Legend of Kyrandia, Nascar Racing – das waren noch Spiele

Ein kleiner Beitrag, der doch schon 10 Jahre auf dem Buckel hat. Hier geht es um damalige Spieleklassiker wie Legend of Kyrandia 3 oder das grafisch aufregende Wing Commander III.

The Legend of Kyrandia 3 – Malcolm’s Revenge

Von der Abenteuer-Saga The Legend of Kyrandia ließen bereits sich zahllose Computer-Spieler verzaubern. Der edle Held Brandon hatte es mit dem fiesen und hinterhältigen Hofnarren Malcolm zu tun. Und natürlich siegte immer das Gute. In der mittlerweile dritten Folge drehten die Westwood-Programmierer den Spieß um: Oberfiesling Malcolm ist nun Held und Spielfigur: Der irrende Narr ist in Kyrandia wenig gelitten, weil er einst das Königspaar ins Jenseits befördert haben soll. Doch Malcolm ist unschuldig. Nun gilt es, Beweise der Unschuld zu finden und den Schellenmann zu rehabilitieren.

Auf dem Bildschirm finden Sie eine schön gezeichnete Landschaft. Der Held durchwandelt mit Ihrer Hilfe diese Gegend, redet mit Menschen und Tieren oder sammelt Artefakte. Jeder Gegenstand, den man aufnimmt, läßt sich verwenden, um eines der zahlreichen Rätsel in Legend of Kyrandia zu lösen.

Trotz seiner mutmaßlichen Unschuld hat sich Malcolm seine fiese und sarkastische Art bewahrt. Dies gibt Legend of Kyrandia 3 ein besonderes Flair, das vor allem den Abenteurern Freude macht, die sich bisher edel, hilfreich und gut durch Abenteuerspiele à la Kings Quest gerätselt haben. Viel Freude machen auch die gesprochenen englischsprachigen Kommentare und die Musik. Hervorragend animierte Figuren und die liebevollen grafischen Details machen Kyrandia 3 zudem zu einer wahren Augenweide für Abenteuerfreunde.

Info: The Legend of Kyrandia 3, Hersteller: Westwood/Virgin, zirka 90 Mark

Hardwareempfehlung: 386er, 4 MByte RAM, Festplatte mit zirka 12 MByte freiem Speicherplatz, Doublespin CD-ROM-Laufwerk, Soundblaster-kompatible Soundkarte

Nascar Racing

Motorsport pur bietet Nascar Racing. In hochgezüchteten Fahrzeugen jagen Sie um amerikanische Hochgeschwindigkeitsrennstrecken. Dabei beschränkt sich das Programm aber nicht auf simple Raserei. Der Schwerpunkt von Nascar Racing liegt in der exakten Simulation von Fahreigenschaften: Sie bestimmen, wie die Stoßdämpfer abgestimmt werden, wieviel Sprit Sie an Bord nehmen oder welchen Winkel Ihr Heckspoiler einnimmt. Jeder einzelne Parameter wirkt sich auf das Verhalten des Fahrzeugs aus. Und für jede der in Nascar Racing simulierten Rennstrecken müssen Sie Ihr Fahrzeug anders abstimmen. In zahllosen Proberunden können Sie Ihren Flitzer immer wieder optimieren, bis Sie sich ins Rennen wagen. Hier sind dann Fahrvermögen und Geschick gefragt.

Eine Menge Reiz gewinnt Nascar Racing durch die Zwei-Spieler-Option: Per Modem können Sie gemeinsam mit einem Freund auf die Rennstrecke gehen. Allerdings ist der Weg zur Modemverbindung mit Hindernissen verbunden, wenn Sie nicht zufällig über einen der von Nascar Racing angebotenen Modemtypen verfügen.

Nascar Racing ist so realitätsnah, daß darunter die Abwechslung ein wenig leidet. Denn bis auf eine Ausnahme sind alle Kurse oval. Zwar unterscheiden sich die Parcours durch verschiedene Steilkurveneigungen und die Länge der Geraden, doch Freunde von Schikanen und S-Kurven müssen sich anderweitig vergnügen.

Doch dieses Manko macht Nascar Racing durch sein realistisches Flair und die Unzahl Parameter zum Verstellen der Fahreigenschaften mehr als wett. Wer nicht nur rasen, sondern auch tüfteln will, ist bei Nascar Racing bestens aufgehoben.

Info: Nascar Racing, Hersteller: Papyrus/Virgin, zirka 90 Mark

Hardwareempfehlung: 486er, 8 MByte RAM, Festplatte mit zirka 15 MByte freiem Speicherplatz, schnelle VESA-kompatible Grafikkarte, Soundblaster-kompatible Soundkarte

Dark Forces

Dark Forces entstammt deutlich erkennbar der Stammlinie von Doom. Das Spiel verläuft ein einer dreidimensionalen Szenerie aus Sicht des Spielers. Als Kyle Katarn, Söldner im Dienst der Rebellen, schießen Sie sich durch die Stützpunkte der Imperialen Truppen. Ihr Auftrag ist, das Imperium davon abzuhalten, „Dark Troopers“ in Stückzahlen zu produzieren. Denn diese erweisen sich als eine besonders unangenehme Art Roboter-Kämpfer. Im Spiel durchkreuzen Sie zahlreiche Szenerien der Star Wars-Trilogie, etwa die Rebellenbasis, einen Sternenzerstörer oder die Heimat von Jabba the Hut. Eingestreute Filmszenen bringen Entspannung und geben dem Spiel so etwas wie einen Handlungsverlauf.

Das Spielprinzip von Dark Forces ist genrebedingt ausgesprochen einfach: Schießen und nicht getroffen werden. Zahlreiche Extrawaffen und Rüstungsgegenstände erleichtern das ballernde Handwerk. Grafische Gestaltung und die Hintergrundmusik übertreffen das Vorbild Doom deutlich. Zudem haben Sie mit Ihrer Spielfigur weitaus mehr Bewegungsfreiheit. So können Sie die kann die Waffe in bestimmte Richtungen bewegen oder sich ducken, wenn Gefahr droht.

Angenehm gegen Frust beim Spielen: Haucht die Spielfigur ihr digitales Leben aus, müssen Sie die Mission nicht wieder von vorne beginnen. Das Programm versetzt Sie um ein paar Schritte zurück, stattet Sie neu mit Munition und Rüstung aus und schon kann es weitergehen. Auch um das zwischenspeichern der Spielstände müssen Sie sich nicht kümmern. Das erledigt Dark Forces selbst.

Dark Forces ist nicht nur für Star-Wars-Freunde Pflicht. Die ausgesprochen schnelle 3D-Grafik und die hochgradige Action machen Dark Forces zur Pflichtübung für jeden, der auf aktionsgeladene und spannende Spiele steht.

Info: Dark Forces, Hersteller: Lucas Arts, zirka 90 Mark

Hardwareempfehlung: 486er, besser Pentium, 8 MByte RAM, Festplatte mit zirka 10 MByte freiem Speicherplatz, Doublespin-CD-ROM-Laufwerk, Soundblaster-kompatible Soundkarte

Der neue Star: Descent

Noch ein 3D-Spiel. Aber diesmal wird es ernst. Denn Sie bewegen sich bei Descent nicht nur in einer Ebene- Sie steuern ein Raumschiff wirklich freischwebend im dreidimensionalen Raum. Ziel ist es, in Minen festgehaltene Wissenschaftler mit Ihrem Kampfraumer zu befreien und bei dieser Gelegenheit gleich den Reaktor zu zerstören, der die Mine mit Energie versorgt. Eine Menge wild um sich schießender Roboter-Dronen hat allerdings etwas gegen Ihr Eindringen. Klar, daß es hier zum einen oder anderen Schußwechsel kommt. Wenn Sie schließlich alle Roboter vernichtet und einen Reaktor in den luftleeren Raum gejagt haben, wird es Zeit, die Mine zu verlassen. Leider jedoch gibt es keine Wegweiser zum Ausgang – den müssen Sie schon selber finden.

Ihr Raumschiff bewegt sich um alle drei Achsen. Dementsprechend sind auch die Level gestaltet: Ausgänge finden sich am Boden, an der Decke und an allen Seiten. Zahlreiche Nischen und Winkel bieten biestigen Drohnen Unterschlupf. Das 3D-Feeling macht freilich die Steuerung knifflig. Tastaturfreunde werden nur wenig Spaß an Descent finden. Ein Joystick, etwa der Flightstick von CH-Products bringt erheblich mehr Spielspaß. Auch bei der Hardware gibt sich Descent anspruchsvoll. Unter einem 486er mit 66 bis 100 MHz oder einem Pentium mit acht oder mehr MByte RAM sollten Sie Descent nicht installieren. Besitzer eines Netzwerkes können sich auch gemeinsam mit ihren Kollegen ins All aufmachen. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie gemeinsam mit Ihren Freunden Geiseln befreien, oder im Luftkampf gegeneinander antreten.

Info: Descent, Hersteller: Interplay/Electronic Arts, zirka 90 Mark

Hardwareempfehlung: 486er, besser Pentium, 8 MByte RAM, Festplatte mit zirka 15 MByte freiem Speicherplatz, Doublespin-CD-ROM-Laufwerk, Soundblaster-kompatible Soundkarte, Thrustmaster- oder Flightstick-Joystick

Magic Carpet

Ebenfalls dreidimensional geht es bei Magic Carpet zu. Als Zauberlehrling schweben Sie mit einem Teppich durch die Lüfte auf der Suche nach göttlichem Mana. Dies nämlich ist bei erbitterten Kämpfen zwischen rivalisierenden Zauberern verloren gegangen. Und das führte dazu, daß die Welt ein wenig aus den Fugen geriet. Das Mana müssen Sie einsammeln und mit Hilfe eines Ballons zu Ihrem Schloß bringen.

Dummerweise liegt nur wenig magische Essenz auf der Straße. Vielmehr beherbergen schreckliche Monster und gegnerische Zauberer das Fluidum und die wollen in flotten Luftkämpfen besiegt sein. Hierfür steht Ihen ein Arsenal von bis zu 24 magischen Sprüchen zur Verfügung.

Magic Carpet befreit die 3D-Spiele der neuen Generation von Wänden, Decken und Böden. Sie bewegen Sie vollkommen frei zwischen Himmel und Erde. Die flotten Grafiken lassen dabei ein realistisches Teppichfluggefühl aufkommen. Ein zusätzlicher Reiz entsteht, wenn Magic Carpet im Netz gespielt wird. Dann treten alle beteiligten Magier gegeneinander an, um möglichst viel Mana zu erheischen.

Magic Carpet verfügt vielleicht nicht über die atmosphärische Dichte und Spannung von Doom oder über die durchgehende Story von Dark Forces. Doch allen 3D-Action-Freunden, die in Tunels Platzangst bekomman, sei Magic Carpet angeraten.

Info: Magic Carpet, Hersteller: Bullfrog/Electronic Arts, zirka 90 Mark

Hardwareempfehlung: 486er, besser Pentium, 8, besser 16 MByte RAM, Festplatte mit zirka 3 MByte freiem Speicherplatz, Doublespin-CD-ROM-Laufwerk, schnelle, VESA-kompatible Grafikkarte, Soundblaster-kompatible Soundkarte

Cyberia

Gute Nachricht für alle, deren PC für Wing Comander III zu schwachbrüstig ist. Mit Cyberia schufen Xatrix und Interplay einen „interaktiven Film“, der auch auf normalen PCs befriedigend läuft. Schon auf einem 486er mit Doublespin-CD-ROM kommen Sie in den Genuß erstklassiger Animationen, knackiger Puzzles und heftiger Ballersequenzen.

Die Geschichte: Das „Kartell“ macht der FWA (Free World Allience) das Leben schwer. Mit Hilfe der Geheimwaffe Cyberia möchte es die Kontrolle über die Welt an sich reissen. Gut, daß in einem FWA-Gefägniss der geniale Hacker ZAK einsitzt. Nur er kann Cyberia unschädlich machen. Also wird ZAK vor die Wahl gestellt: Todesstrafe oder Amtshilfe für die FWA. Sie übernehmen dabei den Part von ZAK.

Das Spiel selbst ist eine gelungene Mischung aus Trickfilm, Adventure und Actionspiel. Der Schwierigkeitsgrad ist für die Action- und Adventuresequenzen getrennt in je drei Stufen einstellbar. Genial: An wichtigen Punkten wird der Spielstand automatisch gespeichert.

Info: Cyberia, Hersteller: Interplay, zirka. 120 Mark

Hardwareempfehlung: 486er, 8 MByte RAM, Festplatte mit zirka 3 MByte freiem Speicherplatz, Doublespin CD-ROM-Laufwerk, Soundblaster-kompatible Soundkarte

BU ((CYBERIA.GIF)): Cyberspace oder so ähnlich: Cyberia ist eine ansprechende Mischung aus Action und Adventure

Wing Commander III

Wenn Sie wissen möchten, was Multimedia ist und was es einmal werden kann, dann werfen Sie einen Blick auf Wing Commander III. Zu sehen gibt es ein Stelldichein von Hollywood und Slicon Valley. Mehrere echte Schauspieler, allen voran Mark ‘Luke Skywalker’ Hamill, sorgen für die Rahmenhandlung. Durchsetzt ist das ganze mit Ballersequenzen vom Feinsten, auf Wusch sogar in Super-VGA-Grafik. Entsprechend sind die Hardwareanforderungen. Ein schneller 486er, besser ein Pentium sollte es schon sein. Auch das CD-ROM-Laufwerk sollte mit drei- oder vierfacher Geschwindigkeit rotieren. Doublespin-Laufwerke schaffen die Datenflut nur begrenzt. Sind die Hardware-Hürden genommen, steht dem Genuß dieses auf vier CDs verteilten Weltraumepos nichts mehr im Wege. Sie übernehmen den Part des Weltraumpiloten Chris Blair. Ihre Aufgabe: Den Siegeszug der feindlichen Kilrathis aufzuhalten. Dazu müssen Sie verschiedene, teilweise recht schwierige Missionen fliegen. Abwechslung bietet die Rahmenhandlung. Hier interagieren Sie mit verschiedenen Figuren, die Ihnen teilweise wertvolle Tips für die Bekämpung der Kilrathis geben.

Info: Wing Commander III, Hersteller: Origin, zirka. 160 Mark

Hardwareempfehlung: 486/66, besser Pentium, 8, besser 16 MByte RAM, Festplatte mit mindestens 20 MByte freiem Speicherplatz, Triplespin CD-ROM-Laufwerk, Soundblaster-kompatible Soundkarte

Kings Quest 7 – The Princeless Bride

Für Adventure-Fans ein Muß: Das siebte Abenteuer der Prinzessin Rosella, mit dem Titel „The Princeless Bride“. Das sagt schon einiges über das Problem aus, daß Sie als Spieler lösen müssen. Rosella soll heiraten, alt genug ist sie ja mittlerweile. Doch den von Königin Valanice erwählten Bräutigam findet Rosella nicht besonders aufregend. Und so stürzt sie sich in ein haarsträubendes Abenteuer, das natürlich damit endet, daß sie einen ihr genehmen Prinzen heiraten kann. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Abgesehen von der gewohnt guten Story von Roberta Williams überzeugt Kings Quest 7 durch die grafische Gestaltung. Spricht zur Zeit jeder vom interaktiven Spielfilm, handelt es sich bei Rosellas Abenteur um einen waschechten interaktiven Zeichentrickfilm. Doch das fordert seinen Tribut an die Hardware. Immerhin läuft das Spiel unter Windows. Der Angabe des Herstellers auf der Verpackung darf man da nicht unbedingt trauen. Auf zwei Komponenten kommt es dabei besonders an. Das CD-ROM-Laufwerk sollte mindestens zweifache, besser dreifache Geschwindigkeit bieten und die Grafikkarte darf auch nicht allzu langsam sein.

Info: Kings Quest 7, Hersteller: Sierra, zirka 140 Mark

Hardwareempfehlung: 486er, 8 MByte RAM, Festplatte mit zirka 5 MByte freiem Speicherplatz, Doublespin CD-ROM-Laufwerk, Windows-kompatible Soundkarte.

Lesen Sie hier weiter: Test Civilization IV: Erster Eindruck