Eine Website ist wertlos, wenn sie niemand findet. Deshalb ist Suchmaschinenoptimierung wichtig. Dieser 2004 im Chip-Sonderheft "Webdesign für Profis" erschienene Beitrag zeigt, wie Sie Ihre Homepage für Suchmaschinen wie Google optimal vorbereiten.
>>> Siehe auch: Google: Duplicate Content ist ein Problem.
Mit den Suchmaschinen steht und fällt der Erfolg eines Web-Auftritts. Ist eine Seite weder in Google noch bei MSN oder Yahoo zu finden, kommt auch kein Besucher. Da kann die Seite noch so schick und informativ sein.
Inhalt, Inhalt, Inhalt
Der beste Trick, um in einer Suchmaschine ganz oben zu landen ist auch der Einfachste: Schreiben Sie guten Inhalt. Schreiben Sie in Ihren Texten das wichtigste zuerst. Je weiter vorne ein Begriff ist, desto mehr wiegt er für Suchmaschinen.
>>> Mehr: Suchmaschinen mögen Frames, Flash und Javascript nicht gerne.
Nutzen Sie die HTML-Elemente h1 und h2, um Ihre Texte zu strukturieren. Suchmaschinen legen auf diese Überschriften viel Wert: Ausdrücke, die sich hier finden, werden bevorzugt behandelt.
Besondere Schreibweisen brauchen Sie nicht zu beachten. Allerdings sollten Schlüsselbegriffe in der Einzahl und Mehrzahl vorkommen. Zum Beispiel „Kaffeekanne“ und „Kaffeekannen“. Dann steigt die Chance, gefunden zu werden.
Aber Achtung: Zu viel Inhalt ist nicht gut. Ab 100 KByte Text riegelt zum Beispiel Google ab. Mehr Inhalt wird nicht aufgenommen.
Suchmaschinen lieben Neuigkeiten. Je öfter Sie neue Informationen veröffentlichen, desto häufiger schaut auch die Suchmaschine vorbei. Bringen Sie am besten täglich oder wöchentlich Neues. Übrigens: Das gefällt auch den Besuchern Ihrer Website.
>>> Weiterlesen: Google offline.
Einfaches Layout und Bilder
Verwenden Sie ein möglichst einfaches Layout. Je schneller sich die Suchmaschine durch die HTML-Tags zu Ihren Daten wühlen kann, desto besser. Und mit einem schlanken Design sinkt auch der Datenverbrauch, den eine Suchmaschine beim Einlesen Ihrer Seite braucht.
Zum Layout gehören auch Bilder. Und zu jedem Bild gehört der Parameter alt, zum Beispiel
<img src=“blabla.jpg“ alt=“Grafikkarte mit 64 MByte Speicher“>
Suchmaschinen wie Google lieben den alt-Parameter und beziehen die dort notierten Informationen mit in die Gewichtung der Website ein. Wichtig: Beschreiben Sie, was auf dem Bild ist und setzen Sie es in Kontext mit dem Inhalt der aktuellen Seite.
Der Titel macht’s
Mit das wichtigste HTML-Element ist das <title>-Tag. Und es ist das am meisten vernachlässigte. Wer in <title> immer nur Informationen wie „Meine Homepage“ oder den Firmennamen schreibt, verschenkt viel. Denn Suchmaschinen mögen <title>. Packen Sie hier griffige Informationen hinein. Im Zweifelsfall wiederholen Sie einfach die Überschrift des gerade aktuellen Beitrags.
Zusätzlich können Sie noch ein paar Stichwörter dazu schreiben, zum Beispiel:
<title>Tipps zu Fotografie - Schulung - Seminar</title>
Neben der Überschrift „Tipps zu Fotografie“ stehen hier noch ein paar Stichwörter zum Angebot der Seite. Der Effekt: Falls jemand die Begriffe „Fotografie Schulung“ sucht, besteht eine bessere Chance, dass er bei Ihnen landet.
Die an vielen Stellen propagierten Meta-Tags bringen für Google nicht viel. Andere Suchmaschinen aber sehen sich die Meta-Informationen immer noch gerne an. Die beiden wichtigsten für Suchmaschinen sind:
<meta name=“description“ content=“...“>
und
<meta name=“keywords“ content=“...“>
In Description packen Sie eine kurze Beschreibung der aktuell angezeigten Seite. Verfassen Sie diese Beschreibung immer passend zur Seite - im Zweifelsfall nehmen Sie auch hier die Überschrift. In Keywords schreiben Sie zur Seite passende Stichwörter, getrennt durch Kommata.
Frames und Flash sind Gift
Schon bei der ersten Planung für die Website sollten Sie sich Gedanken zur Suchmaschinen-Optimierung machen. Ein Killer jedes Suchmaschinen-Erfolgs sind Frames. Denn eine Suchmaschine macht sich nur selten die Mühe, die Unterseiten von Frames nachzuladen, um sie dann noch auszuwerten. Deshalb: verzichten Sie auf Frames. Falls Sie die Rahmen aus gestalterischen Gründen brauchen, steigen Sie um auf Tabellen. Das geht genauso gut.
Auch mit Flash-Seiten haben Suchmaschinen ihre Mühe. Sie kommen einfach nicht an die Inhalte. Falls Sie dennoch nicht auf Flash verzichten können, bieten Sie den Usern - und damit auch der Suchmaschine - eine Flash-freie Version des Auftritts an.
Kritisch sind auch die vielerseits beliebten Tunnelseiten. Dabei handelt es sich um vorgeschaltete Seiten, die meist ein Firmenlogo oder eine Animation enthalten. Schon für den User sind solche Seiten unsinnig, weil er sie jedes Mal wegklicken muss. Aber Suchmaschinen mögen derlei Überflüssiges gar nicht. Denn die Tunnelseite ist die erste Seite, die nach der Eingabe der URL erscheint - für Suchmaschinen ist das aber die wichtigste Seite. Falls da nur ein Logo steht, verschenken Sie gute Platzierungen in der Suchmaschine.
Schlimmer noch: Wenn die Seite nur aus einer Flash-Animation mit in Flash eingebauten Links besteht, bleibt die Suchmaschine ganz außen vor. Übrigens gilt das auch für Links, die mit Javascript erzeugt werden.
Anmelden
Bevor Sie Ihre Seite in einer Suchmaschine finden, müssen Sie diese anmelden. Am Wichtigsten ist die Anmeldung bei Google. Das geht direkt auf der Google-Homepage unter Alles über Google und Ihre URL aktualisieren/hinzufügen. Weitere sinnvolle Anmeldeorte sind die Verzeichnisse von www.yahoo.de und www.dmoz.org sowie Altavista.de. All diese Anmeldungen können Sie einfach und schnell selbst vornehmen. Für die Anmeldung bei Altavista und Yahoo brauchen Sie allerdings ein Yahoo-Kennwort, das Sie gratis bei Yahoo.de bekommen.
Nach der Anmeldung brauchen Sie zunächst einige Geduld. Es kann ein paar Wochen, sogar Monate dauern, bis sich der Googlebot oder ein anderer Spider zum ersten Mal bei Ihnen sehen lässt. Tipp: Falls Sie einen Bekannten haben, dessen Homepage bei Google gelistet ist, bitten Sie ihn, einen Link auf Ihre Site zu setzen. Dann kommt der Bot vielleicht früher vorbei.
Überhaupt ist es sinnvoll, bei Kollegen und befreundeten Unternehmen um einen Link zu bitten. Speziell Google wertet Links aus, die auf Ihre Seiten zeigen. Je mehr Links auf Ihr Angebot zeigen, desto mehr steigt die Seite im Google-Ranking. Aber Achtung: kommen Sie nicht auf die Idee, zig Möchtegern-Sites anzulegen, die alle auf Ihr Angebot zeigen. Das wird bei Google nicht gerne gesehen und kann zum Ausschluss aus der Suchmaschine führen.
Suchmaschinen steuern
Kommt eine Suchmaschine auf Ihre Site, nimmt sie zunächst einmal alles mit, was ihr in den Weg kommt. Das können auch Informationen sein, die nicht für die Suchmaschine bestimmt sind, beispielsweise Druck-Versionen von einzelnen Seiten. Auch include-Files von PHP-Scripts oder das cgi-Verzeichnis gehören zu den Verzeichnissen, in denen Suchmaschinen nichts zu suchen haben. Zwar sind diese Verzeichnisse im Normalfall über Links nicht zugänglich - aber es ist beruhigt, wenn man eine kleine Zusatzsicherung eingebaut hat.
Um den Hunger der Robots zu bremsen, gibt es zwei Möglichkeiten:
Erste Möglichkeit ist die Datei robots.txt. Die stellen Sie in das Root-Verzeichnis Ihres Webservers. Jede anständige Suchmaschine beachtet die Informationen dieser Datei. Die robots.txt kann zum Beispiel so aussehen:
User-agent: *
Disallow: /cgi-bin/
Disallow: /statistik/
Disallow: /include/
Damit verbieten Sie jeder Suchmaschine (User-agent: *), auf Dateien in den Verzeichnissen cgi-bin, statistik und include zuzugreifen. Um eine einzelne Datei, zum Beispiel dateiname.ext, zu sperren geben Sie ein:
Disallow: /dateiname.ext
Die zweite Möglichkeit, Suchmaschinen zu steuern, liegt im meta-Tag. Beispiel:
<meta name="robots" content="index,follow">
bedeutet, das Suchmaschinen-Bots die Seite indexieren und den darauf enthaltenen Links folgen sollen.
Das Gegenteil erreichen Sie mit
<meta name="robots" content="noindex,nofollow">
Natürlich können Sie die Ausdrücke auch mischen: Soll zwar der Inhalt indexiert werden, der Bot aber den Links nicht folgen, geben Sie
<meta name="robots" content="index,nofollow">
ein. Für den Bot ist das dann so eine Art Endstation.
Google: Duplicate Content ist ein Problem
Suchmaschinen mögen Frames, Flash und Javascript nicht gerne
