Slow Coffee: Kaffee aus der Espresso-Kanne

Sommerzeit ist die Zeit der Langsamkeit. Die Hitze lässt uns träge bewegen und pünktlich zur Hitzewelle gibt meine Jura F50 auf. Das hat sie schon letztes Jahr getan. Da sei wohl eine Dichtung nicht mehr ganz dicht, sagte die Dame vom Jura-Support. Man könne mir einen Karton schicken, in die ich die Jura packe und zur Reparatur poste. Guter Service, das gefällt mir.

>>> Siehe auch: Social Media: Der Kaffee-Tweet darf bleiben.

Nur, was mache ich in der Zeit ohne Kaffee-Maschine. Schließlich spielt die braune Brühe morgens eine wichtige Rolle. Nicht nur das Koffein hab ich gerne, auch das Ritual: Aufstehen, anziehen, schön machen, Kaffee trinken und einen ersten Blick auf meine Websites werfen. Nicht zu vergessen, einen "Ich trinke jetzt Kaffee"-Tweet absetzen.

>>> Mehr: Wozu Apps für Zeitungen?.

Espresso-Kännchen macht jetzt den Kaffee

Für den unwahrscheinlichen Fall eines Druckverlustes in meinem Espresso-Vollautomaten fällt automatisch ein Espresso-Kännchen aus den oberen Regalen meines Küchenschrankes.

Und so ist es auch dieses Jahr. Die kleine, noch ein wenig silbern schimmernde Kanne darf mal wieder auf die Herdplatte.

Mit dem Kännchen habe ich inzwischen so gut wie jeden Fehler gemacht. Letztes Jahr habe ich versucht, Luftkaffee zu brühen. Ohne Wasser. Das Resultat: die Kanne wurde so heiß, dass der Plastikgriff abgeschmolzen ist. Aber wer braucht schon einen Griff.

Dieses Jahr habe ich versucht, dem Kaffee mehr Raum zu verschaffen und dieses kleine Sieb zwischen dem Brühträger unten und dem Kännchen oben drauf vergessen. Der Kaffee hat sich dann Raum verschafft und sich mit einem "Puff" in der Küche verteilt, wie man es schöner nicht lautmalen kann.

>>> Weiterlesen: Social Media bringt nichts, wenn keiner auf E-Mail antwortet.

Doch es bleibt ein Genuss, den Kaffee auch im kleinen Espresso-Kännchen zu machen. Das hat etwas von der Camping-Romantik junger Jahre. Da rattert kein Automat, keine Jura bittet darum gereinigt zu werden und die Milch schäume ich auch von Hand auf. Zugegeben, da hilft mir so ein ZG-Zauberstab.

Ich freue mich darauf, meine Maschine wieder zu bekommen. So lange aber genieße ich die Zeit, die ich morgens mit dem Kaffee verbringe. Statt der zwei Minuten vor dem Automaten brauche ich für den Kaffee fünf, mit ein wenig trödeln sogar zehn Minuten. Genau das richtige für den Sommer: Slow Coffee.

Ich sollte ein Manifest darüber schreiben.

Aktualisiert am: 29.07.2010



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