Presseabteilungen verschanzen sich im Web

Immer wieder treffe ich auf Informationsbastionen. Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich als Journalist und immer noch gibt es Unternehmen, an die ich einfach nicht herankomme.

Dabei geht es mir nicht darum, dass die Unternehmen mir meine Wünsche erfüllen – sei es nach Testmustern oder Information. Nein, ich möchte mit meiner Anfrage nur wahrgenommen werden. Es reicht auch „nein, wir können Ihnen leider nicht helfen“.

Doch zu so einer Antwort reicht es selten, wenn sich Firmen im Web verschanzen. Die E-Mail-Adresse der PR-Abteilung auf der Website? Um Himmels Willen nein. Die Leute könnten ja Mails dorthin schicken.

Das Kontaktformular dient der Kontaktabwehr

Nein, wer Kontakt zur Presseabteilung aufnehmen möchte, soll sich gefälligst über ein Kontaktformular anmelden. Mit „Pflichtfeldern“. Alles schön bürokratisch – bewusst oder unterbewusst in der Hoffnung, dass es sich jeder zweimal überlegt, bevor er sich an die Presseabteilung wendet.

Kontaktformular mit Pflichtfeldern

Solche Formulare schaffen einen unnötige Barriere. Warum nicht eine Mail-Adresse „presse@firma.xy“? Da kann man immer noch filtern und sehen, welche Anfrage ernst und für das Unternehmen wichtig ist. Und alle anderen bekommen ein freundliches „wir können Ihnen nicht helfen“. Fertig.

Presseabteilungen haben Angst vor der Öffentlichkeit

Manchmal habe ich den Eindruck, PR-Abteilungen haben Angst vor der Öffentlichkeit. So viel Angst, dass sie sich verschanzen und nicht in der Lage sind, eine offene Kommunikationsschnittstelle anzubieten.

Das ist keine Kommunikation, das ist keine Öffentlichkeitsarbeit. Das ist Abschotten. Und das ärgert mich.

Ähnliche Beiträge

Teilt diesen Beitrag - Danke :)
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Schreibe einen Kommentar