Der Schreibblockade vorbeugen

Manchmal ist es wie verhext: Der Text will nicht fließen, man ringt um jede Formulierung und verzweifelt an der eigenen Schreibe. Die Schreibblockade droht. Mein Ansatz aus 30 Jahren Schreiberfahrung: nicht verkrampfen, loslassen. Lieber einen Gedanken ins Unreine schreiben, als den Gedankenfluss auf der Suche nach der perfekten Formulierung zu bremsen.

Lassen Sie es laufen

Die stärkste Bremse sitzt im Kopf: Die Selbstkritik. Das kleine Männchen im Kopf, das jedes Wort anzweifelt, jede Formulierung abwägt und alles schlecht findet. Das laufende Nörgeln am eigenen Produkt zerstört jede Kreativität. Das heißt nicht, dass Sie Ihre Texte nie wieder überarbeiten sollen. Doch verlegen Sie diesen Schritt an den Schluss.

Versuchen Sie also nicht, sofort den perfekten Satz zu formulieren. Wenn Sie sich dauernd selbst korrigieren, bremst das den Schreibfluss.

Schreiben Sie den Satz so, wie Ihnen das Maul gewachsen ist. Dann ist der Gedanke schon einmal formuliert.

In der Mitte anfangen

Wenn Sie keinen guten Einstieg finden, fangen Sie in der Mitte an. Klingt albern? Probieren Sie es aus. Schreiben Sie eine These, einen Gedanken auf, den Sie in der Mitte Ihres Textes oder am Ende platzieren wollen. Dann steht schon einmal etwas auf dem Bildschirm.

Schreiben Sie eine Idee gleich nieder. Jedes Betriebssystem hat einfache Textprogramme, die sie als Notizblock verwenden können. Oder Sie legen sich ein kleines Büchlein zu, in das Sie von Hand schreiben.

Nachbearbeiten

Schreiben ist Nachbearbeiten. Überarbeiten Sie einen Text. Aber übertreiben Sie es nicht. Den perfekten Text gibt es nicht. Es wird ihn nie geben!

Wenn Sie mit einem Text so gar nicht zufrieden sind und keinen Ansatz finden, ihn zu verbessern, schlafen Sie drüber. Sie werden morgen aufwachen und wissen, wie Sie weiterschreiben müssen.

Online gilt: Veröffentlichen Sie früh, bessern Sie nach. Wenn ein Text fertig ist, veröffentlichen Sie ihn. Nicht warten, nicht fünfmal durchlesen. Raus damit. Falls Sie später noch einen Fehler entdecken, bessern Sie ihn nachträglich aus.

Bei Newslettern und Print gilt: Lieber noch einmal am nächsten Tag gegenlesen, bevor Sie den Text abschicken. Denn einen Mail-Newsletter können Sie nicht so leicht nachbessern, ebenso wenig einen bereits gedruckten Text.

Lesen Sie hier weiter: Warum kurze Sätze besser sind

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