Ich wollte es doch nur gut aussehen lassen! Aber nun sinken die Seitenabrufe pro Besuch.

Egal ob Goldmann.de, Tippscout oder Tipps zum Pferd. Auf unseren Seiten geht es zwar aufwärts mit den Besucherzahlen, aber abwärts mit den Seitenabrufen. Gegenüber dem Vorjahr haben wir zum Beispiel beim Tippscout 10% weniger PI/Visit. Das macht immerhin rund 8.000 Page Impressions aus. Pro Tag.

Jede Änderung in den letzten Jahren hat die Seiten vielleicht übersichtlicher gemacht, vielleicht auch sachlicher, schöner. Aber jede Änderung hat dazu geführt, dass jeder Besucher immer weniger Seiten abruft.

PI/Visit ohnehin niedrig

Klar, Tippscout und Co. generieren ohnehin nicht viel Traffic pro Besucher: Jeder Artikel besteht aus genau einer Seite. Wer ein Problem hat, eine Lösung sucht und sie bei uns findet, verschwindet meist wieder. Nur wenige klicken weiter.

Auf Klickerzwingungsstrecken verzichte ich. Wir hatten ein paar davon vor ein paar Jahren. Aber Klickerzwingungsstrecken sind einfach nur lästig. So wollen wir keine PI generieren. (Ok, einen solchen Artikel habe ich noch – da traue ich mich nicht, etwas zu ändern, weil der so gut rankt.)

Sinkende PI pro Visit auf Goldmann.de
Abwärts: Die PI pro Visit sind über die Jahre gesehen rückläufig.

Lockeres und freundliches Design hat nicht funktioniert

Eigentlich will ich das Design immer lockerer und freundlicher machen. Seiten wie die der Süddeutschen sind Vorbilder. Große Schriften, viel weiß, dezentere Werbung, weniger Werbung. Aber das funktioniert nicht, wenn die Seitenabrufe fehlen.

Da nutzt das ganze luftige Design nichts. .

Auf der Goldmann.de bin ich jetzt bei 1,3 PI/Visit. Vor sechs Jahren hatte ich 1,8. Jede Änderung hat die Klickrate gesenkt: Die Umstellung vom dreispaltigen auf ein zweispaltiges Layout. Das Ausmisten der rechten Seitenleiste. Die größeren Schriften. Alles hat zu nichts geführt.

Schluss jetzt!

Ab heute wird alles anders. Ein interessanter Artikel im schweizerischen Tagesanzeiger gab mir den entscheidenden Hinweis: Vielleicht ist das Design zu schlicht, vielleicht gibt es zu wenig Klick-Angebote?

Also raus aus der “ich will so aussehen wie eine seriöse Tageszeitung”-Ecke. Ab jetzt kommen wieder die Links auf jede Seite. Mir egal, ob jemand die Seiten “ruhiger” oder “hübscher” findet.

Jetzt muss ich mich erst einmal wieder in den Quelltext einarbeiten, um Schlagwörter, neueste und meist abgerufene Artikel, neueste Kommentare und allerlei andere Link-Listen wieder an die Oberfläche zu holen.

Heute habe ich die Seitenleiste rechts neben diesem und den anderen Texten deutlich erweitert. Außerdem habe ich die Schriftgröße des Textes und der Links deutlich verkleinert.

Die Seiten werden also wieder kleinteiliger. Vielleicht sagt das den Lesern dann “hier gibt es eine Menge zu finden”.

Tag 1 nach den Änderungen: Steigerung in Sicht – möglicherweise aber ein Artefakt

Nicht schlecht. Nach meinen Änderungen von gestern schnellte das Verhältnis von Page Impressions zu Visits von 1,3 auf 1,6 hoch. Mit so einem Wert könnte ich zufrieden sein.

Doch für Jubel ist es noch zu früh. Schließlich ist bei 650 bis 1.000 Besuchen am Tag eine hohe Fehlerrate zu erwarten.

Künstlicher Traffic?

Außerdem habe ich gestern mit dem ersten Beitrag zu diesem Thema auch eine Art unnatürlichen Traffic generiert: Ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere ein wenig herumgeklickt hat, um zu sehen, was sich hinter den Links verbirgt.

Steigerung der PI pro Visit

Ich traue dem Ganzen also noch nicht. Ich muss noch ein paar Tage abwarten und beobachten. Dennoch: Ich rechne es schon als kleinen Erfolg, dass die PI/Visit nicht noch schlechter geworden sind.

Das habe ich geändert:

  • Alle Schriften kleiner
  • Links zu den verwendeten Tags hinzugefügt
  • Links zu allen Rubriken hinzugefügt
  • Links zu neuesten Kommentaren hinzugefügt
  • Bei den Links zu ähnlichen Artikeln noch ein Vorschaubild hinzugefügt

Das hätte ich noch:

  • Links zu den meist gelesenen Artikeln
  • Vorschaubilder zu jedem Link zu einem weiterführenden Artikel (sofern Bilder vorhanden, müsste ich mir noch bauen)

Erste Änderungen auf dem Tippscout

Auf dem Tippscout habe ich jetzt erste, vorsichtige Änderungen vorgenommen und die Schrift verkleinert. Vielleicht ist das der Schlüssel: “Hey, da ist ganz schön viel Text, das müssen viele Informationen sein, schauen wir doch mal weiter”.

Wie gesagt, schön ist das nicht. Ich mag große Schriften. Aber was nutzt mir ein schönes, schlichtes Layout, wenn keiner klickt.

Tag 2 nach den Änderungen: Trend bestätigt

Hurra, es scheint zu funktionieren. Meine Änderungen am Seiten-Layout fruchten. Auch gestern, am Sonntag hatte ich deutlich höhere Seitenabrufe pro Besuch als vor den Änderungen.

Sonntag ist traditionell ein Tag, an dem Besucher etwas mehr stöbern. Das ist schon klar. Dennoch: 1,63 PI pro Visit sind nochmals eine Steigerung gegenüber der 1,60 am Samstag und gegenüber 1,35, dem Durchschnitt der letzten vier Wochen.

Höhere PI pro Visit stabilisieren isch

Weiter abwarten und ausprobieren

Für mich heißt es dennoch erst einmal abwarten, ob sich der Trend jetzt unter der Woche bestätigt. Das wäre in jeder Hinsicht ein Erfoilg: Mehr PI bringen auch mehr Anzeigeneinblendungen und vielleicht den einen oder anderen Euro extra in die Kasse.

Heute habe ich noch eine weitere Liste mit Links hinzugefügt: Die 10 meist abgerufenen Artikel der Seite sind jetzt auch von jedem anderen Beitrag aus zu erreichen. Mal sehen, ob das jetzt too much ist oder ob sich die Zugriffe damit nochmals steigern lassen.

Rollout auf andere Seiten

Heute habe ich die Änderungen auch auf den Tippscout und die Tipps zum Pferd übertragen. Beide Seiten haben jetzt deutlich mehr Links im Angebot neben jedem Artikel. Ich hoffe, damit versau ich mir nicht irgendwelche Google-Rankings. Aber das muss ich einfach ausprobieren. 

Das reine Verkleinern der Schrift auf dem Tippscout hat übrigens wohl nichts gebracht. Aber das kann ich erst morgen definitiv bestätigen. Analytics braucht immer ein bissl, um die PI pro Visit zu liefern.

Tag 3 – Rückschlag: PI pro Visit sinken wieder

Ich komme mir langsam vor wie ein verrückter Alchemist, der wilde Theorien aufstellt, irgendwas mixt, das dann explodiert. Der Alchemist macht dann mit verqualmten Gesicht weiter. Jetzt ist er ganz sicher, dass er das richtige Rezept gefunden hat.

Webdesign ist Alchemie. Und ich versuche gerade das Rezept zu finden, mit dem ich die Seitenabrufe pro Besucher auf der Goldmann.de erhöhen kann.

PI pro Visit wieder gesunken

Heute Nacht ist eine Tinktur in einem meiner Reagenzgläser mit einem leisen Knall verpufft. Denn die Seitenabrufe pro Besucher auf meiner Homepage sind wieder herunter gegangen. Immerhin stehen sie noch deutlich über dem Schnitt. Wir sind jezt bei 1,5 PI pro Visit – der Schnitt der letzten Wochen ist 1,35.

PI pro Visit sind wieder rückläufig

Möglicherweise ist eine Änderung schuld: Ich habe gestern einen Kasten mit Links zu den am häufigsten abgerufenen Artikeln eingebaut. Der stand oberhalb der Rubriken-Links. Hat das die Klickfreude gebremst? Wollen die Leser wirklich die Rubriken?

Ich probiere es aus. Der Kasten mit den Links zu den meist abgerufenen Artikeln ist wieder weg. Mal sehen, ob sich etwas nach oben bewegt.

Keine Wirkung auf Tippscout und Tipps zum Pferd

Gestern habe ich die Änderungen in der Seitenleiste auch noch auf den Tippscout und Tipps zum Pferd aufgespielt.

Die Auswirkung ist gleich null.

*Peng, Knall, Schepper*

Nun stehe ich mit verqualmten Gesicht da und suche Gründe. Möglicherweise

  • hat Google Analytics die Daten von gestern noch nicht komplett ausgewertet. Also warte ich noch bis morgen.
  • hat sich auf Tipps zum Pferd nichts geändert, weil dort ein Teil der Links eh schon immer da war. Das würde dann dafür sprechen, dass speziell die Rubriken und die zu den Artikeln gehörenden Tags angeklickt werden.

Also irre kichern und weiter machen. Irgendwo werde ich das Elixir schon finden und dem Drachen entwinden!

Diese Faktoren können Visits und Page Impressions beeinflussen

Das Auf und Ab in den Zugriffszahlen einer Website kann einen wahnsinnig machen. Viel zu schnell neigt man dann, das Design zu ändern oder ergreift irgendwelche SEO-Maßnahmen.

Das ist nicht immer gerechtfertigt. Denn in vielen Fällen spielen andere Faktoren als das Suchmaschinen-Ranking in die Abrufzahlen hinein. Ich habe hier mal aus 13 Jahren Erfahrung mit dem Tippscout eine Reihe Faktoren zusammengetragen.

Externe Faktoren

Wetter

Je nachdem, welche Themen Ihr anbietet, können die bei dem einen oder anderen Wetter besser laufen.

Zum Beispiel: Tipps rund um Heizung laufen auf dem Tippscout ab etwa Oktober. Aber nur dann, wenn die Temperaturen in die Nähe des Gefrierpunktes kommen. Milde Perioden im Winter dagegen schwächen die Abrufzahlen.

Chart Heizung entlüften auf Tippscout
Heizungs-Tipps sind immer gefragt, wenn es Kälteeinbrüche gibt. Wer erinnert sich nicht an die kalten Tage im Februar 2012?

Noch ein Beispiel: Spezielle Wetterlagen, etwa Gewitterfronten im Sommer lassen sich prima an einem Text über die Entfernung eines Gewitters ablesen:

Chart Gewitter Entfernung
2012 war es relativ ruhig mit Gewittern. Die Hochsaison war Juli. Entsprechend wurde der Tipp “Entfernung zum Gewitter berechnen” häufig abgerufen.

Jahreszeit

Jahreszeit und Wetter gehen Hand in Hand. Je milder draußen die Temperaturen werden, desto weniger hält es die Menschen im Haus. Auch lange Abende bei Helligkeit halten potenzielle Seitenbesucher vom Web-Auftritt fern.

Der Sommer ist meist recht ruhig. Nur bei längeren Schlechtwetter-Perioden rührt sich ein wenig mehr im Web.

Abhilfe? Keine. Wartet auf Herbst und Winter.

Wochentage

Samstag ist übel, richtig übel. Die Leute schlafen wohl aus, dann gehen sie einkaufen, dann Sport machen, dann Abends einen heben. Samstags ist tote Hose, nada, niente!

Wochenchart Samstag
Samstag ist der Tiefpunkt jeder Woche

Sonntag ist klasse bei uns. Die Besuche sind stabil hoch und vor allem stöbern die Besucher ein wenig mehr. Im Normalfall liegen die PI pro Visit Sonntags bei uns höher als an anderen Tagen.

Sonntag ist auch der Eierkoch-Tag. Hier hat der Tipp “Eier kochen” die besten Abrufzahlen der Woche.

Sonntags ist der Tipp zum Kochen von Eiern sehr stark

Samstags und Sonntags laufen außerdem die Tipps zum Kater ganz gut. Also kein Cat-Content, sondern der Kater nach Alkohol-Missbrauch. Sonntags geht “Eier kochen” richtig gut und unter der Woche sind Business-Tipps zu Excel in den Favoriten.

Tageszeit

Gut, das ist offensichtlich: Nachts ist nicht viel los, morgens kommen die ersten Visits. Und es ist wirklich zu bemerken: Mittags gehen die Abrufe zwischen zwölf und halb eins, eins leicht zurück. Da wird Mittag gegessen in der Kantine.

Mahlzeit!

Feiertage

Adminstratoren aufgepasst. Der beste Tag für die Wartungsarbeiten ist: der 24. Dezember gegen Abend. Da ist nichts mehr los im Netz. Sylvester schaut es übrigens ähnlich aus.

Ansonsten laufen Feiertage bei uns ähnlich wie Sonntag. Also ganz gut.

Ereignisse

Fußball-EM und Olympia in einem Sommer? Denn es wird es etwas ruhiger im Netz. Besonders Endspiele kosten Besucher. 

Web-Faktoren

Social Media

Wenn Ihr ein Thema sozialmedial anreißt und sich ein paar Kontakte finden, die einen Link zu Eurem Angebot verbreiten, werdet Ihr schnell mehr Traffic auf der Seite spüren.

Diese Besucher verhalten sich unter Umständen auch anders und generieren mehr PI pro Visit. Das lässt sich in Google Analytics ganz gut nachvollziehen. (Allerdings beruht meine Annahme auf noch nicht sehr belastbaren Stichproben).

Facebook: PI pro Visit höher
Sozialmedialer Traffic auf Goldmann.de: Mehr Abrufe, wenn ich einen Artikel auf Facebook verlinke.

Übrigens: Wenn Ihr automatisch Twitter mit Links zum jeweils neuesten Artikel füttert, bekommt Ihr recht fix 20, 30 Abrufe für den Artikel. Das sind Bots, die sich aus dem Twitter-Feed speisen.

Landing Pages

Wo landen die Besucher. Auch das ist wichtig. Früher hatten wir noch alle Artikellisten, beispielsweise sortiert nach Schlagwörtern, bei Google im Index.

Wer so eine Seite gefunden hat, hat fast zwangsläufig einen Klick mehr erzeugt, um schließlich zum Artikel selbst zu kommen.

Inzwischen haben wir die Artikellisten aus dem Index genommen. Mir war das zu viel Rauschen. Letztlich hat es wohl auch unserem Google-Ranking geholfen: Mehr Besuche, allerdings weniger PI/Visit.

Interne Faktoren

Layout

Für mich ein Buch mit zwölf Siegeln. Aber über die Platzierung der weiterführenden Links oder über das Weglassen und hinzufügen von Links könnt Ihr natürlich an den Seitenabrufen schrauben.

Beliebt sind ja Bilderstrecken und in mehrere Kapitel aufgeteilte Artikel, um Klicks zu erzeugen. Aber PI pro Visit sind ja auch nicht alles 😉

Anzeigen

Layer-Anzeigen bringen ziemlich gut Kohle. Dafür stehen sie dem Nutzer aber auch im Weg. Jeder Webmaster muss selbst entscheiden wann und wie intensiv er Layer bringt.

Bei uns senken Layer immer die PI pro Visit.

Thema

Es gibt komplexere Themen und einfache. Bei einfachen Themen, nehmen wir mal wieder “Ei kochen”, ist der Besucher schnell wieder weg.

Schließlich gibt es für die Frage “Wie koche ich ein Ei” an sich nur das Kochgerät und die Länge des Kochvorgangs zu besprechen. (Ok, wenn man der Diskussion bei unserem Tipp folgt, ist es auch noch wichtig, wann das Wasser auf der Zugspitze kocht.)

Wer aber ein komplexeres Problem hat, zum Beispiel “Meine Heizung geht nicht”, der blättert schon mehr durch das Angebot – sofern man mehrere Artikel zu einem Themenbereich hat.

Art der Seite

Zum Schluss noch ein Gedanke: Die Art der Seite wird sicher auch eine Menge ausmachen. Eine News-Site generiert mehr PI pro Visit, einfach, weil sich die Besucher über die Nachrichten des Tages informieren wollen.

Lesen Sie hier weiter: Mehr PI pro Visit: Die Site neu verschlagworten