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Sound für Linux mit ALSA und OSS

Opensuse 10.3 bringt ein üppiges Soundsystem mit. Die richtige Hardware vorausgesetzt, können Sie mit Suse Musik hören, Sound aufnehmen oder Klänge editieren. Der folgende Beitrag zeigt, wie Sie das Soundsystem konfigurieren und nutzen.

ALSA heißt das Linux-Soundsystem. Die Advanced Linux Sound Architecture ist ein Kernelmodul, das Soundkarten über spezielle Treiber einbindet und sich gegenüber dem Betriebssystem als einheitliche Schnittstelle darstellt. Anwendungen müssen also nur auf ALSA zugreifen und sich nicht um Eigenheiten der Soundkarte kümmern.

Falls ALSA die Soundkarte nicht erkennt, können Sie es alternativ mit dem Open Sound System OSS probieren. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „OSS einschalten“.

Der Kmixer ist das zentrale Steuerelement für die Aufnahme und Ausgabe von Klängen.

Sound ausprobieren

Im Normalfall funktioniert der Sound bei Suse von Haus aus. Schon nach dem Booten sollten Sie den KDE-Startsound hören. Falls nicht, müssen Sie vielleicht ein wenig an den Einstellungen drehen. Dazu brauchen Sie aber einen Klang, den Sie abrufen können. Klangschnipsel finden Sie im Suse-Startmenü unter Desktop-Einstellungen – Sound und Multimedia – Systemnachrichten. Suchen Sie einen Eintrag aus der Liste heraus, neben dem ein Sound-Symbol steht. Unten in Aktionen sehen Sie den Namen der zugehörigen Sound-Datei. Links neben dem Namen befindet sich der dreieckige Abspielknopf. Klicken Sie darauf, und der Ton erklingt.

Falls nicht, vergewissern Sie sich zunächst, dass die Lautsprecher angeschlossen und, falls nötig, auch eingeschaltet sind. Weiter geht es mit einem Klick auf das kleine Lautsprecher-Symbol rechts in der KDE-Taskleiste. Vergewissern Sie sich, dass der grüne Punkt leuchtet und dass der Regler zu etwa dreiviertel nach oben geschoben ist.

Tut sich danach auch noch nichts, öffnen Sie den Kmixer. Dazu klicken Sie doppelt auf das Lautsprechersymbol und auf Mixer. Unter Ausgänge finden Sie eine ganze Menge Schieberegler. Der zweite von Links ist Front, der sollte zu etwa dreiviertel hoch gedreht sein. Falls Sie aber ein Lautsprechersystem über einen optischen digitalen Ausgang angeschlossen haben, sollte Digital aktiv und hoch geregelt sein. Auch der Regler PCM ganz links darf nicht ganz unten stehen.

 

Hardware überprüfen

Bringt das Verschieben der Regler nichts, muss Yast ran. Öffnen Sie Hardware – Sound. In der Liste finden Sie einen Eintrag mit der aktuell erkannten Soundkarte. Falls nicht, probieren Sie mit Hinzufügen die Karte neu zu konfigurieren. Aus der von Yast angebotenen Liste können Sie dann den Herstellernamen und den Kartentyp heraussuchen.

Übrigens finden Sie in der Yast-Soundkonfiguration auch einen Soundtest. Der verbirgt sich hinter Andere – Spiele Testlaut.

Haben Sie mit der Neuinstallation kein Glück, kann es sein, dass die Karte tatsächlich nicht von ALSA erkannt wird. In dem Fall bleibt nur noch die Chance, die Karte mit OSS zum Laufen zu kriegen – oder der Umstieg auf eine andere Soundkarte.

 

Das Mikrofon

Funktioniert die Soundausgabe, heißt das noch lange nicht, dass auch ein Eingabe einwandfrei arbeitet. Gerade in Zeiten von Teamspeak und Skype aber sind Mikrofone Standardausstattung von PCs und sollten dementsprechend auch funktionieren.

Zunächst brauchen Sie ein Programm, um das Mikro überhaupt auszuprobieren. Das finden Sie im Suse-Startmenü unter Anwendungen – Multimedia- Tonaufnahmegerät. Damit startet Krecord. Schließen sie das Mikrofon an und drücken Sie auf den roten Aufnahmeknopf. Sprechen Sie einen kurzen Text und stoppen Sie die Aufnahme. Danach spielen Sie die ab. Falls Sie schon etwas hören ist das prima. Wenn Sie möchten, sichern Sie die Aufnahme mit Datei – Puffer speichern als auf Ihrer Festplatte.

Falls Sie aber nichts hören, müssen Sie noch ein wenig an der Konfiguration drehen. Damit Sie es ein wenig einfacher haben, schalten Sie in Krecord noch die Anzeige des Input Level, also des Eingabepegels an. Das geht mit einem Klick auf das zweite Symbol von rechts in der oberen Symbolleiste von Krecord. Der Eigabepegel ist ständig aktiv. Er schlägt also auch dann aus, wenn gerade keine Aufnahme läuft.

Nun öffnen Sie wieder den Kmixer per Klick auf das Lautsprecher-Symbol und Mixer. Probieren Sie es zunächst, den Regler Mic nach oben zu drehen. Sprechen Sie wieder ein paar Worte. Falls sich nichts tut, schieben Sie Mic Boost nach oben und probieren es noch einmal. Falls sich wieder nichts tut, schieben Sie beide Regler nach unten und probieren es als nächstes mit Front Mic und Front Mic Boost.

Falls auch das nicht klappt, wiederholen Sie die Tests mit beiden Mikro-Varianten. Zusätzlich schalten Sie aber jeweils um auf den Registerreiter Eingänge. Dort sollte Capture aktiv sein. Ob ein Eingang aktiv ist, erkennen Sie an dem roten Symbol darunter. Hellrot steht für aktiv, dunkelrot für inaktiv. Falls Capture nicht eingeschaltet ist, schalten Sie es ein und schieben Sie den Regler nach oben. Geht auch das nicht, probieren Sie den anderen Capture Regler.

So geht das Probieren für den Mikrofon-Eingang weiter. Wird aus allen Versuchen nichts, bleibt nur noch, ein anderen Mikro zu probieren, um einen Hardware-Defekt auszuschließen. Und sehen Sie auf jeden Fall nach, ob das Mikro am richtigen Anschluss steckt. Viele PC-Gehäuse haben zum Beispiel vorne einen Mikro-Ausgang, der aber nicht zwangsweise mit der Soundkarte verbunden sein muss. Ebenso sollten Sie sicherheitshalber noch einmal prüfen, ob das Mikrofon auch wirklich eingeschaltet ist.

 

OSS einschalten

Falls ALSA nicht funktioniert, probieren Sie es mit OSS. Das wird gleich mit Opensuse 10.3 installiert. Bei Bedarf müssen Sie das Open Sound System nur einschalten. Das lohnt immer dann einen Versuch, wenn ein Programm partout nicht mit ALSA zusammenarbeiten will.

Um das Soundsystem zu ändern öffnen Sie im Suse-Startmenü die Desktop-Einstellungen. In Sound & Multimedia wählen Sie die Unterrubrik Sound-System. Nach einem Klick auf den Registerreiter Hardware sind Sie am Ziel. In Audio-Hardware auswählen ist Autom. feststellen eingestellt. In der Regel sollte damit jedes Programm das Soundsystem bekommen, das es verlangt. Falls aber nicht, stellen Sie hier OSS (Open Sound System) ein. Nach einem Klick auf Anwenden wird der Soundserver neu gestartet und Ihr Linux-PC arbeitet ausschließlich mit OSS.

 

Audacity einstellen

Das Aufnahmeprogramm Audacity ist von Haus aus auf OSS als Soundsystem eingestellt. Falls Sie nicht extra OSS für jede Aufnahme aktivieren wollen, stellen Sie Audacity um, so dass es ALSA verwendet.

Das geht in Audacity mit Bearbeiten – Einstellungen. Für Wiedergabe und Aufnahme stellen Sie jeweils das passende ALSA-Gerät ein. Meist werden mehrere ALSA-Geräte angeboten. Welches das richtige ist, hängt von Soundkarte- und Treiber ab. Testen Sie die Aufnahme indem Sie in Audacity den roten Aufnahmeknopf drücken und dann eine kleine Sprechprobe abgeben.

 

Sound stottert

Läuft die Sound-Ausgabe nicht sauber? Gibt es Aussetzer? Dann ist möglicherweise der Sound-Puffer zu klein oder die Priorität des Prozesses ist zu niedrig. Regeln können Sie da in den Desktop-Einstellungen unter Sound & Multimedia – Sound-System – Software. In der Aussetzervorbeugung finden Sie die Option Soundserver mit höchstmöglicher Priorität betreiben (Echtzeitpriorität). Die sollte aktiv sein. Darunter können Sie den Regler von Sound-Puffer noch weiter nach rechts schieben, um ihn zu vergrößern. Speichern Sie die Änderung mit Anwenden und probieren Sie die Soundausgabe erneut aus.

 

ALSA – steht für Advanced Linux Sound Architecture und ist das Standard-Soundsystem unter Linux.

 

OSS – Das Open Sound System ist ein Soundsystem für UNIX-artige Systeme, das alternativ zu ALSA zum Einsatz kommt.

 

 

Mehr dazu:

Aktualisiert am: 01.05.2009




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