Test Windows NT 4 Server
Diesen Artikel über Windows NT 4 habe ich 1996 für die PC-Direkt geschrieben. Damals war NT 4 schon ein Kracher. Und das System hat sich erstaunlich lange gehalten. Erst mit dem Einstellen des Supports durch Microsoft werden jetzt wohl die letzten Tage von Windows NT gekommen sein. Zeit, nach Alternativen zu suchen: Die Server-Alternative: Linux.
Dieser Test stand lange Zeit auf meiner alten Homepage. Nun habe ich ihn wieder auf die Site gehoben - sei es aus Nostalgie oder um anderen Nachforschungen über NT zu erleichtern.
Los geht's:
Viele sehen in Windows NT 4.0 den Nachfolger von Windows 95. Das ist nicht richtig. Als eigenständig entwickeltes Betriebssystem bietet Windows NT 4.0 andere Leistungsschwerpunkte als sein kleiner Bruder. Windows NT 4.0 ist in zwei Versionen auf dem Markt. Als Betriebssystem für Arbeitsplatzrechner unter dem Namen NT Workstation und als Server-Betriebssystem Windows NT 4.0 Server. Im Test: die Ende Juli fertiggestellte US-Server-Version.
Neues Gesicht
In der neuen Fassung bekam Windows NT ein neues Gesicht. Die Benutzeroberfläche wurde der Shell von Windows 95 angepaßt. Alle Verzeichnisse werden in Fenstern dargestellt, ein Explorer hilft beim Navigieren durch die Directories und Verknüpfungen erlauben, an jeder beliebigen Stelle einen Bezug auf eine Datei oder einen Ordner unterzubringen.
Ebenso hielten objektorientierte Elemente Einzug in das neue Betriebssystem. Die Eigenschaften jeder Datei und jedes Bildschirmelements sind über die rechte Maustaste zugänglich. Konsequentes Drag & Drop hilft bei Dateioperationen. Die Taskbar zeigt alle offenen Applikationen und das Start-Menü. Mit OLE kommt Windows NT 4.0 ebenfalls zurecht. In den Tests ergaben sich keine Probleme mit Excel-Tabellen in Word-Dokumenten oder anderen OLE-Aktionen. Darüber hinaus bietet NT netzwerkweites OLE – Server und Client müssen sich also nicht mehr auf dem gleichen Computer befinden.
Eine weitere Reminiszenz an Windows 95 ist das integrierte Plus-Paket. NT 4.0 installiert Schriftenglättung, den Internet-Assistenten sowie die erweiterten Bildschirmfunktionen gleich mit. Wohl dem, der einen ausreichend flotten Rechner für NT reserviert hat. Notfalls sollte man den grafischen Plus-Schnickschnack abschalten. Hilfreicher sind da die Bildschirmeinstellungen. Der Button Test prüft, ob die gewählte Bildwiederholfrequenz, die Farbtiefe und die Auflösung auf dem PC funktionieren. Der Test bleibt einige Sekunden eingeschaltet, danach geht es zurück zur ursprünglichen Konfiguration. Auf diesem Weg ermittelt man bequem die korrekte Monitor-Einstellung.
Wenig Gemeinsamkeiten mit Windows 95
Damit haben sich die Gemeinsamkeiten zu Windows 95 jedoch schon weitgehend erschöpft. Denn hinter der einfach zu bedienenden Fassade verbirgt sich ein reines 32-Bit-Betriebssystem. Und dieses kommt im Gegensatz zu Windows 95 völlig ohne DOS-Elemente und 16-Bit-Bestandteile aus. Diese durchgehende Architektur kommt der Systemsicherheit zu Gute. Jedes Programm, jeder Prozeß läuft in einem eigenen abgeschirmten Adreßraum ab. Während unter Windows 95 noch gelegentlich Programme das gesamte Betriebssystem in den Abgrund reißen, ist dies unter Windows NT 4.0 praktisch ausgeschlossen.
Ein weiterer Sicherheitsfaktor: Direkte Hardware-Zugriffe sind unter NT 4.0 nicht erlaubt. Viele DOS-Programme nutzen diesen Weg, um bessere Performance zu erreichen – notfalls auf Kosten der Stabilität in einem Multitasking-System. Umgekehrt hat dieses Sicherheits-Feature zur Folge, daß hardware-nah programmierte Anwendungen unter Windows NT 4.0 nicht mehr laufen. DOS-Spiele der neueren Generation mit rasanten 3D-Grafiken etwa kommen unter NT nicht zum Zuge.
Als Alternative bietet das neue Microsoft-Betriebssystem Direct-X, eine Programmierschnittstelle für schnellen Zugriff auf die Hardware. Mehr als ein paar Demons in Form von Bildschirmschonern, hat NT zu dieser Technologie allerdings noch nicht zu bieten. Doch Programme, die Direct X nutzen – vorwiegend Spiele -- sind bereits im Anmarsch.
Normale DOS-Anwendungen laufen unter Windows NT in einer Emulation. Ob das alte Word 5.0 oder der Borland C++-Compiler in der Version 3.1 – DOS-Veteranen arbeiten mit NT, sofern sie auf direkte Hardware-Zugriffe und unerlaubte Speichertricks verzichten. Nettes Detail: Für das alte Word startet NT eine OS/2-Emulation – zu jener Zeit unterstützten Microsoft-Produkte noch das Konkurrenzsystem. Windows NT arbeitet Programme ab, die für den OS/2 Presentation-Manager bis zur Version 1.3 entwickelt wurden. Posix-Software läuft ebenfalls unter Windows NT. In der DOS-Emulation von NT stehen auch Befehle wie xcopy und Batch-Dateien zur Verfügung. Das erleichtert Kopieraktionen und Routinearbeiten.
Einleitung
Dateisystem NTFS Systemsteuerung NT als Server Windows 95 oder NT 4.0? Das sind die Unterschiede zwischen NT Workstation und NT Server Hardware-Anforderungen Intranet
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frage: welche sicherheitsmerkmale sind bei win95 standardmäßig
implementiert die win nt nicht besitzt?
welche sicherheitsmerkmale sind bei win nt standardmäßig implementiert
die bei win 95 nicht standardmäßig implementiert sind?
[Reiß Thomas | 05.07.2005]

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