Windows XP: Bitte endlich umsteigen

Veröffentlicht 2001 ist Windows XP jetzt über 10 Jahre alt. Selbst Autos gelten in diesem Alter schon als betagt. Und wer hat denn noch gerne einen über zehn Jahre alten Rechner in Betrieb. Die Dinger sind zu alt und reif für den Sondermüll.

>>> Siehe auch: Apple Mac und Windows im Netzwerk verbinden.

Das Argument "das funktioniert ja noch gut" lasse ich nicht mehr gelten. Mit einer Ausnahme: wer den Rechner abseits des Internet betreibt soll meinetwegen auch noch im Jahr 2020 mit Windows XP seine Freude haben. Aber wer am Internet hängt und noch XP in Betrieb hat, handelt fahrlässig.

Windows XP ist unsicher und alt. Oder alt und unsicher. Jeder Fehltritt im Netz kann zu dicken Problemen führen.

Ich will nicht mehr über XP reden

So auch neulich bei meinem Freund Heinz (Name geändert). Abends in der Kneipe setzte er seinen "Du kennst Dich doch mit Computern aus"-Blick auf. Mir schwante übles und ich baute meine Verteidigungslinien auf.

>>> Mehr: Samba als Primärer Domänencontroller.

"Ich arbeite nur noch mit dem Mac."

"Windows XP habe ich schon seit Jahren nicht mehr angefasst."

Es half nichts. Und leider konnte ich ihm wirklich nicht helfen. Denn offenbar hatte er sich einen Keylogger eingefangen, jetzt besteht das Risiko, dass seine Kreditkarte missbraucht wird oder dass den Gaunern noch andere Daten in die Hände fallen.

Mein Lösungsansatz in solchen Fällen: Das System neu aufsetzen. Und der gefällt niemandem.

Seit es Windows 7 gibt sage ich dann auch noch "...und gleich auf Windows 7 aufrüsten". Das gefällt erst recht nicht.

Sicherheitsrisiko

Windows XP ist unsicher. Nicht nur, dass sich allerlei Schad-Software einnistet und die Daten der Nutzer ausspioniert - das würde ich ja noch unter "selbst schuld" abhandeln. Aber die XP-Rechner lassen sich über Schad-Software auch in Zombies verwandeln, die Websites mit Spam zumüllen.

>>> Weiterlesen: Test Windows XP.

Solche Attacken gibt es laufend und sie treffen auch meine Seiten. Das ist lästig und ließe sich vermeiden, wenn die Leute Ihre Systeme auf dem neuesten Stand halten würden.

Auf Antiviren-Software setze ich übrigens keine Hoffnung. Diese Programme können eventuell erkennen, wenn es zu spät ist. Ansonsten stehen sie im Weg und wiegen mit ihrem Aktionismus den Nutzer in trügerischer Sicherheit.

Umstieg jetzt

Ich verstehe auch ein bisschen, wenn die Leute Probleme mit dem Umstieg haben. Den Computer neu aufzusetzen, macht keinen Spaß, und sich an ein neues Betriebssystem zu gewöhnen auch nicht so richtig. Auch wenn der Umstieg von Windows XP auf Windows 7 wirklich nicht schwer ist.

Es gilt die lange bekannten Arbeitswege vorübergehend zu verlassen und sich etwas Neuem zuzuwenden. Natürlich besteht auch die Gefahr, dass bei der Neuformatierung Daten verloren gehen. Und natürlich muss man alle Programm neu installieren. Da kann es auch passieren, dass eine XP-Software nicht mehr auf Windows 7 funktioniert.

So ist das eben: Mit der Zeit wird Software obsolet und man muss auch nochmal Geld in die Hand nehmen, um die Systeme auf den neuesten Stand zu bringen. Software ist nichts für die Ewigkeit, Software ändert sich, die Gefahren ändern sich, man sollte zumindest versuchen, einigermaßen Schritt zu halten.

Windows 7 ist jetzt zwei Jahre (seit 2009) auf dem Markt und nun sollten auch die letzten XP-Nutzer umsteigen. Alles andere ist fahrlässig.

Ich stelle hiermit meinen "Du kennst Dich doch mit Computern aus"-Support für Windows XP hiermit offiziell ein.

Aktualisiert am: 25.12.2011

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Du hast vollkommen recht ich nutze windows XP auch noch :)
[Jojo | 10.03.2013]
Antworten


Ich würde mir nie einen Mac kaufen da würde ich noch lieber mit
windows 95 arbeiten als mit diesem schrott xD
[Jojo | 10.03.2013]
Antworten


Mein xp funktioniert immernoch,habe ihn schon seit 2004 :)
[Rainer | 28.12.2012]
Antworten


Absolute Sicherheit kann kein System garantieren. Allerdings ist ein
XP wesentlich einfacher zu knacken, zumal Microsoft den Support für XP
eingestellt hat, so weit ich weiß.
Was in zwei, drei Jahren ist - mei, mag sein. Mir geht es aber um das
hier und jetzt. Die Leute sollen sich einfach mal darüber klar werden,
dass sie mit einer riskanten Software im Netz unterwegs sind.
Mit der Abwärtskompatibilität von Win 7 habe ich übrigens ebenso wenig
Probleme wie mit der von Lion. Einzig ein Adobe-Produkt hat den Dienst
versagt, damals beim Wechsel von XP auf Vista.
So ärgerlich es ist: Aber ich erwarte von keiner Software, dass sie
unverändert 10 Jahre läuft. Software entwickelt sich weiter,
Plattformen entwickeln sich weiter.
Wie gesagt: So lange die Leute nicht a) am Internet hängen und b) mit
ihren Fragen zu mir kommen, mögen sie gerne tun, was immer sie wollen.
ME war übrigens nur ein leicht gepimptes Windows 98. Mit Sicherheit
kein sicheres System. NT war cool :)

[Martin Goldmann | 26.12.2011]
Antworten


Im Prinzip hast Du recht, der Umstieg auf 7 bringt unter
Sicherheitsaspekiten derzeit einige Vorteile, allerdings könnte ich
mir vorstellen, dass dieser Vorteil gegenüber XP sich in zwei bis drei
Jahren wieder gegeben hat. Wer vor fünf oder sechs Jahren nun ein ME
oder NT fuhr, hatte sicherheitstechnisch sehr gute Karten, wurde der
Großteil der Viren, Würmer und Trojaner ja nur für aktuelle Systeme
entwickelt (seinerzeit XP und Vista). Ich denke, dass wir nicht mehr
lange hinwarten müssen und dann mit XP haben wir mit XP ein so altes
System, dass es sogar aus Sicherheitsaspekten noch interessant sein
könnte.
Spätestens seit dem Bundestrojaner wissen wir außerdem, dass Win 7
auch nicht Gold ist, weil sich zumindest auf 32-Bit-Platformen
Änderungen am Kernel ohne Signatur durchführen lassen (vgl.
http://blog.fohrn.com/?p=4399). Nun gibt es unter den neu kaufbaren
Rechnern (sehen wir von Netbooks einmal ab) kaum mehr 32-Bit-Hardware,
aber die Umsteiger vonm XP zu 7 trifft das voll, hier dürfte die
Mehrheit der Kisten 32-Bit-Hardware sein, weil sich XP ja nicht nativ
auf 64-Bit-Systemen installieren lässt. Damit ist ein maßgeblicher
Sicherheitszuwachs von 7 gegenüber XP schon verspielt.
Auch ich hatte einmal mit einem Keylogger auf einem XP-System zu
kämpfen, der dann meine e-Banking-Daten fleißig in die Russische
Föderation telefoniert hat. Nach dieser Erfahrung bin ich geneigt, Dir
Recht zu geben. Allerdings ist damt noch lange _nicht_ gesagt, dass
das unter 7 nicht auch passieren kann.
Ein weiterer Grund gegen einem Umstieg zu 7 ist die absolut bescheide
Abwärtskompatibilität. Hier macht Microsoft genau den gleichen
Blödsinn wie Apple mit OS X lion. Universal Binaries laufen unter Lion
nicht mehr richtig, PPC-Programme genau gar nicht mehr, da nutzt auch
kein Rosetta o.ä. mehr. Dasselbe bei 7. Wenn hier XP-Software sauber
läuft, ist das auch eher Zufall, mit ME/2000er-Software ist gar nichts
mehr zu wollen.
Wenn ich eine teure Spezialsoftware angeschafft habe und die
Anforderungen an diese sich in den Jahren nicht wesentlich geändert
hat, aber unter einem neuen OS nicht mehr zuverlässig läuft, bleibe
ich doch bei meinem alten System und bekomme meine Arbeit getan.
Ich habe mir Mitte dieses Jahres ein neues Lenovo ThinkCentre mit 7
Professional 64 Bit gekauft, weil ich einen neuen Rechner brauchte.
Ich freue mich auch über die Performance der neuen Maschine. Aber das,
was ich mit meinem Rechner derzeit effektiv arbeite, wäre mir auch mit
einem, halb so schnellen XP-Rechner oder einem drei Jahre alten mac
mini geglückt.
Viele Leute brauchen einfach weder neue Hard- noch Software um ihre
Arbeit getan zu bekommen oder ihr Bedürfnis nach Unterhaltung zu
befriedigen. Auch aus Nachhaltigkeitsaspekten geht es m.E. völlig in
Ordnung, wenn die dann auch nichts Neues anschaffen.
Btw.: Frohe Weihnachten!
[MIchi | 25.12.2011]
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