Social Media

In den letzten Jahren habe ich mir immer wieder Gedanken rund um das Thema Social Media gemacht. Hier sind sie alle zusammengefasst. Inzwischen sehe ich einiges natürlich anders. Aber es ist spannend, gelegentlich die alten Sichtweisen noch einmal zu betrachten.

Social Media und die Zielgruppe

Am Rande des Dell-CAP habe ich mich mit einem Marketing-Verantwortlichen unterhalten. Mein Gedanke: Dell soll mir doch mal einen Computer schicken, ich mache einen Webcast darüber, der das Gerät von außen und auch von innen zeigt – vielleicht kann ich auch noch präsentieren, was der Rechner so besonderes kann.

Allzu offene Türen habe ich damit nicht eingerannt. Vielleicht habe ich den Gedanken nicht so optimal präsentiert und nicht rübergebracht, was ich da so genau vorhabe. Ich glaube, das wusste ich zu dem Zeitpunkt auch nicht so richtig.

Das ist ja das angenehme an einem Webcast, dass Form und Inhalt frei sind. Mal zeige ich ein paar Filmschnipsel, mal sitze ich selbst vor der Kamera, mal drehe ich einfach eine Gegenstand vor der Kamera herum. Manche Webcasts klappen, manche nicht. So ist das nun mal.

Zurück zum Gespräch mit dem Marketing. Da kam nämlich eine Frage: Für welche Zielgruppe soll das sein?

Das hat mich vollkommen aus dem Konzept gebracht. Für welche Zielgruppe mache ich meinen Webcast?

Social Media und eine Einteilung nach Zielgruppen passen nicht zusammen

Die Frage zeugt meiner Ansicht nach von einem Missverständnis von Social Media. Welche Zielgruppe habe ich, wenn ich bei Twitter, Facebook oder Youtube unterwegs bin? Ganz einfach: Alle diejenigen, die mir zuhören oder zuschauen möchten. Das sind Freunde, Bekannte, Kollegen und alle anderen, die sich eben für meine Gedanken und Webcasts interessieren.

Die Zielgruppe brauche ich, wenn ich jemanden adressieren will – das macht man, wenn man einen Kanal eröffnet. Zielgruppe klingt für mich zu sehr nach Einweg-Kommunikation, nach klassischem Marketing.

Zielgruppendenken greift zu kurz für Social Media. Klar will ein Unternehmen seine Kunden erreichen. Aber via Social Media kann man nur schwer filtern, wer einem folgt, wer ein Fan wird oder wer sich via Twitter über eine Firma beschwert.

Meinen Webcast werde ich auch weiterhin nicht an einer Zielgruppe ausrichten, sondern am Inhalt und am Feedback. Wenn ein Thema oder eine bestimmte Art der Präsentation gut ankommt, baue ich das aus.

Ah, und wenn mich noch einmal jemand nach meiner Zielgruppe fragt, werde ich sagen: “Zuschauer zwischen 19 und 49 Jahren mit Hochschulabschluss und überdurchschnittlichem Einkommen.” So ähnlich haben wir das zu Print-Zeiten auch immer erzählt – ob es nun stimmte oder nicht.

Nutzwert, Videos, Social Media

Das ist das Skript zu einem Vortrag mit dem Thema “Nutzwert-Portale, Video und Social Media”, den ich am 23. Oktober im Nürnberger Bildungszentrum gehalten habe. Am Beispiel der Website Tippscout.de habe ich vorgestellt, wie ein Nutzwert-Portal arbeitet und wie Tippscout Video und Social Media nutzt.

Beim Thema Social Media möchte ich gleich noch vorausschicken: Bei Tippscout spielt das noch keine herausragende Rolle. Der Grund: Kontaktpflege via Social Media ist Arbeit. Und diese Arbeit kostet Zeit. Der Tippscout wird von zwei Leuten betrieben, die vollauf ausgelastet sind mit dem Schreiben der Inhalte, der Programmierung und Vermarktung. Wenn Sie eine eigene Social Media Strategie für Ihre Website planen, rechnen Sie die Arbeitszeit ein, die das Pflegen der Kontakte braucht.

Die folgenden Punkte habe ich im Vortrag weiter ausgeführt. Eventuell mache ich aus diesem Gerüst auch einmal einen etwas ausführlicheren Text. Aber nicht mehr heute. Ich hab’ Feierabend 🙂

Martin Goldmann beim Social Media Vortrag

Was bringt ein Online Portal mit Nutzwert?

Nutzwert? Google? Long Tail?

Lange Verweildauer der Inhalte

Online-Portal besteht aus Texten, mehr und mehr kommen Videos hinzu -> ehow.com

Wie füllt man ein Online-Portal?

  • Autoren
  • Selbst schreiben
  • Nutzer-generierter Content

Was bringt das Mitmachen?

  • Internet ist immer Zwei-Wege-Kommunikation – der Besucher einer Site ist nicht nur Rezipient sondern kann, darf und soll mitmachen.
  • Leser der Seite beschäftigen sich mehr mit den Inhalten, geben Antworten und – am wichtigsten – sie kommen wieder.
  • Optimal ist es, wenn die Leser helfen, Inhalte weiter zu verbreiten, beispielsweise über Twitter oder Facebook.

Wie machen die Leute mit?

  • Kommentare -> häufig Nachfragen, ist nochmals guter Content, Spam…
  • Forum -> bringt Content, muss gepflegt werden
  • Social Media -> später mehr
  • Gewinnspiele und ähnliches -> bringt kurzfristig Nutzerschub auf die Seite
  • Blog -> ein Blick hinter die Kulissen, eventuell Kommentare

Was bringt Video?

  • Nutzer generieren mit Video? -> recht eingeschränkt, trotz Links in den Begleittexten
  • Geld verdienen mit Video? -> ja, aber sehr langsam
  • SEO mit Video? -> Nur bedingt
  • Werbung für die Site -> möglicherweise merken sie die Leute den Namen
  • Ideal: Video einbinden und damit Print-Texte ergänzen
  • Was braucht man für Video?

Was bringt der Einsatz von Social Media

Twitter

  • “Twitter ist ein riesiges Bot-Netz”
  • Dialog!
  • Vorsicht beim Generieren von Followern

Facebook

  • geschlossener
  • Beiträge können direkt beantwortet werden
  • “Gefällt mir”-Button einbinden
  • eigene Facebook-Seite

 

Link-Werfer Dialogmedium

 

Social Media kostet Zeit und Ressourcen

Freunde? Wieso Freunde?

Bei Facebook gibt es Freunde und Fans. Das irritiert viele. Auf Gesprächen rund um meine Seminare höre ich immer wieder “Da will dann dauernd jemand mein Freund werden”.

Auch mich irritiert der Begriff “Freund”. Freunde habe ich nur zwei oder drei – richtige Freunde, mit denen ich meine Sorgen und Freuden teile.

Aber in Facebook? Nicht böse sein, liebe Freunde, aber Ihr seid Kontakte. Sicher nette Leute, mit denen ich auch eine Menge Informationen, Spaß und Ideen teile. Aber keine Freunde, mit denen ich vertraut bin.

Der Begriff “Freund” irritiert

Der Begriff Freund irritiert in Facebook, unterstellt er doch eine Intimität, die viele in den sozialen Netzen nicht wollen. Und deshalb scheuen sie sich, in Facebook aktiv zu werden.

Vielleicht wäre wirklich ein weniger enthusiastischer Begriff für die Kontakte gefragt – das würde vielleicht die Hemmschwelle für viele potenzielle Nutzer von Facebook senken.

Die Social Media Insel

Manchmal habe ich den Eindruck, wir schwimmen bei Facebook und Twitter im eigenen Saft. Es ist schön, mit den Leuten zu kommunizieren. Aber doch ist es immer ein Typ Mensch: Vernetzt, aufgeschlossen, in vielen Fällen auch interessant.

Dennoch: wir alle, die wir aktiv Twitter nutzen sind Social-Media-affin. Diejenigen, die weder Twitter noch Facebook nutzen, erreichen wir nicht.

Twitterer sind eine kleine Gruppe

An sich ist das nicht tragisch. Ich mag das Bild von Twitter als digitalem Flurfunk. Aber wir schwimmen im eigenen Saft, Twitterer sind eine verhältnismäßig kleine Gruppe gemessen an dem, was da draußen an realen Menschen herumläuft.

Auf meinen Seminaren erfahre ich immer wieder, wie sehr die Teilnehmer mit Twitter fremdeln. Der Zweck erschließt sich vielen Menschen einfach nicht. Wozu twittern, wenn man niemanden kennt? Das kann man zwar aufdröseln und erklären, aber das dauert.

Zitat spammende Ungeheuer

Wer dann Twitter falsch versteht oder es als tolles Medium für Internet-Marketing nutzen will mutiert zum Link-spammenden, Zitate-werfenden und DM-Willkommensnachrichten versendenden Monster. Das ist schade.

Twittern Sie drauflos

Twittern Sie drauflos, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. Nutzen Sie das Medium so, wie Sie möchten. Sie werden über die Zeit hinweg genau die Follower bekommen, die zu Ihnen passen und werden genau den Menschen folgen, die zu Ihnen passen. Sie werden Ihr Soziales Netzwerk aufbauen.

Social Media: Der Kaffee-Tweet darf bleiben

Gerade tue ich es wieder. Ich kann es mir nicht verkneifen. Ich twittere, dass ich mir jetzt einen Espresso hole.

Für manch’ einen Sozialmedien-Guru mag das eine große Sünde sein. Die Sünde der Irrelevanz, des Beliebigen, des Unnützen.

Twitter Eintrag über Kaffee, der Kaffee-Tweet

Nun, ich möchte es so ausdrücken: Das ist mir egal, aber sowas von egal. Ich twittere, was ich möchte. Wer es lesen möchte, bleibt dabei, wer nicht, verabschiedet sich. So ist Twitter.

Die Mär von der Quelle

Twitter ist, anders als gelegentlich kolportiert, keine Nachrichtenquelle. Abgesehen von einigen Ausnahmen wie der Notwasserung in New York sehe ich auf Twitter nichts, das nicht schon anderweitig veröffentlicht wäre.

Twitter ist Gezwitscher, fröhliches Geplapper in 140 Zeichen – mal wichtiger, mal weniger wichtig. Wenn ich auf einer Party bin, sage ich auch “Ich hole mir mal noch ein Wasser”. Und niemand – so hoffe ich – wird mich aufhalten und mir sagen “Das war aber irrelevant”.

Wenn sich jemand nicht für mich interessiert, geht er woanders hin. Bitteschön – im Leben wie in Twitter. Ich verkrafte das.

Ich möchte jedem Mut machen, genau das zu twittern, was er mag. Egal, ob das relevant ist oder nicht. Im sozialen Leben reden wir auch oft miteinander, ohne wirklich Relevantes auszutauschen. Oder ist “schönes Wetter heute” wirklich relevant?

Social Media bringt nichts, wenn keiner auf E-Mail antwortet

Wir haben ja sowas von keine Ahnung davon, was sich bei Unternehmen wirklich abspielt. Da gibt es ein soziales Netz, Facebook, Twitter und wenn es sein muss auch noch Xing. Die Firmen denken sich, “da müssen wir auch hin”, eröffnen Facebook-Seiten oder Twitter-Accounts, nutzen aber nicht einmal E-Mail richtig.

Neulich musste ich einen Termin bei meinem Lieblings-Laufschuh-Laden absagen. Mir ist etwas dazwischen gekommen. Schade, denn im Laden hätte ein Orthopäde auf mich gewartet, um meinen überüberpronierenden rechten Fuß in den Griff einer Einlage zu bekommen.

Also habe ich morgens um halb neun eine Mail geschickt, dass ich nachmittags um halb fünf nicht kommen könne.

Der Orthopäde wartet

Der Orthopäde hat offenbar dann doch gewartet und um halb sechs rief mich der Laufschuh-Laden an. Sie wussten nichts von meiner Absage.

Die E-Mail hätte man nur morgens mal gecheckt und warum ich denn nicht angerufen hätte.

Ich bin baff.

So sieht es nämlich aus da draußen. Der Laden leistet sich zwar eine Facebook-Seite, aber niemand liest die E-Mail. Wie soll ein Unternehmen denn erfolgreich sozialmedial sein, wenn nicht einmal die elektronische Post gelesen wird?

Und ja, natürlich erwarte ich von einem Unternehmen mit einer Facebook-Seite, dass es per E-Mail schnell zu erreichen ist und ebenso schnell antwortet.

Besser anrufen

Ein Anruf wäre besser gewesen, hat mir der Laufschuh-Laden gesagt.

Ich bin sauer.

Die E-Mail hat es offenbar noch nicht geschafft, mit dem Telefon gleichzuziehen. Selbstverständlich geht man ans Telefon wenn es klingelt. Die E-Mail wird aber höchstens einmal morgens angesehen und damit hat es sich. Leute, wir haben 2011 – E-Mail ist seit bald zwei Jahrzehnten üblich.

Welcher Laden kann es sich denn leisten, nur morgens eine Stunde ans Telefon zu gehen und es den restlichen Tag lang klingeln zu lassen? Niemand käme auf so einen Unsinn.

Aber E-Mail darf ruhig ein paar Tage liegen?

Falsch.

Erstaunlich, dass man so etwas im Jahr 2011 noch schreiben muss. E-Mail ist ein schnelles Medium und E-Mail sollte man auch in einem Ladengeschäft mehrmals am Tag checken.

Wir sind im Zeitalter eines Web 2.0 und viele Unternehmen sind noch nicht einmal im Internet der 90er angekommen.

Übrigens habe ich bis heute keine Antwort auf meine Frage nach einem neuen Termin in der E-Mail bekommen.

So geht Social Media: Spenden für verletzten Hund

Bei Hunden werde ich schwach. Besonders dann wenn es sich um verletzte und kranke Tiere handelt, die irgendwo zurück gelassen wurden.

Wie schwach, das hat sich damals gezeigt, als ich Chico gefunden habe und ihn auf abenteuerlichen Wegen mit dem Rennrad erst zum Tierarzt, dann ins Hotel und schließlich gegen einige Widerstände mit dem Flieger nach Hause gebracht habe. Es war ein Glücksfall – für uns und ich hoffe auch für Chico.

Hund retten per Social Media

Nun bin ich wieder schwach. Per Google Plus erreichte mich gestern der Hilferuf eines Google-Plus-Nutzers aus Spanien. Seine Frau hatte einen Hund gefunden, dem ziemlich übles widerfahren war. Sein Bein war gebrochen und das rund 10 Monate alte Tier war ausgesetzt worden.

Via Google Plus hat Rafael Eduardo Wefers Verástegui um Spenden gebeten und die Google Plus Community hat reagiert und geholfen. Noch sind nicht die notwendigen rund 600 Euro zusammen. Aber nach zwei Tagen haben sich immerhin rund 300 Euro gesammelt. Das finde ich prima.

Der Findelhund Mercy
Findelhund Mercy (Foto: Katja Müller)

Vertrauen? Na klar!

Ich habe auch gespendet – obwohl ich Rafael nicht kannte. Das Vertrauen und der Kontakt kam über einen anderen Google+-Nutzer, Sascha Kraeling, den ich schon seit über einem Jahr via Twitter und Google+ kenne.

Tja, Ihr Marketing-Leute, das hättet Ihr gerne, oder? Denn genauso funktionieren Social Media: Netzwerke, in denen Menschen einander vertrauen. Menschen, die einander helfen und die gemeinsam für einen Hund sorgen. Mir lässt das das Herz aufgehen.

So ein Social Media lässt sich nicht in Kanäle pressen, hier gibt es keine Zielgruppen und keinen ROI. Schon gar nicht werden hier irgendwelche Klicks gemessen oder seltsame Graphen gemalt. Hier finden Menschen zusammen. Mich freut das.

Und weiter?

Rafael hat angekündigt, weiter über den Hund und seine Fortschritte zu schreiben – und damit auch gleich begonnen. Der erste Besuch in der Tierklinik ist ebenso dokumentiert wie die Röntgenaufnahmen für das Bein und die ersten Behandlungskosten.

Das ist Transparenz – genauso geht das. Mich bestätigt das in meinem Vertrauen.

So funktionieren soziale Medien.

Wer übrigens auch ein paar Euro für Mercy spenden will, findet auf Rafaels Blog alle notwendigen Informationen – auch die über die Fortschritte des Hundes.

Update

Inzwischen sind einige Wochen vergangen, das Geld ist zusammengekommen und Mercy wurde erfolgreich operiert. Mich freut das riesig. Aus ihr ist ein wilder Junghund geworden, die täglich etwas Neues anstellt.

Wer über Mercy mehr lesen möchte: http://findelhund-mercy.blogspot.com/

#dellcap in Frankfurt – Dell hört seinen Kunden zu

Meine Gedanken zum DellCAP, einer Veranstaltung, bei der Dell einmal seinen Kunden zuhören wollte. Der Ort: Das Steigenberger Hotel am Frankfurter Flughafen, die Zeit: der 20 Januar 2010.

Warum ich zum DellCAP eingeladen wurde, war mir nicht ganz so klar. Ich vermute, das geht auf einige Tweets zurück, in denen ich mich über Dells Anzeigen beschwert habe, die mich nach einem Besuch auf der Dell-Website verfolgt haben.

Die Erwartungen waren gemischt-flau. Was wollen die von mir? Muss jeder vor den Dell-Vorstand treten und sich rechtfertigen? Darf von der Veranstaltung etwas nach außen dringen? Und was soll ich da überhaupt – ich habe meinen letzten Dell vor vier oder fünf Jahren gekauft und nutze seit einer Weile ausschließlich Apple-Produkte.

Nichts ist off the record

Als die Veranstaltung los ging, war die Unsicherheit schnell verflogen. Gleich zum Start kam die Ansage: Diese Veranstaltung ist offen und transparent. Nichts ist off the record, alles darf geblogged, getwittert, gefilmt oder sonstwie medial verarbeitet werden.

Das geschah dann auch, vor allem via Twitter unter dem Hashtag #dellcap.

Und um den offenen Charakter der Veranstaltung zu unterstreichen, lag noch eine Flip Mino Ultra HD mit auf dem Tisch – ein freundliches Gastgeschenk, damit wir den Tag auch auf Video aufzeichnen können. Vielen Dank. (Ja, ich nehme das Geschenk gerne an, dafür stelle ich mich ja auch den ganzen Tag für Gespräche bei Dell zur Verfügung 🙂 )

Interessant war die Sitz-Anordnung – eigentlich hätte ich erwartet, dass der Dell-Vorstand uns gegenüber auf einem Podium sitzt. Das war nicht der Fall – wir saßen U-förmig – das nahm die Distanz und erleichterte eine offene Diskussion. Hinter dem U gab es dann noch weitere Tisch-Reihen, in denen weitere Vertreter von Dell saßen – wie ein Publikum, das zuhört. Vielleicht war diese Anordnung nur ein Detail – aber eines, das sicher zum Erfolg des Tages beigetragen hat.

Die Diskussionen

Ein Thema war: Wie stehen wir zu Dell (mein erstes Dell-Notebook habe ich zertreten), wie sehen wir die Marke? Welche emotionale Bindung gibt es zur Marke?

Beim “emotional” geht mir gerne die Hutschnur hoch. Ich entwickle keine Gefühle für eine Marke (damals war ich wütend auf das Notebook, nicht auf die Marke Dell). Diese Emotions-Schiene mag ich einfach nicht. Markentechnisch bin ich ein Spock.

Was uns so an Dell störe? Das Anzeigen-Stalking nach dem Besuch der Dell-Site gehört dazu, die dusslige Unterteilung der Bestell-Seite in “Privatkunden”, “Büro” und “Öffentliche Auftraggeber”, der umständliche Weg, eine Rechnerkonfiguration als Link weiterzureichen.

Der Support.

Oh ja, der Support.

Ich hatte bislang ja keine Probleme damit. Aber der Fotograf Mario Andreya erzählte eine lange Support-Leidensgeschichte, die er bis zum Austausch eines LCD-Monitors durchlebt hatte.

Was aber auch bei dieser Geschichte interessant war: Keine Verteidigung seitens Dell, keine Rechtfertigungsversuche, sondern Zuhören, Notizen machen, Besserung geloben.

Dell und die Sozialen Medien

Die Killer-Frage stellte Matthias Lange von redaktion42: Warum ist Dell-Geschäftsführerin Barbara Wittmann nicht per Xing oder Facebook erreichbar? Die Diskussion danach war spannend und wurde überwiegend Dell-intern geführt.

Die Frage: Wie kann eine viel beschäftigte Geschäftsführerin ihre sozialmediale Präsenz überhaupt handhaben. Strömen dann nicht laufend Kontaktanfragen und Nachrichten ein, die nicht abzuarbeiten sind?

Ein nachvollziehbarer Gedanke. Ein Lösungsansatz wäre: Für die Pflege der Social Media Accounts einen Assistenten (oder eine Assistentin) anheuern. Wobei das ein zweischneidiges Schwert ist. Eigentlich sollte die Social Media Präsenz authentisch sein und wirklich an die Person gebunden sein. Meiner Ansicht nach kann man das aber auch ein wenig lockerer handhaben. Wichtig ist, dass die Person Barbara Wittmann hinter dem Account steht und weiß, was da läuft.

An sich aber sollte es kein Problem sein, Social Media Accounts zu pflegen. Niemand erwartet eine Erreichbarkeit von 24 Stunden via Social Media. Und niemand kann Barbara Wittmann verpflichten, jeden Kontaktwunsch bei Xing oder Facebook anzunehmen. Das ist wie bei jedem anderen Menschen auch. Ich muss nicht auf jede Nachricht eingehen, ich muss nicht mit jedem befreundet sein, ich muss nicht rund um die Uhr bei Twitter präsent sein. Punkt.

Also, Frau Wittmann, einfach mal ausprobieren 🙂 Oder sehe ich das zu naiv?

Ich bin gespannt, was aus dem CAPday wird. Kommt von Dell Deutschland jetzt mehr sozialmediales Engagement? Mal sehen.

Weitere Quellen:

Matthias Lange über den CAPday

Dells Blog über den CAPday

Das XPS-Foum über den CAPday

 

Eine Videozusammenfassung des Tages von Dell:

 

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