Das Nachfassen von Pressemitteilungen ist immer noch beliebt bei Agenturen und in Presseabteilungen. Doch der Nutzen ist mehr als fragwürdig. Denn das Nachfassen hat meiner Ansicht nach mehr Nachteile als Vorteile.
- Der Anruf stört die Redakteurin oder den Redakteur. Sie reißen den Journalisten aus seiner aktuellen Arbeit heraus und zwingen ihn gleichsam, sich mit Ihrem Thema zu beschäftigen.
- Oft ist die Pressemitteiling bereits weg geworfen oder schlicht nicht an der richtigen Adresse angekommen.
- Oft passt die Pressemitteilung nicht zum Heft, zum aktuellen Themenplan oder es ist einfach kein Platz mehr im Heft.
All das sollten Sie bedenken, bevor Sie eine Nachfass-Aktion per Telefon starten.
Bitte vermeiden Sie auch Peinlichkeiten wie "Wir haben Ihnen vor drei Wochen eine Pressemitteilung zum Thema XY geschickt. Wann wird die denn veröffentlicht?". Denn hiermit offenbaren Sie ein Anspruchsdenken, das die Redaktion sicher nicht erfüllen wird. Die Pressemitteilung ist immer ein Service an der Redaktion, ein Angebot -- aber niemals ein Anspruch, abgedruckt zu werden.
Nachfassen erlaubt: In einzelnen Fällen kann sich Nachfassen lohnen. Nämlich dann, wenn Sie zu einer Pressekonferenz oder zu einer anderen Veranstaltung eingeladen haben. Hier kann es sich lohnen, etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung einmal kurz in der Redaktion durchzuklingeln und nachzufragen. Aber bitte auch hier mit Bedacht vorgehen.
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