Buchrezension: Internet Journalismus

Klaus Meier (Hrsg.), UVK Medien, Konstanz, ISBN 3-89669-263-1, 360 Seiten, 42 Mark

Content, zu Deutsch “Inhalt” ist der Trend im Internet — schlimm genug, dass man für Selbstverständliches einen Trend erfinden muss. Entsprechend braucht das Netz Journalisten und journalistische Arbeit. Umso mehr, da das Netz mit der Glaubwürdigkeit ringt: Die einen glauben alles, was Sie im Netz finden, die anderen zweifeln grundsätzlich am Wahrheitsgehalt des Internet.

Doch über Inhalte machen sich nicht viele Gedanken: “Oft finden sich unklare und unsinnige Site-Strukturen, ein Screen-Design, das eher einem visuellen Karneval gleicht als einer vernünftigen Nutzerführung, wenig aktuelle, kaum gewartete, seichte Inhalte und Kommunikationsangebote, die sich aufs Plaudern beschränken.” Klaus Meier, Herausgeber des “Internet Journalismus” formuliert klar und treffend seine Kritik am aktuellen Zustand des Internet.

Das Buch Internet Journalismus bietet Information für alle Journalisten, die mit dem Internet ernsthaft inhaltlich arbeiten. Das sind Tageszeitungsredakteure, die im Netz recherchieren, Fachredakteure oder Journalisten, die für das Medium Internet arbeiten.


Titel Internet Journalismus
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Entsprechend breit ist das Themenangebot. Das Buch zeigt, wie man eine Suchmaschine bedient, gibt Hinweise zu kurzfristiger und langfristiger Recherche im Netz, zur Nutzung von Mailing-Listen und Newsgroups. Ebenso befasst sich der Band mit der Aufbereitung von Information — Grafik, Benutzerführung, Design erklären die Autoren anhand zahlreicher Beispiele und Grafiken.

Interessant für Einsteiger sind die Qualifikationsprofile von Internet-Redakteuren. Hier wandelte sich das Berufsbild vom technisch versierten Schreiber mit Programmierkenntnissen hin zu spezialisierten Redakteuren. Ein Werkstattbericht gibt Einblick in die Arbeit einer Internet-Redaktion.

Internet Journalismus ist ein interessanter Einstieg. Zu empfehlen ist es für alle, die im weitesten Sinne journalistisch mit dem Netz zu tun haben. Ob PR-Fachmann, Journalist oder Medienwissenschaftler. Sie alle können hier aus dem vollen Schöpfen. Berufseinsteiger, die mit dem Gedanken spielen, Journalist im Netz zu werden, sollten sich ebenfalls dieses Buch besorgen.

 

Lesen Sie hier weiter: Thesenpapier: Erst Inhalte planen, dann die Struktur

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