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Telemate, Telix und Procomm Plus im Vergleichstest 1991

Wenn einer eine Datenreise tut, da kann er was erzählen. Doch vorher braucht er Terminalsoftware. PC-WELT testet die drei stärksten DFÜ-Programme Telix, Telemate und Procomm Plus.

(erschienen in PC-Welt 6/1991 siehe auch "Software-Test auf sechs Seiten?")

Alles was Sie brauchen ist ein Modem, eine Telefonleitung und Terminalsoftware. Schon kann die Datenreise beginnen: Große Datenbanken, Nachrichtennetze und Freak-Mailboxen warten auf Ihren Anruf. Von technischen Informationen über die neuesten Börsenkurse und Wirtschaftsmeldungen bis hin zu sonst in den Nachrichten nicht auftauchenden Meldungen aus den Bereichen Umwelt, Frieden und Menschenrechte finden Sie alles in der deutschen Mailboxszene. Seit einem knappen Jahr haben sich auch die amerikanischen Mailboxgiganten Compuserve und Genie auf den deutschen Markt begeben. Hier kostet jede Information bare Münze - dafür haben Sie aber einen direkten Draht zu Softwareentwicklern und Hobbyisten in der ganzen Welt.

Neben den Informationen sind die Mailboxen vollgepackt mit Programmen. Wenn Sie zu irgendeinem Problem die Lösung suchen, sehen Sie erst einmal in der Mailbox nach, ob es nicht ein entsprechendes Programm aus Shareware oder Public Domain gibt.

Wenn Sie selbst programmieren, können andere Mailboxbenutzer Hilfestellung leisten. Außerdem ist die Box ein guter Weg, eigene Programme anderen zugänglich zu machen.

Doch ohne Terminalsoftware läuft garnichts! Diese Programme regeln die Kommunikation zwischen Computer und Modem. Hier speichern Sie die Telefonnummern Ihrer Mailboxen, verwalten ein- und ausgehende Daten, und kümmern sich um die Steuerung des Modems.

Der Herausforderer: Telemate

Lange Zeit war Telix die unbestritten leistungsfähigste Terminalsoftware. Jetzt tritt Telemate 2.11 an, Telix den Spitzenplatz streitig zu machen. Die englische Version von Telemate ist als Shareware erhältlich. Die getestete deutsche Vollversion bietet Microserve in Bremen an.

Mit 480 KB fordert Telemate eine Menge Speicherplatz. Teilweise wird dieses Manko durch die EMS- und XMS-Unterstützung ausgeglichen. Bei Bedarf lagert das Programm auch Teile auf die Festplatte aus.

Technische Ausstattung:

Telemate ist in erster Linie für den Betrieb mit Mailboxen ausgelegt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, daß es kaum Terminalemulationen für Großrechneranbindungen gibt. Lediglich die drei Standard-emulationen VT102, VT52 und ANSI sind eingebaut. Das ist zu wenig.

Auch bei den Übertragungsprotokollen kann Telemate nicht voll begeistern: Das wichtige Protokoll Kermit fehlt und läßt sich nur extern einbinden. Für den Betrieb mit Mailboxen genügt jedoch diese Ausstattung. Z- und X-Modem sind ebenso implementiert wie das für die Kommunikation mit Compuserve wichtige Compuserve B+. Gut gelöst ist das Einbinden externer Übertragungsprotokolle: Die Batchdateien und Initialisierungssequenzen sind bereits vorhanden, so daß man nur noch die Protokollsoftware in das Telemate-Verzeichnis kopieren muß. Im Vergleich mit den anderen beiden Programmen reicht es aber nur für ein schlechtes "befriedigend" in dieser Kategorie.

Bedienung:

Telemate läßt sich konsequent mit Maus und Pulldown-Menüs bedienen. Der Editor, der Rückblätter-Puffer und andere Funktionen sind in Fenstern untergebracht, die sich frei auf dem Bildschirm plazieren, vergrößern und verkleinern lassen. Neben den Menüs helfen Tastaturkürzel (Shortcuts) bei der Bedienung. Alle wichtigen Funktionen können sich über eine -Tastenkombination aufgerufen werden. Da neben den Menüpunkten der entsprechende Shortcut notiert ist, lassen sich die Abkürzungen auch schnell erlernen.

Die Funktionstasten lassen sich in allen Kombinationen (, , mit Makros belegen, darunter auch die Kombination von mit den Ziffern von eins bis neun. Makros werden menügesteuert zusammengestellt. Beim ersten Aufruf der Makrofunktion erscheint ein Fesnter. Hier kann man die Tastaturkombinationen auch mit der Maus anklicken. Die entsprechende Belegung wird direkt an das Terminal übertragen.

Mit der Fenstertechnik und der guten Mausbedienung hat Telemate einen deutlichen Vorsprung im Bedienungskomfort. Die Note: "gut".

Handbuch:

Das Handbuch ist übersichtlich und ordentlich gestaltet. Neben den Angaben zum Programm und zur Programmiersprache findet man im Anhang Informationen zu den Übertragungsprotokollen, über die Statistikfunktion und über die Speicherverwaltung von Telemate. Bei der Dokumentation der Programmiersprache wären ein paar Beispiele mehr nützlich.

Ein Nachteil des Buchs: Es hat eine Klebebindung. Dadurch kann man es nicht neben den Computer auf den Tisch legen, ohne daß es wieder zuklappt. Für das Handbuch ein "befriedigend".

Leistungsmerkmale:

Vom Rückblätter-Puffer über einen Editor bis zur Statistikfunktion für die Onlinezeit: Telemate bietet alles für die praktische DFÜ. Ein deutlicher Vorteil gegenüber den Konkurrenten ist die Zwischenablage. Hiermit lassen sich aus einem Teil der Anwendung heraus Texte entnehmen und in andere kopieren. Doch damit allein ist es nicht getan. Wenn man beispielsweise Post von einem anderen Mailboxteilnehmer beantworten möchte, benötig man oft Textpassagen des Partners zur Bezugnahme. Dazu schneidet man den Text aus dem Rückblätter-Puffer aus und verwendet die Funktion "Quote". Dann wird der Text im Editor mit zeilenweise vorangestellten spitzen Klammern eingefügt. Auf Wunsch errät Telemate auch noch den Namen des Korrespondenzpartners und fügt diesen vor den Klammern ein. Im Puffer läßt sich auch ein Filter einschalten, das ungewollte Steuerzeichen und "Datenmüll" abfängt. Auch eine Suchfunktion ist eingebaut. Die im Puffer enthaltenen Daten lassen sich speichern.

Wenn man einen Text während der Online-Zeit ständig als Referenz sehen möchte, kann man auf das Ansichtfenster zurückgreifen. Auch von hier aus können Textpassagen in das Terminal oder den Editor übernommen werden. Allerdings lassen sich nur Texte vom Datenträger laden. Besser wäre es, wenn man auch über das Clipboard Texte in die Ansicht kopieren könnte.

Mit dem Editor lassen sich innerhalb des Programms Texte schreiben - auch wenn man gerade in einer Mailbox ist. Die Texte werden automatisch umbrochen. Die Editor-Befehle orientieren sich an Wordstar.

An Telemate läßt sich fast alles einstellen: Allein für den Bildschirm gibt es elf Betriebsarten, die von 25 bis 50 Zeilen reichen. Für die höheren Zeilenzahlen benötigt man eine VGA-Karte. Mit CGA lassen sich laut Handbuch immerhin bis zu 32 Zeilen darstellen. Interessant ist der 27-Zeilen-Modus. Dann passen neben der Menü und der Statuszeile die 25 Zeilen auf den Bildschirm, die viele Terminalemulationen verwenden.

Auch für das Modem kann man alle Parameter festlegen. Neben vier Präfixen, die vor der Anwahl einer Telefonnummer an das Modem gesandt werden, gibt es weitere vier Suffixe, die nach der Nummer übermittelt werden. In diesen Parametern lassen sich beispielsweise lange Vorwahlnummern oder Mailbox-spezifische Modemeinstellungen festhalten.

Ein Gag sind die 20 Melodien, die statt eines Piepstons bei Erfolgsmeldungen gespielt werden. Mit dabei sind der Hummelflug, das Wohltemperierte Klavier (das hat Bach nicht verdient) und Harold Faltermeyers Beverly Hills Cop. Über die musikalische Erträglichkeit des PC-Piepsers läßt sich allerdings streiten.

Wichtiger als Musik sind die Verzeichnisoptionen. Denn hier legt der Anwender fest, wo welche Dateien landen. Telemate bietet Verzeichnisse für Script-, Up- und Download-, sowie Editordateien. Daneben läßt sich noch einstellen, wo die Logdateien landen, die auf Wunsch die Mailboxsitzung Zeichen für Zeichen mitschreiben.

Der große Vorteil von Telemate liegt in den programminternen Multitaskingfunktionen: Während beispielsweise gerade ein Dateitransfer stattfindet, kann man im Editor einen Text schreiben. Außerhalb von Telemate hat dies allerdings seine Grenzen: Bei eingeschaltetem DOS-Fenster ist es aus mit dem Multitasking.

Neben diesem DOS-Fenster lassen sich von Telemate aus eine Menge DOS-Operationen ausführen. Unter anderem gibt es Befehle zum Bewegen von Dateien (kopieren und anschließend löschem), sowie zum Betrachten der Inhalte archivierter Dateien.

Eine weitere Arbeitshilfe ist der KommandoPuffer. Hier hält Telemate die letzten Eingaben im Terminalmodus fest. So lassen sich lange Befehlszeilen wiederholen, indem man diesen Puffer benutzt. Das ist bei Mailboxen nützlich, die keine Menüstruktur haben. Innerhalb dieses Fensters lassen sich auch mehrere Zeilen auf Vorrat eingeben. Ein Manko des Ganzen: Auch das Passwort wird bei seiner Eingabe mitgespeichert. Also Vorsicht vor neugierigen Augen.

Die Hilfefunktion von Telemate bezieht sich immer auf das aktuelle Fenster. Der Hilfetext ist mit erläuternden Grafiken versehen. Ein weiteres Hilfefenster mit allen Tastaturkürzeln fehlt.

In das Telefonverzeichnis von Telemate passen 1000 Einträge. Bei Bedarf lassen sich weitere Verzeichnisse nachladen. Neben den üblichen Boxparametern läßt sich jedem Eintrag eine Scriptdatei zuweisen. Auf Tastendruck kann man dieses Script auch direkt aus dem Anwahlverzeichnis heraus editieren. Das ist besonders bei Login-Scripts sinnvoll, bei denen man das Passwort ändern will. Zur Wartung des Verzeichnisses muß man Telemate verlassen und ein eigenes Programm aufrufen. Hier lassen sich die Einträge sortieren und löschen sowie die Verzeichnisgröße festlegen.

Für Statistikfans ist das Hilfsprogramm TMSTAT eine Spielwiese. TMSTAT wertet die Nutzungsdatei aus, in der Onlinezeiten, Datentransfer und anderes mitprotokolliert werden. Heraus kommt ein hübsches Schaubild mit Balken für die Nutzungszeiten und Durchschnittswerten für die Dateiübertragung mit den verschiedenen Protokollen.

Die Gesamtnote in diesem Bereich: "gut".

Sprache:

Die Scriptsprache von Telemate ist in Aufbau und Befehlsstruktur eine Mischung aus Basic und Pascal. Sie ist prozedural aufgebaut: Zusammengehörige Befehlsfolgen können in einer Prozedur zusammengefaßt und mit einem Befehl aufgerufen werden. In drei vorgefertigten Dateien, die sich über den Include-Befehl einbinden lassen sind bereits einige Funktionen, unter anderem zur Steuerung des Bildschirms mit ANSI-Sequenzen festgelegt. Konsequenterweise fehlen direkte Sprünge (entsprechend dem GOTO in Basic). Das erzwingt zwar eine saubere, strukturierte Programmierung, ist jedoch nachteilhaft, wenn man schnell einmal eine kurze Routine schreiben oder testen will.

Telemate erlaubt die Variablentypen Character für Zeichenketten und Integer für ganze Zahlen. Daneben gibt es noch die Typen Boolean, sowie Time und Date für die Arbeit mit Datum- und Zeitangaben. Variablentypen zur Berechnung von Dezimalzahlen fehlen. Auch im Sprachumfang steht Telemate hinter der Konkurrenz zurück. Dadurch ist die Sprache allerdings einfacher zu erlernen. Die Scripts werden kompiliert und laufen dadurch bei weniger Platzbedarf schneller ab. Wenn aus dem Programm heraus ein Script aufgerufen wird, das nur im Quellcode vorliegt, führt Telemate automatisch einen Compilerlauf aus.

Ein komfortabler Scriptrecorder zeichnet auf Wunsch Login-Sequenzen auf. Sie lassen sich innerhalb des Telefonverzeichnisses mit einem Eintrag verbinden. Die nächste Anwahl läuft dann automatisch. Die aufgezeichneten Scripts lassen sich nachträglich bearbeiten und ausbauen.

Der Handbuchteil zur Scriptsprache könnte ausführlicher auf die Grundlagen eingehen. Bei manchen Befehlen fehlt ein Beispiel, welches das Verständnis erleichtern würde. Auch wurden recht wenig Beispielscripts mitgeliefert, aus denen man lernen kann. Unter diesen Scripts befindet unter anderem sich das Programm für den Hostmodus und eine Logon-Prozedur für Datex-P.

Insgesamt gibt es für die Programmiersprache ein "befriedigend".

Host-Modus:

Wie bei Telix ist der Hostmodus als Script implementiert. Dadurch lassen sich bei entsprechenden Kenntnissen Ergänzungen einfügen. Es gibt zwei Benutzerebenen. Den Anwendern mit hoher Priorität ist es gestattet, auf die DOS-Ebene des Host-Rechners zuzugreifen. Viele DOS-Befehle lassen sich dann ferngesteuert ausführen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Ein falscher Befehl, und der Computer hängt sich auf. Eine Hilfefunktion für Host-Benutzer ist nicht eingebaut. Lediglich hinter den Menüpunkten steht kurz die Bedeutung eines Befehls.

Für den Host-Modus gibt es noch ein "gut".

Preis/Leistung:

Für 198 Mark bietet Microserve ein ausgereiftes Kommunikationspaket an. In Sachen Bedienerfreundlichkeit kann kein anderes zeichenorientiertes Programm mithalten. Lediglich in der Ausstattung mit Protokollen und Terminalemulationen sollte noch etwas getan werden. Die Note: "gut".

Der Klassiker: Telix

Telix hat sich über die letzten zwei Jahre zum Standardprogramm für Datenfernübertragung gemausert. Allerdings hat es lange keine größeren Updates mehr gegeben. Wir haben die deutsche Version getestet, die sich nur in den Kommandos von der englischsprachigen Shareware-Version unterscheidet. Telix wird in der Bundesrepublik von Elsa in Aachen vertrieben.

Technische Ausstattung:

Wie Telemate ist Telix in erster Linie für Datenreisen konzipiert. Alle wichtigen Terminalemulationen sind vorhanden. Mit Anpassungen für Großrechneranbindungen sieht es allerdings mager aus.

In Sachen Übertragungsprotokolle macht Telix eine bessere Figur. Hier ist alles nötige vorhanden: Neben Z-Modem auch das Compuserve-B+-Protokoll. Weitere externe Protokolle lassen sich über ein Konfigurationsmenü einbinden. Auch externe Protokolle wie Bimodem sind verwendbar. Allerdings kommt auch Telix nicht an den von Procomm Plus gebotenen Umfang heran. Die Note: "befriedigend".

Bedienung:

Telix wird über Tastaturkürzel bedient. Das verlangt einige Einarbeitung. Wenn mehrere Auswahlmöglichkeiten bestehen, erscheint ein Menü. Seine Stärke hat Telix in der Tastenumbelegung: Jede Taste kann mit bis zu 72 Zeichen belegt werden. Das eignet sich beispielsweise zum Auflösen von Umlauten und zur Zusammenstellung von Makros. Man kann verschiedene Umbelegungen speichern.

Mausbedienung und Pulldown-Menüs sind in Telix nicht vorgesehen. Eigentlich wäre das nur "ausreichend". Die ausgezeichneten Tastaturumbelegungen allerdings heben die Note auf "befriedigend".

Handbuch:

Telix hat zwei Handbücher: Eins für den Anwender, das andere für den Programmierer. Das Anwenderhandbuch ist recht knapp gehalten, bringt aber alle Informationen zum Programm. Wie auch bei Telemate hätten es gerne etwas mehr Grundlagen zur Datenfernübertragung sein dürfen.

Das Handbuch zur Programmiersprache SALT ist gut. Alle Befehle sind ausführlich erklärt und mit Beispielen versehen. Beide Bücher verfügen über eine Ringbuchbindung, die das Nachschlagen leichter macht und dem Handbuch zu einem "gut" verhilft.

Leistungsmerkmale:

Telix hat alle wichtigen Funktionen, die das Leben in der DFÜ erleichtern. Allerdings kommt es nicht an die Leistungsfähigkeit von Telemate und Procomm Plus heran. Der Rückblätter-Puffer bietet lediglich eine Suchfunktion. Der Text im Puffer läßt sich nicht speichern.

Als Editor kann ein externes Programm eingebunden werden. Eine Zwischenablage hat Telix nicht. Die Hilfefunktion ist mager ausgefallen. Lediglich eine Zusammenstellung der Tastaturkürzel bietet Rat. Da hilft oft nur noch das Handbuch!

Das Telefonverzeichnis von Telix verwaltet bis zu 1000 Einträge. Weitere Telefondateien lassen sich nachladen. Neben den Telefonnummern sind Kommunikationsparameter wie Parität, Terminalemulation oder das Standardprotokoll festgehalten. Jedem Eintrag läßt sich ein Script-Programm zuordnen, das nach refolgreicher Anwahl einer Nummer aktiviert wird. Zur Verwaltung des Verzeichnisses benötigt Telix kein Extraprogramm. Allerdings gibt es keine Funktion, das Telefonverzeichnis zu sortieren. Um auch längere Telefonnummern verarbeiten zu können, bietet Telix vier Long-Distance-Codes an. Diese werden durch Zeichen (etwa das Ausrufezeichen) symbolisiert und fassen bis zu 19 Ziffern. Daneben gibt es noch drei Präfixe für mailboxspezifische Modemparameter.

Für den Bildschirm hat Telix drei Betriebsarten vorgesehen. Man kann zwischen 25, 43 und 50 Zeilen wählen, sofern man eine VGA-Karte hat. Mit EGA ist bei 43 Zeilen Schluß. In den Verzeichnisoptionen lassen sich die Ablageorte für Up- und Download-Dateien, sowie für Script-Dateien festlegen. Für die Logdatei kann ein Standardname eingegeben werden.

Statistische Angaben über die Nutzung des Programms enthält die Datei TELIX.USE. Weitergehende Funktionen wie programminternes Multitastking oder Cut & Paste hat Telix nicht.

Wenn man zwischendurch auf die DOS-Ebene muß, verwendet man die DOS-Funktionen von Telix. Sie schließen neben einer Shell die Möglichkeit ein, einen Befehl abzusetzen oder eine Datei zu löschen.

Insgesamt kommt Telix bei den Leistungsmerkmalen auf "befriedigend".

Sprache:

Wer schon in C programmiert hat, wird es mit SALT, der Telix-Programmiersprache einfach haben. Der Aufbau und die Funktionen sind an C angelehnt. Allerdings verfügt Telix im Gegensatz zum Vorbild nur über zwei Variablentypen, nämlich Integer und Character. Die Scripts werden compiliert. Allerdings muß das im Gegensatz zu den Mitbewerbern immer außerhalb von Telix passieren. Quelldateien werden beim ersten Aufruf nicht automatisch compiliert.

Des C-Programmierers Freud, des anderen Leid: SALT läßt sich relativ schwer erlernen. Zu sehr muß man sich anfangs um Konventionen, wie Funktionsaufrufe oder Programmstruktur kümmern, bis man ein Login-Script geschrieben hat. Erschwerend kommt hinzu, daß Telix keinen Script-Recorder hat. Auch bei den Beispielen hätten sich die Telix-Programmierer mehr Mühe geben können. Lediglich das Hostprogramm und ein paar Login-Scripts für amerikanische Mailboxsysteme sind vorhanden.

Das Handbuch für die Scripts macht einiges wieder gut. Es enthält eine für programmiererfahrene gut verständliche Einleitung und hat zu jedem Befehl ein Beispiel zu bieten.

Das ist "befriedigend".

Host-Modus:

Der Host-Modus liegt als Script-Programm vor. Dadurch lassen sich eigene Ergänzungen anbringen. Es existieren inzwischen sogar Shareware-Scripts, die aus dem ursprünglichen Host eine vollwertige Mailbox machen.

Das mitgelieferte Script erlaubt den Up- und Download von Dateien un bietet eine Chat-Funktion für den direkten Dialog mit dem Systembetreuer. Hilfreich sind auch die Datei- und Verzeichnisanzeige.

Bei Telix werden keine Benutzernamen verwaltet. Dennoch muß sich der Anwender mit einem Namen anmelden, der in einer Logdatei gespeichert wird. Über das Paßwort werden die Benutzerlevel vergeben: Für jede der beiden Stufen gibt es ein Kennwort, ebenso wie für den Zugriff auf die DOS-Ebene und das Beenden des Hostmodus. In der Datei LOGO.MSG läßt sich ein Logintext, in WELCOME.MSG eine Begrüßungsmeldung festhalten.

Wegen der fehlenden Benutzerverwaltung kommt der Telix-Hostmodus nur auf ein schlechtes "befriedigend".

Preis/Leistung:

Telix ist das preisgünstigste Programm im Testfeld. Doch das letzte Update liegt schon zu lange zurück, und die Leistungen sind im Vergleich zu schwach. Dennoch - für eine gepflegte Onlinesitzung ist Telix ein zuverlässiger Partner und bekommt wegen des günstigen Preises ein "gut".

Der Alleskönner: Procomm Plus

Procomm Plus begann seine Laufbahn wie fast alle Terminalprogramme als Shareware. Jetzt liegt mit der Version 2.0 die zweite, herkömmlich vermarktete Fassung vor. Procomm Plus gibt es bis jetzt nur in einer englischen Version.

Technische Ausstattung:

Procomm Plus erschlägt den Anwender förmlich mit 33 Terminalemulationen. Von ADDS 60/90 über IBM 3101 bis hin zu Wyse ist alles geboten, um mit Minis und Mainframes in Kontakt zu treten. Daneben finden sich die für Mailboxbenutzer wichtigen VT102, VT52 und ANSI.

Auch mit Protokollen ist Procomm Plus gut ausgestattet. Fehlte in der letzten Version noch das schnelle und oft verwendete Z-Modem, so ist dieses jetzt eingebaut. Auch im Bezug auf andere Protokolle muß sich Procomm Plus nicht verstecken: Compuserve B+, Y-Modem und alle anderen wichtigen Fehlerkorrekturverfahren sind dabei.

In der technischen Ausstattung ist Procomm Plus mit einem "gut" führend.

Bedienung:

Auch bei Procomm Plus wurde jetzt an eine Mausbedienung gedacht. Kombiniert mit den englischsprachigen Pulldown-Menüs läßt sich recht gut arbeiten. Der Clou: Wenn man in der Mailbox ist, werden die Maussignale in Steuersequenzen umgewandelt. Man kann also, sofern die Box die Signale richtig interpretiert, innerhalb des Boxeditors (etwa Emacs) mit der Maus hin- und herfahren. Doch das hat auch eine Kehrseite: Bewegt man während eines Downloads die Maus, kann es sein, daß die Dateiübertragung wegen der falsch interpretierten Signale abgebrochen wird.

Das Menü läßt sich auch über einen Hotkey aufrufen den man in der Konfiguration einstellen kann. Innerhalb der Menüs sind zu jedem Punkt die entsprechenden Kürzel notiert.

Bei den Makros beschränkt sich Procomm Plus auf zehn -Ziffernstasten-Kombinationen. Allerdings kann ein Makro neue Makrobelegungen aufrufen.

Insgesamt verdient Procomm Plus in der Bedienbarkeit ein "befriedigend".

Handbuch:

Die drei Handbücher haben einen Nachteil: In der vorliegenden Version sind sie komplett englisch.

Für Einsteiger bietet Procomm Plus einen "Quick Start Guide". Hier findet man alle wichtigen Neuerungen des Programm gegenüber der Version 1.1B und wird in die ersten Schritte mit dem Programm eingeweiht. Daneben gibt es das Benutzerhandbuch und das Manual für Programmierer. Die Handbücher sind gut gegliedert. Das Handbuch für die Programmiersprache Aspect enthält viele Beispiele und auf den ersten Seiten Kurzbeschreibungen der Befehle. Wer des Englischen mächtig ist, wird gut mit den Handbüchern zurechtkommen. Der Englisch-Malus wird in der Benotung nicht berücksichtigt: "gut".

Leistungsmerkmale:

Auch Procomm Plus besitzt eine Zwischenablage. Allerdings bezieht sich diese nur auf Dateinamen. Auf Wunsch durchsucht das Programm einen Text nach Dateinamen und überträgt sie in einen Puffer. Bei einer Dateiübertragung lassen sie sich dann abrufen. Das ist dann sinnvoll, wenn man aus einer Dateiliste in der Mailbox einige Dateien wählen und transferieren will.

Die Dateinamen kann man auch aus dem Rückblätter-Puffer übernehmen, wenn beispielsweise die aktuelle Anzeige in der Mailbox schon wieder gelöscht ist. Im Rückblätter-Puffer kann man Textpassagen suchen. Die Programmierer haben auch an eine Speicherfunktion gedacht.

In den Bildschirmeinstellungen zeigt sich Procomm Plus flexibel: Das Installationsprogramm testet die Grafikkarte auf ihre Auflösungen. Der Anwender bekommt dann eine Tabelle, nach der er in Procomm Plus die entsprechende Zeilen- und Spaltenzahl einstellen kann. Somit kann das Terminal bei passender Ausstattung auch 132 Spalten darstellen.

Bei den Verzeichniseinstellungen muß noch etwas getan werden. Zwar kann der Anwender das Directory für Downloads festlegen, etwas Entsprechendes für Uploads fehlt jedoch. Weiterhin lassen sich Verzeichnisse für Bildschirmabzüge (Snapshots) und Log-Dateien festlegen.

Bei Problemen gibt es eine ausführliche, kontextsensitive Hilfefunktion. Zusätzlich kann man im Terminal einen Hilfebildschirm mit allen Tastaturkürzeln aufrufen.

Das Wählverzeichnis faßt bis zu 200 Nummern. Auch hier lädt Procomm Plus bei Bedarf weitere Verzeichnisse nach. Neben einem Script läßt sich jedem Eintrag eine Notiz zuordnen, die man mit dem Procomm-Plus-Editor schreibt. Man kann das Verzeichnis komplett vom Programm aus verwalten, auch sortieren. Für individuelle Einstellungen gibt es zehn Präfixe. Für das Suffix gibt es keine Alternativen. Procomm Plus bietet nur wenige statistische Funktionen: Lediglich der letzte Anruf wird im Telefonverzeichnis festgehalten.

Der Editor ist ein externes Programm, das beim Aufruf nachgeladen wird. Er läßt sich sowohl zum Schreiben von Aspect-Scripts, wie auch für normale Texte verwenden. Die Bedienung ist umständlich und hält sich an keinerlei Standard. Wer mit einem anderen Editor arbeiten möchte, gibt diesen in der Konfiguration an. Im Gegensatz zu Telemate kann man nicht schreiben, während man online ist. Auch eine Zwischenablage für Texte gibt es nicht. Ebenfalls mit einem externen Programm lassen sich Textdateien betrachten. Auch hier hat der Anwender die Wahl, das mitgelieferte View-Programm oder ein anderes zu verwenden.

Für die Arbeit auf der DOS-Ebene gibt es neben der Shell noch die Befehle "Change DIR", um das aktuelle Verzeichnis zu wechseln, sowie "File Directory" um den Verzeichnisinhalt zu betrachten.

Trotz all dieser Funktionen kommt Procomm Plus in dieser Kategorie nicht an Telemate heran. Es ist jedoch besser als Telix, auch wenn es nur für ein "befriedigend" mit Tendenz nach "gut" reicht.

Script:

Hier ist Procomm Plus einsame Spitze: Die Scriptsprache Aspect ist einerseits leicht zu erlernen, andererseits umfangreich und mächtig. Jede Menge Beispiele, nicht nur Login-Scripts, unterstützen das Lernen. Aspect ist prozedural aufgebaut, erlaubt jedoch, wie Telix, auch direkte Sprünge.

Der Programmierer findet alle von den anderen Sprachen her gewohnten Variablentypen. Auch Dezimalbrüche sind erlaubt. Mit dem Präprozessor lassen sich weitere Quelldateien, beispielsweise mit oft benötigten Funktionen einbinden. Der DEFINE-Befehl erlaubt eine bedingte Compilierung von Scripts. Neben diesen Eigenschaften gibt es noch eine Schnittstelle zu C. Diese liegt in Form eines gut dokumentierten C-Quellcodes vor, der zeigt, wo Aspect seine Daten ablegt und wie man sie verwerten kann. Professionellen Applikationen steht somit nichts mehr im Weg.

Auch der Compiler genügt höheren Ansprüchen: Mit ihm lassen sich unter anderem MAP-Dateien herstellen, die genaue Angaben zur compilierten Scriptdatei machen.

Wenn man sich nicht genauer mit der Sprache auseinandersetzen will, verwendet man den Script-Recorder, der beispielsweise Loginsequenzen aufzeichnet.

Das Handbuch zu Aspect macht einen guten Eindruck, kann aber nicht so überzeugen, wie das von Telix. Außerdem ist es, wie auch die Kommentare in den Beispielscripts englisch.

Aspect hat ein "gut" verdient.

Hostmodus:

Procomm Plus hat als einziges der getesteten Programme einen fest eingebauten Hostmodus, der nicht auf einem Script basiert. Der Leistungsumfang kommt dem einer Mailbox nahe. Es gibt auch ein Mailsystem. Bei jeder Nachricht kann man angeben, ob diese privat oder öffentlich ist. Auch an eine Hilfefunktion wurde gedacht. Auf Anfrage erscheint ein Text, der alle Menüoptionen des Hostmodus detailliert beschreibt. Die Host-Benutzer werden in einer Datei registriert. Drei Benutzerstufen lassen sich einrichten deren höchste dem Systembetreuer vorbehalten bleibt.

Der Hostmodus wird auch hohen Ansprüchen gerecht und erhält daher ein "sehr gut".

Preis/Leistung:

Procomm Plus ist mit 340 Mark teurer als die anderen Programme, leistet jedoch in einigen Sparten deutlich mehr. Vor allem in den Terminalemulationen, der Programmiersprache und dem Hostmodus ist das Programm unschlagbar. Mit etwas mehr Benutzerkomfort der Marke Telemate wäre es das beste Programm auf dem Markt. "Gut".

Die PC-WELT-Empfehlung

Telemate ist das beste Programm was Benutzerfreundlichkeit angeht. Der Editor, die Zwischenablage und das interne Multitasking machen es zu einem idealen Programm für Mailboxsitzungen. Telemates großer Nachteil ist sein Speicherbedarf. EMS mildert allerdings dieses Problem.

Wem es nicht auf komfortable Benutzerführung ankommt, der kann sich für günstige 148 Mark Telix zulegen. Dieses Programm ist zuverlässig und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, möchte man es nicht mehr von der Platte löschen. Genial sind Telix' Tastaturumbelegungsfunktionen.

Wenn es ernst wird mit Großrechneranbindung oder professioneller Nutzung von DFÜ, sollte man zu Procomm Plus greifen. Die Programmiersprache macht es einfach, auch komplexe Anwendungen zu schreiben, die Schnittstelle zu C bringt noch mehr Flexibilität. Das Manko der englischen Dokumentation wird wohl in absehbarer Zeit behoben sein.

Wie wir Terminalprogramme testen:

Technische Ausstattung: Hier gehen alle für die Datenfernübertragung wichtigen Bestandteile eines Terminalprogramms in die Bewertung ein. Besonderes Augenmerk legen wir darauf, ob die wichtigsten Protokolle, wie X- und Z-Modem, und Emulationen, etwa VT100 und ANSI-BBS eingebaut sind. Je mehr jeweils davon vorhanden sind, desto besser die Note.

Bedienung: Bei einem Terminalprogramm kommt es nicht in erster Linie darauf an, wie komfortabel die Bedienung ist, sondern wie schnell man Befehle aufrufen kann. Ein Programm, das nur mit Pulldown-Menüs arbeitet hat da schlechte Karten. Denn wenn man per Telefon mit einem anderen Computer verbunden ist, ist jeder Menüaufruf verschwendete Zeit und damit verlorenes Geld. Optimal ist es, wenn ein Programm sowohl über eine Menüoberfläche, als auch über Tastenkürzel verfügt. So lassen sich offline alle Einstellungen bequem vornehmen, während man online schnell alle Befehle parat hat. Auch Makrofunktionen und Tastaturumbelegungen spielen beim Test eine Rolle.

Handbücher: Der Umgang mit Terminalsoftware ist auf Anhieb alles andere als einfach. Deshalb ist es besonders wichtig, gute Handbücher zu haben, die den Anwender Schritt für Schritt in die Materie einführen. Es sollte nicht nur das Programm erklären, sondern auch Einblick in die Datenfernübertragung und den Umgang mit Modems geben.

Leistungsmerkmale: Hier werden alle wichtigen Bestandteile der Programme einzeln bewertet. Darunter sind: Telefonverzeichnis, Rückblätter-Puffer, DOS-Shell, Editor, Konfiguration, Hilfefunktion und vieles mehr. Je besser hier die Note ist, desto größer und leistungsfähiger ist der Funktionsumfang.

Sprache: Um den Verbindungsaufbau und die Arbeit in einer Mailbox zu automatisieren, gibt es Scripts. Inzwischen sind aus den einfachen Befehlsfolgen früherer Tage vollwertige Programmiersprachen für die Telekommunikation geworden. Bei der Bewertung der Sprache legen wir Wert auf einfache Erlernbarkeit, Handbücher und Befehlsumfang.

Hostmodus: Wichtig für den Datenaustausch mit anderen ist der Hostmodus. Der PC arbeitet dann wie eine kleine Mailbox und erlaubt den Abruf und das Aufspielen von Dateien. Diese Betriebsart sollte mehrere Benutzerebenen und einen Zugriff auf die DOS-Ebene bieten.

Preis/Leistung: Die Leistungsfähigkeit eines Programms alein reicht nicht zur Beurteilung. Man muß den aktuellen Verkaufpreis berücksichtigen und diesen in Relation zur Leistung setzen. Wir beziehen uns in den Preisangaben auf den zum Redaktionsschluß gültigen empfohlenen Verkaufspreis.

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Aktualisiert am: 01.04.2006




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