Schneller Surfen im Internet
Tipps zum Surfen im Internet - das war im Entstehungsjahr dieses Artikels noch ein großes Thema. Denn im Jahr 2000 hatte noch längst nicht jeder DSL. Im Normalfall war man noch mit ISDN oder per Modem unterwegs. Da zählte jedes Prozent bei der Optimierung. (Erschienen in Chip. Einige Informationen können inzwischen überholt sein.)
Browser-Tipps
Cache einstellen
Netscape Navigator und Internet Explorer bringen beide ein Cache mit. Dabei handelt es sich um einen Zwischenspeicher für Daten, die einmal aus dem Netz übertragen, immer wieder zur Verfügung stehen. Dieses Cache ist im Hypertext Transfer Protocol verankert, funktioniert also mit allen Browsern.
Um im Internet Explorer das Cache einzustellen, klicken Sie im auf Extras - Internetoptionen. Hier finden Sie unter Allgemein den Abschnitt Temporäre Internetdateien. Über den Button Einstellungen können Sie das Cache konfigurieren. Für die Cache-Einstellungen des Netscape Navigator klicken Sie auf Bearbeiten - Einstellungen - Erweitert -Cache.
Art des Cache
Die meiste Geschwindigkeit beim Surfen holen Sie mit der richtigen Einstellung des Cache-Verhaltens. Der Internet Explorer bietet unter Neuere Versionen der gespeicherten Seiten suchen vier Wege, das Cache zu nutzen. Im Netscape Navigator haben sie drei Optionen unter Vergleich zwischen Cache- und Netzwerk-Dokument erfolgt.
Der erste Wert im Internet Explorer heißt Bei jedem Zugriff auf die Seite. Hier gleicht der Browser jedes Mal die gewählte Seite mit dem Original im Netz ab und lädt bei Bedarf die neue Version. Das kostet Zeit. Wenn Sie überwiegend nach aktuellen Informationen wie Börsenkursen oder Nachrichten fahnden, ist diese Einstellung dennoch zu empfehlen, da Sie garantiert immer an aktuelle Daten kommen. Dieselbe Einstellung verbirgt sich im Netscape Navigator hinter der Option Jedesmal.
Die zweite Option Bei jedem Start von Internet Explorer sieht immer dann nach aktuellen Versionen der Seiten, wenn Sie den Internet Explorer verlassen haben und neu starten. Diese Einstellung ist ein Kompromiss aus dem stetigen Laden und der reinen Beschränkung auf die Cache-Daten. Im Netscape Navigator heißt diese Option Einmal pro Sitzung.
Etwas verfeinert ist die Option Automatisch, die nur der Internet Explorer hat. Sie verhält sich wie Bei jedem Start, registriert aber Bilder und Seitenbestandteile, die immer gleich sind. Tauchen diese immer wieder auf, verzichtet der Explorer auf ein erneutes Laden dieser Seitenbestandteile. Auf die Dauer passt der Explorer dann sein Caching-Verhalten den angewählten Seiten an. Diese Option ist im Internet Explorer voreingestellt und in den meisten Fällen auch zu empfehlen.
Schließlich gibt es bei beiden Browsern die Einstellung Nie. Der Browser holt sich damit jede Seite, die er schon einmal geladen hat, ohne weiteren Abgleich aus dem Cache. Das ist der schnellste Weg zu surfen, da wirklich nur von neu angewählten Seiten Daten übertragen werden. Allerdings eignet sich das Verfahren nur, wenn Sie hauptsächlich auf Seiten unterwegs sind, die sich nicht oder nur selten ändern. Ein gutes Beispiel dafür sind Katalog-Seiten wie Yahoo. Um eine Seite von Hand auf den neuesten Stand zu bringen, drücken Sie im Internet Explorer den Button Aktualisieren oder entsprechend im Navigator Neu laden.
Größe des Cache
Von Haus aus nimmt sich der Internet Explorer einen dicken Anteil der Festplatte und richtet danach seine Cache-Größe. Auf aktuellen 18 Gigabyte-Platten kommen dabei aber unsinnig große Werte heraus, selbst auf einer 2 Gbyte-Partition will der Internet Explorer über 380 Mbyte -- ein utopischer Wert.
Um die Größe anzupassen verschieben Sie in den Cache-Einstellungen unter Anteil des Speicherplatzes auf dem Datenträger entweder den Regler oder geben neben MB einen Zahlenwert ein. Der Netscape Navigator hat von Haus aus einen Wert von 1024 Kbyte für den Speicher-Cache und 7680 Kbyte für den Festplatten-Cache. Hier geben Sie in die entsprechenden Felder neue Werte ein.
Die Einstellung der richtigen Cache Größe richtet sich nach diesen Faktoren:
- Größe der Festplatte. Es gibt sie noch, die kleinen Festplatten mit 400 oder 600 Mbyte. Hier geht es so eng zu, dass ein Cache nur stört. Sollten Sie auf so eine kleine Platte angewiesen sein, stellen Sie den Cache auf einen Minimalwert von 1 Mbyte im Explorer oder 1024 Kbyte im Netscape Navigator.
- Art der Daten: Je nachdem, welche Daten sie am häufigsten Abrufen, sollten Sie den Cache anpassen. Wenn Sie sehr häufig auf Sites mit großen Bildern unterwegs sind und dabei immer wieder auf dieselben Grafiken zugreifen, wird es speicherintensiv. In diesem Fall stellen Sie den Cache auf einen hohen Wert von 30 bis 80 Mbyte. Wenn Sie dagegen hauptsächlich nach Texten forschen, reicht ein kleineres Cache mit 5 bis 10 Mbyte locker aus.
Beim Netscape Navigator spielt zusätzlich der verfügbare Hauptspeicher eine Rolle. Denn von diesem zweigt der Navigator per Werkseinstellung noch ein Mbyte ab. Die Konsequenz auf Systemen mit nur 32 Mbyte: Das Betriebssystem muss swappen, sprich die Daten aus dem Speicher auf Festplatte auslagern und bei Bedarf von dort wieder holen. Dieser Vorgang dauert Zeit. Deshalb sollten Sie auf kleinen Systemen diesen Wert auf 0 setzen und sich nur auf den Festplattenspeicher verlassen.
Speicherort des Cache
Auf Computern mit zwei oder mehr Festplatten kann der Speicherort für den Cache eine Rolle spielen. Stecken in Ihrem alten PC beispielsweise eine drei Jahre alte 1 Gbyte-Platte und eine neue 15 Gbyte-Platte, so ist es wahrscheinlich, dass die neue Platte auch schneller ist. In diesem Fall klicken Sie in den Interneteinstellungen auf Ordner verschieben und wählen ein neues Verzeichnis auf der schnelleren Festplatte. Im Netscape Navigator heißt der entsprechende Button Ordner wählen...
Surftipps
Die richtige Zeit zum Surfen
Die richtige Uhrzeit spielt gerade bei Downloads von stark besuchten Seiten eine große Rolle. Wenn Sie zu Zeiten online gehen, in denen auch alle anderen ihre Daten aus dem Netz holen, kann es zu Engpässen kommen. Der erste Engpass entsteht Mittags. Hier verzeichnen Internet-Seiten hohe Zugriffsraten. Das ist auf Mitarbeiter in Firmen zurückzuführen, die ihre Mittagspause zu einem Ausflug in die Datennetze nutzen. Der zweite Flaschenhals droht in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr. Abhängig von der Tarifstruktur der Provider wird das Surfen zu diesen Zeiten billiger und entsprechend stürzen sich die Feierabend-Netzfreunde in das Internet. Zudem sind zu dieser Zeit auch die Surfer aus den Vereinigten Staaten aktiv. Die stoßen etwa ab 15 Uhr zur Netzgemeinde. Der Zugriff auf Sites jenseits des großen Teichs kann dann auch langsamer werden.
Aufwendige Downloads sind in den Vormittagsstunden und am späten Abend am besten aufgehoben. Wenn Sie über ein entsprechendes Programm verfügen und den Rechner über Nacht laufen lassen wollen, können Sie auch einen zeitgesteuerten Download in die frühen Morgenstunden legen. Zwischen vier und sechs ist die Datenautobahn frei.
Schnellere Downloads über Mirror-Sites
Viele Programme und Dateien im Internet sind auf mehreren Server verfügbar. Wenn Sie auf einer Site mehrere Download-Adressen zur Auswahl haben, sollten Sie grundsätzlich einen Server in Europa wählen, der möglichst nahe an Ihrem Einwahlpunkt liegt.
Browser immer geöffnet lassen
Netscape Navigator und Internet Explorer sind von Haus aus so eingestellt, dass sie bei jeder neuen Sitzung die Daten im Cache mit denen auf der angewählten Seite vergleichen. Dabei fragt der Browser beim Server nach, ob eine aktuellere Version der Seite vorliegt und lädt sie bei Bedarf. Dieser Vorgang kostet Zeit. Deshalb sollten Sie die Browser ruhig ständig geöffnet lassen. Der Browser holt dann die Seiten ohne langwierige Rückfragen aus dem Cache.
Leere Startseiten verwenden
Eine Bremse sitzt gleich am Anfang der Surf-Sitzung: Die Startseite. Sobald Sie den Browser öffnen, versucht er, diese Seite zu laden. Sie müssen erst den Ladevorgang abbrechen und dann die von Ihnen gewünschte Seite eintippen, bevor es losgehen kann. Schlimmer noch: Wenn Sie eine automatische Einwahl eingerichtet haben, wählt sich der Browser gleich ein -- auch wenn sie vielleicht noch keine Internet-Verbindung brauchen. Um das zu vermeiden und um den Ladevorgang zu beschleunigen, wählen Sie im Internet Explorer das Menü Extras - Internetoptionen und klicken hier den Button Leere Seite. Im Netscape Navigator wählen Sie Bearbeiten - Einstellungen -Navigator und markieren den Eintrag Leerer Seite.
Proxies verwenden
Praktisch jeder Internet Provider bietet so genannte Proxy-Server. Hierbei handelt es sich um eigene Rechner, die einmal abgerufene Daten zwischenspeichern. Wenn Sie eine Anfrage an einen Web-Server richten, fragt Ihr Browser erst einmal beim Proxy nach, ob er diese Seite vorrätig hat. Wenn ja, schickt der Proxy die Seite sofort an Sie. Da zwischen Proxy und Ihrem Browser kaum Zwischenstationen liegen, läuft dieser Vorgang erheblich schneller als der direkte Seitenabruf.
Um den Proxy-Server einzustellen, klicken Sie im Internet Explorer auf Extras - Internetoptionen und hier auf den Karteireiter Verbindungen. Wenn Sie über eine DFÜ-Netzwerkverbindung online sind, klicken Sie einmal auf den Namen dieser Verbindung und dann auf Eigenschaften. Wenn Sie über ein Netzwerk online sind, klicken Sie auf LAN-Einstellungen.
Aktivieren Sie den Eintrag Proxyserver verwenden und klicken Sie gleich auf Erweitert. Nun sehen Sie eine Liste, in der Sie die Proxy-Server eintragen können. T-Online-Nutzer tragen diese Proxies ein:
WWW: www-proxy.btx.dtag.de
FTP: ftp-proxy.btx.dtag.de
Als Portnummer geben Sie jeweils die 80 ein. Bei den Ausnahmen sollten *.t-online.de und localhost stehen.
Im Netscape Navigator finden Sie den Proxy unter Bearbeiten - Einstellungen - Erweitert - Proxies. Klicken Sie auf Manuelle Proxy-Konfiguration und dann auf Anzeigen. Hier tragen Sie die entsprechenden Werte ein.
Nicht jeder Provider bietet Proxy-Server. Die Proxy-Angaben finden Sie im Allgemeinen auf der Homepage Ihres Providers. Falls nicht, fragen Sie am Telefon nach.
Fehlersuche mit Ping und Tracert
Manchmal hakt es einfach mit der Internet-Verbindung. Nur ist dann die Frage: Liegt es an der eigenen Konfiguration oder am Netz. Ein Werkzeug, das herauszufinden ist Ping. Unter Windows 98 starten Sie es so:
Klicken Sie auf Start - Ausführen, geben Sie in die Zeile command ein und klicken Sie auf Ok. Im DOS-Eingabefenster tippen Sie nun ping gefolgt von der Web-Adresse ein, zum Beispiel:
ping www.yahoo.de
Ping sendet dann kleine Datenpakete zu dem Server. Sobald der Server diese erhält schickt er sie umgehend zurück. Daraus errechnet Ping eine Antwortzeit. Diese liegt bei guten Verbindungen deutlich unter 100ms - je nach Tageszeit schneller oder langsamer. Wenn die Antwortzeiten über 300 bis 400ms liegen, haben Sie den Verantwortlichen im Visier: Irgendwo zwischen Ihrem System und dem angewählten Server liegt der Flaschenhals. Genauer ausmachen können Sie ihn mit der Anweisung
tracert www.yahoo.de
Hier ermittelt das Programm die Zwischenstationen zum gewählten Server und gibt dabei die Antwortzeiten dieser Stationen an. Einzige Abhilfe gegen so eine Engstelle ist, einen Augenblick zu warten und dann noch einmal den Zugriff zu versuchen. Aber zumindest sind Sie dann sicher, dass das Problem nicht an Ihrem PC liegt.
E-Mail nur als Text verschicken
Zeit sparen Sie beim E-Mail-Versand, wenn Sie die Botschaften als reinen Text auf den Weg bringen. Denn wenn Sie eine HTML-Mail mit Hintergrundmustern und schicken Effekten gestalten, braucht diese jede Menge Platz und damit Zeit beim Übertragen.
E-Mail-Anhänge immer komprimieren
Wenn Sie E-Mail versenden, packen Sie grundsätzlich jeden Dateianhang. Sie sparen beim Versand enorm viel Zeit. Besonders wichtig ist die Kompression bei Word-Dateien oder bei Grafiken im BMP- und TIF-Format. Ein gutes Werkzeug zum Packen ist Winzip, das Sie unter der Adresse www.winzip.de als Testversion herunterladen können.
Systemtipps
Protokollballast abwerfen
Das DFÜ-Netzwerk bietet weit mehr Möglichkeiten, als zum Aufbau ins Internet nötig sind. Wenn Sie lediglich online zu gehen möchten, dann kosten diese Optionen allerdings wertvolle Zeit. Darum sollten Sie allen Ballast abwerfen. Gehen Sie dazu in die Eigenschaften der von Ihnen verwendeten Verbindung des DFÜ-Netzwerks und wählen die Karteikarte Servertypen an. Auf dieser Dialogseite sollten Sie alle Optionen bis auf TCP/IP deaktivieren. Bei der nächsten Anwahl versucht das System gar nicht erst, andere Protokolle als das notwendige TCP/IP mit der Gegenseite auszuhandeln. Ebenso wenig fahndet es nach einem Windows-Server auf der Provider-Seite, an dem es sich für die Nutzung von Netzwerk-Freigaben autorisieren könnte. Und damit haben Sie eine weitere Bremse ausgeschaltet.
Automatischer Verbindungsaufbau
Windows erwartet in der Grundeinstellung vor dem Aufbau einer Internetverbindung eine Bestätigung von Ihnen. Schneller geht es, wenn Sie den PC alleine wählen lassen. Das ist auch dann sinnvoll, wenn Sie zu günstigen Nachtzeiten automatisierte Dateitransfers durchführen wollen.
In der Systemsteuerung finden Sie unter Internetoptionen – Verbindungen die Einstellungen für den Verbindungsaufbau. Stellen Sie zuerst sicher, dass die gewünschte Verbindung aus der angezeigten Liste aller eingerichteten DFÜ-Verbindungen den Zusatz (Standard) trägt. Ist dies noch nicht der Fall, dann wählen Sie diese Verbindung aus und klicken auf den Knopf Als Standard.
Starten Sie nun ein Programm, das eine Internet-Verbindung benötigt, etwa Ihren Browser. Nun sollte der Verbindungsdialog erscheinen, der Ihnen die Einwahl vorschlägt. Aktivieren Sie hier die Option Verbindung automatisch herstellen und klicken Sie Verbinden. Beim nächsten Mal wird das DFÜ-Netzwerk den Connect ohne weitere Rückfrage selbständig vornehmen.
Wollen Sie die Automatik wieder abschalten, drücken Sie während der Anwahl auf den Button Abbrechen. Dann wird das Feld Verbindung automatisch herstellen wieder zugänglich und Sie können die Option deaktivieren.
Automatisch Auflegen
Damit dadurch Ihre Telefonrechnung nicht ins Unermessliche steigt, sollten Sie nach einigen Minuten Funkstille den Verbindungsabbau automatisch vornehmen lassen. Die dafür zuständige Checkbox finden Sie vom oben beschriebenen Verbindungsoptions-Dialog ausgehend, unter Einstellungen – Erweitert. Aktivieren Sie dort die Checkbox neben Verbindung nach ... min trennen. Der Standardwert von 20 Minuten ist allerdings viel zu hoch und kostet Sie unnötige Verbindungsgebühren. Je nach Provider können Sie die Leerlaufzeit auf Ihre Tarifbedingungen hin optimieren. Eine guter Kompromiss ist 3 Minuten. Zusätzlich können Sie auch die Checkbox neben Verbindung trennen, wenn Verbindung nicht mehr benötigt wird anwählen. Dann erscheint beim Beenden aller Internet-Programme ein Dialog, der Ihnen die Abwahl vorschlägt. Weil das Zeitlimit auch aktiv bleibt, bieten Ihnen beide doppelte Sicherheit.
Terminalgeschwindigkeit anpassen
Ein potentieller Flaschenhals steckt zwischen Ihrem PC und Ihrem Modem. Wenn die Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen den beiden zu langsam ist, bremst dies den Datenempfang. Wichtig ist, diese Geschwindigkeit deutlich höher einzustellen als die Geschwindigkeit, mit der Ihr Modem online ist. Denn aktuelle Modems komprimieren Dateien, bevor sie diese übertragen. Das empfangende Modem entpackt die Dateien wieder und muss sie schnell an den PC weitergeben. Die Geschwindigkeit zwischen Modem und PC stellen Sie über die Systemsteuerung ein. Klicken Sie doppelt auf Modems, wählen Sie mit einem Klick Ihr Modem an und drücken Sie Eigenschaften. Hier sollte unter Maximale Geschwindigkeit der Wert 115200 stehen. Für ISDN-Besitzer ist diese Einstellung nicht zu sehen und auch nicht notwendig.
Paketdienst
Bremsend auf den Internet-Verkehr können sich auch die Paketgrößen auswirken. Das Problem liegt darin, dass Windows 98 sich automatisch eine Paketgröße aussucht, wenn es mit Netzwerkdaten hantiert. Microsoft empfiehlt eine Paketgröße von 576 Byte. Das ist die im Internet übliche Größe und auch in Ordnung. Nur bei langsamen und schlechten Verbindungen ist sie zu groß. Wenn Ihre Verbindung oft abbricht oder langsam ist, sollten Sie es einmal mit einer anderen MTU probieren.
Als Wert für schlechte Verbindungen wird 296 empfohlen. Einen Idealwert allerdings gibt es nicht. Unter Umständen erzielen Sie auch bessere Ergebnisse mit geringeren oder höheren Werten. Um den Wert einzustellen müssen Sie Hand an die Registry legen. Vorsicht: Führen Sie auf jeden Fall ein Backup der Registry durch, bevor Sie daran arbeiten. Wenn Sie nicht sicher sind, nehmen Sie für die Einstellung ein entsprechendes Werkzeug.
Starten Sie den Registrierungseditor mit Start - Ausführen und der Eingabe von regedit. Suchen Sie den Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\Class\NetTrans. Unterhalb dieses Schlüssels sehen Sie einen oder mehrere Einträge, die ausgehend von 0001 durchnumeriert sind. Sie stehen für die auf Ihrem PC installierten Protokolle. Klicken Sie nacheinander auf die Einträge, bis Sie den Schlüssel DriverDesc mit dem Inhalt TCP/IP finden. Klicken Sie hier auf Bearbeiten - Neu - Zeichenfolge und tippen Sie MaxMTU an Stelle von Neuer Wert #1. Nach einem Return klicken Sie doppelt auf den neuen Wert, geben 296 ein und klicken auf Ok.
Danach sollten Sie die Buffergröße ändern. Bei einer MTU von 296 probieren Sie es mit 1080 als Wert für den Buffer. Um den Wert einzutragen gehen Sie zum Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\VxD\MSTCP\. Hier legen Sie wie oben Beschrieben eine Zeichenfolge mit der Bezeichnung DefaultRcvWindow an. Danach klicken Sie doppelt auf den neuen Eintrag und geben die Paketanzahl ein, also 1080.
Nach einem Neustart arbeitet Windows dann mit den neuen Werten. Probieren Sie aus, ob der Internet-Datenverkehr nun zuverlässiger funktioniert. Wenn nicht, probieren Sie es mit anderen Werten. Für den Test suchen Sie sich eine Datei zum Download aus, die am besten auf den Servern Ihres Providers liegt -- vielleicht auf Ihrer Homepage bei eben diesem Provider. Laden Sie diese Datei nach jeder Modifikation herunter und notieren Sie die Anzahl der übermittelten Kbyte pro Sekunde. Bedenken Sie aber: Kleine Abweichungen sind immer drin.
Keinesfalls ändern sollten Sie die Werte, wenn Ihr PC an einem Netzwerk mit Router hängt. Hier gilt eine MTU von 1500, die auch die meisten aktuellen Router nutzen. Experimente mit kleineren Paketgrößen resultierten in deutlichen Verlangsamungen. DSL-Nutzer können auch mit größeren Werten experimentieren.
Wie man MTU und den Buffer ermittelt, darüber streiten sich die Geister. Generell sollte der Buffer ein Vielfaches der MSS, der Maximum Segment Size sein. Diese entspricht dem Wert MTU minus 40. Diese 40 Byte repräsentieren die Adresse des Datenpakets. Bei einer MTU von 296 kämen folglich 256 heraus. In den meisten Fällen multipliziert man diesen Wert wiederum mit 4 - das wären 1024. Dieser Erklärungsansatz widerspricht aber der bei einer MTU von 296 gängigen Buffergröße von 1080. Zum Herumexperimentieren mit den Werten ist die Formel MSS * 4 aber eine gute Hilfe. Dort stellt Ihnen CHIP die besten Utilities zur Leistungssteigerung vor. Im Internet finden Sie unter http://www.webcom.com/~llarrow/mtumss.html Information und gute Links zum Thema MTU.
Mehr Speed mit Squid und Sendmail
Wenn mehrere Leute über einen gemeinsamen Router online gehen, passiert es häufig, dass der Router identische Objekte mehrmals lädt, wenn die etwa dieselbe Website von zwei Arbeitsplätzen aus aufgerufen wird. Um dieses Verhalten abzustellen, müssten alle Browser im Netz untereinander kommunzieren und sich gegenseitig den Zugriff auf den Cache-Speicher erlauben. Vielleicht kann so etwas ja eine der nächsten Versionen von Netscape oder dem Internet Explorer, die aktuellen Ausgaben müssen hier aber passen.
Squid
Es gibt allerdings jetzt schon eine Möglichkeit, genau dasselbe Ziel zu erreichen. Dazu muss man im Netzwerk einen Proxy-Server einrichten, der dem Browsern vorgeschaltet wird. Doch keine Angst: Dazu brauchen Sie keine teure Software kaufen. Es genügt ein einfach ausgestatteter Linux-PC. Die notwendige Cache-Software, wie beispielsweise das verbreitete Programm Squid, ist in jeder aktuellen Distribution enthalten.
Wenn Sie im Browser diesen Linux-Computer als Proxy-Server eintragen, dann wird der Browser bei jeder Anfrage, also jeder HTML-Datei, jeder Grafik und jedem Soundfile nicht direkt den zuständigen Webserver kontaktieren, sondern lediglich dem Proxy mitteilen, welches Online-Objekt er laden möchte.
Der Proxy-Server prüft daraufhin, ob er die Datei schon hat und welche Verfallszeit-Regeln hierfür gelten. Ist seine gespeicherte Kopie zu alt, dann lädt er das Objekt vom Internet-Server, übermittelt es dem anfragenden System im Netz und legt das Objekt in in seinem lokalen Speicher ab. Kommt der Proxy dagegen zum Schluss, dass der Inhalt seines Speichers die aktuellste Version ist, dann schickt er dieses Objekt an den Browser und spart sich die Online-Verbindung.
Je nach dem Anteil der Webadressen, die alle Teilnehmer im Netz gemeinsam nutzen, und Geschwindigkeit der Anbindung ins Internet kann so ein Netzwerk-Zwischenspeicher eine spürbare Verbesserung des Internet-Datenverkehrs mit sich bringen. Wenn Sie sowieso schon einen Linux-Rechner im Netz aktiv haben, dann kann er diese Aufgabe gleich mit erledigen. Die einzige Voraussetzung: Ein paar Gigabyte an Festplattenkapazität sollten schon frei sein, damit sich die Einrichtung auch tatsächlich lohnt.
Mehr über die Einrichtung eines Squid-Proxy-Servers für Linux lesen Sie im Internet auf der Squid Homepage: http://www.squid-cache.org/. Informativ ist auch das englischsprachige Squid-Howto: http://squid-docs.sourceforge.net/latest/html/book1.htm
Sendmail
Wenn Sie einen Linux-Server in Ihrem Netzwerk haben und über einen Router online gehen, sollten Sie den Linux-Rechner als Mail-Server einrichten. Dieser nimmt dann die Mails entgegen, die Sie versenden und kümmert sich um den Versand. Der Vorteil: Die Mail verlässt Ihren Computer mit voller Netzwerkgeschwindigkeit. Selbst ein paar Mbyte sind damit schnell von Ihrem Computer und Sie können ungestört weiterarbeiten. Je nach Konfiguration setzt Sendmail nach einer Pause oder sofort den Mailversand in Gang und schickt die Nachricht weiter. Sendmail auf diese einfache Arbeit einzustellen erfordert zwar einige Grundkenntnisse, lässt sich aber machen -- in Suse-Linux erledigen Sie dies über das Konfigurationswerkzeug Yast.
Wenn Sie es nicht eilig haben, können Sie auch Sendmail alle Nachrichten sammeln lassen und zu günstigen Zeiten die Mails abschicken, etwa nach Feierabend. Allerdings ist für solche Verfahren deutlich mehr Geschick in der Sendmail-Konfiguration notwendig. Mehr zu Sendmail-Themen finden Sie unter http://www.linux.org/docs/ldp/howto/mini/Sendmail+UUCP.html
- Internet Explorer 3.0 richtig benutzen
- Ebay Versteigerung richtig vorbereiten
- Netscape gegen Explorer und Mosaic
- Microsoft gegen Netscape
- Apache unter Windows installieren
- Homepage verbessern
- Links im WWW: Grundlagen Hyperlinks
- Design-Guide für HTML und Websites
- Internet Explorer 5 für Macintosh – der bessere Explorer
- VRML für die Homepage
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