Test Civilization IV: Erster Eindruck

Das Stratgiespiel Civilization IV ist da – und ich habe es mir sofort gekauft. Der erste Eindruck von Civilization: Grafisch aufwändiger. Einheiten werden jetzt durch mehrere Figuren dargestellt – statt eines Kriegers schwingen drei die Keulen. Auf den ersten Blick verwirrt das ein wenig.

Erste Eindrücke

Aber die aufgemotzte Optik von Civilization muss nicht unbedingt gefallen. Zwar ist alles animierter und bunter. Aber der spröde Charme der Vorgängerversionen fehlt. Ich weiß nicht, ob die neue Optik unbedingt hätte sein müssen.

Die Installationsroutine hat einen kleinen Haken: Wer nicht die Benutzerdefinierte Installation wählt, bekommt Civilization IV automatisch auf Laufwerk C: installiert. Zumindest diese Auswahl hätte mir die automatische Installation noch lassen dürfen.

Einheiten zeigt Civilization 4 jetzt mit mehreren Figuren

Was haben wir da noch:

  • Stufenloses Zoomen mit dem Scrollrad der Maus finde ich prima
  • unpassierbare Berggipfel schaffen neue strategische Optionen
  • Löwen und Bären nehmen die Rolle der Barbaren ein
  • Neue Staatsformen – auf Despotismus folgt Sklaverei – schaffen mehr Spieltiefe.
  • Wenn ich das richtig sehe, werden Städte, die an einem Fluss liegen automatisch verbunden und können ihre Ressourcen gemeinsam nutzen. Pfiffig…
  • Ich muss mich von lieb gewonnenen Tastaturkürzeln verabschieden. Statt [Strg – R] zum Bau einer Straße gilt jetzt [Alt – R]

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Weitere Eindrücke

Das Strategiespiel Civilization 4 ist installiert und funktioniert wunderbar. Hier weitere Eindrücke aus Civilization – unsortiert.

  • Wird der Bau eines Weltwunders abgebrochen, gibt es die überschüssig produzierten Schilde jetzt ausbezahlt. Das lässt den Verlust ein wenig verschmerzen.
  • Die Wissenschaft läßt sich in Civilization IV jetzt direkt vom Hauptfenster aus regeln. So kann man die Wissenschaft schnell dem Verdienst anpassen. Übrigens geht das später auch mit der “Kultur”. Die löst den “Luxus” aus den Vorversionen ab und sorgt für fröhliche Gesichter.
  • Das Spiel gewinnt etwas langsamer an Fahrt. Zumindest in den ersten beiden Testspielen hat es ziemlich gedauert, bis die Städte gewachsen sind und neue Siedler hervorgebracht haben.
  • Bei den Verbesserungen für Städte unterbreitet Civilization Vorschläge und begründet diese kurz.
  • Leuchttürme bringen mehr Futter von Meeresfeldern.
  • Bei Verhandlungen erscheinen bei den Partnern Informationen darüber, worauf sich die Freundlichkeit oder Abneigung begründet. Einfach den Mauszeiger über den Verhandlungspartner führen.
  • Es gibt zig neue Staatsformen. Ich glaube, man sollte nicht jede annehmen, die einem Civilization IV anbietet. Zur Zeit lebt mein Volk in einer Bürokratie.
  • Cool: Wird während eines laufenden Bauauftrags ein anderer Auftrag gestellt, so bleibt der bisherige Auftrag in der To-Do-Liste – er wird nur einen Schritt zurück gestellt. Soweit ich das beurteilen kann, geht das aber wohl nur, wenn militärische Einheiten gebaut werden müssen.
  • Die Spezialisten in den Städten funktionieren jetzt anders. Mir ist es nicht gelungen, bei Unzufriedenheit eben mal einen Clown herbeizuzaubern. Vermutlich liegt das an fehlenden Technologien? Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, mal das Handbuch zu lesen 😉

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Ansicht von Einheiten ändern

Stören Sie die Einheiten in Civilization IV, die aus mehreren Figuren bestehen? Dann schalten Sie doch einfach wieder auf die klassische Ansicht zurück.

Öffnen Sie dazu das Hauptmenü. Das geht per Klick auf den zweiten Button von links in der linken oberen Ecke des Spielbildschirms.

Danach öffnen Sie Optionen – Grafik und aktivieren dort die beiden Einstellungen Grafik als einzelne Einheit und Lebensbalken einblenden.

Danach müssen Sie das Spiel neu starten. Ist das geschehen, sehen Sie die Einheiten wieder nur mit einer Figur und dem gewohnten, grünen Balken darüber.

Darstellung von Einheiten mit einzelner Figur in Civilization IV

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Test Civilization erste Version

Jetzt, da das Strategiespiel Civilization IV erschienen ist kann man ja noch einmal ein paar Jahre zurück gehen – genauer gesagt: 12 Jahre. Da ist die erste Version des Spiels Civilization erschienen. In der PC DIREKT 5/1992 habe ich damals einen kurzen Test über dieses Kult-Computerspiel schreiben dürfen.

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Das Rad auf’s neue erfinden? Die komplexe Simulation Civilization gibt Gelegenheit dazu. Sie vereint in sich wirtschaftliche strategische und politische Elemente.

Bei Civilization gilt es, eine kleine Bevölkerungsgruppe technologisch so weit fortzuentwickeln, daß sie aus eigener Kraft ein Raumschiff bauen kann. Sieben vom Computer gesteuerte Nationen haben dasselbe Ziel. Darunter sind Chinesen, Mongolen, Deutsche, Amerikaner, Franzosen und Briten. Weiter kann man unter fünf Schwierigkeitsgraden wählen. Gut für Einsteiger: In der leichtesten Stufe erklärt sich das Spiel selbst und gibt wertvolle Tips.

Der Weg in den Weltraum ist schwierig. Denn der Spieler beginnt lediglich mit einem kleinen Haufen Siedler. Diese müssen zuerst eine Stadt bauen. Dort kann sich die Bevölkerung weiterentwickeln. Abhängig von den Gegebenheiten des Umlands produziert eine Siedlung Rohstoffe sowie Nahrung und bringt natürlich Geld ins Staatssäckel. Durch Handel läßt sich dieser Reichtum mehren.

Civilization 1 für DOS

Auch die Wissenschaft spielt eine große Rolle. Je nachdem, wieviel Ressourcen man der Forschung zur Verfügung stellt, entwickelt sich die Kultur. Da muß das Rad ebenso noch erfunden werden wie die Maurerkunst. Auch die Staatsformen entwickeln sich je nach Wissenstand weiter: Was als despotische Alleinherrschaft beginnt, mündet später in der Demokratie. Während der Spieler im feudalen System noch das Sagen hat, funkt in der Demokratie oft der Senat dazwischen.

Bei der Entwicklung des Staates muß man die Schwerpunkte richtig verteilen: Jedes Bauwerk in einer Stadt hat Auswirkungen auf die Entwicklung. Ein Tempel etwa oder religiöse Einrichtungen steigern die Moral des Volkes, wogegen sich zu hohe Steuern und zuviel Militär negativ auswirken. Befestigungen sind ebenso wichtig wie Wasserleitungen, öffentlicher Nahverkehr oder Müllverwertungsanlagen. Fabriken und Kraftwerke steigern die Rohstoffausbeute. Allerdings verschmutzen sie auch die Umwelt. Es gilt, in den ländlichen Gebieten möglichst viel Wald anzulegen und in der Stadt Umweltschutzeinrichtungen zu bauen.

Eine Stadt kann auch neue Siedler produzieren. Diese Einheiten ziehen dann weiter, sorgen für eine Verbesserung der Infrastruktur und gründen neue Städte. Militäreinheiten sorgen für die Verteidigung der Städte und können sich über das Land bewegen.

Das Zusammenspiel mit den Nachbarn nimmt eine weitere wichtige Rolle ein: Entweder schließt man mit ihnen einen Friedensvertrag und tauscht Wissen aus. Oder es kommt zum Krieg. Auch hier ist es wichtig, wie weit ein Staat entwickelt ist. Im fortgeschrittenen Spiel kommt es denn schon einmal vor, daß sich eine alte römische Legion erfolgreich gegen gepanzerte Einheiten verteidigt.

Eine Spielrunde kann zehn oder mehr Stunden dauern. Glücklicherweise läßt sich der Spielstand speichern. Angenehmes Detail: Wenn ein gespeicherter Spielstand geladen wird, unterbleibt die sonst übliche Kopierschutzabfrage aus dem Handbuch.

Um Civilization vernünftig spielen zu können, sollte man einen flotten Rechner besitzen. Schon auf einem 386-SX mit 20 Mhz braucht ein weiter fortgeschrittenes Spiel lange Sekunden, um den aktuellen Stand zu errechnen. Auch sollte man eine schnelle Festplatte besitzen. Denn Civilization lädt oft nach. Abstriche sind an der Benutzerführung zu machen. Der Vorspann des Spiels läßt sich zu spät abbrechen. Auch gibt es keine Gelegenheit in den Auswahlmenüs rückwärts zu gehen: Wenn dem Spieler bei der Auswahl der Spielparameter auffällt, daß er einen Fehler gemacht hat, aber schon ein Menü weiter ist, kann er das Spiel neu starten.

Civilization ist eine Simulation, die lehrreich und unterhaltsam ist. Nur selten vermag ein Spiel Zusammenhänge und Wirkungsgefüge in der Bevölkerungsentwicklung so gut zu vermitteln. Wer sich gerne mit der Städtebausimulation Sim City beschäftigt hat, wird an Civilization noch mehr Spaß haben.

Kurzgefasst

Anspruchsvolle Simulation: Mit Civilization läßt sich die Entwicklung einer Bevölkerung vom Stamm bis zum Industriestaat der Zukunft nachvollziehen

Nutzwert: ++

Installation: +

Bedienung: o

Handbuch: +

+ anspruchsvoll * lang anhaltender Spielspaß * Viele Schwierigkeitsstufen * Hilfe für Einsteiger

– nur für einen Spieler * Verbesserungswürdige Benutzerführung

Empfohlene Konfiguration:

80386/25MHz * 4 MByte RAM * 120 MByte Festplatte * VGA * Maus * Soundkarte

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