Test Suse Office Server
Wieviel sind zwei Tage Arbeit und ein Bündel Nerven wert, um einen Server für kleine Windows-Netze zu konfigurieren? Sobald sie mehr als 210 Euro veranschlagen, sollten Netzwerker überlegen, ob sie einen passend vorbereiteten Linux Office Server nehmen. Den bietet Suse an.
Diesen Beitrag habe ich im Herbst 2002 für die Zeitschrift PC-Professionell geschrieben. Die Informationen daraus sind veraltet.
Das Suse-Paket bietet einen Fileserver, einen Intranet-Server, einen Proxy und arbeitet als Router und Firewall für das WAN. Das System ist so vorkonfiguriert, dass es sich unter der IP 192.168.0.1 im Netz einrichtet. Wer dies nicht will, kann wie von Suse-Linux gewohnt in Yast die IP ändern. Der Server ist auf 25 Nutzer begrenzt.
Suse-Kenner werden sich schnell im System zurechtfinden. Jedoch sollen auch weniger erfahrene Netzwerker schnell eine funktionierende Netz-Zentrale aufbauen können. Auf dem Desktop erscheint dazu nach dem Start ein Assistent für die wichtigsten Server-Aufgaben – von der Benutzerverwaltung über das Einrichten eines ADSL-Zugangs bis hin zur Einrichtung des Fileservers.
Die Bedienung wirkt durchdacht. Ein Beispiel: Suse nimmt dem Administrator das gesonderte Anmelden eines Nutzers in Sambas smbpasswd-Datei für den Fileserver ab. Und über das Web-Interface und Swat können Administratoren neue Shares hinzufügen oder Samba überwachen. Allerdings: Hier sind Grundkenntnisse über das Konzept von Samba notwendig. Netz-Neulinge sind mit dieser Aufgabe aufgeschmissen.
Als Intranet-Server steht ein vorinstallierer Apache zur Verfügung. Der Clou für Freunde der Sicherheit: Der Server ist von vornherein so konfiguriert, dass man nur per https zugreifen kann, also auf einer verschlüsselten Verbindung. Inkonsequent ist, dass Telnet hingegen allen Nutzern unverschlüsselt offen steht und so eine Hintertür für Lauschangriffe öffen lässt. Diesen Dienst sollte der Netzwerker abschalten und nur Zugriffe über das bereits installierte OpenSSH zulassen.
Jeder Käufer des Office-Server muss sich registrieren lassen. Die zugehörige Eingabemaske im Netz ist nicht narrensicher. Vergisst der Kunde die Eingabe der E-Mail-Adresse, so erhält er nicht den notwendigen Key, auch wenn er die Registrierung gleich wiederholt. Immerhin: Mit einer Mail an Suse war das Problem binnen einiger Minuten behoben – das gibt gut Noten für den Service.
Insgesamt ein sehr gutes Komplettpaket. Zwar ist der Office Server nichts für Anfänger, aber die Arbeitsersparnis kann oft den Mehrpreis von 210 Euro aufwiegen.




