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Suse Standard Server 8

Der auf United Linux 1.0 basierende Suse Standard Server 8 bietet Mail-Dienste sowie einen File- und Druckserver. Auch als Primärer Domänen Controller lässt sich der Server einsetzen. Außerdem bietet er DNS, VPN, Internet-Zugang und Benutzerverwaltung über LDAP.

Diesen Test habe ich im November 2003 für PC-Professionell geschrieben

Beim Einrichten des Servers hat der Administrator angenehm wenig Wahlfreiheit. Er kann sich auch mit geringen Linux-Kenntnissen durch die Dialoge klicken und bekommt als Resultat nach wenigen Minuten ein funktionierendes Netzwerk-Betriebssystem.

Bedient wird der Server über ein Web-Interface. Der Systemverwalter findet hier alle wichtigen Einstellungen vom Mail- bis zum Fileserver. Mit dem Suse-Konfigurationstool Yast kommt der Administrator ebenso selten in Berührung wie mit der Linux-Shell. Ganz ohne Linux-Kenntnisse wird er dennoch nicht auskommen, will er Dateiberechtigungen setzen oder Verzeichnisse frei geben. Verbesserungswürdig ist die Online-Hilfe. Beim Klick auf das Hilfe-Symbol öffnet sich eine PDF-Datei. Jedoch springt die Anzeige nicht zur der Stelle, die zur gerade gewählten Option passt. Bei jedem Hilferuf ist also Suchen im PDF-Manual nötig.

Über das Web-Interface trägt der Admin seine Benutzer ein und verwaltet Gruppen. Im Fileserver-Modul kann er für diese Nutzer und Gruppen Ordner freischalten und im Netzwerk zugänglich machen. Als Basis für den Fileserver dient Samba 2.2.5. Samba 3 hat es nicht mehr auf den Server geschafft.

Angenehm ist die Mail-Konfiguration. Auch hier findet der Verwalter ein fertig vorkonfiguriertes System: der Mail-Agent Postfix bedient einen IMAP-Server. Auf Wunsch lässt sich ein Spam-Filter zuschalten. Hierbei handelt es sich um den Spam Assassin, der in der Grundeinstellung aber ziemlich lax mit den Mails umgeht. Doch das lässt sich mit den entsprechenden Kenntnissen in einer Konfigurations-Datei ändern. Allerdings muss für diese wichtige Aufgabe der Admin doch wieder auf die Shell zugreifen – ganz ohne Linux-Kenntnisse geht's also nicht. Erfreulich ist die Detailtiefe, in der sich der Server konfigurieren lässt. Für den IMAP-Server beispielsweise darf der Netzwerker je nach Mail-Client eigene Ordner-Sets festlegen. Das spart bei der Konfiguration der Arbeitsplätze nochmals Arbeit.

Ist die Mail-Konfiguration erledigt, kann der Server schon ans Netz gehen. Der Proxy ist gleich einsatzbereit und nimmt Anfragen entgegen – auf Wunsch nimmt auch der eingebaute DNS-Server seine Arbeit auf. Wer keine ständige Verbindung zum Internet wünscht, richtet eine Wählleitung ein. Auch die Einwahl von außen via VPN ist vorgesehen. Praktisch: Auch die Netzwerk-User dürfen konfigurieren.

Abwesenheitsmeldungen oder Einträge im LDAP-Verzeichnis dürfen die Anwender selbst erledigen.

Fazit: Ein rundes Paket mit überraschend angenehmer Bedienbarkeit. Dank des durchdachten Web-Interface kommt der Admin kaum noch in Kontakt mit der Linux-Shell. Der Preis von 520 Euro ist allemal gerechtfertigt. Denn die Installation dieses Servers spart eine Menge Arbeitszeit und schließt viele Fehlerquellen aus, die bei der Konfiguration von Hand entstehen würden.




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