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Test: Modem-Router für T-DSL

PC-PROFESSIONELL testet fünf Modem-Router für den Einsatz mit T-DSL. Das Ergebnis: Elsa, neuerdings Lancom, stellt stellt den Testsieger. Der 821 ADSL/ISDN gewinnt wegen seiner üppigen Ausstattung und vorbildlichen Konfigurierbarkeit.

Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2002. Die Informationen hierin sind veraltet.

So sieht es in Tausenden Büros aus. An der Wand hängen vier graue Kästen: Der Splitter, die NTBA, die Telefonanlage und das DSL-Modem. Auf dem kleinen Tisch davor stehen ein Switch und ein DSL-Router. Kästen, Kablelsalat, Bohrlöcher. Damit ist jetzt Schluss. Zumindest Modem und DSL-Router werden endlich in einem Paket zusammen angeboten. PC-PROFESSIONELL testet fünf dieser Modem-Router-Kombis für den T-DSL-Betrieb.

Das Testfeld

Allen getesteten Geräten ist gemeinsam: Sie ersetzen das einst von der Telekom gratis gelieferte Modem und arbeiten gleichzeitig als ADSL-Router im Netzwerk. Ebenfalls allen gemeinsam sind Firewall-Funktionen. Die schützen das Netzwerk vor unbefugten Zugriffen von außen. Zusätzlich gibt es die Network Adress Translation, die dem DSL-Anschluss und dem Internet vorgaukelt, es sei nur ein Computer online. Zu diesem Versteckspiel gehört auch die Möglichkeit, einzelne Ports des Routers wiederum Rechnern im Netzwerk hinter der Firewall zuzuordnen. Auf diesem Weg lassen sich einfache Internet-Dienste wie FTP oder Web-Access einrichten.

Die Auslegung der Idee "Modem und Router" fällt je nach Hersteller unterschiedlich aus. Eicon, Cisco und Netopia verfolgen das schlichte Konzept. Sie packen Router und Modem zusammen, spendieren dem Ganzen noch einen DHCP-Server und Firewall-Funktionen – fertig. Hersteller wie Bintec gehen weiter. Sie integrieren gleich noch einen ISDN-Router als Fallback-Option und für die Fernwartung in ihr Gerät. Dazu gibt es DHCP wie Firewall und einen DNS-Caching-Server. Der spart in kleinen Netzen Zeit bei der Einwahl ins Internet. Denn während der Router noch die Verbindung aufbaut, ist die gewünschte Web-Adresse – sofern im Cache -- bereits aufgelöst. Lancom geht noch einen Schritt weiter und packt in seinen Router-Modem-Kombi neben ISDN und DNS noch einen kleinen Switch mit vier Ports. Das spart in kleinen Büros nochmals einen Kasten.

Installation und Konfiguration

Im Testfeld findet sich also für jeden Bedarf ein Gerät. Doch wie machen sich die Router in Sachen Ausstattung und Leistung? Kurz gesagt: Die Leistungsunterschiede sind minimal, die Hardware-Ausstattung unterscheidet sich ebenfalls nur geringfügig. Große Unterschiede bestehen dagegen in Leistungsumfang und Konfiguration. Bei der Installation gilt: Zeit ist Geld. Deshalb sollte ein Assistent helfen, das Netz schnell online zu bringen. Auch später will kein Adminsrator lange Handbücher wälzen, um eben mal einen Idle-Timeout einzustellen.

Los geht es mit der ersten Konfiguration: Bis auf den Bintec sind alle Router von Anfang an per Netzwerk erreichbar. Die voreingestellten IP-Adressen der anderen Geräte unterscheiden sich. Je nach Gusto des Herstellers ist der Router unter 192.168.1.1 erreichbar oder unter 10.10.10.1. Nur Lancom macht eine Ausnahme. Unabhängig vom gewählten Subnetz ist der Router immer mit der Endnummer 254 erreichbar. Das ist ein dicker Pluspunkt.

Der Bintec-Router ist anfangs nur über eine serielle Datenleitung zu sprechen. Erst nach der Grundkonfiguration mit einem eigenen Hilfsprogramm ist der Router per Telnet zu erreichen. Ein Web-Interface zur Konfiguration fehlt dem Bintec.

In der Web-Konfiguration bleibt den anderen Routern vorbehalten glänzt ebenfalls Lancom mit hervorragender Benutzerführung und einer Schnellstart-Funktion. Doch auch Eicon, Netopia und Cisco erleichtern mit Quick-Install-Routinen und Assistenten den schnellen Einstieg in das Netz. Bintec hat einen Software-Assistenten, der ebenfalls für einen guten Einstieg sorgt. Bei allen Routern hielt sich die Zeit bis zum ersten Zugriff auf das Internet unter 20 Minuten. Die größte Hürde war, jeweils den ersten Zugriff auf einen Router zu bekommen. Außerdem muss man sich ein wenig mit den Kabeln auseinandersetzen. Wichtigste Frage: kommt die Zuleitung zum Modem in den Hub oder in den PC? Außerdem gilt es, das korrekte Kabel in den Splitter zu stecken und bei Bedarf das Konsolenkabel an den PC zu klemmen.

Auffallend: Nur der Router von Eicon kam mit einer USB-Verbindung für den PC-Anschluss. Alle anderen Router-Modem-Kombis verwenden serielle Anschlüsse. Bis auf das Vorserienmodell von Netopia waren auch die passenden Kabel mit im Lieferumfang. Deren Vorteil: Sie passen auch an den ältesten Rechner und funktionieren mit jedem Terminal-Programm unter jedem Betriebssystem.

Auf den ersten Blick schwierig ist die Eingabe der richtigen ADSL-Parameter für den Provider. Lancom ist hier vorbildlich und liefert vorbereitete Schablonen für die wichtigsten Provider in Deutschland. Eicon lässt seinen Router automatisch die Kommunikations-Vorgaben erkennen. Doch auch mit dem Bintec und dem Netopia gab es keine Probleme beim Setup der T-DSL-Testverbindung. Löblich: Lancom und Bintec übernehmen die Einwahlparameter so wie von T-Online vorgesehen aufgeteilt in Benutzernummer, Anschlussnummer und Mitbenutzernummer. Für die anderen Router muss der Netzwerker diese Angaben in einen Ausdruck schreiben – das ist fehlerträchtig. Der getestete Cisco-Router fällt aus dem Rahmen: Hier gibt es keine Voreinstellungen für T-DSL und die Verbindungsparameter müssen von Hand auf die richtigen Werte eingestellt werden.

In Sachen Handbuch beschränken sich drei von fünf Testteilnehmern auf eine Kurzanleitung und bringen den Rest digital mit. Auf CD liegen jeweils eine oder mehrere PDF-Dateien. Ihr Vorteil: Sie lassen sich gezielt durchsuchen. Der Nachteil: das Blättern ist langwierig und der Leser bleibt am PC gebunden – außer er mutet seinem Drucker ein paar Hundert Seiten zu.

Insgesamt ein ausgewogenes Testfeld ohne richtige Verlierer. Lancom ist der Sieger für das Büro, Bintec und Cisco sind Profi-Geräte mit unterschiedlichen Ansätzen: Bintec quillt über mit Features, Cisco passt gut in Unternehmen, deren Netztechniker sich mit der komplexen Cisco-Konfigurationssprache auskennen. Netopia ist der kommende Preisbrecher und passst wie der Eicon Diva prima ins Home Office.

Testsieger ist der Lancom 821 ADSL/ISDN. Er hat die beste Ausstattung und lässt sich hervorragend konfigurieren. Mit dem der ISDN-Fallback-Option und dem 4-Port-Switch eignet er sich ideal für den Einsatz in kleinen Betrieben.

Preis-Leistungssieger ist der Eicon Diva 2440. Er hat alles, was der ADSL-Netzwerker braucht und liegt im Preis unter 500 Euro.

Bintec X2300i

Einen ganz eigenen Weg geht Bintec bei der Konfiguration seines kombinierten ISDN-ADSL-Routers. Statt einer voreingestellten Adresse mit Web-Interface erlaubt der Hersteller bei der ersten Inbetriebnahme nur die Installation über die serielle Schnittstelle. Notfalls muss also der Netzverwalter mit dem Notebook kommen. Dafür geht's recht einfach: Ein Installations-Assistent sucht den Router an den seriellen Schnittstellen und führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Dabei bietet der Assistent vorgefertigte Schablonen für unterschiedliche Internet-Provider an. Vorsicht ist aber bei der Auswahl geboten: Wer "Deutsche Telekom" als Anbieter wählt, hat nicht T-Online gewählt und konfiguriert sich leicht ins Abseits. Der korrekte Eintrag findet sich dann aber ein paar Zeilen tiefer.

Alternativ meldet sich der Administrator über ein Terminal-Programm auf dem Router an – Hyperlink genügt. Menügesteuert hangelt sich der Netzwerker anschließend durch die Konfiguration. Zuerst sollte er eine IP-Adresse für den Router eingeben und speichern. Alles andere lässt sich dann über Telnet regeln. Und daran führt kein Weg vorbei, der Installations-Wizard deckt nämlich nur grundlegende Leistungsmerkmale ab. Kommt man bei der Telnet-Konfiguration nicht weiter, hilft das gedruckte Handbuch. Hat sich der Verwalter dann erst ein Mal an die Menüstruktur gewöhnt, kommt er schnell voran.

Neben dem ADSL-Router bietet Bintec einen ISDN-Router als Fallback-Option mit an. Das sichert einerseits gegen Ausfälle, andererseits sind damit auch sämtliche CAPI-Dienste über diesen Router möglich, also auch ISDN-Fax oder eine Rufnummernanzeige. Zusätzlich liefert das Gerät DHCP-Server, Firewall und NAT. Sogar einen DNS-Caching Server haben die Bintec-Techniker mit auf die Platine gebrannt. Damit entpuppt sich der Bintec-Router als Ausstattungsriese. Auf der mitgelieferten CD finden sich neben der Software auch Online-Versionen der Bintec-Handbücher als PDF-Datei. In der Standard-Installation packt Bintec neben dem Konfigurationswerkzeug noch Überwachungs- und Diagnoseprogramme auf den PC.

Die Durchsatzrate kann sich sehen lassen. Mit 88,58 KByte pro Sekunde erreicht der Router die erwartete Leistung. Das entspricht 708,6 kBit pro Sekunde. Bei der Einwahl begnügt sich das Gerät mit 3,4 und 4,1 Sekunden. Außerdem gefällt die komplette Ausstattung: Das serielle Kabel für die Konsole, Netzwerkkabel und eine lange Leitung zum Splitter finden sich im Paket. Ebenso ist ein Adapter an Bord, der den direkten Anschluss des Routers am PC ermöglicht. Ein Tischnetzteil spart Platz in der Steckerleiste. Einzig die fehlende Wandbefestigung für das schlicht-schöne Gehäuse trübt das Licht ein klein wenig. Und der Preist deftig: Bintec lässt sich seinen Luxus-Kombi 870 Euro kosten.

Fazit: Ausstattungsriese mit durchdachten Features. Perfekt für Könner, ein Web-Konfigurations-Interface fehlt allerdings.

 

Cisco 826

Noch nicht voll auf den deutschen Markt angepasst präsentiert sich Ciscos 826. Für den T-DSL-Anschluss muss man die Parameter VPI und VCI von Hand richtig auf 1 und 32 setzen, bevor der Trip ins Netz beginnt. Alle anderen Grundeinstellungen sind mit dem komfortablen Web-Interface schnell erledigt. Basierend auf Java-Applets kommt der Netzbetreuer schnell zu einer laufenden Konfiguration.

Vorkonfiguriert ist der Router auf die 10.10.10.1. Das fällt ein wenig aus dem Rahmen, lässt sich aber im Web-Interface schnell umstellen. Kennwortschutz für den Router ist vorgesehen, mit an Bord ist auch eine Firewall. Die lässt sich im Web-Konfigurator allerdings nur ein- oder ausschalten und bietet zumindest hier keine Möglichkeiten zur Feinabstimmung. Immerhin dürfen Netzverwalter aber Daten einzelner Ports zu Servern hinter der Firewall durchreichen.

Schwierig wird es, wenn die Konfiguration über die im Web-Interface vorgesehenen Parameter hinausgeht. Dann muss sich der Administrator mit der Konsole herumschlagen. Und deren Bedienung ist knifflig. Um beispielsweise den Idle-Timeout einszustellen, muss man in den Konfigurationsmodus wechseln, das entsprechende Interface anwählen und dort den Timeout einstellen – alles mit Kommandozeileneingaben, die sich nicht schnell erschließen. Eine nennenswerte Hilfefunktion in der Konsole existiert nicht.

Die mitgelieferten Schnellstart-Manuale helfen über die ersten Hürden hinweg. Für mehr Information legt der Administrator die Dokumentations CD ein. Doch statt einem Handbuch für den Router findet er derer sieben. Das ist schlecht – denn eine Volltextsuche über all diese sieben PDF-Dokumente ist nicht vorgesehen. So muss der Fragesteller schon vorher wissen, in welchem Handbuch sich die Lösung seines Problems befindet. Das macht die Arbeit mit den digitalen Manualen unnötig knifflig.

Die Ausstattung des Routers ist komplett. Der Ethernet-Anschluss lässt sich per Knopfdruck für den Anschluss an Hub oder PC einstellen. Alle Anschlusskabel sind vorhanden. Doch das Anschlusskabel für den Splitter ist mit Zirka 1,90 Meter inakzeptabel kurz.

Die Messwerte liegen im Rahmen. Mit 88,54 KByte/s im Download-Test kommt der Cisco-Router auf 708,3 kBit/s. Den Einwahltest absolvierte der Router im PC-Pro-Labor mit XX Sekunden. Kostenpunkt für den Router: 649 US-Dollar.

Fazit: Solides Gerät, Preis geht in Ordnung, gute Leistung und angenehme Grundkonfiguration. Jedoch kniffliges Konsolen-Interface.

 

Eicon Diva 2440 UR 2

Der Diva 2440 ist per Standard auf die IP-Adresse 192.168.1.1 eingestellt. Der Hersteller erwartet, dass der Router entweder als DHCP-Server im Netz verwendet wird oder dass zumindest ein anderer DHCP-Server vorhanden ist. In vielen kleinen Netzen sind aber die IP-Adressen statisch vergeben. Und das erfordert etwas Mehraufwand bei der Konfiguration. Mehr dazu lesen Sie im Kasten Installationstipps auf Seite XX. Sind diese Klippen umschifft, zeigt sich das Diva-Modem im weiteren Installationsverlauf vorbildlich. Ein Internet Wizard hilft beim Einrichten der Verbindung und erkennt automatisch die notwendigen Parameter. Lediglich den Account-Namen und das Kennwort muß der Netzwerker noch eingeben, den Rest erledigt der Assistent.

Eine auf CD mitgelieferte Software hilft bei der Überwachung des Routers. Ein Monitor zeigt den Status der Router-LEDs an und informiert über den Datendurchsatz. Das ist nützlich, wenn der Router in einem anderen Raum steht und der Adminstrator das Gerät dennoch im Auge behalten möchte.

Ein DHCP-Server ist mit an Bord. Hier darf der Verwalter die Startadresse und die Anzahl der verwalteten Systeme eingeben. Auch die feste Zuordnung von DHCP zu MAC-Adressen ist vorgesehen. Ebenfalls Standard ist die Network Adress Translation, die alle Rechner unter einer IP im Internet zugänglich macht. Mit Hilfe von frei definierbaren Ports richtet der Diva-Router virtuelle Server hinter der Firewall ein und stellt diese im Internet zur Verfügung.

Die Sicherheitsfunktionen sind leicht einzustellen. Der Router bietet die Auswahl "low", "medium" und "high". Jeder dieser Auswahlpunkte bietet ein vorbereitetes Set zur Paketfilterung und Abriegelung des Netzwerks. Ein Adminstratoren-Kennwort ist vorgesehen, jedoch nicht per Standard gesetzt. Die Ports für den HTTP- und Telnet-Zugriff zur Administration sind frei wählbar – eine gesicherte Datenübertragung der Administrationsdaten zum Browser oder zu einem SSH-Telnet-Client sind nicht vorgesehen.

Lobenswertes Ausstattungsmerkmal sind die beiden Netzwerkkabel. Eines dient dem Anschluß an den PC und hat gekreuzte Leitungen, das andere ist ein normales LAN-Kabel für den Anschluß an einen Hub oder Switch. Das Paket kostet 495,45 Euro.

Die Dokumentation zum Router auf Papier erschöpft sich in einer Anleitung zur schnellen Installation. Die beschränkt sich aber nur auf die Annahme, der Diva-Router sei der DHCP-Server im Netz. Wer mehr wissen will, nutzt das online und auf CD erhältliche, ausführliche Handbuch. Das erklärt auch die Konfiguration via Telnet. In den Geschwindigkeitstest erfüllt der Diva mit 88,58 KByte/s oder 708 kBit/s die Erwartungen an einen ADSL-Router. In den Aufschaltzeiten setzt sich der Router mit 3,48 und 3,69 Sekunden an die Spitze des Testfeldes.

Fazit: Solider DSL-Modem-Router-Kombi. Die Telnet-Konfiguration ist knifflig.

 

Lancon 821 ADSL/ISDN

Alles in einem liefert der Lancom 821: Einen ISDN-Router, einen 4-Port-Switch bis 100 MBit/s und ADSL-Anschluss. Damit drängt sich das Gerät geradezu für den Betrieb in kleinen Betrieben auf. Für eine nahtlose Integration ins LAN fehlt allerdings noch ein Uplink-Port. ISDN dient als Fallback-Option. Sollte also ein Mal der ADSL-Anschluss versagen, arbeitet der Elsa-Router immer noch – allerdings mit nur 64 KBit/s. Zusätzlich steht ISDN via Lancapi allen angeschlossenen Rechnern zur Verfügung. Die dürfen damit auf Faxdienste oder Euro-Filetransfer zugreifen – so als hätten sie eine ISDN-Karte mit CAPI eingebaut.

Die erste Inbetriebnahme ist genial einfach. Statt sich mit IP-Adressen aus anderen Subnetzen herumzuärgern gibt der Netzwerker einfach im Web-Browser die IP-Adresse seines Rechners ein und ersetzt die letzte Ziffer mit der 254. Sofort erscheint das Web-Interface zur Konfiguration. Die Gegenprobe im Test ergibt: Das funktioniert auch einwandfrei mit anderen Netz-Adressen, etwa 10.10.10.254 oder 192.168.0.254.

Die Dokumentation ist vorbildlich. Das mitgelieferte Handbuch erklärt auf 77 Seiten verständlich die Konfiguration des Routers. Angenehm: Nur in Ausnahmefällen muss man sich mit der Konfiguration via Telnet oder Konsole auseinandersetzen. An Ausstattung fehlt es ebenfalls nicht. Alle notwendigen Kabel sind dabei, nur der in den Stecker integrierte Trafo stört in engen Steckerleisten.

Überhaupt ist die Konfiguration höchst einfach. Im Web-Interface führen Assistenten durch die Konfigurationsschritte von der Vergabe der IP-Adresse über das Router-Kennworts hin zu einer Auswahl vordefinierter ADSL-Provider. T-Online ist hier schon voreingestellt. Lancom fragt die Benutzerdaten aufgeteilt in Anschlusskennung, T-Online-Nummer und so weiter ab. Das erleichtert die Einrichtung. Auf Wunsch hilft auch ein Konfigurationsprogramm für den PC bei der Einrichtung und Verwaltung eines oder mehrerer Router. Firewall, NAT und DNS-Filter sorgen für die notwendige Sicherheit.

In den Leistungstests schlägt sich Elsas Router wacker. Mit 88,58 KByte/s oder gut 708 kBit/s gehört auch er zur Spitzengruppe. Die Aufschaltzeit bis zum ersten Ping ist mit 5,5 und 5,8 Sekunden allerdings eher langsam. Der Preis für das Lancom-Gerät liegt bei XXX Mark.

Fazit: Top-Kombination mit üppiger Ausstattung und vorbildlich einfacher Konfiguration.

 

Außer Konkurrenz: Netopia Router 4542

Noch nicht ganz fertig, dennoch viel versprechend präsentiert sich der Netopia-Router in einer Vorab-Version. Unter der IP-Adresse 192.168.1.1 erwartet den Benutzer ein einfach zu bedienendes Web-Interface. Ganz eilige klicken auf Quick Start. Hier genügt es, Usernamen und Kennwort einzugeben. An dieser Stelle findet auch der sekundengenaue Timeout-Parameter Platz. Der Router stellt per Mausklick automatisch die Verbindung ins Netz her.

In der ausgelierten Version sind Systempasswort und Firewall noch abegschaltet. Das holt der Systemverwalter unter dem Menüpunkt Sicherheit nach. Eine Reihe vorgefertigter Parameter-Pakete erlauben, schnell die passende Sicherheitsstufe zu finden. Eine zweigeteilte Log-Funktion klärt über Ereignisse im Gerät selbst und im ADSL-Netzwerk auf. So kommt der Verwalter Problemstellen schnell auf die Schliche. Zusätzlich unterstützt eine Diagnose-Funktion bei der Suche nach Fehlerquellen. Hilfreich wäre noch eine Online-Hilfe, wie sie der Diva-Router in Ansätzen bietet, um die Log-Meldungen genauer zu erklären und Gegenmaßnahmen vorzuschlagen.

Leistungsfähiger als das Webinterface ist die Konfiguration via Telnet. Sicherheitsbeauftragte konfigurieren hier genau die Filterregeln für die Firewall. Ebenfalls zur Sicherheit trägt die Network Adress Translation bei. Der Netopia-Router weist Port-Nummern auf Wunsch Servern im Netzwerk zu, so dass sich WWW-Server oder FTP-Dienste aufsetzen lassen. Nützlich sind die ebenfalls über Telnet erreichbaren Diagnose-Werkzeuge wie "ping" oder "traceroute". Selbst eine Telnet-Verbindung zu einem anderen Computer lässt sich auf diesem Wege herstellen. Angenehm an der Telnet-Variante: Im Gegensatz zu vielen anderen Routern ist die Bedienung hier menügesteuert – auf kryptische Kommandozeilen verzichtet das Interface.

Das auf CD mitgelieferte Handbuch erschlägt alle Fragen auf 210 Seiten im PDF-Format. Gut sind die ausführlichen Erklärungen und Tutorials. So erklärt das Manual genau, wie eine Firewall funktioniert und eingerichtet wird. Die Ausstattung des Router-Pakets ist gut – Netzwerkkabel für den Anschluß am Splitter und am Hub liegen bei. Zusätzlich gibt's ein gekreuztes Kabel für den direkten Anschluß am PC. Das Netzteil ist separat, stört also nicht in der Steckerleiste. Ein Mal fertig gestellt, wird der Netopia 343,97 Euro kosten. Damit wäre er Preis-Leistungs-Sieger. Nur in den Leistungsdaten hapert es noch ein wenig. Mit 5,3 und 5,8 Sekunden gehört Netopia zu den langsameren bei der Einwahl. Die Übertragungsrate liegt mit 88,58 KByte/s im erwarteten Bereich.

Tipps zum Anschluss

Das klassische Problem des Netzinstallateurs: Nach dem Anstecken an den Switch lässt sich der Router nicht ansprechen. Ursache Nummer 1: Das Gerät ist per Standard auf eine IP-Adresse wie 192.168.1.1 eingestellt. Bei der üblichen Subnetz-Maske 255.255.255.0 bedeutet dies: Der Router sitzt in einem anderen Subnetz. Die erste Lösung, ist, den Router über ein Konsolen-Interface anzusprechen und dann eine andere IP-Adresse einzutragen.

Die zweite, elegantere Lösung ist, einem Windows-XP-Rechner eine zweite IP-Adresse aus dem Netzwerk zuzuweisen, in dem sich auch der Router befindet. Das wäre zum Beispiel die 192.168.1.2, wenn der Router die 192.168.1.1 hat. Um diese zweite Adresse einzugeben klicken Sie in Windows XP mit der rechten Maustaste auf die Netzwerkumgebung und dann auf Eigenschaften. Nach einem Doppelklick auf die LAN-Verbindung klicken Sie im Status der LAN-Verbindung auf den Button Eigenschaften und gleich danach doppelt auf den Eintrag Internet-Protokoll (TCP/IP). Hier sehen Sie die normalen Einträge für Ihr TCP/IP-Protokoll. Nach einem Klick auf Erweitert aber dürfen Sie weitere Adressen und die zugehörigen Subnetzmasken eintragen.

Nach kurzer Bedenkzeit meldet sich Windows zurück. Und Sie erreichen mit Hilfe der neuen Adresse auch den Router.

Sollte der Router sich trotzdem nicht gleich ansprechen lassen, untersuchen Sie die Kabel. Leicht zu verwechseln sind gekreuzte und normale Patch-Kabel für den Anschluß an LAN und PC. Probieren Sie gegebenenfalls ein anderes Kabel aus Ihrem Fundus. Eine weitere Falle ist der Anschluss am Hub oder Switch. Im Normalfall kommt der Router an eine normale Dose. Ist aber im Router selbst noch ein Switch eingebaut, brauchen Sie unter Umständen einen Uplink-Port.

Wie immer: Ping

Sobald der Router angeschlossen ist, probieren Sie zuerst, ihn mit einem Ping anzusprechen. Dann machen Sie sich an die Konfiguration. Bedenken Sie dabei, dass Sie nach einem Umstellen der IP-Adresse unter Umständen auch das Konfigurations-Interface im Web-Browser verlieren. Hier hilft das Eingeben der neuen IP-Adresse des Routers, und schon kann es weiter gehen.

Die Rechner richtig einstellen

Nach Wunsch der Hersteller soll der Router immer auch als DHCP-Server arbeiten. Der Vorteil dieses Verfahrens: Sind alle PCs als DHCP-Clients eingestellt, suchen die sich beim Router eine IP-Adresse und es gibt keine Installationsprobleme: Adresse, DNS-Server und Gateway kommen vom Router. Wer jedoch mit statischen IPs arbeitet, muss zumindest als Gateway den Router eintragen. Das geht in den Eigenschaften von Internet-Protokoll (TCP/IP). Außerdem benötigen Sie bei manchen Routern einen DNS-Server. Hier verwenden Sie den Ihres Providers. Im Beispiel von T-Online fahren Sie ganz gut mit den DNS-Serveradressen 194.25.2.129 und 194.25.2.130.

Testverfahren

PC-Professionell testet die ADSL-Router an einem T-DSL-Zugang. Als Messrechner dient ein Pentium II/300 mit Suse Linux 8.0. Der wiederum ist über einen 100-MBit-Switch mit dem Modem verbunden. Der Grund für den Linux-Einsatz ist das Programm wget. Wget ist ein kommandozeilenbasierter Web-Client. Mit ihm ist es möglich, Web-Seiten oder wie in diesem Fall Dateien per FTP auf den Client-Rechner zu übertragen. Dabei misst wget auch die Übertragungsrate. Weiterhin zum Einsatz kommt die Linux-Version von Ping.

Zunächst steht für alle Router der Einwahltest an. Dafür werden zwei über einen längeren Zeitraum angelegte Messreihen gefahren. Ein Shell-Skript unter Linux löst dazu alle 120 Sekunden einen Ping aus. Dieser Ping gilt einem Server, der zuvor mit Hilfe von Traceroute ermittelt wird. Dabei handelt es sich um den ersten Server auf dem Weg zur T-Online-Homepage, der auf ein Ping reagiert. In diesen Tests ist das der zweite Server in der von Traceroute ermittelten Reihe. Der Server wird in Ziffern angegeben, damit keine Namensauflösung den Anmeldeprozess verzögert. Zwischen zwei Pings wird die Verbidung jeweils getrennt.

Der verwendete Ping-Befehl sendet im Abstand von einer Zehntel Sekunde ununterbrochen Anfragen an den Server. Ein auf 20 Sekunden hoch gesetzter Timeout gibt dem Server ausreichend Zeit für eine Antwort. Sobald auf die massenhaften Ping-Anfragen die erste Antwort vom Server kommt, stellt Ping die Arbeit ein und präsentiert die insgesamt vergangene Zeit.

Um sicher zu stellen, dass eine zu langsame Reaktionszeit des Servers keinen negativen Einfluss auf die Messung hat, führt das Testskript nach jedem Einwahlversuch noch drei weitere Pings aus und protokolliert deren Ergebnis. Die Einwahlzeit hängt jedoch nicht nur vom Router selbst ab. Faktoren wie die Reaktionsgeschwindigkeit des Authentifikations-Servers von T-Online spielen ebenfalls eine Rolle. Die zeitliche Streuung der Ping-Tests wirkt diesen Faktoren entgegen. Außerdem fallen das jeweils schnellste und langsamste Ergebnis jeder Messreihe weg, bervor der Computer einen Mittelwert errechnet.

Der zweite Test ruft mit wget eine 44,28 MByte große EXE-Datei per FTP vom T-Online-Server ab. Der Domain-Name ist bereits in der Hosts-Datei von Linux aufgelöst, um Verzögerungen auszuschließen. Vor dem Test-Download stellen die Labortechniker sicher, dass eine Verbindung zu T-DSL besteht. Das schließt Verzögerungen durch die Einwahl aus. Zur Sicherheit werden die Download-Tests mehrfach wiederholt.

In den Download-Tests kamen durchgehend Werte um die 708 kBit/s heraus. Die Unterschiede sind minimal. Der Grund dafür: ADSL-Router und Modems sind für weit höhere Geschwindigkeiten ausgelegt. Denn ADSL sieht per Standard Datenraten bis zu 8 MBit/s vor. Daher sollte jeder als ADSL spezifizierte Router auch volle Leistung mit den 768 kBit/s von T-DSL bringen. Mit der Wahl von T-Online als Datenserver werden Datenstaus im Internet ausgeschlossen. Dass kein Router die optimalen 768 KBit/s erreicht, liegt am Protokoll-Overhead. Sowohl TCP/IP wie auch das von T-DSL verwendete PPPoE knapsen einige Prozent der übertragenen Datenmenge ab. Hier sind es ca. 60 kBit/s oder gut 7,8 Prozent.

 

Leistung 15%

Da die Übertragungsraten der Router sehr ähnlich sind und die Einwahlzeiten bei Flatrate-Verbindungen kaum ins Gewicht fallen, wird dieser Testpunkt mit nur 15 Prozent bewertet.

 

Bedienung 35%

Die Bedienbarkeit bei Konfiguration und Wartung des Routers ist entscheidend. Denn die hierbei verbrauchte Zeit kostet Geld.

 

Ausstattung 30%

Die Ausstattung eines Modem-Router-Kombi entscheidet über dessen Einsatzgebiet. Und Sicherheits-Features schützen das eigene Netzwerk.

 

Service 20%

Hotline, Internet-Auftritt und Handbücher helfen über Konfigurationsprobleme hinweg. Lange Garantiezeiten sichern die Investition.


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