Streaming und Video on Demand im Internet

Streaming – das bedeutet: Musik und Filme aus dem Internet holen und auf dem Computer abspielen. Mit der richtigen Ausrüstung und dem “Gewusst Wo” ist das kein Problem.

Jeder Computer mit Internetanschluss hat Radio- und TV-Empfang. Denn viele Radio- und TV-Sender bieten ihr Programm zum Mithören im Internet an. Weltweit. Wie wäre es mit coolem Jazz aus Chicago? Oder Chill-Out-Klängen aus San Francisco? Kein Problem. Mit einem DSL-Anschluss kommt Radio in feinster Qualität aus den Desktop-Lautsprechern.

Oder soll es etwas visuelles sein? Die neuesten Nachrichten aus Australien, chinesisches Sport-TV? Oder eine Musiksendung mit zappeligen Teeny-Moderatoren aus den USA? Alles ist da – per TV-Streaming direkt auf den Monitor.

Allerdings: Filmübertragungen im Netz sind datenintensiv und brauchen Bandbreite. Oft ruckelt die Übertragung oder setzt aus. Mit ein wenig Suchen findet der Streaming-Consument aber erstens interessante und zweitens funktionierende Live-Streams.

Garantiert ruckfrei ist das Ansehen von Kinofilmen über den Computer. Die Telekom wie auch Konkurrent Arcor bieten zahlreiche Filme online an. Die muss man sich nur holen und kann sie auf dem Computer ansehen.

So funktioniert Streaming

Vereinfacht gesehen funktioniert Streaming so: Ein per Internet erreichbarer Server sendet ständig Video- oder Musikdateien. Der Streaming-Client, also der Empfänger klinkt sich in den Datenstrom ein, holt die Daten, rechnet sie um und zeigt sie an. Damit die Streams nicht zu sehr das Netz verstopfen, sind sie komprimiert. In den meisten Fällen kommt ein um MPEG herum aufgebautes Format zum Einsatz.

MPEG nutzt beim Komprimieren von Filmdaten einen schlauen Trick: Statt jedes neue Bild im Film als Ganzes zu speichern, landen nur die Änderungen zum jeweils vorherigen Bild in der Datei. Denn in den meisten Szenen ist der Hintergrund über Sekunden hinweg identisch und braucht nicht mit jedem Bild aufs neue gespeichert zu werden.

Wie diese Technik funktioniert, ist auf dem heimischen Fernseher zu erkennen – sofern dieser an einer digitalen Schüssel hängt. Bei Landschaftsaufnahmen und ruhigen Szenen ist das Bild brillant. In Action-Szenen oder bei schnellen Schwenks allerdings kommt der Datenstrom nicht mehr nach. Wer genau hinguckt, erkennt kleine Klötzchen und Abstufungen.

Dieser Effekt tritt noch deutlicher bei Übertragungen aus dem Internet auf. Der Grund: Die meisten Sender schicken ihre Daten sehr stark komprimiert auf die Reise. Manchmal reicht es nur für Briefmarken große Filmchen in Klötzchengrafik. Höherwertige Streams können es aber schon fast mit dem Fernseher aufnehmen.

Überwiegend gute Qualität gibt es im Internet-Radio. Denn für gute Klangqualität fallen lange nicht so viele Daten, wie bei einem Film. Dennoch ist die Komprimierung ebenfalls verlustbehaftet. Der Algorithmus verwirft Klangdaten, die für das menschliche Gehirn ohnehin nicht wahrnehmbar wären. Vom Internet-Radio darf der Hörer also zu Recht die gleiche oder nur geringfügig schlechtere Klangqualität erwarten, wie beim Radio im HiFi-Regal.

So funktioniert Video on Demand

Technisch unterscheidet sich Video on Demand nur wenig vom Live-Streaming. Allerdings sind den Zusehern ruckelnde Bilder oder Aussetzer nicht zuzumuten. Deshalb verwenden die Video-on-Demand-Anbieter einen Trick, um die Hollywood-Streifen gut rüberzubringen. Zunächst werden nur Daten übertragen, ohne den Film zu zeigen. Sind genügend Daten da, beginnt die Vorstellung. “Genügend” bedeutet: die Laufzeit der bereits übertragenen Daten muss lang sein, um im Hintergrund den Rest des Films nachzuladen, ohne dass es zu Unterbrechungen bei der Vorführung kommt.

Die Filme gibt es natürlich nicht umsonst. Bei T-Online kostet ein Film in der Regel 4 Euro für 24 Stunden. Arcor verlangt zwischen 1,50 und 3,50 Euro für den gleichen Zeitraum.

Diese Hardware ist notwendig

Welche Hardware für den Genuss von Streaming notwendig ist, hängt vom gewünschten Medium ab. Für den Radioempfang aus dem Internet reicht schon eine ISDN-Karte. Allerdings bleibt der Klanggenuss damit eingeschränkt. Denn erst ab einer Datenrate von 128 kBit pro Sekunde ist die Qualität gut – noch höhere Bitraten sind natürlich noch besser. Wer auf Klangqualität Wert legt, sollte sich einen DSL-Anschluss anschaffen. Ein DSL-1000 reicht dicke. Vorteil der DSL-Leitung: Neben der Musik haben auch noch andere Daten Platz in der Leitung. Surfen oder der Empfang von Mails bremst den Musikgenuss nicht aus.

Auf jeden Fall notwendig ist eine Soundkarte. Die steckt in praktisch jedem PC. Wer einen alten Rechner zur Radiostation hochrüsten möchte, findet bei Ebay günstige Gebraucht-Karten.

Um Filme aus dem Internet anzusehen, ist neben der Soundkarte auch eine einigermaßen flotte Grafikkarte notwendig. Es muss aber keine teure High-End-Ausrüstung sein. Jeder PC, der nicht älter ist als vier Jahre, sollte mit den Filmen aus dem Netz zurechtkommen.

Videos verbrauchen mehr Bandbreite als Radio. Damit ein Videostream überhaupt erkennbar ist braucht er eine Datenrate um die 100 bis 150 kBit/s. Unterhalb dieser Marke ist nicht viel zu erkennen. Und selbst mit 100 kBit/s lassen sich Details allenfalls erahnen. Interessant werden Videostreams ab 300 kBit/s – aber auch da gibt es noch Probleme, sobald sich auf dem Bildschirm zu viel bewegt.

Diese Software ist notwendig

Für den Empfang von Streaming-Sendungen genügt in den meisten Fällen die Windows-Bordausstattung. Der Media Player empfängt Radio- und TV-Streams ohne Probleme. Ein Problem gibt es allerdings, wenn der Stream in den Formaten Real Audio oder Real Video vorliegt. Dann ist ein spezielles Programm gefragt: Der Real-Player. Den gibt es kostenlos im Internet unter www.real.com.

Sind beide Player installiert, läuft alles Weitere automatisch. Sobald der Stream aus dem Internet aktiviert ist, startet das zugehörige Programm und spielt die Daten ab.

Um Video on Demand zu empfangen, sind Microsoft-Produkte notwendig: Beim Arcor-Angebot braucht der Zuseher den Windows Media Player. Und wer bei T-Online nach Film-Unterhaltung sucht, benötigt den Internet Explorer mit aktiviertem Active-X. Außerdem geht’s mit T-Online nur, wenn der DSL-Anschluss beim Rosa Riesen geschaltet ist. Wer sich über einen anderen Provider einwählt, guckt bei T-Online in die Röhre. Arcor dagegen bietet seine Filme allen Internet-Benutzern an – sofern die genügend Bandbreite mitbringen.

Radiostationen im Internet finden

Das Internet ist voller Radiostationen – nur finden muss man sie. Geht es um den Internet-Stream eines Senders, der am Wohnort über Antenne zu empfangen ist, lohnt ein Besuch auf der Homepage des Senders. Der Bayerische Rundfunk zum Beispiel bietet Webstreams seiner Radiosender in den Formaten Windows Media Player und Real Player an. Der Stream des Nachrichtensenders Bayern 5 aktuell allerdings wird nach 35 Minuten gekappt. Um ihn fortzusetzen, genügt ein Druck auf den Play-Button des Windows Media Player.

Auch viele andere Sender der ARD schicken ihre Sendungen ins Internet. Links zu den digitalen Sendern gibt es unter www.ard.de/radio/.

Natürlich gibt es auch das Programm der Privaten online. Radio Energy etwa bietet auf seiner Homepage www.radio-energy.de/ einen Live-Stream an. Der Button Listen Live führt zur Liste der regionalen Stationen, hinter deren Namen sich das Mithör-Angebot verbirgt.

Doch nur hiesigen Sendern zu lauschen, ist langweilig. Schließlich ist das ganze Internet voller Sender. Ein Weg in die Welt der Radios führt direkt über den Windows Media Player. Unter Radioempfänger zeigt das Programm eine riesige Auswahl von Radiostationen. Diese lassen sich entweder direkt oder über die mit der Liste verlinkte Website aufrufen.

Allerdings: Vor dem Senden blenden Stationen wie “300 KC Jazz Stars.com” einen Trailer samt Werbung ein. Wer das Anpreisen seltsamer, angeblich Energie spendender, T-Shirts über sich ergehen lässt bekommt dafür eine Stunde Jazz. Auch viele andere Sender kommen nicht werbefrei daher, sondern öffnen blinkende, zappelnde Werbeeinblendungen.

Wer es ohne zappelnde Werbung mag, sieht sich anderweitig um, braucht einen anderen Mediaplayer. Zum Beispiel Winamp (www.winamp.com) oder den Quintessential Player. Den gibt es unter www.quinnware.com/downloads.php zum Download – kostenlos.

Ist dieser Player installiert geht es weiter mit einem Blick auf www.shoutcast.com. Die zeigt eine Liste mit Hunderten von Sendern, hauptsächlich aus den USA. Die Startansicht listet die beliebtesten Stationen auf. Die Auswahl eines Quick-Genre hilft beim Finden des richtigen Senders ein. Eine genauere Suche ist weiter rechts auf der Seite vorgesehen. Hier schränkt Limit by Bandwidth die Anzeige der Sender auf eine bestimmte Bandbreite ein und die Comprehensive Genre List zeigt ausführlich alle nur denkbaren Musikrichtungen. Außerdem erlaubt eine Volltextsuche das gezielte Fahnden nach einem Sendernamen oder einem Song, der gerade irgendwo auf der Welt gespielt wird.

In der Liste selbst sind der Name des Senders und der aktuell gespielte Titel zu sehen. Wichtig ist ein Blick auf die Spalte Listeners/Max. Ist der Eintrag hier rot gefärbt, ist das Einklinken in die Sendung gerade nicht möglich: Der Sender hat die maximale Zahl an Zuhörern erreicht. Da hilft nur warten oder das Ausweichen auf eine andere Station.

Übrigens lohnt auch ein Blick auf die Bitrate. Wer genug Bandbreite hat, gönnt sich eine möglichst hohe Bitrate. Das bringt optimalen Sound. Aber Achtung: Bei gleichzeitig hoher Bitrate und hoher Auslastung des Servers mit Hörern, kann es gelegentlich zu Aussetzern kommen.

Ist eine Station interessant, geht es weiter mit Tune In. Danach startet das Abspielprogramm mit dem gewünschten Radiosender.

Wer nach Radiosendern aus bestimmten Ländern sucht, ist bei www.live-radio.net gut bedient. Hier sind zahllose Sender nach Ländern kategorisiert. Nachteil der Seite: Sie ist dick mit Werbung gepflastert.

Eine Radiosendung mitschneiden

Wer denkt nicht gerne an die alten Tage, als der Radiorecorder noch die einzige Quelle für neue Songs war. Da saß der Jüngling vor dem Gerät, die 90er-BASF-Ferrochrom-Kassette eingelegt, und wartete, bis das Lieblingslied endlich über den Äther kam. Hat der Moderator einmal nicht in das Stück hineingequatscht und war die Kassette nicht 30 Sekunden zu früh am Bandende, kamen dabei sogar brauchbare Aufnahmen heraus. Zumindest hörten sich die leise rauschenden Bänder auf den 2×5-Watt-Anlagen ganz ordentlich an.

Heute geht das einfacher und mit weniger Rauschen. Sollen eine Radiosendung oder einzelne Songs dauerhaft auf der Festplatte landen, braucht man nur eine passende Software. Zum Beispiel den Quintessential Player.

Nach dem Start des Programms ist das Kontextmenü des Programms zu öffnen. Das geht mit einem Rechtsklick auf die Titelleiste des Programmfensters. Dann Plug-Ins – MP3 Plugin – Configuration öffnen.

Anschließend unter Stream Saving die Option Enable stream saving aktivieren und darunter einen Zielordner aussuchen, in dem die Dateien landen. Wichtig ist, die Option Save streams to separate files based on stream title zu aktivieren. Dann landet jedes Stück in einer eigenen MP3-Datei.

Ok speichert die Voreinstellungen und schließt das Fenster. Danach nochmals das Kontextmenü öffnen und Plug-Ins – MP3 Plugin – Configuration- Enable Stream Saving einschalten. Danach einen Sender wählen und die Aufzeichnung geht los.

Mehrere Radiosendungen gleichzeitig mitschneiden

Wer mehrere Sendungen gleichzeitig aufnehmen möchte, greift zum DSL-Radio-Recorder von Data Becker. Damit die Datenmenge beim Aufnehmen nicht zu groß wird, selektieren Filter, welche Art von Musik der Radio-Recorder aufnimmt. Das Programm kostet rund 14 Euro (Stand April 2005).

Den Filter richtet Aufnahme-Einstellungen-Filter im Menü Bearbeiten ein. Dort den Song-Filter aktivieren und in Blacklist oder Whitelist bestimmen, wie der Filter die Aufzeichnung steuert: Der Blacklist-Modus nimmt alle Lieder auf, die nicht auf der Liste stehen. Im Whitelist-Modus landen nur die Lieder auf der Festplatte, die alle Kriterien des Filters erfüllen.

Um mehrere Sendungen gleichzeitig aufzunehmen, zunächst einen Sender in der Liste wählen und dann die rote Schaltfläche unten in der Mitte aktivieren. Danach erscheint eine kleine Diskette hinter dem Sender und die Aufnahme läuft. Um Songs von einem weiteren Sender aufzuzeichnen, diesen Vorgang wiederholen. Allerdings funktioniert das nur, wenn die Sender im MP3-Format streamen.

Übrigens empfängt der DSL-Recorder auch noch weitere Sender. Das geht über die Weltkugel unten links im Programmfenster. Die öffnet eine lange Liste, die sich zum Beispiel über die Auswahl eines Genres einschränken lässt. Ist der richtige Sender gefunden, diesen markieren und In Aufnahmeliste übernehmen

TV-Stationen im Internet finden

Auf der Suche nach Internet-TV ist die Homepage eines normalen Senders erste Anlaufadresse. Erfolg hat man meist bei Nachrichtensendern wie n-tv. Unter www.n-tv.de zum Beispiel findet sich in der linken Randspalte der Link zum “n-tv Live Stream” im Real Player Format. Auch die Tagesschau zeigt ihre Nachrichten im Netz unter http://www.tagesschau.de/. Die neuesten Meldungen gehen mit Livestream über das Netz. Zusätzlich bietet die Seite ausgewählte, aktuelle Beiträge zum Ansehen an.

TV aus dem Internet aufnehmen

Internet-TV aufzunehmen mag nicht ganz so reizvoll sein, wie Radio-Aufnahmen. Denn die Qualität reicht selten für großes Heimkino aus. Dennoch lohnt sich ein Versuch. Brauchbar für Aufnahmen ist der WM Recorder, den es unter http://www.wmrecorder.com/ für rund 30 Dollar zu kaufen gibt. Eine Demoversion ist ebenfalls zu haben – sie nimmt aber nur kurze Clips mit maximal zwei Minuten Länge auf.

Dort gibt es Video on Demand

Die beiden großen Anbieter von Video on Demand heißen T-Online und Arcor. T-Online hat unter www.t-online-vision.de einen Bestand von 220 Filmen, darunter Highlights wie “The Day after Tomorrow” und “Shrek 2”. All diese Angebote bleiben T-DSL-Nutzern vorbehalten.

Arcor bietet unter www.arcor.de/vod/ derzeit rund 270 Spielfilme an, zum Beispiel “Der Eisbär” und “Nirgendwo in Afrika”. Dazu kommt anderes Material, etwa Dokumentationen von BBC und Discovery Channel oder Filme für Erwachsene.

Bei beiden Anbietern geben Film-Trailer Informationen vor dem Kauf eines Films. Diese Vorgucker sind gratis. Trailer gibt es aber auch anderswo im Internet. Zum Beispiel bei Yahoo unter http://de.movies.yahoo.com/. Dort den gewünschten Film aussuchen und in der Übersicht den Trailer ansehen. Beim ersten Trailer überprüft Yahoo die vorhandenen Player und die Verbindungsgeschwindigkeit. Davon abhängig stellt der Dienst die Filmdaten im passenden Format bereit. Um die Voreinstellungen nachträglich wieder zu ändern, ist im Trailerfenster Best. Einstellg. ändern zu aktivieren. Das danach erscheinende Fenster nimmt den neuen Player und die Übertragungsrate entgegen.

Für Musikvideos geht es zu http://de.launch.yahoo.com. Neben aktuellen Musikvideos finden sich im Archiv auch Klassiker, etwa “Stiff upper Lip” von AC/DC. Einfach unter Videos den Anfangsbuchstaben A wählen und aus der Liste Stiff upper lip auswählen. Beim ersten Laden erscheint ein Testvideo. In diesem Fenster mit Ich sehe das Video bestätigen, dass der Clip ankommt. Danach gibt’s puren Rock’n’Roll.

Filme im eigenen Netzwerk streamen

Im eigenen Netzwerk darf jeder einen eigenen Sender aufbauen. Der überträgt zum Beispiel einen Film auf jeden im Netzwerk angeschlossenen Computer. So kann man sich in Ruhe einen Film auf dem Notebook im Garten ansehen oder einen Hollywood-Reißer in mehreren Zimmern des eigenen Hauses gleichzeitig abspielen – ideal, wenn man bei der Arbeit im Haus ein wenig Abwechslung braucht.

Die Software für den eigenen Streaming-Server ist gratis im Internet zu haben: Der VLC Media Player. Den gibt es unter http://www.vlc-download.de/. Das Programm muss auf dem Sender sowie jedem Computer installiert sein, der den Stream empfangen will.

Ist die Installation erledigt, wird der VLC Media Player zunächst auf dem Sende-Computer gestartet. Dann [Strg – F] drücken. Als nächstes die gewünschte Quelle auswählen – Filmdatei oder DVD – und dann Streamausgabe aktivieren. Mit Einstellungen öffnet sich ein weiteres Fenster. Darin unter Ausgabemethoden die Option UDP aktivieren. Rechts daneben als Adresse 239.255.1.1 eintippen.

Ist die Adresse eingetragen, mit Ok bestätigen und die Übertragung mit einem weiteren Klick auf Ok starten. Soll die Übertragung nicht sofort starten, das Pause-Symbol in der Abspielleiste des Programms drücken.

Danach gilt es, auf jedem Empfänger-Computer den VLC Media Player zu starten und wieder auf Strg – F drücken. Anschließend Netzwerk wählen und die Option UDP/RTP Multicast aktivieren. Rechts daneben wieder die zuvor gewählte IP-Adresse eintragen: 239.255.1.1.

Nach einem Klick auf Ok ist auch der Empfänger bereit. Falls zuvor die Übertragung angehalten wurde, den Abspiel-Knopf auf dem Sende-Computer betätigen und schon ist der Film auf Sendung.

Übrigens geschieht der Empfang auf allen Rechnern gleichzeitig. Bild und Ton kommen synchron auf allen angeschlossenen Geräten an.

Eine eigene Webcam einrichten

Soll es eine Live-Übertragung aus dem eigenen Haus werden? Dann ist eine Webcam der beste Einstieg. Preiswerte Modelle kosten um die 20 Euro und liefern für das Web brauchbare Bilder. Und falls die Übertragung nicht ganz so spannend ist, reicht es auch, alle paar Sekunden ein neues Bild ins Netz zu stellen — ideal zum Beispiel für eine Überwachungskamera.

Die Webcam zunächst installieren: zuerst die Treiber-Software auf die Festplatte. Dann die Kamera anstecken.

Damit die Bilder von der Kamera auf einen Server kommen, ist noch ein weiteres Programm notwendig: Web Cam Stream 2. Das Programm nimmt von jeder TWAIN-Quelle in regelmäßigen Abständen Bilder entgegen und speichert sie immer wieder unter demselben Dateinamen.

Als Speicherort dient die Festplatte oder ein Webserver. Um die Bilder auf den Webserver zu laden, ist ein FTP-Zugang notwendig, der sonst auch zum Hochladen der HTML-Dateien für die eigene Webseite dient. Benutzername und Kennwort finden sich in der Regel auf der Anmeldebestätigung des Providers oder – zum Beispiel bei 1&1 in der Verwaltung für den eigenen Account.

Das Programm Web Cam Stream gibt es gratis unter www.gbcweb.com/wcam.html. Die Website ist auf italienisch, das Programm aber in englischer Sprache.

Zunächst das Programm mit installazione completa auf den eigenen Computer herunterladen. Dann setupwebcam2.exe starten und die Software installieren. Dazu den Anweisungen des Assistenten folgen. Zum Ende der Installation fordert eine Meldung in italienischer Sprache zum Neustart auf. Danach steht das Programm Web Cam Stream2 auf dem Desktop bereit.

Das Programm starten und Options wählen. Darin zunächst in image text eine Beschriftung für das Bild eingeben. Zwei Zeilen darunter steht das Intervall, in dem die Bilder von der Webcam geholt und gespeichert werden. Achtung: bei langsamer Upload-Geschwindigkeit kann es passieren, dass das Speichern auf dem FTP-Server länger dauert, als das Intervall erlaubt. Deshalb sollte man mit einem höheren Intervall beginnen und sich langsam nach unten arbeiten.

Umgekehrtes gilt bei der jpeg quality. Hier ist es besser, mit einem niedrigen Wert anzufangen – etwa 30 – und dann nach und nach den besten Kompromiss aus Dateigröße und Qualität zu suchen. Denn die Dateigröße ist entscheidend für die Dauer des Upload. Allerdings: Bei einer normalen Webcam, die Bilder in einer Auflösung von 320 x 160 Bildpunkten liefert, fallen die Bilder ohnehin sehr klein aus. Da darf es bei der Qualität auch mal eine Schippe mehr sein.

Unter options: bleibt die Wahl, neben der aktuellen Uhrzeit auch noch das Datum einzublenden. Wichtig ist in jedem Fall das file prefix. Hier den gewünschten Dateinamen ohne die Endung hineinschreiben, etwa “webcam”. Die Erweiterung .jpg hängt das Programm selbsttätig an.

Als nächstes das Häkchen hinter local dir entfernen und ein FTP address die Adresse des eigenen FTP-Servers eingeben. Achtung: nur die Adresse, ohne vorangestelltes ftp://. Dann dahinter ein Häkchen setzen.

Die Zeilen darunter nehmen den Benutzernamen sowie das Kennwort für FTP auf. In der letzten Zeile steht das Verzeichnis, in dem die Bilddatei landen soll. Achtung: An den Schluss des Verzeichnisnamens muss ein Schrägstrich gesetzt werden.

Schließlich die Einstellungen mit save settings speichern. Und dann kann es los gehen. Zunächst holt ein Klick auf twain und ein zweiter Blick auf grab image ein Bild von der Webcam. Bei der Gelegenheit versucht das Programm, das Bild auch gleich auf den Server zu schieben.

Um zu prüfen, ob alles geklappt hat, hilft ein Blck auf log. Hier gibt Web Cam Stream Informationen darüber, ob die Verbindung zum Server und das Hochladen der Datei geklappt hat.

Ist alles ok, folgt noch ein Klick auf das Kästchen rechts neben AUTO. Damit ist die Webcam fertig und lädt regelmäßig ein neues Bild auf den Server im Internet.

Um das Bild anzuzeigen, ist ein Browser zu öffnen und folgendes einzugeben:

http://www.seite.xy/bildname.jpg

Statt seite.xy bitte den Namen der eigenen Domain eintragen, statt bildname den vorher festgelegten Dateinamen und die Endung .jpg eingeben. Mit Hilfe des Reload-Knopfes zeigt der Browser die aktuelle Version des Bildes an.

Soll die Anzeige des jeweils aktuellen Bildes automatisch erfolgen, einfach die folgenden Zeilen in einen Texteditor schreiben und in dasselbe Verzeichnis kopieren, in dem auch das Bild gespeichert ist.

<html>

 

<head>

 

<meta http-equiv=”refresh” content=”20″”>

 

<title>Webcam</title>

 

</head>

 

<body>

 

<img src=”bildname.jpg”>

 

</body>

 

</html>

 

Danach den Browser öffnen und genau die eben geschriebene Datei vom Server laden. Die Seite lädt sich selbst alle 20 Sekunden nach und zeigt das jeweils aktuelle Bild.

Lesen Sie hier weiter: Film im Netzwerk ansehen mit dem VLC Media Player