Der Internet-Boom ist schon vorbei. Viele sind aber noch da. Die Netwatch Oktober 2002 (Ausgabe 12/2002) berichtet von Verisign, das eine Niederlassung in Deutschland eröffnet. Außerdem gibt es Probleme bei AOL. Der Chef räumt seinen Sesse.
(01.10.02)
Babysitter im Netz
Babysitternet.de bringt Eltern und Babysitter zusammen. Der Abruf von Vermittlungsdaten kostet vier Euro im Monat oder neun Euro im Quartal. Kostenlos gibt es eine Checkliste für Babysitter und Eltern, Tipps und mehr Info rund um Kinder.
Babysitternet.de * www.babysitternet.de
(15.10.02)
Oddset bei Freenet
Freenet.de bietet in seinem Lottokiosk jetzt auch Oddset Sportwetten an. Ebenfalls neu: private Homepages bis 15 MByte dürfen kostenlos zu freenet.de umziehen. Dazu gibt es eine neue Suchmaschine für private Freenet-Seiten.
Freenet * www.freenet.de
(01.10.02)
Aussichten für Seti@home
Der »Verteiltes-Rechnen«-Klassiker Seti@home wird ab Anfang des nächsten Jahres seine Daten nicht mehr von Arecibo sondern vom Parkes Observatory in Australien erhalten. Dieses deckt einen größeren Bereich am Himmel ab.
Seti@home * setiathome.ssl.berkeley.edu
(30.09.02)
Bild.de Premium
Die Internetseite der Bild-Zeitung bietet jetzt einen Premium-Dienst an. Die Mitgliedschaft kostet für sechs Monate 30 Euro oder für ein Jahr 45 Euro. Als Vorteile gibt es ein kostenloses Zeitschriften-Abo, Erotik, Rabatte und exklusive Inhalte.
Bild.de * www.bild.t-online.de
(15.10.02)
Internet für Unterwegs
Opera entwickelt einen Browser, der das ganze Internet an kleine Bildschirme anpasst. Die Seite wird etwa auf einem Handy-Display wahlweise komplett gezeigt oder Ausschnittsweise vergrößern. Damit werden Rollbalken überflüssig.
Opera * www.opera.com
(15.10.01)
Perso per Internet
Mit Hilfe der Bürgerkarte ist es in Zukunft möglich, den Personalausweis direkt bei der Bundesdruckerei zu beantragen. Dennoch: Der Antrag muss per Post verschickt und der fertige Ausweis auf dem Amt abgeholt werden.
Bundesdruckerei * www.bundesdruckerei.de
(02.20.02)
Geld für leere Domains
Sedo.de bietet einen Werbeservice für ungenutzte Domains an. Die Besitzer sollen ihre Domains kostenlos bei Sedos Domain-Parking anmelden. Zum Domainnamen spielt Sedo passende Werbung ein. Die daraus resultierenden Einnahmen teilen sich der Domaininhaber und Sedo. Die Idee beruht auf der Tatsache, dass drei Millionen der 5,8 Millionen Domains in Deutschland ungenutzt sind. Viele dieser Domains werden dennoch häufig aufgerufen, da Surfer den Domainnamen auf gut Glück in den Browser eingeben. Sedo hat hochgerechnet, dass diese Seiten auf 20 Millionen Abrufe pro Monat kommen. Nach eigenen Aussagen käme Sedo mit dem Domain-Parking auf einen Monatsumsatz von 200.000 Euro -- wenn alle mitmachen. Weiterer Coup von Sedo: Die Domainbörse hat die Webadresse domain.de aus der Konkursmasse von KPNQwest erstanden. Über den Preis für die Domain ist nichts bekannt.
Sedo * www.sedo.de
(25.09.02)
Wo geht's lang?
Online-Routenplaner sind eines der am stärksten wachsenden Segmente im Internet. Die europäischen Wege-Rechner haben im letzten Jahr die Zahl der Besucher um 300 Prozent gesteigert. Das sagt Nielsen/Netratings. Unter allen Reise-Seiten in Deutschland hat es Falk.de auf den zweiten Platz hinter Bahn.de gebracht. Das stärkste Wachstum verzeichnete map24.de. Der Anbieter konnte seine Nutzerzahlen um satte 322 Prozent steigern. Auffällig ist, dass zwei Drittel der Seitenzugriffe aus Unternehmen kommen. Reisedienste sind in Büros offenbar beliebt, um geschäftliche Termine zu planen.
Nielsen * www.nielsen-netratings.com
(01.10.02)
Verisign kommt nach Deutschland
Verisign hat eine deutsche Tochtergesellschaft gegründet. Hauptsitz der Verisign Deutschland GmbH ist in Berlin. Verisign Deutschland soll speziell für den hiesigen Markt angepasste Sicherheitsangebote an den Kunden bringen. Das Unternehmen geht davon aus, dass in Deutschland ein E-Commerce Potential von 7,5 Milliarden Euro wegen Sicherheitsbedenken ungenutzt bleibt. Zusätzlich zu den Sicherheitsprodukten bietet VeriSign auch Domains und Software zum Markenschutz an. Die Verisign Geschäfte in Deutschland werden ab sofort ausschließlich über die deutsche Tochtergesellschaft abgewickelt.
VeriSign Deutschland * www.verisign.de
(16.10.02)
Trubel bei AOL
AOL Deutschland bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Chef von AOL Deutschland Uwe Heddendrop verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Nachfolger wird Stanislas Laurent, der seit Mai 2002 Vize-Präsident von AOL Europe war. Laurent hat bereits von 1995 bis 1998 für AOL gearbeitet und war damals am Aufbau von AOL Frankreich beteiligt. Die deutsche Niederlassung von AOL will er vor allem durch „Vorteile für den Kunden und Wertschaffung für Aktionäre“ auf Wachstumskurs bringen. Endlich ein neuer Ansatz.
Während dessen gerät das Mutterunternehmen in den USA nach Berichten der Financial Times Deutschland zunehmend unter Druck. Die Kundenzahlen wachsen langsamer als die des Konkurrenten MSN. Im Bereich Online Werbung und Einkäufe über AOL sind die Einnahmen dieses Jahr um 40 Prozent eingebrochen, zitiert die FTD AOL-Quellen. Als Reaktion darauf hat sich der neue AOL Chef Jonathan Miller Kundenfreundlichkeit aufs Banner geschrieben. Vielleicht kann man sich eines Tages auch endlich online bei AOL abmelden, wenn man den Dienst nicht mehr braucht? Ein weiteres Problem für AOL ist das Werbebudget AOL hat mit 100 Millionen Dollar nur ein Drittel des Werbeetats von MSN.
AOL USA * www.aol.com
MSN * www.msn.com
AOL Deutschland * www.aol.de
(14.10.02)
.org an Internet Society
Die ICANN hat die Internet Society ISOC mit der Verwaltung sämtlicher .org Adressen beauftragt. Damit tritt ISOC die Nachfolge von Verisign an, deren Vertrag mit der ICANN am 31.12.2002 ausläuft. ISOC hat für die Verwaltung extra die gemeinnützige Organisation Public Interest Registry PIR gegründet. Die PIR wird sich eigenständig um die .org Adressen kümmern, erhält jedoch technische Unterstützung von Afilias, dem Verwalter der .info Adressen.
Die neuen Verwalter haben Verbesserungen angekündigt. So setzt PIR auf ein neues EPP-Protokoll bei der Registrierung von Domains. Dieses Protokoll soll die Zeit zwischen Registrierung und Erreichbarkeit der Adresse von einigen Stunden auf wenige Minuten verkürzen. Außerdem soll es in Zukunft Zusatzangebote geben, die speziell auf nicht kommerzielle Seiten zugeschnitten sind. Im Gespräch sind ein Verzeichnis der Seiteninhaber, Identitäts-Nachweise, die Sperrung von Namen und die Verlinkung von Seiten. PIR will auch ein .org-Gremium einführen, dass aus den Leitern von gemeinnützigen Organisationen besteht. Schön für PIR ist eine Klausel im Vertrag zwischen der ICANN und Verisign. Danach erhält die Organisation 5 Millionen Dollar Starthilfe von Verisign um damit die Betriebskosten zu finanzieren.
ICANN * www.icann.org
ISOC * www.isoc.org
Afilias * www.afilias.info
(11.10.02)
Nein zu Schmalband
Die Deutsche Telekom hat mit einer einstweiligen Verfügung erreicht, dass sie ihren Mitbewerbern keine Schmalbandpausche anbieten muss. Die Verfügung richtet sich gegen eine Anordnung der Regulierungsbehörde für Post und Telekom. Demnach müsse die Telekom ihren Mitbewerbern eine Flatrate für ISDN und Modem Internetverbindungen von 475 Regionalknoten aus anbieten (wir berichteten in Internet Professionell 8/2002). Das Verwaltungsgericht Köln hat diese Anordnung jetzt vorerst außer Kraft gesetzt. Das Gericht begründet seine Entscheidung mit der Tatsache, dass die Telekom eine solche Flatrate weder intern nutzt, noch sie ihren Kunden anbietet. Die Regulierungsbehörde könne die Telekom aber nicht zwingen Mitbewerbern eine Dienstleistung anzubieten, die sie selber nicht vermarkte.
Telekom * www.telekom.de
Reg TP * www.regtp.de
(07.10.02)
Mehr Ausgaben für IT
Die Ausgaben für IT-Produkte sind in diesem Jahr um 3,4 Prozent gestiegen und steigen nächstes Jahr um weitere sieben Prozent. Davon geht Gartner Dataquest aus. Weltweit werden 2002 demnach 2,3 Milliarden Dollar für IT-Produkte ausgegeben. Den Löwenanteil dieser Ausgaben entsteht mit 58,4 Prozent im Telekommunikationssektor. Hier ist ein Wachstum von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Ebenfalls gestiegen sind die Investitionen in IT-Services und Software. Der einzige Bereich in dem es weiterhin bergab geht ist die Hardware. Nach einem Minus von 13,1 Prozent im Vorjahr ist auch dieses Jahr die Summe der Ausgaben um 1,3 Prozent gesunken. Gartner geht davon aus, dass sich die Märkte vor allem mit kurzfristigen Investitionen wieder fangen werden. Typische Investitionen wären PCs, Kosten sparende Software und Low-End Server.
Gartner * www.gartner.com
(09.10.02)
Google-Werbung
Die Suchmaschine Google bietet auch in Deutschland den Service Adwords an. Dabei hat der Kunde die Möglichkeit, seine Werbung bei der Suche nach bestimmten Begriffen einblenden zu lassen. Kosten entstehen für den Werbetreibenden nur, wenn ein User auf seine Anzeige klickt. Neben Deutschland ist Adwords auch in 24 weiteren Ländern und in insgesamt sechs Sprachen erhältlich. Google hat auf seiner amerikanischen Homepage einen neuen Service verlinkt. Dort suchen Surfer nach aktuellen Nachrichten. Die Suchmaschine durchstöbert ständig 4000 Seiten nach aktuellen Berichten und zeigt die neuesten Nachrichten gleich auf der Eingangsseite.
Google Deutschland * www.google.de
Google USA * www.google.com
(10.10.02)
Ein Tag im Netz
Amerikanische Angestellte verbringen mehr als einen Arbeitstag pro Woche damit, privat im Internet zu surfen. Für die Web@Work Studie von Websense wurden die Angestellten von Unternehmen mit mindestens 25 Beschäftigten befragt. Durchschnittlich verbrachten die Befragten wöchentlich 8,3 Stunden ihrer Arbeitszeit mit privaten Angelegenheiten im Netz. Am meisten werden dabei Einkaufs- und Nachrichtenseiten genutzt. Die Internet Nutzung ist den Angestellten so wichtig, dass 56 Prozent von ihnen lieber auf den täglichen Kaffee verzichten würden, als auf den Internetzugang. Ein Viertel der Befragten hielt sich sogar für Internetsüchtig. Die meisten der Personalchefs sehen das Problem aber nicht so dramatisch: Dass ihre Mitarbeiter Nachrichtenseiten besuchen stört gerade einmal neun Prozent der befragten Personalchefs. Der Abruf von Pornografie ist dagegen der einzige Bereich der Internetnutzung, der mehr als die Hälfte der Personalchefs beunruhigt. Der Anteil der Unternehmen, die den Internetzugang ihrer Mitarbeiter mit Hilfe von Software kontrollieren und beschränken liegt mit 36 Prozent daher auch recht niedrig. Da muss Websense wohl noch ein paar Studien nachschieben, um den Verkauf seiner Web-Filter-Software voranzubringen.
Websense * www.websense.com
(14.10.02)
Autos im Netz
Jeder Fünfte kann sich vorstellen einen Neuwagen im Internet einzukaufen. Allerdings ist die reale Probefahrt für 78 Prozent der Kunden immer noch das wichtigste Kaufkriterium. Das sagen die Befragten in der »Cars online 2002«-Studie, die Cap Gemini in neun Ländern durchgeführt hat. Auffallend sind die unterschiedlichen Konzepte bei Händlern und Kunden. Während Händler zunehmend versuchen, alle Angebote rund um das neue Auto aus einer Hand anzubieten, ist das der Hälfte der befragten Kunden unwichtig. Die meisten Kunden, nämlich 87 Prozent, wollen vor allem günstige Preise. Ebenfalls wichtig ist den Kunden, dass sie eine Probefahrt per Mausklick vereinbaren können. Diesen Service wünschen sich 73 Prozent der Kunden. Umgesetzt hat ihn aber erst die Hälfte der Seiten. Auch das von den Händlern gefürchtete Auto aus dem Supermarkt kommt bei den Kunden nicht an. So ist es für 70 Prozent der Käufer unvorstellbar, ihr Auto nicht beim Fachhändler zu erstehen. Nur die Italiener sind in dieser Beziehung etwas experimentierfreudiger, hier würden 35 Prozent ihr Auto zusammen mit Konservendosen und Frühstückseiern kaufen.
Cap Gemini * www.cgey.com
Netwatch Januar 2002 (Ausgabe 03/2002)
Freenet kooperiert mit Mediaways und Consors ändert Gebührenmodell
Netwatch Juni 2002 (Ausgabe 8/2002)
