichen hervorbringen, finden Sie im Anhang

zu Kapitel 4. Sparsam eingesetzt wirkt

ein Kasten mindestens ebensogut wie ein feiner Raster im raffiniertesten

DTP-Programm.

Sie wollen nicht auf Farbe verzichten? Dann lassen Sie Ihre Zeitschrift

auf farbiges Papier drucken. Auch eine zweite Druckfarbe für

die Überschrift kostet nicht viel. Das ist besonders preiswert,

wenn Sie den Titelschriftzug Ihrer Zeitschrift in hoher Auflage

farbig, den aktuellen Text jeweils in der Druckerei eindrucken

lassen. Eine VGA-Karte allein genügt jedenfalls nicht, um

einen Farbeffekt erzielen.

DTP ist das, was die Verfasser hier beschrieben haben, natürlich

alles nicht. Aber nicht jeder verfügt über Partei- oder

Verbandskassen, die Geld nur so ausspucken. Selbst mit einem Commodore

C 64 oder einem alten Kaypro, die beide vor bald zehn Jahren konstruiert

wurden, läßt sich noch einiges anstellen. Solche Computer

liegen oft ungenutzt in Kinderzimmern oder Verbandsbüros

herum. Hier gilt: Mit Phantasie und Geschick eingesetzt, erleichtern

solche Geräte die Arbeit mehr, als ein schlecht ausgestatteter

und falsch eingesetzter PC -- insbesondere, wenn sie umsonst auf

einen zukommen. Vom Kauf solcher Gebrauchtgeräte raten wir

ab (unsere Kaufempfehlung finden Sie in Kapitel 4.1). Vom Einsatz

nicht.

Aktualisiert am: 26.11.2005



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