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Verstanden?

Beim Stöbern im Presseportal fiel mir eine Pressemitteilung des rechtspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion auf. Ihr Titel:

Gehb: Schwer verständlich, aber rechtsstaatsgemäß

Keine Ahnung, warum ich die Meldung angeklickt habe. Vielleicht trieb mich die Frage "was ist schwer verständlich". Die Antwort war nach dem Lesen des ersten Satzes klar. "Schwer verständlich" ist die Pressemitteilung. In ihr steht:

Der rechtskräftig zu lebenslanger Freiheitsstrafe unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilte Kindsmörder Gäfgen hat sich vor dem Bundesverfassungsgericht mit Erfolg dagegen gewendet, dass ihm Prozeßkostenhilfe für eine gegen das Land Hessen gerichtete Amtshaftungsklage, mit der er ein angemessenes Schmerzensgeld und Schadenersatz insbesondere wegen der Androhung von Folter geltend machen will, vom OLG Frankfurt versagt worden ist.

Ja, das ist ein Satz. Ein Schachtelsatz. Und was für einer. Aber es ist noch nicht der beste. Der kommt noch:

Zwar ist es an Niedertracht kaum mehr zu überbieten, wenn ein Mörder, der alle Beteiligten in dem Glauben gelassen hat, das Opfer lebe noch, und damit selbst einen unermesslichen Schaden angerichtet hat, der weder ausgeglichen noch wiedergutgemacht werden kann, Schadenersatz und Schmerzensgeld begehrt.

Schauen wir mal. Für jede Schachtel gibt es einen Strich: - Niedertracht -- Mörder --- Opfer ---- Schaden ----- nicht wieder gut zu machen -- Schadenersatz

Wohlgemerkt: ich kritisiere hier nichts inhaltlich. Aber so eine schlecht geschriebene Pressemitteilung ist mir seit langem nicht mehr untergekommen. Welcher Redakteur soll sich bitte die Arbeit machen, solche Bürokraten-Satzmonster zu entziffern?

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Aktualisiert am: 28.12.2011




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